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Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste

Veranstaltungskalender

Die Mitglieder der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste stellen sich in einer Ringveranstaltung vor. Die Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im

Kulturforum Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Au

statt. Soweit es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt, ist der Eintritt frei. Über viele der Veranstaltungen wird in der Sudetendeutschen Zeitung berichtet. Ein Link zu dem Bericht findet sich unter Retrospektive bei der jeweiligen Veranstaltung.

Das Hauptereignis ist die im Herbst jeden Jahres stattfindende Festveranstaltung, umrahmt von den Klassensitzungen und der Plenarversammlung der Mitglieder und des Kuratoriums der Akademie.

Bei geeigneten Veranstaltungen wirkt die Akademie mit nahe stehenden Organisationen zusammen.

 

Programmänderungen vorbehalten


Montag
25.
Nov. 2019
19:00 Uhr | Haus des Deutschen Ostens , Raum 202/204, Am Lilienberg 5, 81669 München

„Wunderbares“ Böhmen - Bohemia Sacra in aller Welt

Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski

Teil 4: Kardinal Beran

Aus akutellem Anlass soll in diesem Vortrag auf die Person und das Nachwirken des Prager Erzbischofs Josef Kardinal Beran (1888-1969) eingegangen werden, der unter den Nationalsozialisten (1942-1945) im Konzentrationslager war und seit 1949 erneut inhaftiert wurde - dieses Mal von den Kommunisten. Reicht das für eine Seligsprechung? Seit dem Jahr 2000 läuft ein nicht unumstrittener Beatifikationsprozess, und gerade in den letzten Jahren setzt man sich daher vor allem wissenschaftlich mit Berans Lebensleistung und Haltung auseinander.

In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising


Dienstag
26.
Nov. 2019
18:30 Uhr | Haus des Deutschen Ostens , Raum 202/204, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ringveranstaltung

Prof. Dr. Stefan Samerski

Habsburger Renaissance in Böhmen nach der politischen Wende 1989

Nach der politischen Wende vollzog sich ein veränderter Umgang der Tschechen mit ihrer Habsburg-Memoria sehr zaghaft; zunächst wurden Standbilder von Monarchen aus fernen Jahrhunderten wieder aufgestellt, die im allgemeinen Bewusstsein als Wohltäter Böhmens galten. Mit dem lang amtierenden und noch lebhaft im Gedächtnis vieler Tschechen haftenden Kaiser Franz Joseph tat man sich da schwerer, weshalb die Wiederaufstellung seiner Denkmäler größtenteils erst im 21. Jahrhundert vorgenommen wurde. An dieser Habsburger-Renaissance arbeiteten vor allem christdemokratische Lokalpolitiker und Intellektuelle (Historiker und Kustoden), flankiert und eifrig gefördert von der katholischen Kirche. In Prag tat man sich viel schwerer als in der Peripherie, da in der Hauptstadt intensiver, kontroverser und mit nationalem Pathos diskutiert wurde. Wie in anderen, früher kommunistisch regierten Ländern, spielten Tourismus und Kommerz eine wichtige Rolle bei der Adaption und Neubewertung der Habsburg-Memoria, weshalb der Umschwung am frühesten und deutlichsten in grenznahen und touristisch geprägten Regionen von statten ging. Die Veränderung dieser Memoria war in den letzten Jahren so radikal, dass die verhasste Zeit des Temno, der Finsternis, die mit der Schlacht am Weißen Berg begann, nun als Goldenes Zeitalter der böhmischen Geschichte verstanden wird. Wohin die Reise geht, lässt sich im Moment - mitten in einer Umbruchphase - noch nicht absehen.