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Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste

Veranstaltungskalender

Die Mitglieder der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste stellen sich in einer Ringveranstaltung vor. Die Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im

Kulturforum Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Au

statt. Soweit es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt, ist der Eintritt frei. Über viele der Veranstaltungen wird in der Sudetendeutschen Zeitung berichtet. Ein Link zu dem Bericht findet sich unter Retrospektive bei der jeweiligen Veranstaltung.

Das Hauptereignis ist die im Herbst jeden Jahres stattfindende Festveranstaltung, umrahmt von den Klassensitzungen und der Plenarversammlung der Mitglieder und des Kuratoriums der Akademie.

Bei geeigneten Veranstaltungen wirkt die Akademie mit nahe stehenden Organisationen zusammen.

 

Programmänderungen vorbehalten


Montag
30.
Sep. 2019
19:00 Uhr | Haus des Deutschen Ostens , Raum 202/204, Am Lilienberg 5, 81669 München

„Wunderbares“ Böhmen - Bohemia Sacra in aller Welt

Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski

Teil 3: Prager Jesulein

Im 17. Jahrhundert, mitten in der Rekatholisierung der böhmischen Länder, gelangte aus dem Zentrum der Gegenreformation (Spanien) eine unscheinbare Figur nach Böhmen, die dort rasch als wundertätig verehrt wurde. Heute ist das Prager Jesulein auf der Kleinseite ein Publikumsmagnet, der Gläubige und Touristen aus aller Welt und auch Päpste immer wieder angezogen hat und im wörtlichen Sinne auch umgekehrt! Der Vortrag will die Verehrungsgeschichte dieses Weltbegriffs nachzeichnen und auf die wechselnden Inhalte dieses religiösen Phänomens eingehen.

In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising


Freitag
18.
Okt. 2019
14:00 Uhr c. t. | Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften


Freitag
18.
Okt. 2019
19:00 Uhr c. t. | Zentrum St. Bonifaz, Saal, Karlstraße 34, 80333 München, U2 Königsplatz

Öffentliche Festveranstaltung 2019
anschließend Empfang

Programm

J. S. Bach (1685-1750): Sonate in C-Dur - Andante - Allegro - Adagio - Menuett 1 und 2

Begrüßung und Jahresbericht des Präsidenten der Akademie
Prof. Dr. med. Günter J. Krejs

Zum Jubiläum
Vizepräsidentin Ursula Haas , Vizepräsident Prof. Dr. Stefan Samerski
40 Jahre Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste

Bohuslav Martinů (1890-1959): Aus der 1. Sonate für Flöte und Klavier, 1. Satz, Allegro moderato

Festvortrag
Prof. Dr. phil. Arnold Suppan
Saint-Germain, Trianon und die Folgen für die europäische Friedensordnung

Die Friedensverträge von Saint-Germain und Trianon besiegelten den Zerfall der zentralen europäischen Habsburger Monarchie in sieben Nachfolgestaaten unter internationalem Recht. Aufgrund der ethnisch gemischten Siedlungsstrukturen Österreich-Ungarns führte die Anwendung des Selbstbestimmungsrechts zu mannigfaltigen Grenzkonflikten zwischen den neuen Nationalstaaten. Nur etwa zwei Drittel der (Deutsch-)Österreicher und Ungarn blieben in den entsprechenden Nationalstaaten, während ein Drittel zu neuen nationalen Minderheiten in anderen Nachfolgestaaten wurde. Als die Alliierten im Januar 1919 die Pariser Friedenskonferenz eröffneten, wurden die Verhandlungen durch die verunsicherte Stimmungslage in Ostmitteleuropa beeinflusst, welches unter einem akuten Mangel an Lebensmitteln und Kohle litt.
Durch die Verwendung unterschiedlicher politischer, strategischer und ökonomischer Prinzipien wichen die Friedensverträge mit Österreich und Ungarn deutlich von dem mit Deutschland ab (Vertrag von Versailles). Die Friedensverträge mit Österreich und Ungarn waren strafender als der Friedensvertrag mit Deutschland. Diese neue These, welche der allgemeinen Auffassung widerspricht, wird durch neue Forschungen und Dokumente aus zahlreichen Archiven in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Habsburger Monarchie untermauert. Aufgrund der darin enthaltenen Regelungen hielten diese ungerechten Verträge weniger als zwanzig Jahre.
Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass solche Verträge, um langfristig Bestand zu haben, nicht nur ein Instrument der Gerechtigkeit sein dürfen, sondern auch eine Perspektive für die Verliererseite bieten müssen.

Antonín Dvořák (1841-1904): Rusalkas Lied an den Mond aus der gleichnamigen Oper, Version für Flöte und Klavier

Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2019
Laudatio Univ.-Prof. Dr. Peter Becker, Institut für österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien
Preisträgerin Mag. Samantha Wehr, ausgezeichnet für ihre Masterarbeit
Die zweite Generation erzählen lassen: Nachkommen vertriebener Sudetendeutscher in Österreich über Vertreibung, Heimat und Identität

Ausführende

em. Univ.-Prof. Dr. phil. Arnold Suppan ist emeritierter Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien und wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war Gastprofessor an den Universitäten von Leiden, Fribourg, Stanford und Budapest, sowie Generalsekretär und Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er hat mehrere Bücher publiziert, wie "Innere Front 1918", "Die österreichischen Volksgruppen", "Jugoslawien und Österreich 1918-1938", "Zwischen Adria und Karawanken", "Oblikovanje nacije u gradanskoj Hrvatskoj", "Tschechen und Österreicher in historischer Perspektive" und "Hitler-Beneš-Tito". 2002 wurde er in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste (Geisteswissenschaftliche Klasse) als ordentliches Mitglied berufen.

Ursula Haas, geboren in Aussig a. d. Elbe, studierte Geschichte, Germanistik und Pädagogik in Bonn und Freiburg. Sie schreibt in den Genres Lyrik, Roman, Erzählung, Theaterstück, Essay und Libretto. Zuletzt erschien 2018 ihre Lyrik" Wortfisch im grünen Aquarium". Sie erhielt deutsche, österreichische und Schweizer Stipendien und Preise. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Dozentin für literarisches Schreiben und Literatur-Coach. Sie ist Mitherausgeberin der Kulturzeitschrift "Sudetenland" und 2019 der Anthologie bayerischer Geschichten "Isarschönheiten". 2006 wurde sie als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie berufen und 2018 zu deren Vizepräsidentin gewählt.

Prof. Dr. theol. habil. Stefan Samerski, geboren in Köln, studierte katholische Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte in Bonn und Rom. Er ist Professor für Kirchengeschichte am Priesterseminar ‚Redemptoris Mater‘/Berlin (Zweigstelle der Pontificia Università Gregoriana) u. apl. Prof. für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Deutsche, italienische und ostmitteleuropäische Kirchengeschichte der Frühneuzeit und Neuzeit; internationale Frömmigkeitsgeschichte, Erforschung der Römischen Kurie und ihrer Diplomatie, Konfessionalisierung. 2015 wurde er in die Geisteswissenschaftliche Klasse der Sudetendeutschen Akademie berufen und 2018 zum Vizepräsidenten gewählt.

Prof. Dr. Peter Becker ist Professor für Österreichische Geschichte, Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Christine Müller, *1987 in Halle/Saale studierte Querflöte an der Musikhochschule Hannover und München, spielt freiberuflich und in diversen Orchestern. Sie lebt in Leipzig.
Madoka Ueno, geboren in Japan, studierte Klavier an den Musikhochschulen München und Würzburg, am Mozarteum Salzburg Kammermusik- und Liedgestaltung. Seit 2011 ist sie Lehrbeauftragte für Korrepetition an der Musikhochschule München.


Samstag
19.
Okt. 2019
9:30 Uhr | Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 Münchenn

nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt. Wahlvorschläge für die anstehenden Wahlen werden an den Wahlausschuss erbeten.


Montag
25.
Nov. 2019
19:00 Uhr | Haus des Deutschen Ostens , Raum 202/204, Am Lilienberg 5, 81669 München

„Wunderbares“ Böhmen - Bohemia Sacra in aller Welt

Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski

Teil 4: Kardinal Beran

Aus akutellem Anlass soll in diesem Vortrag auf die Person und das Nachwirken des Prager Erzbischofs Josef Kardinal Beran (1888-1969) eingegangen werden, der unter den Nationalsozialisten (1942-1945) im Konzentrationslager war und seit 1949 erneut inhaftiert wurde - dieses Mal von den Kommunisten. Reicht das für eine Seligsprechung? Seit dem Jahr 2000 läuft ein nicht unumstrittener Beatifikationsprozess, und gerade in den letzten Jahren setzt man sich daher vor allem wissenschaftlich mit Berans Lebensleistung und Haltung auseinander.

In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising


Dienstag
26.
Nov. 2019
18:30 Uhr | Ort wird noch bekanntgegeben

Ringveranstaltung

Prof. Dr. Stefan Samerski

Habsburger Renaissance in Böhmen nach der politischen Wende 1989

Nach der politischen Wende vollzog sich ein veränderter Umgang der Tschechen mit ihrer Habsburg-Memoria sehr zaghaft; zunächst wurden Standbilder von Monarchen aus fernen Jahrhunderten wieder aufgestellt, die im allgemeinen Bewusstsein als Wohltäter Böhmens galten. Mit dem lang amtierenden und noch lebhaft im Gedächtnis vieler Tschechen haftenden Kaiser Franz Joseph tat man sich da schwerer, weshalb die Wiederaufstellung seiner Denkmäler größtenteils erst im 21. Jahrhundert vorgenommen wurde. An dieser Habsburger-Renaissance arbeiteten vor allem christdemokratische Lokalpolitiker und Intellektuelle (Historiker und Kustoden), flankiert und eifrig gefördert von der katholischen Kirche. In Prag tat man sich viel schwerer als in der Peripherie, da in der Hauptstadt intensiver, kontroverser und mit nationalem Pathos diskutiert wurde. Wie in anderen, früher kommunistisch regierten Ländern, spielten Tourismus und Kommerz eine wichtige Rolle bei der Adaption und Neubewertung der Habsburg-Memoria, weshalb der Umschwung am frühesten und deutlichsten in grenznahen und touristisch geprägten Regionen von statten ging. Die Veränderung dieser Memoria war in den letzten Jahren so radikal, dass die verhasste Zeit des Temno, der Finsternis, die mit der Schlacht am Weißen Berg begann, nun als Goldenes Zeitalter der böhmischen Geschichte verstanden wird. Wohin die Reise geht, lässt sich im Moment - mitten in einer Umbruchphase - noch nicht absehen.