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Prof. Dr. Walter Josef Lorenz

Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste trauert um ihr ordentliches Mitglied, Walter Josef Lorenz, emeritierter Professor für Nuklearmedizin und Biophysik an der Universität Heidelberg, der am 9. September 2026 im Alter von 94 Jahren verstorben ist.

Walter J. Lorenz wurde 1932 in Ostrau-Witkowitz geboren und verbrachte seine Jugendjahre und die Schulzeit in Freiberg. Im Zuge der Vertreibung kam die Familie 1946 aus der Tschechoslowakei nach Heidelberg. Nach dem Abitur 1952 studierte Walter J. Lorenz an der Universität Heidelberg Physik. 1961 folgte die Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften an der Universität Heidelberg, 1967 die Habilitation (Dr. habil.) an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Von 1964 von 1997 war Walter J. Lorenz Leiter der Abteilung für Biophysik und medizinische Strahlenphysik des Instituts für Nuklearmedizin (seit 1987: Institut für Radiologie und Pathophysiologie; seit 1992: Forschungsschwerpunkt Radiologische Diagnostik und Therapie) am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Wissenschaftlich forcierte er vor allem die patientenbezogene Forschung im Bereich der bildgebenden bzw. nuklearmedizinischen Tumordiagnostik (z.B. durch Installation und Inbetriebnahme des ersten Ganzkörper-Computer-Tomographen in der Bundesrepublik Deutschland 1976), trug aber mit seinen Forschungsprojekten auch maßgeblich zur Entwicklung des therapeutischen Sektors bei. So gehen etwa zentrale wissenschaftliche Elemente des Einsatzes schneller Neutronen in der Tumortherapie und der stereotaktischen Konvergenzbestrahlung mit einem Linearbeschleuniger auf ihn bzw. seine umfassende Forschungsarbeit zurück.

Für sein Engagement und seine herausragenden Leistungen wurde Walter J. Lorenz vielfach ausgezeichnet, u.a. mit der Ehrennadel Alma mater Lipsiensis der Universität Leipzig, der Richard-Glocker-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik, dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft sowie dem Großen Sudetendeutschen Kulturpreis. Seit 2007 war Walter J. Lorenz zudem ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse unserer Akademie.

Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste wird sein Andenken in Ehren halten.

Priv.-Doz. Priv.-Doz. Mag. DDr. Elisabeth Fabian, BSc

Vizepräsidentin und Stellvertretende Sekretarin der Naturwissenschaftlichen Klasse


Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste
trauert um das ordentliche Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse
Professor Dr.
Walter Josef Lorenz

Univ.-Professor i.R. für Nuklearmedizin und Biophysik, Universität Heidelberg; Direktor der Abteilung Biophysik und Medizinische Strahlenphysik des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg i.R.

* 8. März 1932 in Ostrau-Witkowitz, † 9. September 2026 in Heidelberg

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Für das Präsidium und die Mitglieder
Prof. Dr. Stefan Samerski

Über uns

Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste wurde im Jahr 1979 in München als eine Vereinigung von Wissenschaftlern und Künstlern gegründet, die der sudetendeutschen Volksgruppe auf besondere Weise verbunden sind und in Würdigung ihrer herausragenden Leistungen in geheimer Wahl als Mitglieder berufen werden.

Sie steht in der Tradition der „Deutschen Gesellschaft der Wissenschaften und Künste für die Tschechoslowakische Republik“ und ihrer Vorgängerin, der 1891 gegründeten „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen“, deren Wurzeln bis zum Jahre 1784 zurückreichen und deren Mitgliederverzeichnisse glanzvolle Namen wie Ernst Mach, Gustav Mahler, Bertha von Suttner oder Emil Orlik aufweisen.