Retrospektive
 
 

Freitag, 2. November 2007, 19.00 Uhr c.t.

 
 

Öffentliche Festveranstaltung 2007

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr
 
Begrüßung und Jahresbericht des Präsidenten der Akademie
 
Festvortrag von Prof. em. Dr. phil. Kurt Hübner,
ordentliches Mitglied der geisteswissenschaftlichen Klasse:

Meditation über die Präambel zu einer europäischen Verfassung

Verleihung des Adolf-Klima-Stipendiums an Dr. phil. Alexander Zäh
 
Musikalische Umrahmung durch die Komponisten Dr. Dietmar Gräf und Dr. Gernot Grohs mit eigenen Werken

Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung. Festvortrag, 1. Teil in derselben Ausgabe der Sudetendeutschen Zeitung, Seite 12; 2. Teil in Folge 47 vom 23. November 2007, Seite 12. Vollständig abgedruckt im Band 29 der Schriften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste

 
 
 

Montag, 14. Januar 2008, 19.30 Uhr

 
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g

Der Böhmerwald (Šumava) - Ein Leben mit Holz

Ausgeliehen aus den Sammlungen des Nationalen Landwirtschaftlichen Museums (NZM) in Prag wird aus der vom 1.3.2007 bis 25.11.2007 mit viel Erfolg in Prag auf 600 qm gezeigten großen Ausstellung im Sudetendeutschen Haus eine Auswahl von Objekten zur land- und forstwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Lebensweise der Böhmerwälder Tschechen und Deutschen, vor allem im 19. Jahrhundert, präsentiert.

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Finissage am 23. April 2008, 18 Uhr

Die Ausstellung wird von der Sudetendeutschen Stiftung unter Mitwirkung des Sudetendeutschen Archivs, des Adalbert Stifter Vereins, des Tschechischen Zentrums München, des Deutschen Böhmerwaldbundes und der Akademie veranstaltet.

 
 
 

Montag, 28. Januar 2008

 
Eine Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising

Festakademie zu Ehren von Dr. Pater Paulus Sladek OSA (1908-2002) anlässlich seines 100. Geburtstages

Dr. theol. habil. Pater Paulus Friedrich Sladek OSA ist am 28. Januar 1908 in Trebnitz, Bezirk Leitmeritz, geboren und starb am 2. November 2002 in Zwiesel. Zum Schluss lebte der Ordenspriester im Augustinerkonvent Zwiesel. Die Ackermann-Gemeinde nimmt seinen 100. Geburtstag zum Anlass, an diese zentrale Gestalt der religiösen Beheimatung und Integration der Sudetendeutschen und Wegbereiter der deutsch-tschechischen Verständigung zu erinnern.
Pater Paulus wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Geisteswissenschaften, berufen.

Programm:

18.00 Uhr Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Nikolai am Gasteig mit Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber, Monsignore Anton Otte und weiteren Priestern

19.00 Uhr Dr. Jaroslav Šebek, Akademie der Wissenschaften Prag:
Sudetendeutsche Katholiken in turbulenten Zeiten - zum 100. Geburtstag von Dr. Pater Paulus Sladek
Anschließend Gesprächsrunde mit Weggefährten von Pater Paulus.
Musikalische Umrahmung: Ullmann-Trio (Höchberg)

 

 
 
 

Dienstag, 15. April 2008

 
 

Streit der Liebe mit dem Tod -
Gertrud Fussenegger über Johannes von Tepl

Gertrud Fussenegger ist in Pilsen geboren und wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen.

Es handelt sich um eine Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

 
 
 

Dienstag, 29. April 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Herbert Schmidt-Kaspar liest aus seinem Buch Kaiser, König, Edelmann das Kapitel über Karl IV.

Diese erste Ringveranstaltung ist Kaiser Karl IV. gewidmet, dem Gründer der ersten Universität in Mitteleuropa, der Karls-Universität in Böhmens Hauptstadt Prag und aus diesem Grunde Patron unserer Akademie.
 
Herbert Schmidt Kaspar ist 1929 in Reichenberg / Böhmen geboren und lebt seit 1945 in Bayern. Nach dem Studium (Germanistik, Geschichte, Englisch) in Regensburg und München war er Lehrer in Niederbayern, München und Beirut / Libanon. Seit 1958 schreibt er Bücher: Romane, Erzählungen und Lyrik. Erzählungen, Lyrik und Essayistisches finden sich auch in verschiedenen Zeitschriften. Seine neuesten Buchveröffentlichungen sind die Sachbücher Kaiser, König, Edelmann (München 2006, Hörbuchfassung Grünwald 2006) und Altstadtgassen und Adelshöfe (München 2007). 1980 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen.

Bilder zum Vortrag

Als Musik erklingt der von der Welt Kaiser Karls IV. inspirierte „Cantus traductus“ für Posaune und großes Orchester von Widmar Hader (* 1941).

Es wird eine Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart mit Armin Rosin (Posaune) und den Stuttgarter Philharmonikern zugespielt.  Erstsendung am 27. 2. 1989 im II. Programm. Mehr ...

Moderation: Prof. Dr. Hans-Michael Körner

 

 
 
 

Samstag, 10. Mai 2008, 14.30 Uhr

 
Veranstaltung im Rahmen des 59. Sudetendeutschen Tages
Rudolf Fritsch:
Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste – was, wie, wer?
Prof. Dr. rer.nat. Dr. h.c.mult. Rudolf Fritsch, Präsident der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, stellte die Sudetendeutsche Akademie der Öffentlichkeit vor.

Ort: Messezentrum – CCN Messepark, Saal Genua

 
 
 

Dienstag, 27. Mai 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Gerhard E. Dorda:
Die Mondeinwirkung auf den Menschen und die Natur

Dr. rer.nat. Gerhard E. Dorda ist 1932 in Troppau, Sudetenschlesien, Tschechoslowakei, geboren.

Im Vortrag wird der wissenschaftlich erfasste Einfluss des Mondes auf die Flora, Fauna und den Menschen ausführlich besprochen. Die Möglichkeit des Mondeinflusses auf die menschliche Psyche wird kritisch beleuchtet. Die physikalische Analyse dieser Erscheinungen zeigt, dass diese Effekte auf einen spezifischen, gravitativ bedingten kollektiven Zustand von Wassermolekülen in den organischen Zellen zurückgeführt werden können. Die Entdeckung der Existenz der kollektiven, emergenten Zustände der Materie, auch Klitzing-Effekt genannt, wurde durch die Nobel-Preise für Physik 1985 und 1998 gewürdigt. Die Beteiligung des Vortragenden an dieser Entdeckung wurde durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und anderer internationaler Auszeichnungen anerkannt.

Gerhard Dorda, zurzeit wissenschaftlich tätig an der Universität der Bundeswehr München, befasst sich mit Fundamentalproblemen der Physik,
wie zum Beispiel mit der Quantisierung des Schalls, mit der Quantisierung von Zeit und Raum und mit Fragestellungen der kosmischen Evolution.
1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen.

Moderation und Laudatio: Prof. Dr. Rudolf Fritsch

Die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Physik der http://www.unibw.de/startseite/ ist dem Altpräsidenten der Sudetendeutschen Akademie, Prof. em. Dr. rer.nat. Erich Wünsch, zum 85. Geburtstag am 17. März 2008 gewidmet .

 
 
 

Dienstag, 24. Juni 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Barbara Probst-Polášek:
Die Gitarre und ihre Verwandten mit ihrer Musik

Barbara Probst-Polášek spielt auf Vihuela, Renaissance-Laute, Barock-Gitarre, Barock-Laute und der heutigen klassischen Gitarre Originalkompositionen. Dazu werden Bilder aus der jeweiligen Epoche gezeigt und erläutert.

Prof. Barbara Probst-Polášek ist 1939 in Reichenberg / Böhmen geboren und lehrt klassische Gitarre, sowie Methodik und Didaktik an der Hochschule für Musik und Theater in München. Sie ist Trägerin des Sudetendeutschen Kulturpreises für darstellende und ausübende Kunst 1997. Im Jahr 2003 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen. Mehr ...

Moderation: Widmar Hader

in Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes Múnich, dem Spanischen Kulturinstitut in München

 
 
 

Dienstag, 29. Juli 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Harald Hauptmann:
Ein neues Bild der "Jungsteinzeitlichen Revolution" in Vorderasien -
Frühe Tempel und Götter

Prof. Dr. Harald Hauptmann ist 1936 in Ratkau, Bezirk Troppau, geboren. Das Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte (Universität Tübingen, Saarbrücken und Heidelberg) beendete er 1964 mit der Promotion an der Universität Heidelberg. Mit einem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) bereiste er 1965/66 Südosteuropa und den Vorderen Orient. Nach seiner Zeit als Referent an der Abteilung Istanbul des DAI (1966-71) war er Assistenzprofessor an der Freien Universität Berlin, an der er 1978 habilitierte. 1980 wurde er an die Universität Heidelberg berufen, an der er bis 1994 das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie leitete. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2001 war er 1. Direktor der Abteilung Istanbul des DAI. In der Türkei war er 1966/67 an den Ausgrabungen in Bogazköy-Hattusa beteiligt und führte von 1968-2003 mehrere Unternehmungen am oberen und mittleren Euphrat durch. Seit 1989 betreut er die Forschungsstelle "Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway" an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, die archäologische Forschungen in den nördlichen Territorien Pakistans unternimmt. 2002 wurde ihm der Große Sudetendeutsche Kulturpreis verliehen, und 2005 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Der übergang von der jägerischen zur bäuerlichen Lebensweise wird mit dem Begriff "Neolithische Revolution" umschrieben, die sich in Westasien seit dem 10. Jahrtausend v. Chr. von der Levante über das Vorland des Taurus und Zagros herausgebildet hat. Die auf Ackerbau und Viehzucht beruhende Lebensform, die sich in einem Zeitraum von zwei Jahrtausenden entwickelt, ist durch technische Innovationen ebenso wie durch einen grundlegenden Wandel der Gesellschaftsstruktur und der religiösen Vorstellungen gekennzeichnet. Sie offenbaren sich nicht nur in monumentalen Kultbauten, sondern auch in der durch Relief und Skulptur überlieferten Bildkunst, in der sich die neue Symbolwelt widerspiegelt. Dieser Transformationsprozess lässt sich am besten in Obermesopotamien verfolgen. Dank günstiger Umweltbedingungen entstehen hier bereits um 9000 v. Chr. Großsiedlungen wie Göbekli Tepe mit ausgedehnten Kultanlagen.

Vom normalen Wohnbereich abgesonderte Ritualbauten mit zentralem Kultbild wie in Nevali
Çori nehmen die Idee des späteren sumerischen Tempels vorweg. Gegen Ende des 8. Jahrtausends v. Chr. zeichnet sich ein Niedergang dieser frühesten vorderasiatischen Hochkultur ab. über Kleinasien, wo mit Catal Höyük große neolithische Zentren entstehen, gelangen die bäuerlichen Lebensformen nach 6000 v. Chr. schließlich auch nach Südosteuropa.

Moderation: Prof. Dr. Stephan Kroll, Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 In Zusammenarbeit mit dem Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 26. August 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Heinrich F. K. Männl:
Sterbehilfe aus ärztlicher Sicht

Professor Dr. med. Heinrich F. K. Männl ist am 05. 07. 1938 in Podersam im Egerland geboren. Nach dem Studium der Medizin in Köln und Berlin arbeitete er zunächst in der medizinischen Grundlagenforschung mit radioaktiven Isotopen. Danach durchlief er eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik in Homburg/Saar. Nach der Habilitation 1978 war er von 1982 bis 2003 Chefarzt der I. Chirurgischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth in Straubing, einem Akademischen Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München, deren außerplanmäßiger Professor er ist. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen und klinischen Tätigkeit war die onkologische Viszeralchirurgie, hier speziell resezierende Verfahren der Bauchspeicheldrüse und Operationen beim Dick- und Mastdarmkrebs. 1993 berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste als ordentliches Mitglied in die Naturwissenschaftliche Klasse. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er Sprecher der Naturwissenschaftlichen Klasse und Präsidiumsmitglied dieser Akademie.
Prof. Männl ist Träger des Komturkreuzes des päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und anderer hoher Auszeichnungen. Er ist Mitglied namhafter chirurgischer und gastroenterologischer Gesellschaften. Im Ruhestand seit 2003 wandte er sich berufsethischen und medizinhistorischen Themen zu, wobei ihn die Geschichte der Viszeralchirurgie besonders interessiert.

Zum Thema:

Die Sterbehilfe findet großes Medieninteresse. Dabei fällt auf, dass die Diskussion oft sehr emotional erfolgt. Dies ist nicht erstaunlich, weil ethische, religiöse, juristische und nicht zuletzt ärztliche Aspekte aufeinander stoßen. Zunächst werden die Begriffe indirekte, passive und aktive Sterbehilfe definiert. Die Auffassungen der Ärzteschaft, vertreten durch die Bundesärztekammer, der Kirchen und der Legislative werden erläutert. Die Situation im benachbarten Ausland wird dargestellt. Die direkte Sterbehilfe, besser Euthanasie genannt, wird auch bei eindeutigem Patientenwunsch abgelehnt. Ein möglicher Ausweg, den Todeswunsch des unheilbar Kranken zu durchbrechen, ist die Etablierung einer kompetenten Palliativmedizin.

Den Text des Vortrages finden sie hier.

 

 
 
 

Dienstag, 30. September 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Helga Unger:
Beginen gestern und heute - Ein Lebensmodell mittelalterlicher Frauen und Wohnformen heutiger Frauen

Dr. phil. Helga Unger wurde 1939 in Brünn (Mähren) geboren. Nach der Vertreibung 1945 verbrachte sie ein Jahr in Wien. Seit 1946 lebt sie in Bayern. Nach Kindheit und Jugend in Chieming am Chiemsee und in Traunstein, wo sie 1958 das Abitur ablegte, studierte sie Germanistik und Romanistik (Französisch) an der Universität München. 1963 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen ab. Mit einer Dissertation über mittelalterliche Franziskanermystik wurde sie 1966 zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1963 bis 1968 war sie als wissenschaftliche Assistentin, von 1966 bis 1971 als Lehrbeauftragte für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters am Seminar für Deutsche Philologie der Universität München tätig. 1968 bis 1970 absolvierte sie die Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Bayern. Von 1970 bis 2002 war sie in verschiedenen Funktionen im Bibliotheksdienst tätig, so von 1978 bis 1988 als stellvertretende Leiterin der Universitätsbibliothek Bamberg, von 1988 bis 1995 als Referentin für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern, von 1995 bis 2002 als Leitende Direktorin der Abteilung Bestandserhaltung der Bayerischen Staatsbibliothek. Helga Unger hat neben bibliothekarischen Fachpublikationen Editionen und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit, darunter zur mittelalterlichen Frauenmystik und zum Beginentum, vorgelegt. Als Schriftstellerin hat; sie neben Zeitschriftenbeiträgen fünf Lyrikbände und einen Erzählband veröffentlicht. Sie erhielt 2002 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur. 2005 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Beginen waren Frauen im Mittelalter, die im Rahmen einer religiösen und sozialen Aufbruchsbewegung seit dem Ende des 12. Jahrhunderts, ausgehend von  Flandern und Brabant, dann in viele Länder Europas ausgreifend, in eigenständigen Gemeinschaften ständeübergreifend ein neues Lebensmodell verwirklichten. In der Nachfolge des „armen, nackten Christus“ wollten sie Gott und dem Nächsten dienen. Sie wurden wegen ihrer freieren Lebensform und wegen des Verdachts der Häresie oft bedroht und verfolgt. Als Krankenschwestern und Sozialarbeiterinnen, aber auch als Handwerkerinnen, vor allem in der Tuchherstellung, trugen sie wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung und zur Linderung der Not, vor allem in den Städten, bei. Beginen wie Mechthild von Magdeburg, Hadewijch oder Marguerite Porete waren Mystikerinnen, die ihre Erfahrungen in herausragenden volkssprachlichen Werken niederschrieben.

In der Gegenwart gibt es, in Deutschland, aber auch in der Schweiz, Initiativen von Frauen, die das Beginenideal einer gegenseitigen Unterstützung von Frauen in zeitgemäßer Form wieder beleben wollen. Es geht  vor allem um Wohnprojekte von Frauen  verschiedener  Generationen und Lebensformen mit dem Ziel einer sozialen, wirtschaftlichen  und kulturellen Zusammenarbeit. Frauen suchen gemeinsam nach individuellen wie auch gesellschaftlichen Verbesserungen des Lebens und nach einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen dieser Welt.

Moderation: Prof. Dr. Monika Glettler

Den Text des Vortrages und die Bilder dazu finden sie hier.

 In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek.

 
 
 

Freitag, 24. Oktober 2008, 14.00 Uhr c.t.

 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 24. Oktober 2008, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2008

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Johannes Bammer (1888-1988)
Ich überlebte mein Verlangen (Text: Alexander Puschkin)
Elegie (Text: Alexander Puschkin)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Jubiläum
25 Jahre Amtskette für den Präsidenten der Akademie
Grußwort: Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Regensburg

Ein Lied vom Menschen (Solo-Ballett von Widmar Hader)

Festvortrag
Prof. em. Dr. rer.nat. Dr. h.c.mult. Herwig Schopper,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:

Wissenschaft und Völkerverständigung
- am Beispiel von CERN und SESAME -

Johannes Bammer (1888-1988)
An das Meer (Text: Alexander Puschkin)
Im Kloster (Text: Sergej Gorny)

Adolf-Klima-Stipendium
Verleihung an Dr. Jan Budòák, Olmütz (Mähren / Tschechische Republik)
Laudatio: Prof. Dr. Ernst Erich Metzner

Johannes Bammer (1888-1988)
Die Entsagung (Text: Sergej Gorny)
Ist es wahr? (Text: Sergej Gorny)
 
Künstlerische Umrahmung
         Elisabeth Herrmann (Tanz)
         Susanna Frank (Mezzosopran)
         Hedayet Djeddikar (Liedbegleitung)
mehr

 

 
 
 

Samstag, 25. Oktober 2008, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wurde satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 25. November 2008, 18.30 Uhr

 
 

Festkolloquium zum 90. Geburtstag
von Georg Knittel

Prof. Dr.-Ing. Georg Knittel wurde am 3. November 1918 in Prag geboren. An der Technischen Universität München war er bis zur Emeritierung ordentlicher Professor für Baustatik und Lehrstuhlinhaber. Er nahm an der Gründung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste am 20. Juli 1979 teil und amtierte viele Jahre als Vizepräsident. 1981 zeichnete ihn die Sudetendeutsche Landsmannschaft mit der Franz Josef Ritter von Gerstner-Medaille für Verdienste um Wissenschaft und Forschung aus. Jetzt lebt er in München.

Einladung und Programm hier.
Festvortrag:
Vom Pantheon zum Olympiadach - Statik im Wandel der Zeiten

 Gemeinsame Veranstaltung mit der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen der Technischen Universität München

 
 
 

Dienstag, 27. Januar  2009, 18.30 Uhr

 
 

Festkolloquium zum 80. Geburtstag
von Eduard Hlawitschka

Prof. Dr. Eduard Hlawitschka wurde 8. November 1928 auf einem Bauernhof in Dubkowitz, Bezirk Leitmeritz / Böhmen geboren. An der Ludwig-Maximilians-Universität München war er bis zur Emeritierung ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Geschichte. Er wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse Geisteswissenschaften berufen, und war 1987/88 Sprecher seiner Klasse, 1988-1991 Vizepräsident, 1991-1994 Präsident der Akademie. Jetzt lebt er in Herrsching.

Einladung und Programm hier.

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 31. März 2009, 18.30 Uhr

 
 

Karl Helmut Bayer:
Struktur und Zufall in der gegenwärtigen Architektur

Architekt Dipl.-Ing. Karl-Helmut Bayer wurde am 3. März 1931 in Fischern, Stadtkreis Karlsbad, geboren. Er ist Ehrenvorsitzender der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands. 1996 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen und ist derzeit Sprecher seiner Klasse sowie Mitglied des Präsidiums der Akademie. Jetzt lebt er in München.

Einladung hier

 

 
 
 

Donnerstag, 30. April 2009, 18.30 Uhr

 
 

Festveranstaltung zum 80. Geburtstag
der Schriftstellerin Ilse Tielsch

Dr. Ilse Tielsch wurde am 20. März 1929 in Auspitz (Südmähren) geboren. Die Schule besuchte sie in Znaim und Nikolsburg. Noch vor Kriegsende floh die Familie  nach Wien. Dort studierte Sie Zeitungswissenschaft und Germanistik bis zur Promotion im Jahr 1953. Sie ist Autorin von Lyrik, Romanen, Erzählungen, Hörspielen und Drehbüchern. 1981 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Einladung mit Programm hier

 In Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein

 
 
 

Dienstag, 26. Mai 2009, 18.30 Uhr

 
 

Kurt Schier:
Waren die Germanen Hitlers Ahnen?
Zur Verzerrung des populären Germanenbildes im 20. Jahrhundert

Prof. em. Dr. phil. Kurt Schier wurde am 27. Februar 1929 in Ober-Maxdorf, Bezirk Gablonz an der Neiße, geboren. Bis zu seiner Emeritierung war er Inhaber des Lehrstuhls für Nordische Philologie und Germanische Altertumskunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1985 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen und ist derzeit als Vertreter seiner Klasse Mitglied des Präsidiums der Akademie. Er lebt in Deisenhofen bei München.

Moderation: Prof. Dr. Wilhelm Heizmann

 In Zusammenarbeit mit dem Institut für nordische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 28. Juli 2009, 18.30 Uhr

 
 

Das Licht der Lichter
Der Komponist Widmar Hader spricht über seine Erfahrungen mit seiner Musik zu Angelus Silesius

(mit Musik- und Bildbeispielen)

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Bis zum Eintritt in der Ruhestand war er Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist derzeit Vizepräsident der Akademie. Jetzt lebt er in Bad Abbach.

Johannes Scheffler - mit dem späteren Dichternamen Angelus Silesius - kam 1624 in Breslau zur Welt und starb 1677 in Grüssau (Schlesien). „[…] Er suchte mit seinen Schriften und Taten stets die in seinen Augen heilsame Provokation. […] auch seine Geistreichen Sinn- und Schlußreime wollen Anstoß erregen und zur Umkehr bewegen.[…]" (Louise Gnädinger)

Widmar Hader beschäftigte sich mehrfach intensiv mit dem bedeutenden barocken Mystiker Angelus Silesius und schuf daraufhin seine Mystischen Betrachtungen für Orgel / Klavier, den Zyklus Das Licht der Lichter für gemischten Chor a cappella sowie das Diptychon Des Schöpfers Ruh für gemischten Chor, Orgel, Pauken und Schlagzeug. Mit Aufführungen in Deutschland, der Tschechischen Republik und auch mit dem Gehörlosenchor „Canta signo" konnte er viele interessante Erfahrungen sammeln.

Musikalische Life-Beiträge durch Dr. Dietmar Gräf (Marienbad / Bad Wörishofen) an der elektronischen Orgel im Sudetendeutschen Haus und Dr. Gernot Grohs (Jägerndorf / Leipzig), Violoncello, beide ordentliche Mitglieder der Sudetendeutschen Akademie, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Moderation: Ursula Haas

 In Zusammenarbeit mit der
Ackermann Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising

 
 
 

Dienstag, 29. September 2009, 18.30 Uhr

 
 

Franz Gerstenbrand:
Life Science in Space – Raumfahrtmedizin
(Raumfahrtneurologie, Verwendung der Forschungsresultate in der Neurorehabilitation)

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Franz Gerstenbrand wurde am 6. September 1924 in Hof, Bezirk Bärn, geboren. Bis zu seiner Emeritierung war er  o. Univ.-Professor für Neurologie an der Universität Innsbruck und Vorstand der Neurologischen Universitätsklinik Innsbruck; jetzt ist er als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Wien tätig und Leiter des Instituts für Neurorehabilitation und Raumfahrt-Neurologie der Karl Landsteiner Gesellschaft. Er ist Ehrenpräsident des "International Danube Symposium for Neurological Siences and Continuing Education". 2003 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen.
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Zum Inhalt
Mit der Raumfahrt hat sich die Menschheit den Traum erfüllt, von der Schwerkraft befreit, fliegen zu können. Durch die Raumfahrt ist es der Menschheit gelungen, den Mond zu betreten und erste Erfahrungen für interplanetarische Expeditionen zu sammeln.
Die Entwicklung der Raketentechnik wurde durch den 2. Weltkrieg beschleunigt. Bei den Erben der deutschen Raketentechnik ist es zu einem Wettlauf gekommen, der schließlich zur Gemeinsamkeit in den Projekten und der Programmplanung eingeschwenkt ist. Der europäischen Weltraumforschung ist dazu der Anschluss gelungen. In letzter Zeit haben sich chinesische und japanische Weltraumforschungszentren zu Wort gemeldet. In den gemeinsam von NASA, ESA und der russischen Weltraumforschung entwickelten Weltraumprojekten wird derzeit die Mars-Mission vorbereitet, die möglicherweise zunächst von einer Mondstation aus zur Durchführung gebracht werden wird.
Bei der Eroberung des Weltalls durch den Menschen waren bemannte Weltraumflüge eine Notwendigkeit. Den Wettlauf hat das russische Weltraum-Programm mit Valerij Gagarin gewonnen. Die nur für einige Monate geplante Raumstation MIR ist erst nach 5 Jahren aufgegeben worden, ersetzt durch die gemeinsame Weltraumstation ISS (International Space Station).
Von der Medizin aus gesehen stehen neben dem Einfluss der Raumstrahlung auf Mensch und Material Untersuchungen über die Störungen des für die Schwerkraft verantwortlichen propriozeptiven Systems im Vordergrund. Das für die menschliche Bewegung entscheidende propriozeptive System vermittelt dem Gehirn die notwendigen Informationen über Haltung und Zustand von Extremitäten und Rumpf. Eine Veränderung in der Funktion des propriozeptiven Systems, wie dies in der Schwerelosigkeit der Fall ist, führt zu Bewegungsstörungen, aber auch zu einer Verminderung des Wachheitsgrades sowie der psychomotorischen Reaktionsfähigkeit. In der echten Schwerelosigkeit (Real Microgravity) sind Gegenmaßnahmen durch Verwendung neu entwickelter Geräte notwendig.
An der Erdoberfläche kommt es unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zu einer Verminderung des Schwerkrafteinflusses auf das Nervensystem und dadurch zu ähnlichen Störungen wie in der echten Schwerelosigkeit. Eine sogenannte simulierte Schwerelosigkeit (Simulated Microgravity) tritt im Koma sowie bei Bettlägrigkeit durch kardiale Insuffizienz, aber auch bei verminderter körperlicher Bewegung, wie dies unter anderem im Alter der Fall ist, in Erscheinung. Die in der Schwerelosigkeit der im Orbit kreisenden Raumstation gewonnenen Erfahrungen, können bei Patienten in der Neurorehabilitation, aber auch in der Geriatrie voll verwendet werden. Spezielle Geräte wurden entwickelt und sind bereits in Verwendung.
Die Auswirkungen einer Stimulation des propriozeptiven Systems können durch die funktionelle Magnetresonanz-Methode nachgewiesen werden. Der Stimulationseffekt auf das propriozeptiven Systems, ausgelöst durch eine Vibrostimulation der Fußsohle, lässt sich in einer prompten Aktivierung bestimmter Gehirnregionen des menschliche Gehirns exakt nachweisen. Die so gewonnenen Untersuchungsresultate sind die Grundlage für die Entwicklung verschiedener in der Medizin verwendeter neuer Behandlungssysteme.

Moderation: Priv.-Doz. Dr. Stefan Golaszewski
Der Neurologe lebt in Salzburg. Er ist Schüler von Professor Gerstenbrand. Wissenschaftlich arbeitet er an der Erforschung des propriozeptiven Systems mit der funktionellen Magnetresonanztomographie. Er ist Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

 

 
 
 

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Dienstag, 15. Dezember 2009

 
 

Waldemar Fritsch zum 100. Geburtstag -
Ausstellung in der Alfred Kubin Galerie
im Sudetendeutschen Haus

Der aus Altrohlau bei Karlsbad stammende Bildhauer und Porzellanplastiker Waldemar Fritsch (1909-1978) gehört zu den bedeutenden sudetendeutschen Künstlern des vorigen Jahrhunderts.

Nach dem Krieg wirkte er in Ansbach, der Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirkes Mittelfranken. Das dortige Markgrafenmuseum zeigt vom 11. Juli bis zum 27. September aus Anlass seines 100. Geburtstags eine Ausstellung seiner Werke.

Diese Ausstellung wurde anschließend in der Alfred Kubin Galerie im Sudetendeutschen Haus gezeigt.

Vernissage: Mittwoch, 14. Oktober 2009, 18.00 Uhr Einladung
Musikalische Umrahmung: Dr. Dietmar Gräf (Akademie-Mitglied) am Flügel mit Suiten von
Johann Caspar Ferdinand Fischer (geboren 1665 in Schönfeld bei Karlsbad im Egerland, gestorben 1764 in Rastatt/Baden)

Die Ausstellung wurde unterstützt von den Bayerischen Sparkassen, von der Sudetendeutschen Stiftung,  vom Haus des Deutschen Ostens als nachgeordneter Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen,  vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Versicherungskammer Bayern sowie von privaten Sponsoren der Sudetendeutschen Akademie.

 
 
 

Freitag, 23. Oktober 2009, 14.00 Uhr c.t.

 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Festakt zum 30jährigen Jubiläum der Akademie

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Thomas Hauschka aus „Pianophilia“ für Klavier (2000)
1) Étude Prélude, 2) Ostinato

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Uraufführung der epischen Ballade
Brennender Balsam
zur 600-Jahrfeier der von Prager Professoren gegründeten Universität Leipzig gedichtet von Ursula Haas, vertont von Widmar Hader
Susanna Frank (Mezzosopran, Akademiemitglied)
Dr. Dietmar Gräf (Klavier, Akademiemitglied)

Grußworte

Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, für die Bayerische Staatsregierung

Oskar Sigmund (* 1919 Karlsbad, † 2008 Regensburg, Akademiemitglied)
Lieder nach Texten von Ernst R. Hauschka (Akademiemitglied)
Drei Lieder aus „Umrisse in Weiß“ (1971):
1) Etruskisches Wandbild, 2) Zittergras und 3) Dlubac
André Schuen (Bassbariton)
Dr. Thomas Hauschka (Klavier)

Prof. Dr. Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Bernd Posselt, MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Oskar Sigmund (* 1919 Karlsbad, † 2008 Regensburg)
Lieder nach Texten von Ernst R. Hauschka
Vier Lieder aus „Ein Windfisch im August“ (1975):
1) Zum Tod Ingeborg Bachmanns, 2) Herbst, 3) Kumpfmühl,
4) Vor dem Einschlafen

Festvortrag

Prof. Dr. rer.nat. Dr. h.c. Peter A. Grünberg,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:

Einsteins spukhafte Fernwirkung:
ist das Rätsel jetzt gelöst?

Thomas Hauschka aus „Farbtropfen“ für Klavier (2004)
1) Aria, 2) Uzkarina aizjamia (lettisches Lied), 3) Bayreuth bei Nacht.

Verleihung des Adolf-Klima-Preises

Laudatio: Vizepräsident Widmar Hader
Preisträgerin: Geigerin Viktoria Kaunzner, Viechtach

Geigensolo der Preisträgerin
Eugène Ysaye (1858-1931) aus Solosonate Nr.5, op.27
L’aurore, I. Lento assai

Buffet
gestiftet von Akademiemitgliedern, die im gleichen Jahr wie die Akademie einen hohen runden oder auch halbrunden Geburtstag haben.

 

 mit Unterstützung der Sudetendeutschen Stiftung.

 
 
 

Samstag, 24. Oktober 2009, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wurde satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 1. Dezember 2009, 18.30 Uhr

 
 

Arnold Suppan:
Zwischen München und Potsdam.
Deutsch-tschechische Konfliktgeschichte im
20. Jahrhundert

Univ.-Prof. Dr. phil. Arnold Suppan wurde am 18. August 1945 in St. Veit an der Glan (Kärnten) geboren. Er ist Vorstand des Instituts für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen und ist derzeit einer der Sprecher seiner Klasse.

Moderation: Prof. Dr. Monika Glettler

 

 
 
 

Samstag, 23. Januar 2010, 16.00 Uhr

 
 

Literarischer Nachmittag
mit Buchvorstellung

vorgestellt wird die Festschrift
Franz Peter Künzel - dreifach Diener der Literatur
als übersetzer, Lektor und Redakteur

herausgegeben von Manfred Jähnichen
Nürnberg : Preußler, 2009
ISBN 978-3-934679-36-8

Vortrag:
Dr. phil. Diether Krywalski
Bücher machen – beschwerliche Kunst

Musikalische Umrahmung: André Hartmann

Einladung hier

 In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Sudetendeutschen Landsmannschaft und dem Adalbert Stifter Verein.

 
 
 

Freitag, 29. Januar 2010, 19.00 Uhr

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Vasilopitta-Feier 2010

Wie die Deutschen so hatten auch die Griechen im 20. Jahrhundert ein Vertreibungsschicksal zur erleiden. Die jahrtausendealte griechische Kultur in Kleinasien ging zu Ende. Ein aus dem Vertreibungsgebiet stammender Brauch ist das Anschneiden der Vasilopitta zu Beginn eines neuen Jahres. Dieser Brauch wird heute von den Familien in Griechenland aber auch von griechischen Vereinigungen in aller Welt gepflegt.  In Erinnerung an das gemeinsame Schicksal feiert die Sudetendeutsche Akademie dieses neue Jahr gemeinsam mit Griechen.

Programm

Widmar Hader
nomoi
für Streichorchester und Schlagzeug
(Erläuterungen: Widmar Hader -
Einspielung: Süddeutscher Rundfunk Stuttgart -
Ausführende: Les Solistes de Marseille unter der Leitung von Klaus-Peter Hahn)

Mediterranes Buffet: 15,- € pro Person
                           (Kinder bis 12 Jahre 8,- €,
                           Getränke extra)
ausgerichtet vom Restaurant Kalypso
(Chef:  Dr. rer. nat. Manolis Manoussakis)

Prof. Dr. Konstantinos Nikolakopoulos,
Vorsitzender der Orthodoxen Theologie
der Ludwig-Maximilians-Universität München

Einführung in die Person des Hl. Basileios des Großen

Byzantinische Hymnen zum Neujahrsfest und zum heiligen Basileios

Erzpriester Apostolos Malamoussis,
Bischöflicher Vikar in Bayern der Griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland

Kirchliche Zeremonie
Segnen und Anschneiden der Vasilopitta

Griechische Volkslieder (Kalanda) zum Weihnachts- und Silvesterfest

Griechische Volkstänze

Einladung hier

 In Zusammenarbeit mit dem Club Griechischer Akademiker München

 
 
 

Dienstag, 30. März 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Ernst Schmutzer:
Leben wir in Wirklichkeit in einer 5-dimensionalen Welt (Kosmologie und Astrophysik) mit einer eigenen erweiterten Physik?

Univ.-Prof. em. Dr. rer. nat. habil. Ernst Schmutzer wurde am 26. Februar 1930 in Labant, Bezirk Tachau, Böhmen, geboren. Nach der Bürgerschule in Pfraumberg und dem Gymnasium in Mies (1940 bis 1945) musste er infolge der Vertreibung der Deutschen zwangsweise Böhmen verlassen. Dankenswerter Weise konnte er im Jahr 1946 die Oberrealschule in Weiden (Bayern) und wegen der Aussiedlung seiner Eltern nach Mecklenburg bis zum Abitur 1949 die Richard-Wossidlo-Oberschule in Waren-Müritz (Mecklenburg) besuchen. Von 1949 bis 1953 (Diplom) studierte er in Rostock Physik, wo er 1955 auf dem Gebiet der Elektrolyte promovierte. Im Jahr 1957 folgte er aus fachlichen Gründen einer Anstellung an der Universität Jena, wo er sich 1958 auf dem Gebiet der projektiven Feldtheorie habilitierte, 1959 Dozent und 1960 Professor mit Lehrauftrag sowie 1964 Professor mit Lehrstuhl für Theoretische Physik wurde. Seit 1957 vertrat er das Forschungsgebiet Relativistische Physik, das er (nach der Nazizeit mit ihrem Verbot der Relativitätstheorie) einmalig für Deutschland zu einem großen Wissenschaftsbereich in Jena aufbaute. Im Jahr 1980 richtete er im Zusammenhang mit Einsteins 100.Geburtstag in Jena den 9. Internationalen Weltkongress für Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation aus. Von 1990 bis 1993 war er 1. Nachwende-Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1995 wurde er als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen. Er ist außerdem Mitglied folgender Akademien: Leopoldina Halle (1969), Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt (1990), Sächsische Akademie Leipzig (1991). 1977 erhielt er die Carus-Medaille der Leopoldina. 1

Prof. Dr. Schmutzer befasst sich seit mehr als einem halben Jahrhundert mit der Entwicklung seiner "5-dimensionalen Physik" (im Jahr 1980 Erweiterung der 4-dimensionalen Raum-Zeit um die 5. Dimension "Skalarismus", die die hypothetische Eigenschaft "Skalarität" der Materie erfassen soll). Mit Hilfe seiner 5-dimensionalen "Projektiven Einheitlichen Feldtheorie" kommt er neben anderen Voraussagen zu folgenden Resultaten: Geschlossenes Weltmodell ohne Urknall, erst kürzlich entdeckte akzelerierte Expansion ohne Benutzung von Dunkelenergie, skalarische Kraftwirkung (neu), zeitlich veränderlicher Gravitationsparameter statt der Newtonschen Gravitationskonstanten, und so weiter. Die numerischen Werte physikalischer Größen liegen sehr nahe bei den experimentell ermittelten Messwerten.

Inhalt des Vortrags
Am Ende des 19. Jahrhunderts harrten unüberwindliche Diskrepanzen zwischen gewissen Experimenten in Mechanik und Optik einerseits und der Newtonschen Physik (Axiome der Bewegung im absoluten Raum bei absoluter Zeit) andererseits einer prinzipiellen theoretischen Klärung. Dieser Schritt wurde mittels der 4-dimensionalen Begriffsbildungen erreicht: Ungekrümmte Raum-Zeit (Spezielle Relativitätstheorie, vor allem Einstein 1905) und gekrümmte Raum-Zeit zur Erfassung der Gravitation (Allgemeine Relativitätstheorie Einstein 1915). In den nächsten Jahren setzte nun nach dieser mittels der Riemann-Geometrie geglückten Geometrisierung der Gravitation die international stark ausgeweitete Suche nach einer noch tiefgründigeren Geometrie ein, mittels der auch der (damals schon bekannte und feldtheoretisch fassbare) Elektromagnetismus geometrisiert werden sollte (Einsteins Programm einer "einheitlichen Feldtheorie der Physik"). Auf diesem Weg bot sich folgende Alternative an: Erhöhung der Dimensionszahl 4 (jetzt 11 bei Stringtheorien) oder bei Beibehaltung der Dimensionszahl 4 die von Einstein in der Emigration in den USA erfolglos begonnene Erweiterung der Affinitäten der Geometrie (über die Christoffel-Symbole hinaus). Diese beiden Stoßrichtungen zielen schließlich gedanklich auf Quantenfeldtheorie der Elementarteilchen.

Moderation
Prof. Dr. Dieter Lüst, Arnold-Sommerfeld-Zentrum für Theoretische Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

 
 
 

Dienstag, 20. April 2010, 18.30 Uhr

 
V o r t r a g

Hellmut Bornemann:
Erhaltung des Kulturerbes -
Anspruch und Realisierung

Dr. Hellmut Bornemann wurde in Znaim / Südmähren geboren, wo er die Volksschule und das Gymnasium besuchte. Im zweiten Weltkrieg wurde er in Russland und Italien eingesetzt und führte als junger Leutnant eine Kompanie. Das wirtschaftswissenschaftliche und juristische Studium in Mannheim und Heidelberg schloss er als Diplom-Kaufmann ab. Nach wenigen Jahren in einem mittelständischen Unternehmen ergab sich für ihn als Direktionsassistent in bedeutenden Unternehmen eine Erweiterung seines Aufgabenbereiches zu Fragen der Unternehmensführung. In dieser Zeit promovierte er parallel zu seinem beruflichen Engagement. In deutschen und internationalen Konzernen wurden ihm in den folgenden Jahren Führungsaufgaben übertragen. Nach der Pensionierung übernahm er einen Lehrauftrag an der Universität zu Themen der Unternehmensführung und Controlling. Mehrere Veröffentlichungen im Gabler-Verlag ergaben sich aus dieser Tätigkeit. Als Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender in mehreren Unternehmen konnte er seine beruflichen Erfahrungen einbringen.
Sein berufliches Leben begleitet stets seine starke Bindung zu seiner Heimat Sodmähren. Eine Sammlung Südmährischer Kunst wurde systematisch aufgebaut in der überzeugung, dass die Erhaltung des kulturellen Erbes die wesentliche Grundlage für den Bestand des deutschen Erbes der Vertreibungsgebiete darstellt. Schon früh gründete er einen eigenen Verlag, um Schallplatten mit der Südmährischen Sing- und Spielschar aufzunehmen. Im Laufe der Jahre entstanden einige Bücher zur Geschichte und zur Kulturgeschichte Südmährens.
Als Präsident der Charles-Sealsfield-Gesellschaft bemüht er sich seit Jahren um das Vermächtnis des Südmährers Carl Postl, der als Charles Sealsfield in die Literaturgeschichte Eingang gefunden hat.
Im Jahr 2004 gelang es Dr. Bornemann, die Stadt Retz und die Niederösterreichische Landesregierung von der Idee einer Südmährischen Galerie in Retz zu überzeugen. Seine Sammlung geht als Stiftung in diese Galerie ein.
Dr. Bornemann erhielt das Bundesverdienstkreuz, das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, den Ehrenring der Stadt Retz und das Ehrenzeichen in Gold des Südmährischen Landschaftsrates. Er ist Förderndes Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Inhalt:
- Allgemeine Ausführungen zum Thema „Kulturerbe"
- Problemstellung: Kulturerbe der Vertreibungsgebiete
- Sicherung des Kulturerbes
- Südmährisches Kulturgut - Die Südmährische Galerie in Retz
- Sammlung, Leihgaben, Schenkungen
- Kunst und Geschichte
- Problemstellung: Museen müssen leben
- Problemstellung: Erhaltung auf Dauer

in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Stiftung und dem Südmährischen Landschaftsrat.

 
 
 

Dienstag, 25. Mai 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Manfred Mörl:
Alkohol und Alkoholismus

Prof. Dr. med. habil. Manfred Mörl wurde am 8. Mai 1941 in Saaz (Egerland) geboren. Nach der Vertreibung 1945 ist er in Leipzig aufgewachsen; das Abitur legte er in Halle / Saale ab, wo er anschließend Medizin studierte, mit dem Abschluss durch Staatsexamen und Promotion 1965 in Halle. Es folgte eine internistische und gastroenterologische Ausbildung an den Medizinischen Universitätskliniken in Halle und Erlangen. 1975 wurde er Leitender Oberarzt, 1978 Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung an der Stoffwechselklinik Bad Mergentheim. 1979 erfolgte die Habilitation an der Universität Erlangen-Nürnberg, 1988 ebendort die Ernennung zum apl. Professor. Von 1984 bis 2004 war er Chefarzt der neu gegründeten II. Medizinischen Klinik (Schwerpunkte Gastroenterologie, Hepatologie, Stoffwechselkrankheiten) an den DRK- Krankenanstalten Wesermünde in Bremerhaven. Von 1988 bis 1991 stand er dem Krankenhaus als Ärztlicher Direktor vor. Seit 1984 hat er einen Lehrauftrag der Georg-August-Universität Göttingen im Rahmen des Lehrkrankenhauses Am Bürgerpark.
Er ist Mitglied der New York Academy of Sciences (1995) und der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse (2004).
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind: Pfortaderhochdruck, chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Endoskopie, besonders internistische Laparoskopie, Therapie der chronischen Hepatitis, Organschäden der Alkoholkrankheit.
Er verfasste 160 Publikationen und ein Buch ("Die endoskopisch-bioptische Untersuchung") sowie mehrere Handbuchartikel. Von 1988 bis 1990 war er Vorsitzender der niedersächsisch-bremischen Gastroenterologen, 1990 Gründer und später Ehrenmitglied der Norddeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie.

Inhalt
Der Vortrag beginnt mit der aktuellen Verbreitung des Alkoholabusus, dem Ursachengefüge der krankmachenden Faktoren (individuelle Eigenschaften des Betroffenen, soziales Umfeld, pharmakologische Eigenschaften der Droge), den Trinksitten und Besonderheiten bei Frauen und Jugendlichen. Die "Trinkerkarriere" wird an typischen Beispielen geschildert. Es folgt die Beschreibung der verschiedenen Organschäden vom Scheitel bis zur Sohle, außerdem wird auf die schwerwiegenden psychischen Veränderungen eingegangen. Abschließend geht es um verschiedene Therapieansätze sowie um die Frage "Wie viel Alkohol verträgt eigentlich ein Mensch ohne Schaden?"

Moderation
Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Ludwigshafen am Rhein

in Zusammenarbeit mit der Gastro-Liga e.V. (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e.V.)

Von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt als ärztliche Fortbildungsveranstaltung zum Erwerb des freiwilligen Fortbildungszertifikats (Kategorie A, 1 Punkt).

 
 
 

Dienstag, 27. Juli 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Ernst Erich Metzner:
Neue überlegungen zum Namen und zur Herkunft der ,Baiernۥ und ,Mährerۥ

Prof. Dr. phil. Ernst Erich Metzner, o. Universitätsprofessor a. D. für deutsche Sprache und Literatur, wurde am 23. Februar 1938 in Hillersdorf, Bezirk Jägerndorf, geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Skandinavistik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1965 war er von 1966 bis 1969 Lektor in Aarhus (Dänemark). 1969 wurde er an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität promoviert. Danach war er Assistent und Akademischer Rat; ab 1972 Professor am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität (Schwerpunkte: Mittelalterliche Literatur und Historische Sprachwissenschaft); seit 2001 ist er im Ruhestand. Er nahm Gastprofessuren in Florenz, Lublin und Lyon wahr und inaugurierte die Internationale Tagung »1846-1996. Vor 150 Jahren Erste Germanistenversammlung in Frankfurt am Main«. Seine Forschungsgebiete sind Sprachgeschichte und germanistische Wissenschaftsgeschichte, Namen- und Mundartkunde, Helden- und Spielmannsdichtung, Volksdichtungs-, Germanen- und Mittelalterrezeption, deutsch-skandinavische und deutsch-slavische Kontakte und Kontaktzonen. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Veröffentlichungen über ältere und neuere deutsche Literatur, über deutsch-skandinavische Literaturbeziehungen in Mittelalter und Neuzeit, über literarische, sprachhistorische, namenkundliche und geschichtliche Themen vor allem aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem ostdeutsch-slawischen Durchdringungsbereich, auch über die Historizität literarischer überlieferungen. Er ist Vorsitzender des Adalbert Stifter Vereins und seit 2000 ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse.

Inhalt:
Das Thema des interdisziplinären, sprach- und geschichtswissenschaftlichen Vortrags steht im Zusammenhang mit einem umfassenderen Forschungsvorhaben über die germanisch-deutschen und germanisch-slawischen ostmitteleuropäischen Völkerschaftsnamen nördlich der Donau in der sogenannten ‚Ostfränkischen Völkertafel’ (des ‚Geographus Bavarus’) im 9. Jahrhundert, deren Handschrift in München liegt. Dabei erfährt am Ende auch die Sicht der bisher unverstandenen rückbezüglichen Schlussglossensätze besondere Beachtung. Die einleitende neue Gesamtinterpretation des karolingerzeitlichen Texts (für den Gebrauch König Ludwigs des Deutschen) wird dabei illustriert beziehungsweise bestätigt durch die Analyse der aufgeführten germanisch-deutschen Namen ‚Marharii’ (= ‚Mährer’) und ‚Wizunbeire’ (= ‚die weißen Baiern’) beziehungsweise ‚Beire’ im Text und in der Glosse und den Rekurs auf ihren geschichtlichen Hintergrund, was alles auf einen unvermuteten engen Zusammenhang der frühen Stammesbildung und der Namengebung von ‚Mährern’ und ‚Baiern’ in unmittelbarer Nachbarschaft nördlich und südlich der Donau führt. Mit Hilfe des neu erkannten Welt- und Buchwissens hinter dem Gesamttext wird so die einstige sprachliche, politische und religiöse Brückenfunktion der exemplarisch herausgestellten zwei frühmittelalterlichen donauländischen germanischen beziehungsweise slawischen Völkerschaften seit ihrer Entstehung in der Spätantike beleuchtet; sie kam in der Karolin-gerzeit aus politischen Gründen zeitweilig wieder in den Blick, ist aber von da an bis heute in aufzuhellende Vergessenheit geraten.

in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein und dem Bavaristischen Arbeitskreis an der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 

Dienstag, 28. September 2010, 18.00 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Gernot M. Grohs
Die merkwürdigen Abenteuer des kleinen Fis

Lesung mit Klaviermusik für kleine und große Kinder ab sieben Jahren

Dr. phil. Gernot Maria Grohs wurde am 1. März 1960 in Leipzig geboren. An der Hochschule für Musik zu Leipzig studierte er von 1979  bis 1984 die Fächer Violoncello, Viola da gamba und Musikpädagogik mit Diplomabschluss. Von 1984 bis 1987 war er Fachberater für Violoncello im Bezirk Gera, ab 1985 auch Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Weimar, Außenstelle Gera. Von 1987 bis 1988 leitete er ein Ensemble an der Universität Leipzig, wo er 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Musikwissenschaften angestellt wurde und 1989 ein Rigorosum bestand. Er leitete die Kunstschule in Leipzig-Grünau von 1990 bis 1992 und absolvierte gleichzeitig ein Fernstudium im Fach Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater zu Leipzig. Von 1993 bis 2008 war der Leiter der Kreismusikschule "Johann Sebastian Bach" in Köthen (Sachsen-Anhalt), von 2008 bis 2010 dort Fachbereichsleiter für die Fächer Violoncello und Musiktheorie.  Im Jahr 2000 wurde er vom Fachbereich Musikwissenschaften der Freien Universität Berlin zum Dr. phil. promoviert. Seit 2010 ist er Direktor des Zweckverbandes Musikschule "Ottmar Gerster" in Weimar.
Er konzertiert als Violoncellist im In- und Ausland mit bekannten Pianisten wie Professor Ulrich Urban (Deutschland), Dr. Dietmar Gräf (Deutschland) und Bertrand Gireaud (Frankreich). Dabei stehen auch immer eigene Kompositionen für Violoncello und Klavier auf dem Programm.
Neben dieser künstlerischen Tätigkeit legte er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen zu musikwissenschaftlichen Themen mit Schwerpunkt anhaltische Musikgeschichte vor. Grohs ist Mitautor eines Bachlexikons, eines Orgellexikons und der Neuausgabe der Enzyklopädie „Musik in Geschichte und Gegenwart“.
Auch seine überwiegend kammermusikalischen Kompositionen, unter anderem zwei Sonaten für Violoncello und Klavier, zahlreiche Klavierwerke, eine Violinsonate, zwei Streichquartette, werden immer wieder von renommierten Ensembles und Solisten wie dem Philharmonischen Streichquartett Magdeburg, KMD Martina Apitz (Orgel) oder Professor Ulrich Urban (Klavier) zu Gehör gebracht.
Er wurde 2005 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste,  Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und erhielt 2010 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik. Er ist auch Mitglied der Görres-Gesellschaft (Köln), der GEMA und des Vereins für Anhaltische Landeskunde (Dessau).

Inhalt
„Simone war ein kleines Mädchen von 7 Jahren. Sie lebte in einer beschaulichen und netten Kleinstadt irgendwo in Deutschland und ging in die zweite Klasse einer Grundschule. überall war sie beliebt, weil sie ein freundliches und fröhliches Kind war. Ihre langen, rotblonden Haare baumelten immer in zwei geflochtenen Zöpfen links und rechts neben den etwas abstehenden Ohren auf ihren Schultern und wippten lustig, wenn Simone den Kopf schnell bewegte.
Eines Tages, Simone war wieder auf dem Weg zum Geigenunterricht, traf sie Frau Tonschewski mit ihrem kleinen, weißen Wuschelhund schon auf der Straße. Zusammen gingen sie die drei Treppen zur Wohnung der alten Dame hoch und Frau Tonschewski schloss die Tür auf.
Simone fing an, ihre kleine Melodie zu spielen. Ganz leicht und luftig erhoben sich die Töne und sangen eine bunte Tonreihe in das Zimmer. Doch als Simone gerade mit dem dritten Finger den Ton Fis greifen wollte und dieses sich schon auf seinen Einsatz freute, bellte der kleine Hund unter dem Schrank. Simone erschrak. Auch das Fis erschrak, fiel von der Geige und rollte unter den Teppich."

So entwickelt sich diese lesenswerte und kurzweilige Geschichte. Das kleine Fis und seine Freunde müssen eine Menge Abenteuer erleben, bis es am Schluss der Erzählung wieder auf die Geige von Simone gelangt und dort seinen Platz einnehmen kann, um seine Melodie vollständig bis zum guten Ende zu spielen.

Zwischen den einzelnen Kapiteln der Erzählung werden kurzweilige Klavierstücke vorgetragen.
Am Ende des Events wird der Autor zwei Bücher an die kleinen und größeren Zuhörer verlosen, welche Fragen zur Erzählung beantworten sollen.

Am Klavier
Dr. Dietmar Gräf, Bad Wörishofen

 

 
 
 

Donnerstag, 7. Oktober 2010, 18.30 Uhr

 
 

Buchvorstellung: Graf Georg von Buquoy -
Die Reise eines böhmischen Grundherren und Naturforschers nach Paris (1815)

Es stellen vor:
Prof. Dr. phil. Menso Folkerts, München
Prof. Gleb Konstantinowitsch Michajlov D.F.M.N., Moskau

Margarete Gräfin von Buquoy, Feldkirchen-Westerham

Inhalt:
• Herausgabe des Reisetagebuchs des Grafen Georg von Buquoy von seiner Parisreise 1815.
Im Mittelpunkt des Werkes steht die Herausgabe des Reisetagebuchs des Grafen Georg von Buquoy von seiner Parisreise 1815, das heute im Oblastní archiv in Tøeboò / Wittingau liegt. Es umfasst im Druck 61 Seiten. Es ist insofern von Interesse, als Graf Buquoy diese Reise unternahm, um seine Gleichungen zu Systemen mit veränderlichen Massen an der Pariser Akademie der Wissenschaften vor der dortigen wissenschaftlichen Elite zu präsentieren. Es enthält weiter Beschreibungen seines Besuches bei Alexander von Humboldt und seiner Kontakte zu einzelnen Mitgliedern der Akademie wie Gay-Lussac, Arago, Ampère und Laplace. Besonders die Besuche bei letzterem und die Gespräche mit ihm sind gut dokumentiert. Das Tagebuch zeigt weiter das Interesse eines böhmischen Herren an Naturwissenschaft und Technik, etwa durch die fachkundigen Beschreibungen seiner Besuche von Institutionen wie dem Conservatoire des Arts et Métiers, dem Observatoire und dem physikalischen Kabinett der École Polytechnique oder von Anlagen wie dem Ourcq-Kanal, der Dampfmaschine von Chaillot und dem Pumpwerk von Marly. Eine Reihe kleiner Zeichnungen Buquoys ergänzen und verdeutlichen seine technischen Erklärungen. Auch die Pariser Gesellschaft und das dortige Theaterleben finden im Tagebuch ihren Niederschlag. Der Text ist erfrischend und lebendig geschrieben. Amüsant zu lesen ist Buquoys Kritik an den Scheuklappen der französischen Wissenschaftler und am Wissenschaftsbetrieb überhaupt. Das Tagebuch enthält eine Fülle von Namen von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Technik und dem böhmischen Umfeld des Grafen. Sie sind mit Lebensdaten und weiteren Angaben zur Person im Personenverzeichnis erfasst.
• Buquoys Gleichungen im wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang.
Der Mitherausgeber, Prof. Gleb K. Michailov, Moskauer Wissenschaftshistoriker und Generalsekretär des Nationalkomitees für Theoretische und Angewandte Mechanik der Russischen Akademie der Wissenschaften, entdeckte, dass Buquoy als erster die Gleichungen zu Systemen mit veränderlichen Massen entwickelt hat. Sie wurden wissenschaftsgeschichtlich ganz wichtig und sehr interessant, da sie Grundlagenforschung bis hin zur Raketendynamik darstellen. In dem vorzustellenden Buch stellt Michailov in einem eigenen Kapitel Buquoys Leistung in einen wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang – von Gedanken Daniel Bernoullis bis zu der Petersburger Dissertation des Russen Ivan Mešèersky (1897) und den Forschungsergebnissen des Italieners Tullio Levi-Civita (1928), die beide unabhängig von Buquoy zu denselben Ergebnissen erst etwa ein Jahrhundert später kamen. Im 20. Jahrhundert wurde die Mechanik der Systeme mit veränderlichen Massen von einigen Gelehrten und Raketen-Ingenieuren als ein selbstständiger Teil der Mechanik betrachtet.
• überblick über Georg Buquoys wissenschaftliches Werk.
Der Schwerpunkt liegt auf Buquoys Untersuchungen auf dem Gebiet der theoretischen und angewandten Mechanik. Auf seine Publikationen zur Infinitesimalrechnung, zur Astronomie und Wärmelehre kann dagegen nur verwiesen werden. Buquoy als Wirtschaftswissenschaftler, der zu den frühen Vertretern der mathematischen Nationalökonomie zählt und eine Theorie der Nationalwirtschaft geschrieben hat, die im Programm der Fritz Thyssen Stiftung 2005 als Reprint erschienen ist, wird kurz mit seinen innovativen Leistungen vorgestellt: speziell im Bereich der Preistheorie, in der Produktionstheorie, in der er als erster die Frage nach dem Optimum gestellt und mathematisch gelöst hat, sowie mit einer Social-Accounting-Konzeption. Hierfür wurden die jüngsten Forschungen von Bertram Schefold (Universität Frankfurt), von seinem Schüler Christos Baloglou und von Christian Gehrke (Universität Graz) herangezogen. Buquoys Veröffentlichungen zur Chemie, zur Biologie, zur Homöopathie und sonstigen naturwissenschaftlichen Themen konnten dagegen nicht behandelt werden, da hier noch entsprechende Forschungen fehlen. Auch Buquoy als philosophischer Schriftsteller, als Verfasser von Artikeln zu staatswissenschaftlichen Themen und als Dichter wird nur kurz gestreift. Für viele Bereiche, in denen Buquoy Vordenker war, gilt, dass seine Vorliebe, Zusammenhänge durch mathematische Formeln auszudrücken, die zeitgenössischen Rezensenten abschreckte und ihm zum Vorwurf gemacht wurde, speziell in den Wirtschaftswissenschaften. Dies war mit ein Grund dafür, dass er als Wissenschaftler zunächst vielfach verkannt und dann vergessen wurde.
Biographie Georg Buquoys.
Den Ausführungen Gleb K. Michailovs wird eine Biographie Georg Buquoys (1781-1851), verfasst von Margarete Buquoy, vorangestellt. Es ist ein Puzzlebild, das sich auf zahlreiche, sehr unterschiedliche, fast durchwegs gedruckte Quellen stützt. Aus dieser Biographie geht die ungewöhnliche Vielseitigkeit des böhmischen Adeligen hervor, der als Grundherr, Industriepionier und Forscher wirkte und – wohl noch mehr als sein Zeitgenosse Kaspar Sternberg – das Ideal eines Polyhistors verkörperte. Der Bau der ersten Dampfmaschine in Böhmen (1812), die Produktion des ersten Dampfkesselblechs nach englischem Muster in Böhmen, die Erfindung des Hyaliths (eines schwarzen, roten und bunten Steinglases) in seinen Glashütten waren sein Werk. Weiter wird auf seine weitblickende Pionierleistung bei der Idee des Naturschutzes verwiesen: Er schuf auf seinem südböhmischen Herrschaftsgebiet den ersten geschützten Urwald Europas (1838). Weitere Themen sind: Buquoy als Mäzen des tschechischen Komponisten Václav Jan Tomašek, Buquoys Freundschaft mit Goethe, Buquoys Rolle in der Gesellschaft des vaterländischen Museums und des Vereins zur Ermunterung des Gewerbsgeistes. Erstmalig wird auch die politische Rolle des Altliberalen Buquoy im Vormärz und der Revolution von 1848 untersucht.
Werksverzeichnis:
Es werden die 25 Bücher und Schriften Georg Buquoys samt ihren zeitgenössischen Rezensionen und erstmalig die über 100 Zeitschriftenartikel im Anhang aufgelistet.
Quellenanhang:
Im Anhang werden auch einige Dokumente zu sehr unterschiedlichen Bereichen publiziert: ein Brief von Gauß an Buquoy, Buquoys Aufnahme in die Bayerische Akademie der Wissenschaften, ein Flugblatt Buquoys vom 20. März 1848 und eine Quelle aus einer etwas fragwürdigen Feder: Buquoy in den Erinnerungen Karel Sabinas, die freilich lange Zitate aus Buquoys autobiographischen Vorbemerkungen zu einem seiner Werke enthalten.
Bildmaterial:
Porträts Buquoys und seiner Frau, ein Stich seines Prager Palais, Titelseiten von Erstausgaben Buquoys, die Abbildung eines Briefes von Goethe an Buquoy und anderes mehr sind ebenfalls als Anhang beigefügt.

Bibliographische Angaben:
Graf Georg von Buquoy und die Dynamik der Systeme mit veränderlichen Massen -
Die Reise eines böhmischen Grundherrn und Naturforschers nach Paris (1815),
Algorismus. Studien zur Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften, Heft 74
herausgegeben von Menso Folkerts und Gleb K. Michajlov
unter Mitwirkung von Margarete Buquoy
Augsburg: 2010 Dr. Erwin Rauner Verlag
ISBN 978-3-936905-37-3, ISSN 1863-4982

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Naturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 18.30 Uhr

 
 

Impressionen aus Pilsen
Konzert mit dem Radio-Symphonie-Orchester Pilsen
Dirigent: Armin Rosin

Die Philharmonie Pilsen (im Ausland tritt sie unter dem Namen Radio-Symphonie-Orchester Pilsen auf) wurde 1946 gegründet, damals unter dem Namen Plzeòský rozhlasový orchestr (Rundfunkorchester Pilsen). Sie zählt nicht nur zu den anerkannten Musikensembles in der Tschechischen Republik, sondern auch zu viel gefragten Orchestern im Ausland. Ihr professionelles Antlitz wurde im Laufe vieler Jahre von einer Anzahl der Dirigenten geformt, wie zum Beispiel von G. Vágner, J. Blacký und B. Liška. Das Orchester hatte Gelegenheit, mit Persönlichkeiten der Musikwelt zusammenzuarbeiten, wie  L. Kogan, G. Kremer, I. Oistrach, M. Rostropoviè sowie mit weltberühmten Dirigenten:  V. Talich, L. Pešek, A. Katz, O. Dohnányi, Ch. Mackerras und S. Baudo. Die Pilsner Philharmonie führt einen Zyklus von 3 Abonnement-Konzertreihen in Pilsen auf, sie bereitet auch Konzerte für Jugendliche sowie außerordentliche Konzerte zu feierlichen Anlässen vor. Außer ihrer Konzerttätigkeit in Pilsen widmet sich die Pilsner Philharmonie schon traditionell den Musikaufnahmen für den Tschechischen Rundfunk und der Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern.

Armin Rosin wurde am 22. Februar 1939 in Karlsbad geboren. Nach einem Musikstudium in München und einem Studium der Musikwissenschaft in Erlangen erhielt er den ersten Dirigierunterricht von Joseph Keilberth, dem ehemaligen Chefdirigenten der Prager Deutschen Philharmonie. Er setzte die Ausbildung am Mozarteum Salzburg fort. Neben Kursen bei Herbert von Karajan beeinflusste ihn vor allem der langjährige Unterricht von Sergiu Celibidache. Diverse deutsche Sinfonie- und Kammerorchester dirigierte Rosin, der seit 15 Jahren leitender Dirigent der Stuttgarter Brass-Philharmonie ist. Auch im Ausland wurde er zu Konzerten bis Asien (zum Beispiel: Nordkorea-Pyongyang-National-Symphony, Taiwan National-Orchestra, Westböhmische Philharmonie etc.) verpflichtet. Armin Rosin war Professor an der Musikhochschule Stuttgart und dirigierte jahrelang deren Kammerensemble. Er wurde außerdem international bekannt als 1. Solist der klassischen Posaune. Er wirkte und wirkt als Gastprofessor an der Kunsthochschule Jonquing, der National-Universität Kunming und Xian und am Zentralen Musik-Konservatorium Peking (alles China) sowie an der Musikschule Osaka (Japan). 2005 wurde er zum Ehrenbürger von Jeju (Korea) ernannt.
1970 erhielt er den Gaudeamus-Preis Amsterdam, 1978 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik,  2003 den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis, 2008 den Bayrischen Nordgau-Musikpreis und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen.  1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse Künste und Kunstwissenschaften, berufen.
 

Programm:

Joseph WOLFRAM (1789-1839): Ouvertüre zur Oper "Diamant"
Joseph WOLFRAM (1789-1839): Vorspiel 3. Akt und Ballettmusik aus der Oper "Schloß Candra"
Antonín DVOØÁK (1841-1904): Tschechische Suite D-Dur op. 39
Anton Enders (* 1923): Böhmischer Tanz No. 5
Felix MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809-1847): Sinfonie No. 4 in A-Dur op. 90 ("Italienische")

in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Sudetendeutschen Landsmannschaft und dem Tschechischen Zentrum München

 
 
 

Freitag, 29. Oktober 2010, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2010

Programm
 
Empfang ab 18.30 Uhr

19 hct

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Festvortrag

Prof. Dr. theol. Hubert Irsigler, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse

Exilserfahrung. Existenzielle Herausforderung und
Wege ihrer Bewältigung im biblischen Israel

Adolf-Klima-Preis

Verleihung an Kateøina Eva Kovaèková, M.A., Pilsen - München
Laudatio: Prof. Dr. Heinrich Pleticha
, Würzburg

 

 
 
 

Donnerstag, 11. November 2010, 18.30 Uhr

 
Vernissage

Proportion G G -
Gartner & Gartner (Hansjürgen Joachim-Lothar)
Jubiläumsausstellung zum 65. & 65. Geburtstag der Zwillingsbrüder

Die Zwillinge Hansjürgen und Joachim-Lothar Gartner wurden am 16. April 1945 in Steinschönau, Landkreis Tetschen-Bodenbach geboren. Sie studierten Design und Kunst in Wien, von wo aus sie 1965 zusammen nach Augsburg übersiedelten und 1969 ein Atelier im Holbeinhaus bezogen. 1978 wurden beide Mitglied der Künstlergilde Esslingen und wurden 1984 mit dem Lovis-Corinth-Förderpreis ausgezeichnet. Zusammen statteten sie die Ballettaufführung „Gesche Gottfried“ (Musik: R. Wittinger) und „Erlkönig“ an den Städt. Bühnen, Augsburg aus. 1989 trennten sich ihre Wege. Während Hansjürgen als freischaffender Künstler in Augsburg blieb, zog Joachim-Lothar nach Wien.
Hansjürgen erhielt zahlreiche Aufträge zur künstlerischen Ausstattung öffentlicher Gebäude und ist seit 1999 Mitglied des Bayerischen Kulturrats.
Joachim-Lothar unterrichtet Design an der höheren Bundeslehranstalt für Textilindustrie / Abteilung Kunst & Design, Wien, wo er 2005 zum Professor ernannt wurde. 2004 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Burgenland ausgezeichnet.
Beide sind Mitglied im Künstlerhaus Wien, der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs. Seit 2006 ist Joachim-Lothar deren Präsident.
2008 wurde Hansjürgen, 2009 Joachim-Lothar zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Ein einleitendes Gespräch mit den Brüdern Gartner führt Dr. Ruprecht Volz.

Druckvorlage der Einladung für den Papierversand. Sie ist mit Klappflügeln gestaltet, die bei der Innenseite nach vorne, bei der Außenseite nach hinten zu falten sind.

Die Ausstellung in der Alfred-Kubin-Galerie des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, München-Haidhausen, wird vom 12. November bis zu 23. Dezember 2010 gezeigt.

mit Unterstützung der Sudetendeutschen Stiftung und des Hauses des Deutschen Ostens

 
 
 

Dienstag, 25. Januar 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Ludwig J.  Weigert
Der Karlsbader Sprudelstein

Prof. Dr. rer. nat. Ludwig J. Weigert wurde am 2. Mai 1930 in Karlsbad geboren. Ab 1949 studierte er Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, wobei er das Studienjahr 1950/51 als Fulbright-Stipendiat in Oklahoma verbrachte. 1959 erfolgte die Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften in Erlangen, im gleichen Jahr wurde er Assistent am Institut für Theoretische Physik der (damals) Technischen Hochschule Braunschweig. Von 1961 bis 1963 war er Research Associate an der University of Virginia. Er habilitierte sich 1966 für das Fach Theoretische Physik und wurde 1968 in Braunschweig zum Professor für Theoretische Physik ernannt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich mit Problemen der Kernphysik und der Teilchenphysik, mit der Struktur und dem Verhalten von Solitonen, mit gruppentheoretischen Methoden (insbesondere Eichtheorien) und anderen methodischen Fragen der theoretischen Physik. Sein besonderes Interesse galt der Struktur der Atomkerne. Einladungen zu wissenschaftlichen Kongressen führten ihn in viele europäische Länder, in die USA und nach Japan. Er war Mitglied des Konzils und insgesamt 10 Jahre Mitglied des Senats der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 1983/85 Dekan des Fachbereichs Physik und Geowissenschaften und 1986/88 Vizepräsident; von 1972 bis 1976 war er Mitglied des Präsidiums des Deutschen Hochschulverbandes. Im Jahre 1979 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen. In den letzten Jahren widmete er sich der heimatkundlichen Forschung und gibt seit 2002, gemeinsam mit dem Direktor des Staatlichen Bezirksarchivs Karlsbad, die Reihe Karlsbader historische Schriften heraus. In Würdigung seiner Tätigkeit verlieh ihm der Heimatverband der Karlsbader 1990 die Kaiser-Karl-IV.-Plakette und 2003 die Josef-Hofmann-Medaille.

Moderation:
Dr. Peter Küffner, 1. Vorsitzender des Heimatverbandes der Karlsbader e.V.

Zum Thema:

Unter den Heilquellen des westböhmischen Bäderdreiecks zeichnen sich die Karlsbader Thermen durch hohe Temperatur und hohe Ergiebigkeit aus. Die geologischen und mineralogischen Gegebenheiten des Karlsbader Quellenbezirks werden erläutert, Thermal¬linie, Sprudelschale, Mineralisation und CO2-Gehalt besprochen. Zu den Besonderheiten der Karlsbader Quellen gehört die Bildung von Sprudelstein, eine Form des Aragonit, der durch die Ablagerung von Calciumkarbonat beim Austritt des Thermalwassers entsteht und durch die Beimengung von Eisenoxiden häufig rötlich bis bräunlich gebändert ist. Dieser farbige Stein wird schon von den frühesten Schriftstellern über Karlsbad erwähnt, ebenso vom großen böhmischen Humanisten Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein, der um 1500 eine Ode an die Karlsbader Quellen verfasste. Erste Hinweise auf die Verwendung von Sprudelstein für Gebrauchs- und Zier-gegenstände oder als Andenken findet man um das Jahr 1700, die ersten Abbildungen um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Das wohl bedeutendste Kapitel in der Geschichte des Sprudelsteins schrieb Goethe zusammen mit dem Karlsbader Steinschneider Joseph Müller. Müllers Sammlung und Klassifizierung von Sprudelsteinen stieß bei Goethe auf reges Interesse, das sich in mehreren Aufsätzen zur Geologie Karlsbads niederschlug, darunter eine Begleitschrift für die Sammlungen von Karlsbader Gesteinsarten, die Müller den Kurgästen zum Kauf anbot. Nach Müllers Tod 1817 erwarb der Karlsbader Kaufmann David Knoll Müllers Nachlass und setzte, von Goethe unterstützt, den Verkauf der Gesteinssammlungen fort. Um 1825 begann Knoll mit der Erzeugung von Sprudelsteinwaren, die bald zu den beliebtesten Souvenirs zählten. Im Laufe der Zeit wurden die zu-nächst bossierten oder einfach geschliffenen Erzeugnisse mit gearbeiteten Mosaiken verziert, die Karlsbader Sprudelsteinschleiferei entwickelte sich zum Kunsthandwerk. Nach dem Ersten Weltkrieg starb dieses Handwerk aus.

in Zusammenarbeit mit dem Heimatverband der Karlsbader e.V.
 
 
 

Dienstag, 29.  März 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, gewidmet dem 80. Geburtstag des Präsidiumsmitglieds und Sekretars der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, Architekt Dipl. Ing. Karl Helmut Bayer.

Gottfried Boehm
"Ich lerne sehen". Rilkes Zugänge zur bildenden Kunst.

Architekt Dipl.-Ing. Karl Helmut Bayer BDA VfA wurde am 3. März 1931 in Fischern, Stadtkreis Karlsbad, geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule München und eröffnete 1959 ein eigenes Architekturbüro in München. Von 1972 bis 1991 war er Vorsitzender des Vorstandes des Planzentrums freier Architekten und Ingenieure München und von 1974 bis 1983 Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Planungsgesellschaft Bonn. 1974 wurde er zum Präsidenten der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands gewählt und ist seit 1995 deren Ehrenmitglied. 1991 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und 1996 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.
Er ist seit 2000 Mitglied des Präsidiums der Akademie und seit 2006 Sekretar der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Prof. Dr. phil. Gottfried Boehm wurde am 19. September 1942 in Kreisstadt Braunau in Böhmen geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg; von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wurde er 1968 zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1974 für Kunstgeschichte. Von 1975 bis 1979 war er Dozent und außerplanmäßiger Professor für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. 1979 erfolgte der Ruf auf eine ordentliche Professur für Kunstgeschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. In dieser Zeit initiierte er den Gießener Kunstweg, der 1982 als Skulpturenweg auf dem Gelände der Universität begonnen wurde. 1986 wechselte Boehm in die Schweiz an die Universität Basel, wo er neben seinem Ordinariat seit 2005 als Direktor den schweizerischen nationalen Forschungsschwerpunkt "Bildkritik / Eikones" leitet.

Gottfried Boehm war 1993/1994 Fellow des Wiener Institutes für die Wissenschaften vom Menschen (Institute for Advanced Studies) und 2001/2002 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit 1992 ist er ordentliches Mitglied der  Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, sowie seit 2006 korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse.

Zum Thema:

Rilke gehörte zu jenen seltenen Dichtern, die auf Werke der frühen Moderne hellsichtig reagiert haben - seine Cézanne-Briefe, seine Beiträge zu Rodin (dessen Sekretär er jahrelang war) gehören zu den Inkunabeln des Kunstdenkens der Moderne. Es geht also um das Beziehungsgeflecht zwischen modernen Werken und dem Auge und der schreibenden Hand Rilkes.

Als Geburtstagsständchen spielt
Prof. Armin Rosin (Posaune), begleitet von Dr. Dietmar Gräf (Klavier):

Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656-1746):
Ouvertüre und Menuett aus der Suite Nr. 4
Willibald Görl (1909-1987):
Für Armin

Moderation:
Prof. Dr. Kurt Franz

Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung vom 8. April 2011 hier.

 

 
 
 

Dienstag, 31.  Mai 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, literarisch-musikalisch
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Marliese Zeiner
"Wo bist du, mein geliebtes Land"
Gedanken, Empfindungen und Assoziationen zu dem Thema des heimatlosen Wanderns

Prof. Marliese Zeiner ist 1944 in Znaim (Südmähren) geboren. Sie absolvierte ihr Musikstudium an der Rheinischen Musikschule (Konservatorium der Stadt Köln) und an der Musikhochschule Köln mit den Hauptfächern Klavier, Tonsatz sowie Komposition bei Prof. Jürg Baur. überdies wurde ihr Klavierspiel durch Privatunterricht bei Prof. Else Schmitz-Gohr weiter ausgebildet. Nach Lehrtätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule Bonn und der Musikschule Meckenheim Rheinbach Swisttal leitete sie 1979/80 die Kreismusikschule Südliche Weinstraße in Landau/Pfalz. 1980 wurde sie Dozentin für Musiktheorie an der Kölner Musikhochschule, und 1988 wurde sie als Professorin für Musiktheorie (Tonsatz, Gehörbildung, Generalbass, Partiturspiel und Improvisation) an die Hochschule für Musik und Theater Hannover berufen. Als Komponistin hat sie vorwiegend Kammer- und Vokalmusik insbesondere auch Werke für Kinder- und Jugendchöre geschrieben. Wiederholt wurde sie als Beobachterin, Ehrengast und Jurymitglied zu internationalen Musikfestivals für Kinder und Jugendliche eingeladen. Sie hat mehrere Kompositionsaufträge erhalten, unter anderem 1996 vom "Arbeitskreis Musik in der Jugend" (Wolfenbüttel) im Rahmen des bundesweiten Projektes "Komponisten schreiben für Kinder- und Jugendchöre" und 1997 vom Förderverein "Internationales Kinderchorfestival Halle/Saale" für ein Werk, das 1998 beim Internationalen Kinderchorfestival in Halle von den Teilnehmerchören (aus Bulgarien, Deutschland, Israel, Litauen, Moldawien, Österreich, Polen, Russland, der Tschechischen Republik und Ungarn) uraufgeführt wurde. 2004 wurde sie vom "Internationalen Arbeitskreis Frau und Musik" (Frankfurt) anlässlich seines 25jährigen Bestehens um ein Werk für Klavier gebeten, das beim Jubiläumskonzert in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, bei dem Werke von Komponistinnen aus 14 Ländern erklangen, uraufgeführt wurde.
Im Jahr 2003 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Inhalt
Bei den Worten "Wo bist du, mein geliebtes Land" handelt es sich um ein Zitat aus dem Gedicht "Der Wanderer" von Georg Philipp Schmidt "von Lübeck" (1766-1849), das der gleichnamigen Liedkomposition von Franz Schubert (D 489) als Text zugrunde liegt. Ausgehend von diesem Lied werden einige weitere - von Schubert für Gesang und Klavier vertonte - Texte besprochen, die das Wandern zum Gegenstand haben. Es werden die besondere Bedeutung des Liedes "Der Wanderer" D 489 und dessen Zusammenhang mit der Fantasie in C für Klavier ("Wanderer-Fantasie") von Franz Schubert (D 760 - op.15) aufgezeigt. Die zur Aufführung gelangenden Werke zeitgenössischer Komponisten werden ebenfalls analytisch kommentiert und erläutert. überdies werden insbesondere literarische Texte aus dem 20. Jahrhundert (unter anderem auch von Akademiemitgliedern) einbezogen und reflektiert, in denen Gedanken, Empfindungen und Assoziationen zum Ausdruck kommen, die zu dem Thema des heimatlosen Wanderns in engerem oder weiterem Sinne einen Bezug haben.


Musikalisches Programm

Franz Schubert (1797-1828):
Der Wandererer (Georg Philipp Schmidt "von Lübeck")
 für Gesang und Klavier D 489

Fantasie in C  für Klavier ("Wanderer-Fantasie")
D 760 - op. 15

Widmar Hader (* Elbogen 1941):
"Passacaglia ex E" für Klavier

Marliese Zeiner:
Hommage für Klavier - Uraufführung

Gerhard E. Dorda (* Troppau 1932):
Eine Heimat nicht gefunden (Ute Zydek) für Vokalquartett

Mitwirkende

Klavier: Anna Buchberger, Maria Roters
(Schülerinnen von Akademie-Mitglied Prof. Margarita Höhenrieder)

Gesang: Samira Misimovic

Vokalquartett:
Sopran Nathalie Hauenstein, Karin Stegemann
Alt Kerstin Butge, Veronique Krämer
Tenor Josef Bruchmeier, Fritz Völkl
Bass Ulrich Lukas, Jürgen Löffler
LeitungMaryte Löffler

Maryte Löffler ist 1971 in Marijampole (Litauen) geboren. Sie hat ihre musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium "Juozas Gruodis" in Kaunas (Litauen) mit einem Diplom für Chorleitung, Gesang und Musiklehrer und an der Fachakademie für Katholische Kirchenmusik Regensburg mit der Staatlichen Kirchenmusik-B-Prüfung sowie ihr Gesangstudium am Konservatorium "Giuseppe Tartini" (Musikhochschule) in Trient bei Prof. Rita Susovsky mit dem Akademischen Diplom II. Grades abgeschlossen. Sie ist seit 1993 vielseitig tätig (zunächst als Musiklehrerin und Chorsängerin, später als Kirchenmusikerin, Chordirigentin, Leiterin von Stimmbildungsseminaren und Solistin im In- und Ausland). Seit 2000 ist sie hauptamtliche Kirchenmusikerin der Pfarrei Königin des Friedens, München-Obergiesing.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Samstag, 11. Juni 2011, 16.30 Uhr

 
Vortrag im Rahmen des 62. Sudetendeutschen Tages

Hans Michael Körner:
Schirmherrschaft und Vierter Stamm -
Der Freistaat Bayern und die Sudetendeutschen

Prof. Dr. Hans-Michael Körner, wurde am 10. Juni 1947 als Sohn sudetendeutscher Eltern in Eschlkam, Landkreis Cham geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Cham 1966 studierte er Deutsche Philologie und Geschichte für das Gymnasiallehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er schloss mit dem ersten Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Universität Regensburg. In Regensburg wurde Körner 1976 mit einer Arbeit zu Staat und Kirche in Bayern promoviert. Anschließend wechselte er als Akademischer Rat an die Ludwig-Maximilians-Universität, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die Universität zurück, wo er am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitationsschrift mit dem Titel "Staat und Geschichte im Königreich Bayern" anfertigte. Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf an die Universität Würzburg und 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte. Er ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Herausgeber des Historischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft und Leiter des Bavaristischen Arbeitskreises der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Landesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der "Großen bayerischen biographischen Enzyklopädie", einer Geschichte des Königreichs Bayern und der Bände zu Altbayern, Schwaben und Franken des "Handbuchs der historischen Stätten". 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Ort:
Messezentrum Augsburg – TC Ebene 2, Raum 2.11 A

Inhalt:
Die Integration der Sudetendeutschen in das Nachkriegs-Bayern von den 40er- bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts mag – bei allen Lücken im Detail – als vergleichsweise ausführlich erkundet gelten. Dabei neigte man in Forschung und Publizistik häufig dazu diesen Integrationsprozeß primär in seiner Singularität zu registrieren, ihn aber gleichzeitig einzubinden in die Dynamik eines – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelten – Strukturwandels vom weithin agrarisch geprägten hin zum industrialisierten Bayern.
Eine solche Perspektive ist sicherlich wichtig und zeitigt zentrale Einsichten in strukturelle Bedingungen und Wandlungsprozeße der Bayerischen Geschichte. Und doch verweisen gerade die Artikulation vom „vierten Stamm“ und die politische Geste der „Schirmherrschaft“ auch noch auf andere Zusammenhänge: auf die Traditionen bayerischer Integrationspolitik, die zurückreichen zumindest bis an den Beginn des 19. Jahrhunderts, auf ein staatspolitisches Kalkül, um nicht zu sagen auf eine Staatsräson, die die Binnenlage des bayerischen Staates immer wieder durch die Intensivierung und Anspannung der inneren Staatsarbeit zu kompensieren trachtete.
Beim Sudetendeutschen Tag 2011 in Augsburg soll in diesem Vortrag versucht werden, die Schirmherrschaft des Freistaats Bayern über die Sudetendeutschen aus ihrer Isolierung herauszuholen und diese vielmehr in die Kontinuitäten der bayerischen Geschichte einzufügen.

Der 62. Sudetendeutsche Tag fand am 11. und 12. Juni 2011 statt.

 
 
 

Dienstag, 7.  Juni 2011, 18.30 Uhr
7. Juni 2011 - 30. Juni 2011
Donnerstag, 30. Juni 2011, 18.30 Uhr

 
Vernissage - Ausstellung - Finissage

CODES - Bilder und Objekte
Retrospektive und Jubiläumsausstellung zum
80. Geburtstag von Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau

Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau wurde am 29. 8. 1931 in Freiwaldau/ÈSR geboren, wo er Volks- und Oberschule bis 1945 besuchte. Schon früh fing er an zu zeichnen, fertigte Scherenschnitte an und erlernte das Geigenspiel. 1946 musste er mit Eltern und seinen drei Geschwistern aussiedeln und kam über Merkendorf/Franken nach Eichstätt, wo er 1950 das Abitur machte und ein Philosophie-Studium begann. 1951 schlossen sich dann Volkswirtschaft und Rechte in München an, später dann in Bielefeld Soziologie und Kommunikationswissenschaft. In München und Salzburg nahm er an Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung Lehraufträge in Theater- und Jugendsoziologie beziehungsweise Kreativem Schreiben wahr. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Seit 1951 nahm er an Kunstausstellungen insbesondere bei regionalen Kunstvereinen, ab1966 auch in überregionalen Kunstausstellungen teil.

Seine bildnerischen Arbeiten umfassten
1966-1970 Steinhochdrucke
1970-1978 Kopfbilder und keramische Kopfskulpturen
1978-1984 Xerographien und Sequenz-Collagen
ab 1980Raum- und Tafelbilder (Acryl), Holzskulpturen
ab 1989Metalltafeln und -Skulpturen
ab 1991Kalligramme
ab 1993 Wiederentdeckung der Figur
seit 2000 Installationen, Schriftbilder, Kopf- und andere Strukturen, Poesiebilder

Einzelausstellungen:
1972-1990 Köln, München, Bielefeld, Kiel, Eichstätt, Wasserburg/Inn, Kirchheim/Teck
1991-2000 Eichstätt, München, Pilsen/CZ, Waldkraiburg, Esslingen, Kravarn/CZ, Mittersil/A, Umbertide/I, München, Città di Castello/I, Spoleto/I
2001-2011 München, Modena/I, Spoleto/I, Perugia/I, Zitna/CZ, Wien/A, Baden/A, Jesenik/Freiwaldau/CZ, München

Dauerleihgaben:
1996Museum Modern Art, Hünfeld; Museum Konkrete Kunst, Ingolstadt
2002Diözesanmuseum Foligno/I

Weitere Mitgliedschaften:
Künstlergilde Bayern
Berufsverband Bildender Künstler München
Münchner Kunstverein
Arbeitskreis 68 Wasserburg/Inn
Adalbert-Stifter-Verein

Vernissage am 7. Juni 2011, 18.30 Uhr
(Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Haidhausen)

Begrüßung:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf Fritsch,
Präsident der Sudetendeutschen Akademie

Zur Einführung sprechen:
Hansjürgen Gartner, Gernot Sorgner und Prof. Dr. Claus Bärsch

Ausstellung vom 7. bis zum 30. Juni in der Alfred-Kubin-Galerie
des Sudetendeutschen Hauses
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9.00-19.00 Uhr und bei Veranstaltungen im Sudetendeutschen Haus – feiertags geschlossen

Die Codes zu entschlüsseln ist das Ziel dieser Ausstellung: Figuren, Zeichen, Schriften, Körper, Gesten – Zeichen geben und verstehen. Diese Ausstellung will einen Beitrag dazu leisten, auch durch Dialog, Poesie und Musik.

Brief an die Ausstellungsbesucher

CODES UND ZEICHEN

Wir sind umgeben von Zeichen.
Wir sind selbst Zeichen.
Wir geben Zeichen, wir setzen sie.

Die Zeichen der anderen lesen wir,
versuchen wir zu entschlüsseln
oder erfreuen uns an der Ästhetik
der Zeichen und des Zeichengebens.

Bild und Schrift haben eine Gestalt,
sind optische Zeichensysteme,
sind eindeutig oder mehrdeutig.

Die Zeichensysteme
dieser Ausstellung sind vieldeutig.
Ihre Entschlüsselung sollte weniger
am Bild oder in den Schriftzeichen
gesucht werden.

Vielmehr wird sie sich dann
im Auge, im Kopf und im Herzen,
des Betrachters ereignen.

Das wünsche ich Ihnen und mir.

Rudolf Mayer-Freiwaldau

München, im Juni 2011

Finissage am 30. Juni 2011, 18.30 Uhr
(Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Haidhausen)

Dr. Rudolf Mayer- als vertonter Lyriker und Librettist („Ackermann und Tod“ von Gerhard Dorda, „ Jan Hus“ von Widmar Hader sowie 3. Sinfonie „Das weiße Requiem“ von Roland Leistner-Mayer)

Zwischen den Musikstücken lesen aus ihren Gedichten Josef Hrubý, Ernst-Josef Krzywon und Rudolf Mayer-Freiwaldau.

Musikalisches Programm:

Widmar Hader: Aphorismen von Rudolf Mayer-Freiwaldau für Flöte und Sprecher, interpretiert von Eberhard Wächter (Flöte) und Widmar Hader (Sprecher)

Roland Leistner-Mayer: Aus: Beziehungen op. 64 (1991); Liederzyklus nach Texten von Rudolf Mayer-Freiwaldau: von der CD „Beziehungen“ mit Anette Joanna Niemeier (Sopran) und Robert F. Schneider (Klavier)

Widmar Hader: Erwarte die Zeit (Zyklus nach Haikus von Rudolf Mayer-Freiwaldau) für gemischten Chor a cappella (CD-Aufnahme des Chorensembles Vokaletta Regensburg)

Widmar Hader: Chor „Buoh všemohúci“ und „Lebt wohl für heute“, Monolog des Jan Hus aus dem 1. Akt der Oper JAN HUS oder: Die gewendete Zeit (Libretto: Rudolf Mayer-Freiwaldau), (CD-Konzertmitschnitt mit Thomas E. Bauer, Bariton, und Chor und Orchester unter Leitung von Widmar Hader)

in Zusammenarbeit mit der Ackermann Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising, dem Adalbert Stifter Verein und der Künstlergilde Esslingen, Landesgruppe Bayern.
Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Dienstag, 5. Juli 2011, 18.30 Uhr

 
Buchpräsentation zum 80. Geburtstag des Autors

Walter Gaudnek:
Im Schatten der Ikone - Das Heilige im Bild

Einführung: Michael Petzet

Prof. Walter Gaudnek PhD. wurde am 1. Juli 1931 in Fleyh (Bezirk Dux, Böhmen) geboren. Vor der Vertreibung aus dem Sudetenland besuchte er die Volksschule in Hrobschitz, die Hauptschule in Bilin und war als 14jähriger von Juli 1945 bis November 1946 Zwangsarbeiter in Hrobschitz, Laun und Kozojedy. Im November 1946 landete er im Durchgangslager Dachau mit folgenden Stationen in Schrobenhausen - 1947 besuchte er die Realschule in Schrobenhausen - Ingolstadt - von 1948 bis 1951 die damalige Oberrealschule in Ingolstadt (heute Christoph-Scheiner-Gymnasium) - und München. 1951 studierte er an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München und ab 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit der Auszeichnung als Meisterschüler bei Prof. Ernst Geitlinger. 1953 gründete er zusammen mit H. E. Gabriel die Neue Galerie in Ingolstadt und folgend die Zimmergalerie und Galerie 17 in München. Von 1957 bis 1959 setze er sein Studium an der University of California mit einem Fulbright Stipendium und als Teilnehmer des International Educational Exchange Program fort. Er promovierte 1968 an der New York University mit dem Thema „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in der amerikanischen Malerei der Gegenwart“. Seit 1970 ist er Professor für Malerei, Design und Kunstgeschichte an der University of Central Florida in Orlando.
Er gehört seit den 1970er Jahren zu den Hauptvertretern der Pop-Art und griff als einziger Pop-Art-Künstler auch religiöse Themen (zum Beispiel Kreuzweg in St. Michael in Schweinfurt) auf. So wird er oft als einziger Pop-Art-Künstler mit religiösen Themen bezeichnet, sein Werk ist aber viel reicher und enthält überraschungen. In Altomünster gründete er 1999 das Gaudnek Europa Museum und die Gaudnek Galerie. In drei Etagen sind dort rund 400 seiner Bilder und Skulpturen ausgestellt. Das Museum zeigt eine Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Collagen, Assemblagen, Objekten, Skulpturen, Druckgrafik, das „Theater aus dem Koffer“, ein Archiv mit Fotos und Dokumenten aus den Jahren 1949–2005. Auch in der Galerie im Treppenhaus der Volksschule Altomünster sind viele seiner Pop-Art-Werke zu bewundern.
1990 wurde er als „Distinguished Researcher of the Year“ der University of Central Florida ausgezeichnet. Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur erhielt er 1994.
1998 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen. Er kann auf mehr als 200 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien, Kolumbien, Brasilien England, Spanien und in der Vereinigten Staatem sowie anderen Ländern zurückblicken.

Prof. Dr. Michael Petzet wurde am 12. April 1933 in München geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten von München und Paris. 1961 dissertierte er über die Abteikirche Sainte-Geneviève - das jetzige Pariser Panthéon - von Jacques-Germain Soufflot. Von 1972 bis 1974 arbeitete er als Direktor des Lenbachhauses in München; danach war er Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bis zum Eintritt in der Ruhestand im Jahr 1999. Im gleichen Jahr wurde er zum Präsidenten des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Rates für Denkmalpflege ICOMOS (= International Council on Monuments and Sites) berufen.

Der Jubiläumsband "Im Schatten der Ikone - Das Heilige im Bild" wird vom Bistum Eichstätt und dem Kulturreferat der Stadt Ingolstadt gemeinsam herausgegeben. ISBN 978-3-932113-550

 

 
 
 

Dienstag, 26.  Juli 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, gewidmet dem 70. Geburtstag des Vizepräsidenten der Akademie, Widmar Hader
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Konzert des Karlsbader Sinfonieorchesters
unter Leitung von Armin Rosin und Dietmar Gräf

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Nach der Vertreibung kam er 1946 nach Bad Reichenhall. Er studierte 1960/61 am Mozarteum in Salzburg und von 1961 bis 1965 an der Staatlichen Musikhochschule in Stuttgart.  Danach wirkte er als Musikdozent an mehreren staatlichen Instituten.
Sein Lebenswerk und eine ganz persönliche Leistung war die Planung, Vorbereitung und schließlich Durchsetzung eines Sudetendeutschen Musikinstituts, welches schließlich vom Bezirk Oberpfalz in Regensburg errichtet wurde. Hader war von 1990 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2006 dessen Direktor.
Als Komponist von Orchester-, Ballett-, Kammer-, Klavier-, Orgel- und Vokalmusik erwarb er sich einen international geachteten Namen durch Aufführungen in Europa, Israel und Amerika, was sich auch in der
Verleihung des Großen Sudetendeutschen Kulturpreises 1996 niederschlug. 1978 begründete er die alljährlich in der Woche nach Ostern stattfindenden Sudetendeutschen Musiktage, die er bis 2006 leitete, und 1990 die Elbogener Orgelfeste, die er bis 2005 organisierte und bei denen er Kontakt mit tschechischen Künstlern pflegte.
Als Höhepunkt seines Wirkens ist die Herausgabe des zweibändigen "Lexikon zur Deutschen Musik-Kultur" (Böhmen-Mähren-Sudeten-
schlesien) zu nennen, das mittlerweile Eingang in viele Bibliotheken in Europa gefunden hat. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist seit dem Jahr 2000 Vizepräsident der Akademie.

Das Karlsbader Sinfonieorchester führt die Tradition des 1835 von Josef Labitzky in Karlsbad gegründeten "Saison-Kur-Klangkörpers" fort. In den Jahren 1911-1941 leitete Robert Manzer das Orchester. Er führte das Orchester zu einem beachtlichen Niveau und knüpfte Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Musik. Unter anderen leitete der Komponist und Dirigent Richard Strauss eine Aufführung seiner Oper "Salome". Von der Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Otto Sylvester Rosin, der Vater von Armin Rosin, dem Orchester als Soloposaunist an. Seit Juni 2005 sind Prof. Jiøí Stárek Chefdirigent und MgA. Šimon Kaòka Direktor des Orchesters.

Prof. Armin Rosin wurde am 25. Februar 1939 in Karlsbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst in Ansbach und dann im Bamberg eine neue Heimat. Nach dem Abitur in Bamberg studierte er Musik (Posaune, Gesang und Dirigieren) an der Staatlichen Hochschule für Musik München und am Konservatorium in Nürnberg sowie Musikwissenschaft an der Universität Erlangen. Als 21-jähriger wurde er bereits Solo-Posaunist der Bamberger Symphoniker (1960-1966) und 1968 des Radiosinfonieorchesters Stuttgart. 1980 erhielt er an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart eine Professur für Posaune und Bläserkammermusik. Armin Rosin beherrscht alle Stile von der Alten Musik bis hin zur Avantgarde und spielte zahlreiche Uraufführungen ihm gewidmeter Kompositionen. Auch als Dirigent, darunter der Marienbader Sinfoniker, des Radio-Symphonieorchesters Pilsen oder des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim, tritt Rosin immer wieder in Erscheinung. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des Großen Sudetendeutschen Kulturpreises (2003), der Ehrenbürgerwürde der koreanischen Millionenstadt Jeju (2005) und des Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2008). 1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist derzeit Stellvertretender Sekretar dieser Klasse.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Programm:

Widmar Hader: "Cantus traductus" für Posaune und großes Orchester, Dirigent Dietmar Gräf, Solist Armin Rosin
(Der "Cantus traductus" beruht auf einer Melodie aus der Zeit des Kaisers und böhmischen Königs Karl IV. und ist Armin Rosin gewidmet)

Verleihung des Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der KünstlerGilde an Widmar Hader durch den 1. Vorsitzenden Dr. Wolfgang Schulz, Berlin

Laudatio Dr. Dietmar Gräf

Grußworte:
Dr. Andreas Wehrmeyer für das Sudetendeutsche Musikinstitut Regensburg
Dipl.-Ing. Oswald J. Haberhauer für den Verein der Freunde und Förderer der Sudetendeutschen Musikkultur e.V.

Widmar Hader: Prozessionstheater aus der Oper "Jan Hus" (konzertante Version), Dirigent Armin Rosin
(Das Prozessionstheater schließt den 1. Akt der Oper.)

In Zusammenarbeit mit "Die KünstlerGilde". Das Konzert wurde gefördert durch die Sudetendeutsche Stiftung, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (vertreten durch den Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein), den Verein der Freunde und Förderer der Sudetendeutschen Musikkultur e.V. und das Sudetendeutsche Musikinstitut.

 
 
 
Freitag, 28. Oktober 2011, 14.00 Uhr c.t.
 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 28. Oktober 2011, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2011

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Thomas Schubert: Ein kleiner Herbstzyklus
Septembermorgen (Eduard Mörike) - Manches Mal (Ilse Brem) - Komm in den totgesagten park und schau (Stefan George) - Lebenskunst (Goethe zugeschrieben)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Grußworte
Jörg Rohde, MdL, Vizepräsident des Bayerischen Landtages,
Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Thomas Schubert: Schläft ein Lied in allen Dingen
Ergebung - Waffenstillstand der Nacht - Wünschelrute

Drei Gedichte von Joseph von Eichendorff für mittlere Stimme und Klavier

Festvortrag
Prof. PhDr. František Mezihorák, CSc., Dr. h.c., Senator em. Palacký-Universität Olmütz,
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse:

Aversionen, Vorurteile und Mythen
im Bewusstsein der mitteleuropäischen Nationen

Franz Schubert: Klavierstück (1815/16?)
aus Sonatenfragmenten rekonstruiert von Thomas Schubert

Verleihung des Adolf-Klima-Stipendiums
an Katharina Anna Aubele MA
Laudatio: Prof. Dr. Hans-Michael Körner

Thomas Schubert: Hölderlin-Portrait
An die jungen Dichter - Sokrates und Alkibiades - An Zimmern - An die Parzen - Lebenslauf

Gedichte von Friedrich Hölderlin für mittlere Stimme und Klavier

Musikalische Umrahmung
         Maria Soulis (Mezzosopran)
         Thomas Schubert (Klavier)

 

 
 
 

Samstag, 29. Oktober 2011, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 29. November 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Andrej Šumbera
Die böhmischen Krönungskleinodien

Andrej Šumbera wurde am 29. August 1955 in Prag geboren. Er studierte Metallgravierung an der Fachschule für Kunstgewerbe in Jablonec nad Nisou / Gablonz sowie an der Hochschule für Kunstgewerbe in Prag, Atelier Metall – Schmuck. Nach dem Studienabschluss widmete er sich der Gestaltung eigener Schmuckstücke, ab dem Jahr 1985 führte er zusammen mit der akademischen Bildhauerin Alena Nováková Restaurierungsarbeiten durch. Seit 1987 ist er selbständiger Restaurateur im Bereich Goldschmiedekunst und künstlerisch-handwerkliche Verarbeitung von Metallen. In den Jahren 1987-1991 beteiligte er sich an der Restaurierung und Erforschung des Bestandes der Schatzkammer der Prager Burg.

Zu den Objekten, die er restauriert hat, gehören unter anderem das romanische Reliquiar des Heiligen Maur, die Bronzestatuen im Lapidarium des Nationalmuseums in Prag, die Statuengruppe des Heiligen Wenzels am Wenzelsplatz in Prag und ein Teil des silbernen Grabmonuments des Heiligen Johannes von Nepomuk im St. Veits-Dom. An Universitäten und Institutionen in der Tschechischen Republik wie auch im Ausland hält er Vorlesungen zu den historischen künstlerisch-handwerklichen Verfahren im Bereich Metall-Schmuck und zur Problematik der Metallrestaurierung. Zurzeit ist er Projektleiter von „Prag – einzigartiges Kunstmosaik“, er nimmt an dem internationalen Projekt „Authentico“ teil, das sich mit der Dokumentierung von Goldschmiedetechniken beschäftigt.

Andrej Šumbera fungiert vor allem als Sachverständiger und Berater im Bereich Restaurierung, Konservierung, Installierung oder Archivierung von Sehenswürdigkeiten. In der letzten Zeit hat er sich hauptsächlich der Restaurierung der böhmischen Kronjuwelen gewidmet. Bei der detaillierten Untersuchung der Juwelen, insbesondere der angewandten Techniken der Goldschmiedearbeit, in den Jahren 1998 und 2003 fertigte er eine umfangreiche Fotodokumentation an.
„Schön an meiner Arbeit ist, dass die Welt der modernen Technik es ermöglicht, eine uralte Kunstfertigkeit zu entdecken und kennen zu lernen, vor der wir uns oftmals sehr tief verbeugen müssen. Die Krone ist mit einer gewissen Aureole, mit einem Hauch von Kostbarkeit und Unantastbarkeit umgeben, vielleicht auch deshalb, weil sie der Öffentlichkeit nur auf begrenzte Zeit in bestimmten Zeitfenstern zugänglich ist. Es geht nicht nur um die Tradition und den Wunsch Karls IV., sondern darum, dass die Krone dem Heiligen Wenzel geweiht ist und in der Nähe seines Grabes aufbewahrt werden soll (...) In der Schatzkammer des St. Veits-Doms gibt es viele Kleinodien, die noch nicht ausreichend mittels moderner Methoden erforscht worden sind und die einen restauratorischen Eingriff verdienen würden. Mit Sicherheit verbergen sich hier weitere überraschungen wie beispielsweise das gut durchdachte, harmonisch ausgewogene Reliquienkreuz. Es hat eine eindeutige Ästhetik und klare Philosophie. Das ist aber eine Eigenschaft aller Aktivitäten Karls IV., an denen sich heutige Politiker ein Vorbild nehmen könnten.“
Der Restaurationsprozess erfordert nicht nur Kenntnisse im Bereich der Goldschmiedetechniken und chemischen Vorgänge bei der Konservierung, sondern auch Wissen auf dem Gebiet der Kunstgeschichte. Die Krone des Heiligen Apfels, das königliche Zepter und der königliche Apfel sind mittlerweile sehr gründlich erforscht worden, jedoch kann jede neue Forschung neue Erkenntnisse bringen. Es würde sich daher lohnen, die Forschungsergebnisse mit Forschungsarbeiten zu Kleinodien im Ausland zu vergleichen.

Inhalt
Die böhmischen Kronjuwelen bilden einen Komplex historisch wie auch künstlerisch außerordentlich wertvoller Gegenstände, die Teil der Krönungszeremonie der böhmischen Könige waren. Obwohl sie seit der Entstehung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 nicht mehr diesem Zweck dienen, bleibt ihre außerordentliche Bedeutung bestehen – sie sind unanfechtbare Symbole der tschechischen Staatlichkeit. Die Kronjuwelen setzen sich aus der Krone des Heiligen Wenzels, dem königlichen Apfel, Zepter und Gewand (ein Mantel verziert mit Hermelin, Gürtel, Stola) zusammen. Die Einzigartigkeit der böhmischen Kronjuwelen wird durch die Tatsache unterstrichen, dass die Kronjuwelen traditionell, gemäß der Bestimmungen von Kaiser Karl IV., nur zu besonderen Anlässen und ausschließlich auf der Prager Burg ausgestellt werden. Bei der Restaurierung wurden die Kronjuwelen modernen Untersuchungsmethoden unterzogen. Die Forscher gelangten zu einigen überraschenden Feststellungen, insbesondere hinsichtlich der Herkunft und Art einiger der Edelsteine. Genauere Untersuchungen ermöglichten zudem eine bessere Datierung der Entstehung des Zepters, des Reichsapfels und weiterer Bestandteile.

in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Dienstag, 31. Januar 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Hans Michael Körner:
König Ludwig II. von Bayern:
historisch-politische Dimensionen eines bayerischen Dauerthemas

Prof. Dr. Hans-Michael Körner wurde am 10. Juni 1947 als Sohn sudetendeutscher Eltern in Eschlkam, Landkreis Cham, geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Cham 1966 studierte er Deutsche Philologie und Geschichte für das Gymnasiallehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er schloss mit dem Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Universität Regensburg. In Regensburg wurde Körner 1976 mit einer Arbeit zu Staat und Kirche in Bayern promoviert. Anschließend wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die Universität zurück, wo er am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitationsschrift mit dem Titel "Staat und Geschichte im Königreich Bayern" einreichte. Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte. Er ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Herausgeber des Historischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft und Vorstand des Archivs der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Landesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der "Großen Bayerischen Biographischen Enzyklopädie", einer Geschichte des Königreichs Bayern und der Bände zu Altbayern, Schwaben und Franken des "Handbuchs der historischen Stätten". 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Inhalt
Das Geheimnis um den Tod im Starnberger See, die nächtlichen Schlittenfahrten im Gebirge, die Separatvorstellungen im Nationaltheater, eine phantastische Züge annehmende Bautätigkeit, absolutistische Herrschafts-Visionen, das Gerücht um die Homosexualität, die Diskussion um Geisteskrankheit und Regierungsunfähigkeit: Von Käutner bis Visconti, von den König-Ludwig-II.-Vereinen im Oberland bis zur Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte auf Herrenchiemsee, vom Münchner Boulevard-Journalismus bis zur spezialisierten Doktorarbeit fächert sich die Beschäftigung mit dem so bezeichneten Märchenkönig vielfältig auf, fällt es schwer, eine stimmige Deutung zu formulieren, die jenseits des Klischees und vordergründiger Rehabilitierungsversuche wissenschaftlicher Seriosität verpflichtet ist und gleichzeitig die Faszination der Figur Ludwigs ernst nimmt. – Demgemäß muss man beides zum Thema machen: die Frage nach der Genese des Ludwig-II.-Mythos' und seinen Erscheinungsformen seit den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts einerseits und die Positionierung des Königs in der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit des Königreichs Bayern als einer konstitutionellen Monarchie und einem Gliedstaat des deutschen Kaiserreichs nach 1871 andererseits.

Moderation
Prof. Dr. Walter Ziegler

Zweck der Karl Graf Spreti Stiftung sind die Förderung von wissenschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Vorhaben zur Erinnerung an den 1970 in Guatemala ermordeten deutschen Botschafter Karl Graf von Spreti einerseits und die wissenschaftliche Durchdringung der Außenbeziehungen Bayerns in deren ganzer Bandbreite andererseits.

in Zusammenarbeit mit der Karl Graf Spreti Stiftung

 
 
 

Dienstag, 20. März 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Heinrich Rubner:
Die Sudetenlärche seit der Renaissance –
ein Beitrag zur Böhmischen Forstgeschichte

Prof. Dr. phil. Heinrich Rubner wurde am 2. November 1925 in Grafrath, Oberbayern, als Sohn des Forstwissenschaftlers und späteren Ministerialdirektors Konrad Rubner (1886-1974) geboren. 1955 wurde er mit der Dissertation  Die Wälder der Inn-Salzach-Platte an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. 1962 habilitierte er sich mit der Schrift Untersuchungen zur Forstverfassung des mittelalterlichen Frankreichs an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war dort anschließend von 1963 bis 1969 Dozent für Forstgeschichte. In dieser Zeit entstand eines seiner Hauptwerke, die Forstgeschichte im Zeitalter der industriellen Revolution (1967). Dann wechselte Rubner an das Institut für Geschichte der Universität Regensburg, wo er ab 1969 bis zu seiner Emeritierung eine Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte innehatte. Einer seiner Schwerpunkte blieb die Erforschung der europäischen Forst- und Jagdgeschichte. Diese Untersuchungen mündeten 1985 in sein wohl wichtigstes Buch: Deutsche Forstgeschichte 1933 – 1945. Forstwirtschaft, Jagd und Umwelt im NS-Staat. Die umfassende Darstellung der Entwicklung der deutschen Forstwirtschaft während der Zeit des „Dritten Reiches“ schloss eine große Lücke in der bisherigen Aufarbeitung dieser Zeit aus forstlicher Sicht. Von 1979 bis 1992 war Rubner Deputy Leader der Arbeitsgruppe "Wald- und Forstgeschichte“ der International Union of Forestry Research Organizations (IUFRO). Auch nach seiner Emeritierung leitete Rubner mehrere Forschungsprojekte und veröffentlichte die Ergebnisse seiner Untersuchungen in verschiedenen Fachzeitschriften. So unterstand ihm das Forschungsvorhaben "Forstgeschichte Sachsens in Mittelalter und Neuzeit“. Rubners persönliches Interesse gilt besonders dem Böhmerwald als ostbayerisch-böhmischem Grenzgebirge und dessen Sozialgeschichte. Hierzu leitete er das 1995 abgeschlossene Forschungsprojekt "Juden im böhmisch-bayerischen Grenzbereich“. Mit der 1994 veröffentlichten Biographien-Sammlung Hundert bedeutende Forstleute Bayerns (1875 - 1970) schloss Rubner zudem eine weitere Lücke der forstlichen Forschung.

Moderation
Ministerialdirigent a. D. Reinhold Erlbeck

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Institut

 
 
 

Samstag, 26. Mai 2012

 
Vortrag im Rahmen des 63. Sudetendeutschen Tages

Peter Ernst Huber:
Fortschritte bei der Krebsbehandlung aus der Sicht des Radioonkologen

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Peter Ernst Huber wurde am 23.01.1965 in Mosbach (Baden) geboren. Seine Mutter ist Sudetendeutsche und stammt aus Schönau bei Neutitschein (Ostsudetenland). Er studierte ab 1984 an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Physik und nahm parallel ab Oktober 1985 ein Medizinstudium gleichfalls in Heidelberg auf. 1989 bestand er das Medizinische Staatsexamen, 1990 die Diplom-Prüfung in Physik. Im Februar 1995 erfolgt die Promotion zum Dr. med. mit magna cum laude, 1996 die Promotion zum Dr. rer. nat. mit summa cum laude. Von 1998 bis 2000 forschte er als Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Harvard Universität in Boston. Im Jahr 2000 erhielt die Anerkennung als Facharzt für Strahlentherapie. Ab 2001 ist er Oberarzt der Abteilung Strahlentherapie der Universitätsklinik Heidelberg und gleichzeitig Oberarzt der Abteilung Strahlentherapie am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Im Juli 2002 habilitierte er sich im Fach Strahlentherapie in Heidelberg. 2003 legte er das medizinische Staatsexamen USA ab (United States Licensing Medical Examination). Im gleichen Jahr wurde er stellvertretender Leiter der Abteilung Strahlentherapie am DKFZ. 2004 erfolgte die Berufung zum Direktor dieser Abteilung. 2005 wurde er zum Adjunct-Professor an der Tufts University, School of Medicine, in Boston (Massachusetts) und zum außerplanmäßigen Professor an der Ruprecht-Karls-Universität ernannt. Seine Forschungsgebiete umfassen die Arbeitsfelder Strahlentherapie mit Photonen und mit schweren Ionen (Teilchentherapie). In der präklinischen radiobiologischen Forschung untersucht er die Interaktion von Strahlen beziehungsweise Teilchen mit dem Blutgefäßsystem und den Prozess der Tumorangiogenese. Er entwickelte biologische Prädiktoren für die Wirkung der Strahlentherapie, um die genetische, epigenetische, proteinchemische und andere Strahlenantworten zu verstehen. Daneben benutzte er fokussierte Ultraschallwellen zur MRT-gestützten Tumortherapie. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen. 

in Zusammenarbeit mit dem Bundeskulturreferenten der Sudetendeutschen Landmannschaft

 
 
 

Dienstag, 29. Mai 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Winfried Böhm:
Jean-Jacques Rousseau - Wasserscheide der abendländischen Pädagogik
Podiumsdiskussion mit Staatsminister a. D.
Hans Maier

Prof. Dr. phil. Dr. phil. h.c. Winfried Böhm wurde am 22. März 1937 in Schluckenau (Bezirk Tetschen, Nordböhmen) geboren und lebte bis 1949 in Reichenberg / Liberec. Nach der Mittleren Reife (in Königstein im Taunus) absolvierte er eine musikalische Ausbildung und eine Banklehre, holte danach das Abitur nach und studierte dann Philosophie, Pädagogik, Theologie, Geschichte und Musikwissenschaft in Bamberg, Würzburg und Padua. Dabei kam er in Kontakt mit Theodor W. Adorno, Giuseppe Flores d’Arcais, Romano Guardini und Albert Reble. Er wurde 1969 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf Grund der Dissertation Maria Montessori : Hintergrund und Prinzipien ihres pädagogischen Denkens promoviert und habilitierte sich dort 1973 mit der Schrift Kulturpolitik und Pädagogik Paul Oestreichs. Von 1974 bis März 2005 war er ordentlicher Professor für Pädagogik und Vorstand des Instituts für Pädagogik an der Universität Würzburg. Gastdozenturen führten ihn an renommierte Universitäten in Italien (Rom, Padua), Südamerika (Buenos Aires, Santiago de Chile) und in die USA (Provo, Harvard). 1987-1988 war er Research Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies in Social Sciences and Humanities. 1987 verlieh ihm die Universidad Católica de Córdoba / Universidad Jesuita (Argentinien) die Würde eines philosophischen Ehrendoktors. Er ist Mitglied der wissenschaftlichen Akademien in Padua, Messina und Córdoba. Von 1987 bis 2002 war er Präsident der Deutschen Montessori-Gesellschaft. Im Jahr 2004 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Silvesterordens. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Erziehungsphilosophie, Geschichte und Theorie der Erziehung und Bildung, Vergleichende Pädagogik und Geschichte und Theorie der Schule. Seine über 40 Bücher und rund 400 Aufsätze wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sein allerjüng­stes Buch (2012) befasst sich mit Jean-Jacques Rousseau als Pädagogen. Außerdem verfasste er das Libretto für die von Wilfried Hiller komponierten Kirchenoper "Augustinus - Ein klingendes Mosaik", die 2005 in München uraufgeführt wurde. 1989 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Hans Maier wurde am 18. Juni 1931 in Freiburg im Breisgau geboren. Von 1970 bis 1986 war er Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus (einschließlich Wissenschaft, Forschung und Kunst). Von 1988 bis zur Emeritierung 1999 besetzte er den Romano-Guardini-Lehrstuhl der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1976 bis 1988 war er außerdem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Zum Thema:

Wenn der britische Mathematiker und Philosoph Alfred North Whitehead gesagt hat, man könne die abendländische Philosophie insgesamt als Fußnoten zu Platon charakterisieren, dann könnte man im Hinblick auf die abendländische Pädagogik Ähnliches über Rousseau sagen (dessen Geburtstag sich am 28. Juni zum 300. Male jährt) und eine Pädagogik vor Rousseau und eine nach ihm unterscheiden. Rousseau wird als der „Entdecker“ des Kindes und als der Vater der modernen Erziehung bezeichnet, und sein genau vor 250 Jahren geschriebener „Émile“ ist bis heute das meistgelesene Erziehungsbuch der Weltliteratur. Der Autodidakt Rousseau hat aber nicht nur die Erziehung neu denken und sehen gelehrt, sondern mit seinem Gesellschaftsvertrag auch die moderne Demokratie grundgelegt, mit seiner "Julie oder Die neue Heloise" einen der ergreifendsten Liebesromane geschrieben und mit seinen Kompositionen und musikphilosophischen Schriften Bedeutendes geleistet. Rousseau war von Grund auf ein Denker in Paradoxien. Und so, wie es für ihn keinen perfekten Staat und keine vollkommene Liebe geben kann, hält er auch eine gelingende Erziehung nur für einen schönen Traum und für ein unbeendbares Projekt – zum Scheitern verurteilt.

 

 
 
 

Donnerstag, 28. Juni 2012, 18.30 Uhr

 
B u c h p r ä s e n t a t i o n

Isa Engelmann:
Reichenberg und seine jüdischen Bürger - Zur Geschichte einer einst deutschen Stadt in Böhmen

Isa Engelmann wurde als tschechoslowakische Staats-bürgerin mit deutschsprachigen Eltern am 12. Juni 1936 in Bombay / Britisch Indien geboren. Der Vater war während des Zweiten Weltkrieges Zivilinternierter in Indien, weil die Familie in Folge des Anschlusses des Sudetenlandes an das Deutsche Reich zu deutschen Staatsbürgern geworden war.
Im Dezember 1939 kam die Restfamilie nach Reichenberg und wohnte in dem von den Großeltern und den Eltern 1935 erbauten Einfamilienhaus. Isa Engelmann besuchte von 1942 bis 1945 die deutsche Volksschule in Reichenberg-Altharzdorf. Nach der Vertreibung und der Rückkehr des Vaters aus der Internierung lebte die ganze Familie 1948 in Frankfurt-Höchst, wo Isa Engelmann 1956 das Abitur an der Helene-Lange-Oberschule für Mädchen ablegte. Im Jahr 1959 erhielt sie ein Diplom am übersetzer- und Dolmetscherinstitut der Universität Mainz in Germersheim und sie war anschließend zwei Jahre als übersetzerin und Dolmetscherin beim Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft in Frankfurt am Main tätig. Sie heiratete 1962 einen Italiener und übersiedelte nach Verona. Im kunsthandwerklichen Familienbetrieb war sie verantwortlich für Produktentwicklung und Export. Zum ersten Mal nach dem Krieg besuchte sie 1990 Reichenberg.
Im Jahr 2000 trat sie in den Ruhestand und veröffentlichte ihr erstes Buch „Blauer Flieder – Wiedersehen in Böhmen“ (Langen Müller Verlag München, 2004 tschechisch unter dem Titel „Návrat pod zelenou støechu“ – Rückkehr unter das grüne Dach) mit der Absicht, die Identitätsprägung durch die Heimat verständlich zu machen. Das Buch gab der tschechischen Regisseurin Blanka Závitkovská die Anregung zu dem Dokumentarfilm „Dùm se zelenou støechou“. Für die Holocaust-Gedenkhalle auf dem jüdischen Friedhof in Reichenberg, die am 9. November 2008 unter der Schirmherrschaft des tschechischen Senatspräsidenten Dr. Pøemysl Sobotka eröffnet wurde, erstellte sie die Liste der Opfer.

Das Buch „Reichenberg und seine jüdischen Bürger“ (LIT-Verlag Münster, ISBN 978-3-643-11737-3) beruht auf einer jahrelangen Recherche über die Bürger jüdischer Abstammung, die in Reichenberg gelebt haben. Es beschreibt die Geschichte ihrer Ansiedlung und die Rolle bedeutender Bürger, sowie die historischen Gebäude, die heute an sie erinnern. Mit einer Liste mit fast 800 Holocaustopfern und einer Aufstellung von enteigneten gewerblichen Betrieben ist diese Publikation ein wichtiger Beitrag zur sudetendeutschen Geschichte.
Es handelt sich um Band 10 der Reihe Erträge Böhmisch-Mährischer Forschungen, der in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Reichenberg herausgegeben wird. Unterstützt wurde der Druck vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Eine tschechische übersetzung des Buches erschien bereits 2007 unter dem Titel „Židé v Liberci – K dìjinám obyvatel mìsta pod Ještìdem“ (ISBN 978-80-239-9169-7), finanziert von der Jüdischen Gemeinde Reichenberg und herausgebracht vom Kruh autorù Liberecka (Kreis Reichenberger Autoren).Der übersetzer Luboš Pøíhoda, Präsident des Kreises Reichenberger Autoren, und RNDr. Michal Hron, Präsident der Jüdischen Gemeinde Reichenberg, werden bei der Präsentation anwesend sein.

in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Reichenberg

 
 
 

Dienstag, 31. Juli 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Helga Unger:
Lesung aus dem Roman "Die Ketzer von Rocailles" sowie ausgewählter Lyrik mit Klavier-Phantasien von Dr. Dietmar Gräf

Dr. phil. Helga Unger wurde 1939 in Brünn (Mähren) geboren. Nach der Vertreibung 1945 verbrachte sie ein Jahr in Wien. Seit 1946 lebt sie in Bayern. Nach Kindheit und Jugend in Chieming am Chiemsee und in Traunstein, wo sie 1958 das Abitur ablegte, studierte sie Germanistik und Romanistik (Französisch) an der Universität München. 1963 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen ab. Mit einer Dissertation über mittelalterliche Franziskanermystik wurde sie 1966 zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1963 bis 1968 war sie als wissenschaftliche Assistentin, von 1966 bis 1971 als Lehrbeauftragte für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters am Seminar für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. 1968 bis 1970 absolvierte sie die Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Bayern. Von 1970 bis 2002 war sie in verschiedenen Funktionen im Bibliotheksdienst tätig, so von 1978 bis 1988 als stellvertretende Leiterin der Universitätsbibliothek Bamberg, von 1988 bis 1995 als Referentin für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern, von 1995 bis 2002 als Leitende Direktorin der Abteilung Bestandserhaltung der Bayerischen Staatsbibliothek. Helga Unger hat neben bibliothekarischen Fachpublikationen Editionen und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit, darunter zur mittelalterlichen Frauenmystik und zum Beginentum, vorgelegt. Als Schriftstellerin hat; sie neben Zeitschriftenbeiträgen fünf Lyrikbände und einen Erzählband veröffentlicht. Sie erhielt 2002 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur. 2005 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

in Zusammenarbeit mit dem Bundeskulturreferenten der Sudetendeutschen Landmannschaft

 
 
 

Dienstag, 25. September 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Ukrainische Freie Universität: Die Prager Periode -
Deutsche Elemente in ihrem akademischen Wirken

Vorträge:
Prof. Dr. Nicolas Szafowal: Die Ukrainische Freie Universität in der Prager Periode
Dr. Roman Yaremko: Der deutsch-ukrainische akademische Dialog in Prag: 1921 – 1945
Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Rudolf Fritsch

Prof. Dr. phil. Nicolas Szafowal ist ein in Buenos Aires im Jahre 1955 geborener Politologe. Sein Studium der Fächer Politik sowie Wirtschaft, Recht und Geschichte in Argentinien schloss er mit zwei Magistergraden ab. Anschließend wurde er Lehrbeauftragter an der Pontificia Universidad Católica Argentina „Santa María de los Buenos Aires“. Ab 1986 konnte er mit Hilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung seine Studien in Deutschland fortsetzen. Nach seiner Promotion an der Universität Passau aufgrund der Dissertation „Die Instabilität des politischen Systems in Argentinien 1930-1983“ erhielt er eine Stelle an der Ukrainischen Freien Universi-tät, wo er bis Ende Juli 2012 tätig war, zuletzt als Kanzler und Direktor des Universitätsinstituts zur Erforschung der Deutsch-Ukrainischen Beziehungen. Im Juli 2012 wurde er mit der Medaille "Mérite Européen" der Fondation du Mérite Européen , Luxembourg, ausgezeichnet.
Dr. phil. Roman Yaremko, geboren 1976 in Lemberg (L’viv), ist Germanist und Literaturwissenschaftler. Nach seiner Promotion über Max Frisch (2007) arbeitet er seit 2009 am Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm und ist seit 2006 Lehrbeauftragter für vergleichende Literaturwissenschaft an der Ukrainischen Freien Universität.

Die Ukrainische Freie Universität (UFU) wurde am 17. Januar 1921 in Wien gegründet und zog noch im Herbst gleichen Jahres nach Prag um. Die tschechoslowakische Gastlandregierung gewährte der UFU die volle akademische Anerkennung und unterstützte sie auch finanziell.
Zu den Gründungsinitiatoren einer freien privaten Universität außerhalb der Ukraine gehörten damals Professoren, die an den österreichischen und russischen Universitäten lehrten, sowie Schriftsteller, Journalisten und Studenten, die sich nach dem Ersten Weltkrieg und den erfolgslosen ukrainischen Befreiungsbestrebungen im Exil befanden. In Prag lebte zu dieser Zeit eine bedeutende Anzahl von ukrainischen Wissenschaftlern, Professoren sowie Studenten. Das begünstigte die Entwicklung der Universität.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges ist die UFU nach München (Bayern) verlegt worden. Die Regierung des Freistaates Bayern hat am 16. September 1950 die UFU als eine Private Universität mit Promotions- und Habilitationsrecht anerkannt (s. die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Nr. XI 60710 vom 16.09.1950).

 

 
 
 
Freitag, 19. Oktober 2012, 14.00 Uhr c.t.
 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 19. Oktober 2012, 19.00 Uhr c.t.

 
 

Öffentliche Festveranstaltung 2012

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Michail Glinka (* 1804 Nowospasskoje bei Smolensk, † 1857 Berlin):
1. Satz (Allegro moderato) aus dem Trio Pathétique

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Peter Brömse (* 1912 Prag, † 2004 Burg auf Fehmarn,):
2. Satz (Sehr ruhig) aus der Klaviersonate 1987
(zum 100. Geburtstag des Komponisten, der Akademie-Mitglied war)

Festvortrag
Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Friedrich Stelzner,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:
Die Macht und Ohnmacht des Schweigens

Conradin Kreutzer (* 1780 Thalmühle, † 1849 Riga):
2. Satz (Andantino grazioso) aus dem Trio in Es-Dur op.43 für Klarinette, Cello und Klavier

Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2012
an die Saxophonistin Claudia Seidl
Laudatio: Vizepräsident Widmar Hader

Hermann Seidl (* 1958 Würzburg, stammt väterlicherseits aus dem Böhmerwald):
Drei kleine Stücke für Klarinette und Klavier.
I. Humoreske, II. Romanze, III. Burleske

Schlussworte

Felix Mendelssohn-Bartholdy (* 1809 Hamburg, † 1847 Leipzig):
Konzertstück Nr. 2 op. 114
für Klarinette, Violoncello und Klavier

Ausführende:
Prof. Elisabeth Ganter, Klarinette
Dr. Dietmar Gräf, Klavier (Akademiemitglied)
Dr. Gernot Grohs, Violoncello (Akademiemitglied)
Claudia Seidl, Sopransaxophon
Hermann Seidl, Klavier

Prof. Elisabeth Ganter erhielt ihre erste klarinettistische Ausbildung bei Emil Fanghänel, dem damaligen Soloklarinettisten des Tonhalle Orchesters Zürich. Nach ihrem Diplom in Winterthur studierte sie in den USA, in der Meisterklasse von Rosario Mazzeo in Boston, bei Mitchell Lurie in Los Angeles und in der Schweiz bei Hans Rudolf Stalder weiter. Konzertreisen, Musikfestivals und Rundfunkaufnahmen führten sie durch ganz Europa, China, Taiwan, Japan, die USA und Südamerika. Daneben lehrt sie am Konservatorium in Zürich und leitet internationale Meisterkurse für Klarinette und Kammermusikkurse.

Dr. phil. Dietmar Gräf besuchte die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik und Musikpädagogik; außerdem erlangte er das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, nebenher absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München. Er verfasste über 500 Kompositionen, spielte über 2000 Konzerte (auch international) und ist Intendant sowie Musikalischer Leiter des KneippMusikFestivals Bad Wörishofen.

Dr. phil. Gernot Maria Grohs studierte an der Hochschule für Musik zu Leipzig die Fächer Violoncello, Viola da gamba und Musikpädagogik mit Diplomabschluss; später wurde er vom Fachbereich Musikwissenschaften der Freien Universität Berlin promoviert. Er konzertiert als Violoncellist im In- und Ausland mit bekannten Pianisten; dabei stehen auch immer eigene Kompositionen für Violoncello und Klavier auf dem Pro¬gramm. Neben dieser künstlerischen Tätigkeit legte er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen zu musikwissenschaftlichen The¬men mit Schwerpunkt anhaltische Musikgeschichte vor. Er ist Direktor und Geschäftsleiter des Zweckverbandes Musikschule „Ottmar Gerster“ in Weimar.

Claudia Seidl wird in der Laudatio zur Verleihung des Adolf-Klima-Preises gewürdigt.

Ihr Vater Hermann Seidl studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik und Musikwissenschaft an der Universität in Würzburg. Er hat für fast alle Musikgattungen geschrieben, Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke, Elektronik, Jazz und Rock und Bühnenmusik für experimentelles Musiktheater. Seine Kompositionen wurden in vielen Län¬dern Europas und in übersee aufgeführt, so unter anderem in den USA, in Israel und auf den Philippinen. 1993 wurde er mit dem Förderpreis Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet. Im Sieburger Kompositionswettbewerb 2005 erhielt er einen 1. Preis. Bisher liegen zwei CDs mit seinen Werken vor, seine Kompositionen erscheinen in den Verlagen „Edition Music Contact“ (Pohlheim) und dem „Lau¬rentius-Verlag“ Frankfurt.

Zum Inhalt des Festvortrages:
Redet man vom Schweigen, muss von der Entstehung der Sprache im Verlauf der Evolution gesprochen werden. Die morphologischen Voraussetzungen waren erst vor 38.000 Jahren für eine einzige Hominidenart gegeben. An vielen Beispielen wird gezeigt, dass dem Fortschritt, der durch Sprache und Schrift zum Ausdruck kommt, durch planmässiges Schweigen neben dem Widerspruch hinderlich begegnet wird.
Irrtümer haben, weil sie meist einfach und verständlich sind, ein langes Leben. Der Verfügbarkeitsirrtum (availability bias) ist ein Signum unserer Zeit.
Heute erst wissen wir, warum die fundamentalen Erbgesetze Mendels erst nach über 30 Jahren ihre Anerkennung erfahren konnten und warum Darwin erst durch Schweigen andere zum Reden bringend sofort mit großem Erfolg seine Entstehung der Arten in die gerade heute noch anhaltende Diskussion bringen konnte. Heute wissen wir warum Runge, der das keimwidrige Karbol schon 1834 entdeckte und anwendete, bis 2010 fast vergessen war, obwohl Lister die Anwendung des, wie er immer sagte, "German Kreosol" zu einer Zeitwende in der Aseptik der keimwidrigen Chirurgie 1867 geführt hatte.
Neben dem heimlichen Wunsch der Anerkennung spielen die Gefühle, auch Neid und Bosheit, eine manchmal kaum durchschaubare Rolle.
Die Linguistik lehrt uns, dass es heute über die Erde verstreut nur diese artikulierte Sprache neben dem Schweigen gibt, die gerade bei noch urtümlichen Völkern mit besonders komplizierter Grammatik verbunden ist.

 

 
 
 

Samstag, 20. Oktober 2012, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Samstag, 20. Oktober 2012, 16.00 Uhr

 
öffentliches Konzert

Zitherorchester München-Pasing
Konzert mit Uraufführung

Uraufgeführt wird der Zyklus "Der dir bestimmte Pfad", komponiert vom Vizepräsidenten Widmar Hader, Text des Akademiemitglieds Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau.

Musikalische Leitung: Elizaveta Zarayskaya
Solistin: Adelheid Maria Thanner, Sopran

in Zusammenarbeit mit dem Zitherorchester München-Pasing e.V.

 
 
 

Dienstag, 27. November 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Christof Schuppler:
Die Winterreise
am Klavier begleitet von Dr. Dietmar Gräf

Der Bariton Christof. Schuppler wurde am 13. März 1939 in Mährisch Schönberg geboren. Er war Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München. 2009 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 

 
 
 

Dienstag, 29. Januar 2013, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

PhDr. Ivan P. Muchka:
Kaiser Rudolf II. (1576-1612) –
seine Kunst und Architektur und ihre Vorläufer

PhDr. Ivan P. Muchka wurde am 21. Mai 1946 in Prag geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1963 bis 1969 Kunstgeschichte an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Seine erste Berufstätigkeit übte er ab 1969 am Staatsinstitut für Denkmalerhaltung und Naturschutz aus. Im Jahr 1975 wurde er dort Leiter der Abteilung für die öffentlich zugänglichen Denkmäler. Seit 1986 arbeitet er im Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Wissenschaften in Prag (Ústav dìjin umìní, Akademie vìd Èeské Republiky, www.udu.cas.cz). Er publizierte zahlreiche Bücher und Aufsätze zum Thema der frühneuzeitlichen Architektur in Böhmen.

Inhalt
Die Erforschung der Kunst in der Regierungszeit Rudolfs II. hat in Prag bereits eine lange Tradition. Abgesehen von einigen interessanten kunsthistorischen Studien aus der Zeit um 1900 (von O. Pollak, K. Chytil, F. X. Harlas und anderen) entfaltete sich die Erforschung der rudolfinischen Malerei vor allem in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals wurden auf der Prager Burg viele Kunstwerke wieder entdeckt beziehungsweise neu identifiziert, und es wurde eine Dauerausstellung in der Gemäldegalerie der Prager Burg eröffnet (J. Neumann). In den folgenden Jahrzehnten fanden zwei sehr erfolgreiche Ausstellungen zum Thema statt, durch internationale Teams vorbereitet: „Prag um 1600“ (Essen 1988, Wien 1989) und „Rudolf II und Prag, Kaiserlicher Hof und Residenzstadt als kulturelles und geistiges Zentrum Mitteleuropas“ (Prag 1997). Seit dem Jahre 2000 gibt es in Prag eine spezialisierte Forschungsstelle an der Akademie der Wissenschaften – „Forschungszentrum für Bildende Kunst und Kultur im Zeitalter Rudolfs II.“ (Centrum pro výzkum umìní a kultury doby Rudolfa II.) - die unter anderem auch die Reihe „Bulletin Studia Rudolphina“ mit Beiträgen in englischer und deutscher Sprache herausgibt (www.udu.cas.cz/en/studia-rudolphina-1/). Der Vortrag widmet sich einem eher vernachlässigten Thema, und zwar der Architektur unter Rudolf II (1576-1612). Das Ziel ist, das künstlerische Schaffen kurz vor dem Herrschaftsantritt Rudolfs II zu charakterisieren und vor allem den "Genius loci" Prags als einen Schlüssel zur Interpretation einer der interessantesten Epochen der europäischen Kunstgeschichte in den Vordergrund zu rücken.

in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München.

 
  Dienstag, 26. März 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Herbert Zeman:
August Sauer – ein altösterreichisches Gelehrtenleben im Dienste der Kultur Böhmens

em. o. Univ-Prof. Dr. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich.
Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Moderation: Prof. Dr. Oliver Jahraus, Ludwig-Maximilians-Universität München

Inhalt
August Sauer (* 12. Oktober 1855 Wiener Neustadt / Niederösterreich, † 17. September 1926 Prag) besuchte das Schottengymnasium in Wien und legte 1873 die Matura-Prüfung ab. Danach studierte er Deutsche Philologie, Anglistik und Geschichte an der Universität Wien. 1877 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Nach einem Studienaufenthalt in Berlin habilitierte er sich 1879 in Wien. Es folgten akademische Zwischenstationen an der Universität Lemberg und der Karl-Franzens-Universität Graz.
1892 folgte er dem Ruf der Karl-Ferdinands-Universität, der Deutschen Universität in Prag, auf den Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur. 1907/08 war er Rektor der Universität.
Einen Großteil seiner Arbeit widmete er der Herausgabe von Werken Johann Wilhelm Ludwig Gleims, Johann Peter Uz', Ferdinand Raimunds und Franz Grillparzers.

in Zusammenarbeit mit dem Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Samstag, 18. Mai 2013, 17.00 Uhr  
S u d e t e n d e u t s c h e r   T a g   2 0 1 3
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Herbert Zeman:
„Wer die Dichter so versteht, ist selbst ein Dichter“ – Franz Schuberts poetisches Weltverständnis
mit Liedbegleitung

Messezentrum Augsburg, TC Ebene 2, Raum 2.11 B

em. o. Univ-Prof. Dr. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, ins besondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich.
Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Musikalische Ergänzung:
Teresa Puhrer (Sopran)
Julius Zeman (Klavier)

 
 
 
  Dienstag, 28. Mai 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Wolfdieter Bihl:
Die armenische Frage im Ersten Weltkrieg

em. o. Univ-Prof. Dr. Wolfdieter Bihl wurde am 11. Mai 1937 in Linz geboren. Er studierte 1955 bis 1962 Geschichte, Latein und Anglistik an der Universität Wien und erwarb anschließend das Doktorat der Philosophie. Er promovierte 1962 mit der Arbeit "Österreich-Ungarn und der Friede von Brest-Litowsk" bei Hugo Hantsch. 1975 wurde Bihl Universitätsdozent für Geschichte der Neuzeit. Er habilitierte sich mit der Arbeit "Die Kaukasus-Politik der Mittelmächte 1914–1918" und wurde 1977 außerordentlicher Professor der Universität Wien. Er war 1988–92 und 1996–99 Vorstand des Instituts für Geschichte an der Universität. Seine Forschungsschwerpunkte waren die politischen Beziehungen Mitteleuropas zu Ost- und Südeuropa und zum Orient, insbesondere die Geschichte der Ukraine und des Osmanischen Reiches sowie der Erste Weltkrieg. 2002 wurde er in den Ruhestand versetzt. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 2004 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse.

Musikalische Ergänzung:
Varvara Manukyan, Klavier, spielt armenische Musik.
Robert Andreasian (1913-1986): Klavierbearbeitungen armenischer Lieder von Komitas -
  Garun a – Es ist Frühling
  Tzirani tzar - Der Aprikosenbaum
Komitas Vardapet (1869-1935): Fünf Tänze
Yerangi-Unabi-Marali-Shushiki-Yet u araj
Arno Babadganyan (1921-1983): Elegie in memoriam Aram Khachaturian

Varvara Manukyan wurde in Yerevan, Armenien, geboren.Nach Ihrem Umzug nach Moskau studierte sie Klavier am Moskauer Gnessin-Konservatorium. Ihr zunehmendes Interesse an historischer Aufführungspraxis und historischen Musikinstrumenten führte sie an das Moskauer Tschaikovsky- Konservatorium, wo sie das Konzertfach Cembalo und Hammerklavier studierte und "mit Auszeichnung" abschloss.
Anschließend begann Varvara Manukyan ein Aufbaustudium am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium, das sie als DAAD Stipendiatin an der Hochschule für Musik und Theater München bei Christine Schornsheim fortsetzte und mit dem Meisterklassendiplom Cembalo beendete. Zusätzlich erweiterte sie ihre Studien durch Meisterklassen unter anderem bei Davitt Moroney, Ton Koopman und Andreas Staier. Ihre Konzertätigkeit als Solistin am Cembalo und Hammerflügel sowie auch als Mitglied des Cuvilliés-Trios führte Varvara Manukyan durch Europa und Asien. Im Januar 2010 hatte die Musikerin ihr Debüt im Wiener Konzerthaus. Zurzeit lebt sie in München, wo sie unter anderem bei der Bayerischen Philharmonie und der MusikAkademie Schwabing tätig ist.

Empfang mit armenischen Speisen und Weinen.

in Zusammenarbeit mit der Armenischen Landsmannschaft in Bayern e.V.
 
 
  Montag, 15. Juli 2013, 18.30 Uhr  
K o n z e r t
Das Malinconia-Ensemble spielt
Werke verstorbener und lebender böhmischer und sudetendeutscher Komponisten

Das Malinconia-Ensemble besteht aus Helmut Scheunchen (Leitung und Violoncello), Chieko Schmidt-Mitsuhashi (Sopran), Ramin Trümpelmann (Violine), Günter Schmidt (Klavier).

Programm:
Franz Benda "Sonate Es-Dur für Violine und Generalbaß - Allegro, Adagio, Andante con variazioni
Karl Michael Komma in memoriam zum 100. Geburtsjahr - Aus: Les Ponts. "Sechs Impromptus für Klavier nach Arthur Rimbaud (Nr. 5)"

Priv.-Doz. Dr. Andreas Wehrmeyer "Glückwunsch zum 70. Geburtstag von Dr. Dietmar Gräf"

Dietmar Gräf 
"De melanconia a gioa (2009) für Klaviertrio", "Studie für Cello solo" (Erstaufführung), Drei Lieder, 1. Satz aus der Violinsonate „Der Mythos des Sisyphos", "Helle Sterne für Singstimme und Klaviertrio" (Text: Monika Taubitz)

Pause

Widmar Hader
"einsamer wolf für Singstimme und Klaviertrio"
Edmund Nick "Drei ausgewählte Lieder"
Ignaz Moscheles "Introduction et Variations concertantes für Klaviertrio"

Franz Benda (* 1709 Benatek an der Iser, † 1786 bei Potsdam) wirkte als 1. Violinist und Kapellmeister in der Kapelle des Starosten Suchaquewsky in Warschau, als Königlicher Musicus in Dresden und ab 1733 in der Kapelle des damaligen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich II., dessen Berater in musikalischen Angelegenheiten er zum Schluss war.

Karl Michael Komma (* 1913 Asch, † 2011 Memmingen) war von 1940 bis 1945 Leiter der Musikschule in Reichenberg und lehrte von 1954 bis 1989 Musikgeschichte, Tonsatz und Komposition an der Musikhochschule Stuttgart. Bis zu seinem Tod prägte er das Musikleben seines Wohnortes Reutlingen.

Dietmar Gräf (*1943 Marienbad) wirkte und wirkt als Organist, Chorleiter, Dirigent, Domkapellmeister, Komponist sowie als Intendant und Künstlerischer Leiter des KneippMusikFestivals in Bad Wörishofen, wo er seit 1969 lebt. 2004 wurde er zum Mitglied der Akademie berufen.

Widmar Hader (*1941 Elbogen) studierte unter anderem bei Karl Michael Komma. Von 1972 bis 1992 war er Chorleiter der Südmährischen Sing- und Spielschar, von 1990 bis 2006 Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. 1987 wurde er zum Mitglied der Akademie berufen und ist zurzeit deren Vizepräsident.

Edmund Nick (*1891 Reichenberg, † 1974 Geretsried), promovierter Jurist und Komponist, wirkte in Breslau, unter anderem am Schlesischen Rundfunk. 1952 bis 1956 war er Leiter der Musikabteilung des Westdeutschen Rundfunks. Er vertonte zahlreiche Gedichte seines Freundes Erich Kästner.

Ignaz Moscheles (* 1794 Prag, † 1870 Leipzig) war mit Ludwig van Beethoven befreundet und galt als einer der hervorragendsten Klaviervirtuosen in Europa. Ab 1846 unterrichtete er am Konservatorium in Leipzig, wohin ihn sein Freund Felix Mendelssohn-Bartholdy geholt hatte.

Das Malinconia-Ensemble wurde zur Erinnerung an unbekannte Musikwerke und vergessene Komponisten Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts gegründet. Das Repertoire reicht vom Klavierwerk und Lied bis zu großen Kammermusikwerken und Kirchenmusik vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das Ensemble hat zahlreiche CD-Aufnahmen eingespielt und bei Konzerten in Estland, Lettland, Finnland, Polen, Österreich und Tschechien Werke von etwa 200 unbekannten Komponisten aufgeführt. Dadurch hat es wesentliche Beiträge zur Rezeptionsgeschichte geleistet.

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg; gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
 
 
  Dienstag, 30. Juli 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gundolf Keil:
Der Chirurg Johann von Mikulicz-Radecki – zweifacher kaiserlich-königlicher Generalarzt

zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. med. Heinrich F. K. Männl, geboren am 5. Juli 1938 in Podersam. Nach dem Studium der Medizin in Köln und Berlin arbeitete er zunächst in der medizinischen Grundlagenforschung mit radioaktiven Isotopen. Dabei beanspruchte der Initialschritt der Katecholaminbiosynthese sein besonderes Interesse. Danach durchlief er eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik in Homburg/Saar. Seine Habilitation erfolgte 1978 mit dem Thema: „Verminderung der Magendurchblutung durch Somatostatin“. Von 1982 bis 2003 war er Chefarzt der I. Chirurgischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth in Straubing, einem Akademischen Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München, deren außerplanmäßiger Professor er ist.
Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen und klinischen Tätigkeit war die onkologische Viszeralchirurgie, hier speziell resezierende Verfahren der Bauchspeicheldrüse und Operationen beim Dick- und Mastdarmkrebs. 1993 berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste als ordentliches Mitglied in die Naturwissenschaftliche Klasse. Insgesamt 17 Jahre war er Sprecher beziehungsweise Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse und Mitglied des Präsidiums der Akademie.
Professor Männl ist Träger des Komturkreuzes des päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und anderer hoher Auszeichnungen. Um seine Tätigkeit als Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse und als Präsidiumsmitglied zu würdigen, verlieh ihm die Akademie die Medaille „Pro Meritis“. Er ist Mitglied namhafter chirurgischer und gastroenterologischer Gesellschaften. Im Ruhestand seit 2003 wandte er sich berufsethischen und medizinhistorischen Themen zu, wobei ihn die Geschichte der Viszeralchirurgie besonders interessiert.
Mehrere heimatkundliche Publikationen dokumentieren seine besondere Verbundenheit mit seiner sudetendeutschen Heimat.

Prof. em. Dr. phil. Dr. med. Dr. h. c. Gundolf Keil wurde am 17. Juli 1934 in Wartha am Tor zur Grafschaft Glatz geboren. Nach dem Abitur am Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim an der Brenz studierte er in Heidelberg Klassische Philologie, Germanistik, Geographie und Volkskunde. Dort wurde er 1960 mit der Dissertation "Die Cirurgia Peters von Ulm: Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes" zum Dr. phil. promoviert, und er legte die Staatsexamina für das Höhere Lehramt ab. Anschließend studierte er Humanmedizin mit dem Abschlüssen Staatsexamen 1968 und Promotion zum Dr. med. 1969. Noch im selben Jahr folgt er einem Ruf auf den zweiten germanistischen Lehrstuhl der Universität Stockholm. 1971 habilitierte er sich mit der Schrift "Die urognostische Praxis in vor- und frühsalernitanischer Zeit" für Geschichte der Medizin in Freiburg. Nach kurzer Tätigkeit am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Marburg nahm er 1973 den Ruf auf den medizinhistorischen Lehrstuhl an der Universität Würzburg an, wo er bis zu seiner Emeritierung im 2004 in Lehre und Forschung tätig war. Zahlreiche Auslandsaufenthalte mit Lehrverpflichtungen führten Keil nach Nijmegen, Wien, Salzburg, Washington, Nagasaki und Warschau. In Mährisch Ostrau führte er Handschriftenstudien in mährisch-schlesischen Archiven durch. In die Studien wurden tschechische Historiker aus Budweis, Ostrau und Prag einbezogen. Die Tschechische Forschungsgemeinschaft stellte Projektmittel bereit. 2003 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Schlesischen Universität Troppau (Tschechische Republik); 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Inhalt:
Johann Freiherr von Mikulicz-Radecki (* 16. Mai 1850 in Czernowitz; † 14. Juni 1905 in Breslau), war ein deutsch-polnisch-österreichischer Chirurg. Auf vielen heute eigenständigen Gebieten der Chirurgie leistete er Pionierarbeit. Wie viele Menschen aus der Bukowina beherrschte er fünf Sprachen und veröffentlichte später nicht nur in Deutsch, sondern auch in Polnisch, Russisch und Englisch. Die Frage nach seiner Nationalität ist müßig; Mikulicz war ein "Buchenland-Europäer". Mikulicz begründete eine deutsche Medizinerdynastie, aus der auch der Jubilar stammt. Den Rang eines Generalarztes bekleidete er sowohl in Deutschland / Preußen als auch in Österreich-Ungarn.

Das Geburtstagsständchen spielt Klaus Gerhard Hampl auf der Klarinette. Er wurde am 12. April 1964 in Kaufbeuren geboren, ist seit 1999 Kulturbotschafter seiner Heimatstadt und zählt zu den international gefragtesten deutschen Klarinettenvirtuosen. Die Liste renommierter Musiker und Ensembles, mit denen er zusammenarbeitet, reicht vom russischen Rimsky-Korsakow-Quartett über das italienische Trio Michelangelo und das Quartetto di Roma bis hin zum Bamberger Streichquartett und zu Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.  2005 erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Darstellende und ausübende Kunst. Im gleichen Jahr berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

 
 
 
  Freitag, 25. Oktober 2013, 14.00 Uhr c.t.  
nicht öffentlich
Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 
 
 
  Freitag, 25. Oktober 2013, 19.00 Uhr c.t.  
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Öffentliche Festveranstaltung 2013

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Klaus Feßmann: Da Pacem Domine (2010)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Klaus Feßmann: Salve Regina (2010)

Festvortrag
Dr. Diether Krywalski,
ordentliches Mitglied der Klasse der Küste und Kunstwissenschaften:
Gedanken zur Geschichte der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters in den böhmischen Ländern. Problematik - Konzeption - Realisation

Klaus Feßmann: Abwûn d´baschmâja (2010)

Verleihung der Franz Joseph Ritter von Gerstner-Medaille
an Dr. med. vet. h. c. Norbert F. Heske

Laudatio: Dr. Wolf-Dieter Hamperl,
Bundeskulturreferent der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Klaus Feßmann: Ave Maria (2010)

Ausführende
Ensemble Laetare:
Andrea Letzing, Alt
Georg Baum, keltische Harfe
Klaus Feßmann, KlangStein

Die gebürtige Tölzerin Andrea Letzing studierte Gesang an der Hochschule für Musik in München, Italienischen „Bel Canto" Stil bei Johannes R. Libal, Wien und Dirigieren bei Prof. Michael Gläser. Ihre Schwerpunkte als Gesangssolistin liegen in den Bereichen Oratorium und Lied. Sie ist Mitglied im Konzertchor des Bayerischen Rundfunks und leitet als Dirigentin zwei renommierte Vokalensembles. Daneben ist Andrea Letzing als diplomierte Gesangspädagogin, Stimmbildnerin und Lehrbeauftragte für F.M. Alexander Technik an der Hochschule für Musik und Theater, München, tätig.

Mag. Georg Baum, Konzertharfenist, Komponist und Pädagoge lebt und arbeitet in Wien und Basel. Er schloss seine Studien am „Franz Schubert Konservatorium Wien" 1997 mit Auszeichnung ab. Konzerte, Rundfunk-, Film- und Fernsehaufzeichnungen führen ihn seit seiner Studienzeit als gefragten Solisten und Begleiter renommierte Kolleginnen und Kollegen durchs In- und Ausland. Klassisch ausgebildet an der Konzertharfe, schlägt sein Herz auch für den ältesten der europäischen Harfentypen, die keltische Harfe. Mit ihrem sphärischen Klang fasziniert, durchdringt und bewegt sie jeden.

Prof. Mag. Klaus Feßmann (* 03.07.1951 in Nürtingen am Neckar) hat mütterlicherseits sudetendeutsche Wurzeln (Troppau), ist Pianist, Komponist, KlangKünstler, Autor und Pädagoge.
Er studierte an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik (Klavier/ Komposition), schloss mit dem Staatsexamen in Schulmusik und Germanistik (Universität Stuttgart) ab, studierte Komposition bei E. Karkoschka (geboren in Mährisch Ostrau) und Musikwissenschaft bei H.-H. Eggebrecht. Nach dem Studium wurde er Dozent für Musiktheorie an der MUHO Stuttgart, und erhielt 1997 einen Ruf als o. Universitätsprofessor an die renommierte Musikuniversität Mozarteum Salzburg.
Seine künstlerische Entwicklung ist geprägt von einer Begabung, die in den Grenzbereichen zwischen Musik, Bildender Kunst, Literatur, Bildhauerei und multimedialem Denken angesiedelt ist. Seine musikalische Sozialisation beruht auf der Klaviermusik von W. A. Mozart, die er seit dem fünften Lebensjahr spielt. Neben der klassischen Musik konzertierte und komponierte er in den Bereichen experimenteller Musik, Avantgarde, Weltmusik. Seine Vorliebe gilt der indischen Kultur.
Der erste Schwerpunkt seines künstlerischen Arbeitens liegt in der Entwicklung neuer musikalischer Notationsformen. Seine Kompositionen notierte er nicht mehr im raditionellen Notensystem, sondern er arbeitete, um Musik komplex darstellen zu können, mit mehreren Schichten über Spezialpapier und Folien, nahm Glas, Spiegel und Plexiglas hinzu, entwickelte neue Zeichen, baute Objekte, die zum Teil als kybernetische Modelle funktionieren. Es liegen etwa 800 Musikalische Graphiken vor.
Vor etwa 20 Jahren stieß er auf das Material Stein als Klangmaterial. Diese Beschäftigung wurde zum Mittelpunkt seines künstlerischen Arbeitens. Feßmann erforschte an verschiedenen Steinarten die Klangtypen, führte umfangreiche Messungen durch, um die Entwicklung der Steinklänge begründen zu können. Er spielt alleine oder im Duo, gründete das Ensemble KlangStein, spielte mit dem Bratscher H. Voss klassische Musik mit KlangSteinen ein, vor 3 Jahren erfolgte dann die Gründung des Ensembles Laetare. Es liegen verschiedene CDs vor, das Buch KlangSteine wurde bei südwest veröffentlicht, eine eigenständige Therapieform entwickelte sich und wird erfolgreich angewandt.
Aus der Arbeit mit den KlangSteinen entstand das Konzept „Kieselschule“, veröffentlicht bei Kösel. Die Kieselschule ist die einzige elementare Musik- und Kompositionsschule. Sie arbeitet mit 2 Kieselsteinen und wird vielfältig angewandt. Im Jahr 2004/05 entwickelte Fessmann das Projekt „ReSonanz&AkzepTanz“, ein pädagogisches Projekt für Schulen mit einem hohen Migrationshintergrund. Er wurde dafür im Jahr 2009 mit dem Echo- Klassik-Preis ausgezeichnet.
Neben weiteren Tätigkeiten ist besonders die Transformation von Musik in Architektur zu nennen, welche in Heidelberg-Rohrbach umgesetzt wurde und wo inzwischen 2.500 Menschen leben.
Klaus Feßmann ist seit 2012 Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, und erhielt 2013 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik.

Dr. phil. Diether Krywalski, Oberstudiendirektor a.D., wurde am 13. Oktober 1935 in Brünn/Mähren geboren. Aus der mährischen Heimat vertrieben kam er nach Starnberg, wo er in der Sudetendeutschen Jugend sowie der Deutschen Jugend des Ostens aktiv war und 1954 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Deutsche Philologie, Philosophie, Geographie, Geschichte und Nordistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Technischen Hochschule München und war Mitglied des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten in München. Er legte 1961 legte er das Staatsexamen für das Höhere Lehramt „mit Auszeichnung" ab und wurde 1966 aufgrund der Dissertation „Untersuchungen zu Leben und literaturgeschichtlicher Stellung des Minnesängers Steinmar" an der Ludwig-Maximilians-Universität zum Dr. phil. promoviert.
Von 1961 bis 1970 unterrichtete er am Wittelsbacher Gymnasium in München, von 1970 bis 1976 war er Leiter der Projektgruppe zur wissenschaftlichen Begleitung von Schulversuchen am Staatsinstitut für Bildungsforschung und -planung in München.
1976 wurde er zum Leiter des Klenze-Gymnasiums in München bestellt, war gleichzeitig Seminarvorstand und ständiger Vertreter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-West und Fachmitarbeiter für Deutsch, Geschichte und Erdkunde. Von 1982 bis
1999 wirkte er als Oberstudiendirektor des Gymnasiums Icking und als Prüfer beim wissenschaftlichen Staatsexamen an der der Ludwig-Maximilians-Universität für Mittelalterliche deutsche Literatur und Allgemeine Sprachwissenschaft. In dieser Zeit begründete er Partnerschaften mit Gymnasien in Brünn und Pécs und leitete trilaterale Literaturseminaren.
Er gehört dem P.E.N.-Zentrums der Exilschriftsteller, der Künstlergilde Esslingen, dem Adalbert-Stifter-Verein München sowie der Ackermann-Gemeinde München an und ist zweiter Vorsitzender des Starnberger Kunstkreises Buzentaur. Am Lexikon deutschmährischer Autoren der Palacký-Universität Olmütz (Loseblattsammlung) arbeitet er mit und hält dort sowie an der Universität Brünn Vorträge über deutsche Literatur.
2012 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 
 
 
  Samstag, 26. Oktober 2013, 9.30 Uhr  
nicht öffentlich
Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 
 
 
  Donnerstag, 21. November 2013, 17.00 Uhr  
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Waldemar Fritsch und seine Zeit
Porzellanplastik (1925-1945)

Ausstellung in der Kunstgalerie Karlsbad
 21. November 2013 - 26. Januar 2014
Galerie umìní Karlovy Vary, Goethova stezka 6

Es sprechen

Mgr. Jan Samec, Direktor der Kunstgalerie
Begrüßung

Prof. Dr. Rudolf Fritsch, Präsident der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, als Schirmherr
Einleitende Worte

Dr. Wolfgang Reddig, Leiter des Markgrafenmuseums Ansbach, als Hauptleihgeber
Grußwort

Prof. Mgr. Jaroslav Vlasák, Støední prùmyslové školy keramické v Karlových Varech, als Autor
Einführung

Es musiziert das Pitra-Familientrio

Mgr. Petr Pitra (Vater) - Violoncello
Daniel Pitra (Sohn) - Blockflöte, Fiedel
Magdalena Pitrová (Tochter) - Blockflöte

Musikalisches Programm
Alte englische Tänze zu W. Shakespeares Drama Heinrich VIII
Georg Friedrich Händel: Trio Sonate F-Dur (1. Satz)
Henry Purcell: Chaconne
Euphrat und Tigris - eigene Improvisation

 
 
 
  Dienstag, 26. November 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Altpräsident Prof. em. Dr. phil. Eduard Hlawitschka 85 Jahre
Altvizepräsident Prof. em. Dr.-Ing. Georg Knittel
95 Jahre

Programm

Johann Adolph Hasse (1699-1783): Passepied

Prof. Dr. Hans Michael Körner,
o. Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Eduard Hlawitschka – ein Historiograph der Karolinger, Ottonen und Salier

Johann Adolph Hasse (1699-1783): Arietta

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Wunderlich,
o. Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse
Georg Knittel – Stationen eines Tragwerksplaners und Hochschullehrers

Willibald Görl (1909-1987, geboren in Falkenau): Allegro für Armin

Ausführende
Professor Armin Rosin, Posaune,
begleitet von
Dr. Dietmar Gräf am Flügel
beide o. Mitglieder der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften

Prof. em. Dr. phil. Eduard Hlawitschka wurde am 8. November 1928 in Dubkowitz, Bezirk Leitmeritz, geboren. Von der Schule weg wurde er als Luftwaffenhelfer eingesetzt und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er in sein Heimatdorf floh. Nach der Vertreibung legte er in Rostock 1948 das Abitur ab und studierte anschließend in Rostock, Leipzig sowie nach der Flucht aus der DDR in Freiburg im Breisgau, wo er 1956 aufgrund der Dissertation „Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)“ zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. 1966 habilitierte er sich an der Universität des Saarlandes. Von 1969 bis1975 lehrte er als Professor Mittelalterliche Geschichte an der Universität Düsseldorf. Dann folgte er einem Ruf auf einen Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Als einer der ersten wurde er im November 1979 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse der Sudentendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen, deren Präsident er von 1991 bis 1994 war. 1987 erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft.

Prof. em. Dr.-Ing. Georg Knittel wurde am 3. November 1918 in Prag geboren. Dort besuchte er ein Humanistisches Gymnasium und die Technische Hochschule, an der er das Studium des Bauingenieurwesens 1941 abschloss. Nach dem Krieg (Einsatz im Russlandfeldzug) wurde er 1946 Assistent und Oberingenieur am Lehrstuhl für Massivbau der Technischen Hochschule München. Diese promovierte ihn 1949 aufgrund der Dissertation „über die Berechnung freitragender kontinuierlicher Zylinderschalen“ zum Doktor der Ingenieurwissenschaften. Danach war er bei der Baufirma Dyckerhoff & Widman in der Tragwerksplanung tätig und er wurde 1957 als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Statik und Baukonstruktionen der Technischen Hochschule als Nachfolger seines Prager Lehrmeisters Richard Guldan (1901-1955) berufen. 1965 wechselte er auf den Lehrstuhl für Baustatik der Technischen Hochschule München, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Er gehörte 1979 zu den Gründungsmitgliedern der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste und war viele Jahre deren Vizepräsident. 1981 erhielt er die Ritter-von-Gerstner-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft.  Auf dem Lehrstuhl folgte ihm Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Wunderlich.

 
 
 
  Dienstag, 10. Dezember 2013, 19.00 Uhr  
  G e s p r ä c h s k o n z e r t
Karl Michael Komma (1913-2012) zum 100. Geburtstag

Prof. Dr. phil. Karl Michael Komma wurde am 24. Dezember 1913 geboren und starb am 23. September 2012 in Memmingen. Schon während seiner Schulzeit in Eger und Asch spielte die Musik eine zentrale Rolle in seinem Leben. Nach dem Abitur 1932 studierte er an der Deutschen Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Prag Komposition bei Fidelio F. Finke, Klavier bei Franz Langer und Dirigieren bei Georg Szell, sowie an der Deutschen Universität Prag Musikwissen­schaft bei Gustav Becking und Anglistik. Auf Anregung seines Onkels Hans Adler wechselte er 1934 an die Universität Heidelberg, wo er bei Heinrich Besseler Musikwissenschaft studierte und bei Wolfgang Fortner Kompositionsunterricht nahm. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1936 mit der Dissertation "Johann Zach und die tschechischen Musiker im deutschen Umbruch des 18. Jahrhunderts" blieb er noch bis 1939 als Assistent von Besseler am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg. Im Jahr 1940 übernahm er die Leitung der Franz-Schubert-Musikschule (spätere Landesmusikschule) Reichenberg. Eine Einberufung in die Wehrmacht blieb ihm aufgrund gesundheitlicher Probleme erspart. Nach der Vertreibung gelangten er mit seiner Familie 1945 über mehrere Stationen zu Onkel Hans Adler nach Wallerstein bei Nördlingen. Er entfaltete eine rege Vortrags- und Konzerttätigkeit bevor er einen Lehrauftrag für Musik am Progymnasium in Bopfingen annahm. 1954 wurde er als Lehrbeauftragter für Musikgeschichte an die Staat­liche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart berufen und übersiedelte nach Reutlingen. Ab 1960 wirkte er an diesem Institut zudem als Professor für Komposition, Musiktheorie und Musikgeschichte. Nach seiner Emeritierung 1978 blieb er der Hochschule noch bis 1988 als Lehrbeauftragter für Kirchenmusikgeschichte verbunden. Es folgte wiederum eine rege Tätigkeit als Komponist, Organist, Kammermusik- und Liedbegleiter, sowie als Vortragender, die bis heute anhält. In Reutlingen hat er sich um das ehemalige "Schwäbische Symphonieorchester" beziehungsweise die heutige "Württembergische Philharmonie" und die Musikschule sehr verdient gemacht. Er regte die Gründung der "Gesellschaft der Musikfreunde" und der Reihe "Musica nova", die er auch über zwei Jahrzehnte hinweg leitete, an. Bereits im Jahr 1981 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Programm:
Dr. Andreas Wehrmeyer im Gespräch mit Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die Böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein (statt des vorgesehenen, leider erkrankten Prof. Dr. Heinrich Deppert)
Kolja Lessing (Violine)
Iris Marie Kotzian (Sopran)
Stephanie Knauer (Klavier)

Dr. phil. Andreas Wehrmeyer, geboren 1959, ist der Leiter des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. Er studierte in Münster und Berlin Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte. Magister und Promotion an der Technischen Universität Berlin, Habilitation an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Tätigkeiten als Lektor, Rundfunkautor und Lehrbeauftragter an verschiedenen Musikhochschulen und Universitäten. Hauptarbeitsgebiete: Musik des 18. bis 20. Jahrhunderts, Musiktheorie und -ästhetik, russische und osteuropäische Musik.

Prof. Dr. phil. Heinrich Deppert wurde 1935 in Liegnitz/Schlesien geboren, dem Ausgangspunkt seiner schulischen Laufbahn, die ihn unter anderem nach Danzig und Schleswig-Holstein führte. Nach dem Abitur in Plön begann 1956 an der Universität Kiel mit dem Studium der Musikwissenschaften und Mathematik. Ein Jahr später führten ihn seine Studien an die Musikhochschule Stuttgart, wo er sich zunächst beim Komponisten Karl Marx für Komposition einschrieb und wenige Jahre darauf mit der Künstlerischen Prüfung für das Höhere Lehramt abschloss. Am Ende seines achtjährigen Studiums an der Universität Tübingen in den Fächern Musikwissenschaft, Mathematik und Philosophie stand dann die Promotion zum Dr. phil. im Jahr 1971. An der Musikhochschule Stuttgart hatte er zu dieser Zeit schon einen Lehrauftrag für Musik-Theorie, das heißt Komposition, inne. Außerdem war er für Orchestererziehung als Assistent und Vertreter Hans Müller-Krays tätig, insbesondere in der Leitung des Hochschulorchesters, und war für musikalische Fragen beim Rundfunksinfonieorchester zuständig. über 17 Jahre hinweg arbeitete er als freier Mitarbeiter beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart, verfasste Musiksendungen und wirkte als Autor der Sendung "Die Musikalische Morgengesellschaft" mit. Seit 1971 ist er Dozent für "Musiktheorie" an der Musikhochschule Stuttgart, ein Fach, in dem er inzwischen in Fachkreisen allgemeine Anerkennung erlangte und das ihm 1980 den Professoren-Titel eingebracht hat. Dabei hat er engen Kontakt mit Karl Michael Komma. Er ist Ehrendirigent der Stadtkapelle Marbach.

 

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg
 
 
  Dienstag, 28. Januar 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. phil. Kurt Franz
Wie Dornröschen seine Unschuld gewann und wieder verlor  
200 Jahre "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

Prof. Dr. phil. Kurt Franz wurde am 10. Februar 1941 in Ossegg, Landkreis Dux (im Erzgebirge), geboren. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland kam seine Familie in den Landkreis Rosenheim. In Raubling besuchte er vier Jahre die Volksschule, anschließend das Humanistische Gymnasium in Rosenheim. Nach dem Abitur, gründete er bald eine Familie und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Germanistik, Geschichte, Geographie, Kunsterziehung, Pädagogik und Philosophie. Im Jahre 1964 legte er die Prüfung für das Lehramt an "Mittelschulen" (heute Realschule) ab. Drei Jahre später unterzog er sich der wissenschaftlichen Prüfung in den Fächern Deutsch, Geschichte und Geographie für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend unterrichtete er noch nebenamtlich an verschiedenen Schultypen unter anderem an der Fachschule für Augenoptiker sowie an der Beamtenschule der Polizei. Nebenbei studierte Franz noch an der Münchner Universität, wo er 1973 aufgrund der Dissertation "Studien zur Soziologie des Spruchdichters in Deutschland im späten 13. Jahrhundert" zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Folgend war er mehrere Jahre Dozent für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der LMU tätig. 1991 habilitierte sich Franz und erhielt zwei Jahre später einen Ruf auf den Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Regensburg, wo er 2006 in den Ruhestand trat. Während seiner Zeit an der Universität in Regensburg zeichnete Franz vorwiegend für Ausbildung von Studierenden für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien verantwortlich.
Er ist vor allem ein ausgewiesener Kenner der Kinderlyrik und der Märchen. Er hat auch Literatur für Kinder (Geschichten, Gedichte) verfasst. Sein "Buch Lesen macht stark. Alles über Bücher" erschien in vielen Auflagen und wurde ins Schwedische übersetzt. Von 1997 bis 2013 war er Präsident der "Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur"; jetzt ist er deren Ehrenpräsident. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Inhalt:
Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, die erstmals 1812/1815 erschienen, sind ein unvergleichliches entstehungs- und rezeptionsgeschichtliches Phänomen. Jacob und Wilhelm Grimm ließen sich nicht nur von Gewährsleuten Texte zutragen, sondern schöpften bei ihrer weltberühmten Sammlung aus unterschiedlichsten Quellen, die teilweise weit zurücklagen und großenteils aus anderen Ländern stammten. Trotzdem versuchten sie ihr Werk als ‚urdeutsch’ zu deklarieren. Vor allem bearbeiteten sie – besonders Wilhelm – die übernommenen Texte über Jahrzehnte hinweg so, dass ihre Märchensammlung zwar auch den Anspruch der Wissenschaftlichkeit erhob, in erster Linie aber für Kinder und für die ganze Familie gedacht war, und zwar mit der Intention eines „Erziehungsbuches“.
Anhand exemparischer Beispiele werden diese Entwicklungsprozesse, die sich vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur letzten Ausgabe (1857) zu Lebzeiten der Brüder Grimm erstrecken und deren Details erst in jüngerer Zeit intensiver erforscht wurden, vorgestellt. Aber auch die ‚Nachgeschichte’ der Kinder- und Hausmärchen, also die Rezeption, im Kontext der Illustrationsgeschichte, bis in die unmittelbare Gegenwart, ist einzigartig, da sich hier durchgehend der Siegeszug eines literarischen Genres, wenn auch jeweils mit unterschiedlichen Motivationen, verfolgen lässt, ob als Lektüre in der Schule oder außerhalb. Was heute im medialen und digitalen Zeitalter mit den Grimmschen Märchen, die uns täglich in sämtlichen Lebensbereichen begegnen und inzwischen zum Weltkulturerbe zählen, alles geschieht, kann freilich nur in einem überblick skizziert werden.

in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Dienstag, 25. März 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
„Himmelsfeuer und weiße Wolken“. Der Komponist Widmar Hader präsentiert seine neuesten Liederzyklen nach Texten von Galsan Tschinag (Mongolei) und Rudolf Mayer-Freiwaldau (München)

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Bis zum Eintritt in der Ruhestand war er Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist derzeit Vizepräsident der Akademie. Jetzt lebt er in Regensburg.

Der deutschsprachige Schriftsteller Galsan Tschinag, Angehöriger der Volksgruppe der turksprachigen Tuwiner, wurde am 26. Dezember 1944 im Bajan-Ölgii-Aimag, in der Mongolei geboren. 1962 bis 1968 studierte er Germanistik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und beendete sein Studium mit einer Diplomarbeit über Erwin Strittmatter. Er kehrte danach in die Mongolei zurück und arbeitete als Deutschlehrer an der staatlichen mongolischen Universität. 1976 wurde ihm die Lehrerlaubnis wegen politischer Unzuverlässigkeit entzogen. Er ist auch Stammesoberhaupt, Schamane, Lehrer und Schauspieler und sieht sich in erster Linie als Ernährer seines Stammes, den er in einer Karawane von Sibirien in die mongolische Heimat geführt hat. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau wurde am 29. 8. 1931 in Freiwaldau/ÈSR geboren, wo er Volks- und Oberschule bis 1945 besuchte. Schon früh fing er an zu zeichnen, fertigte Scherenschnitte an und erlernte das Geigenspiel. 1946 musste er mit Eltern und seinen drei Geschwistern aussiedeln und kam über Merkendorf/Franken nach Eichstätt, wo er 1950 das Abitur machte und ein Philosophie-Studium begann. 1951 schlossen sich dann Volkswirtschaft und Rechte in München an, später dann in Bielefeld Soziologie und Kommunikationswissenschaft. In München und Salzburg nahm er an Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung Lehraufträge in Theater- und Jugendsoziologie beziehungsweise Kreativem Schreiben wahr. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Es singt Susanna Frank (Mezzosopran) am Klavier begleitet von Dr. Dietmar Gräf.

Die Mezzosopranistin Susanna Frank wurde in Würzburg geboren. Sie studierte zunächst Pharmazie und schloss mit Bestnoten ab. Anschließend wandte sie sich einer Gesangsausbildung zu.
Ihre Studien absolvierte sie unter anderem bei Melinda Paulsen, Ulf Bästlein und Stewart Emerson. Vertiefende Meisterkurse folgten bei Thomas Heyer, Charles Spencer, Brigitte Fassbaender, Dietrich Fischer-Dieskau, Norman Shetler, Graham Johnson und Axel Bauni sowie Nathalie Stutzmann. Zwei Mal wurde ihr ein Kurs-Stipendium der Villa Musica Rheinland-Pfalz zugesprochen. Die „Sudetendeutschen Akademie der Künste und Wissenschaften“ berief sie 2006 zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.
Beim IX. Brahmswettbewerb in Österreich erhielt sie den 1. Preis, anschließend wurde ihr der Nordfriesische Liedpreis des Landes Schleswig-Holstein zuerkannt. 2009 wurde sie mit dem Marien-Preis der Stadt Husum geehrt, 2011 mit dem Thomas Wiese-Preis für Liedgestaltung.
Susanna Frank gibt zahlreiche Konzerte und Liederabende in Deutschland, Italien, Polen, Tschechien und Österreich. Dabei arbeitet sie unter anderem zusammen mit den Dresdner Kapellsolisten unter Helmut Branny, der Baltischen Philharmonie unter Gerd Müller-Lorenz und dem Philharmonischen Sinfonieorchester Köln unter Horst Meinardus. Ihre Mitwirkung an Uraufführungen von Werken der Komponisten Johannes Quint, Berthold Wicke und Christoph Butz zeigen ihr Engagement für zeitgenössische Musik.
Die Oper Frankfurt verpflichtete sie für die Titelpartie als „Savitri“ in der gleichnamigen Kammeroper von Gustav Holst unter der Leitung von Erik Nielsen und der Regie von Katharina Thoma. Im Theater Dortmund übernahm sie für die Spielzeit 2013 die Rolle der „Aunt Kay“ in dem zeitgenössischen Stück „Anna Nicole“ von Turnage.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2010). 2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg
 
 
  Dienstag, 27. Mai 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Monika Glettler:
Bertha von Suttner (Prag 1843 - Wien 1914)
„Die Waffen nieder!“ - Zur Biografie einer Friedensnobelpreisträgerin

Prof. Dr. phil. Monika Glettler, geboren in Bad Schlag, Kreis Gablonz an der Neiße, studierte an den Universitäten München, Wien und Prag Geschichte, Slavistik und Germanistik und wurde 1971 aufgrund der Dissertation „Die Wiener Tschechen um 1900. Strukturanalyse einer nationalen Minderheit in der Großstadt" an der Universität des Saarlandes promoviert. Sie habilitierte sich 1978 mit der Schrift „Pittsburg – Wien – Budapest. Programm und Praxis der Nationalitätenpolitik bei der Auswanderung der ungarischen Slowaken nach Amerika um 1900“ an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für die beiden Werke wurde ihr 1981 von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft der „Anton-Gindely-Preis für Geschichte der Donaumonarchie“ verliehen. Im akademischen Jahr 1980/81 nahm sie eine Gastprofessur am Institute on East Central Europe der Columbia University in New York wahr, 1987/88 vertrat sie die C4-Professur für Osteuropäische Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Anschließend übernahm sie die Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung des Sudetendeutschen Archivs in München. An der Münchner Universität war sie von 1978 bis 1994 als Privatdozentin und apl. Professorin am Lehrstuhl für Mittlere und Vergleichende Landesgeschichte tätig. 1984 erhielt sie den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft. Im August 1994 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, den sie bis zum Eintritt in den Ruhestand am Ende des Wintersemesters 2002/03 innehatte. 1996 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.
Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre verbinden historische Betrachtungsweisen mit Theorie und Methoden der Sozialwissenschaften. Dies gilt für die Neuere Geschichte im Allgemeinen, insbesondere jedoch für die Geschichte der Habsburgermonarchie und deren Nachfolgestaaten, das heißt, für ost-, südost- und mitteleuropäische Fragen im 19. und 20. Jahrhundert. Die Thematik umfasst Binnen- und übersee-Migration, Methodologie-Diskussionen und Nationalismus- sowie Totalitarismustheorien, Regional-, Stadt- und Landesgeschichte im Vergleich.

Inhalt:
Bertha Sophia Felicitas Komtesse Kinsky, geboren am 21. Juni 1843 in Prag, verbrachte Kindheit und Jugend in Brünn. Sie erhielt Sprachen- und Gesangsunterricht und reiste mit ihrer Mutter in Kurbäder und Spielcasinos. 1873 war sie Gouvernante in Wien, im Hause des Barons Karl von Suttner, heiratete gegen den Willen der Familien heimlich 1876 dessen jüngsten Sohn Arthur und floh mit ihm in das kaukasische Fürstentum Mingrelien / Georgien. 1885 kehrten beide in die Suttnersche Sommerresidenz Schloss Harmannsdorf / Waldviertel zurück. Nach Arthurs Tod (1902) zog Bertha nach Wien bis zu ihrem Tode am 14. Juni 1914.
Als politisch-gesellschaftskritisch engagierte Autorin schuf sie die Basis für die deutschen, österreichischen und ungarischen Friedensorganisationen, pflegte persönliche Kontakte zu europäischen Fürstenhäusern und Intellektuellen und hielt Vorträge in den USA. Ihr umstrittener Roman „Die Waffen nieder!“ (1889), die Verbindung zu Alfred Nobel und der ihr 1905 verliehene Nobelpreis sind Schwerpunkte des Vortrags. Die Würdigung ihrer Leistungen bis heute bleibt der Diskussion vorbehalten.
Bertha von Suttner wurde 1891 auf der Gründungsversammlung der „Gesellschaft zur Förderung Deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen“, einer Vorgängerinstitution der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, zum korrespondierenden Mitglied ernannt.

 
 
  Samstag, 7. Juni 2014, 15.30 Uhr  
S u d e t e n d e u t s c h e r   T a g   2 0 1 4
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 24/2014 vom 13. Juni 2014 hier
Erich Pawlu:
Lesung aus seinen Werken, insbesondere aus dem Band "Gestörte Spiele oder das umgedrehte Hitlerbild"

Messezentrum Augsburg, Schwabenhalle (Foyer - Konferenzraum)

Der Satiriker und Publizist Erich Pawlu, Studiendirektor a.D., wurde am 24. Februar 1934 in Frankstadt an der mährischen Grenzbahn geboren. Nach dem Abitur 1953 am Humanistischen Gymnasium Ingolstadt (heute Reuchlin-Gymnasium) studierte er Germanistik, Geschichte und Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er legte 1957 das Erste Staatsexamen in München und 1959 das Zweite Staatsexamen in Regensburg ab. Von 1959 bis 1996 wirkte er als Gymnasiallehrer am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium Dillingen.
Er veröffentlichte Bücher, aber auch Satiren und heitere Geschichten in der Süddeutschen Zeitung, in der Neuen Zürcher Zeitung, in Die WELT, in der Frankfurter Rundschau, im Südwestrundfunk und vielen Computerzeitschriften, unter anderem in den IBM-Nachrichten.
Bekannt ist er darüberhinaus als Autor von Schulfunk-Sendungen, Hörspielen und zahlreichen Rundfunksketchen ("Blitzableiter", "Die Zeitbrille" des SDR und "Der Morgenwecker" des BR) und gestaltete Gedichtsendungen in "Fröhliche Stunde aus Heidelberg" und "Leichte Muse" des Süddeutschen Rundfunks.
Weiter schrieb er Berichte, Reportagen, Glossen und Feuilletonbeiträge für die Augsburger Allgemeine und ihre Teilausgaben.
Zusätzlich wirkte er als Jury-Vorsitzender und Jury-Mitglied (Dillinger Literaturpreis, Kunstpreis Bezirk Schwaben, Nikolaus-Lenau-Lyrikpreis, Erzählerpreis der Künstlergilde Esslingen, Kulturpreise Haus der Heimat Stuttgart)
Für seine Aktivitäten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderen Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur (1986), den Nikolaus-Lenau-Preis der Künstlergilde Esslingen (1988) und das Bundesverdienstkreuz am Bande (2011). Im Jahr 2010 wurde er zum ordentiche Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Inhalt:
Schärft das Erlebnis der Vertreibung den Sinn für Satire? Dieser Frage geht der Erich Pawlu im Rahmen der Lesung nach. Der Buchautor und Publizist liest autobiographische Erzählungen aus seinem Buch "Gestörte Spiele oder Das umgedrehte Hitlerbild", aber auch heiter-ironische Geschichten, die zunächst in den überregionalen Zeitungen Deutschlands und der Schweiz erschienen und dann in Sammelbänden veröffentlicht wurden. Die Mischung von Fröhlichkeit und Trauer, der Blick für Grotesken und Merkwürdigkeiten, die Beobachtung von Torheiten, aber auch von liebenswerter Menschlichkeit prägen den unverwechselbaren Stil dieses Autors in den "brillant formulierten Erzählungen, Gedichten und Satiren" (Neue Zürcher Zeitung).

 
 
 
  Dienstag, 29. Juli 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Ernst Erich Metzner:
Otto der Große und seine fürstliche Verwandtschaft in Böhmen -
Neue überlegungen zur fruchtbaren vorehelichen Verbindung des ostfränkisch-deutschen Thronfolgers von 929.
Prof. Dr. phil. Ernst Erich Metzner, Universitätsprofessor a. D. für deutsche Sprache und Literatur, wurde am 23. Februar 1938 in Hillersdorf, Bezirk Jägerndorf, geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Skandinavistik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1965 war er von 1966 bis 1969 Lektor in Aarhus (Dänemark). 1969 wurde er an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität promoviert. Danach war er Assistent und Akademischer Rat; ab 1972 Professor am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität (Schwerpunkte: Mittelalterliche Literatur und Historische Sprachwissenschaft); seit 2001 ist er im Ruhestand. Er nahm Gastprofessuren in Florenz, Lublin und Lyon wahr und inaugurierte die Internationale Tagung »1846-1996. Vor 150 Jahren Erste Germanistenversammlung in Frankfurt am Main«. Seine Forschungsgebiete sind Sprachgeschichte und germanistische Wissenschaftsgeschichte, Namen- und Mundartkunde, Helden- und Spielmannsdichtung, Volksdichtungs-, Germanen- und Mittelalterrezeption, deutsch-skandinavische und deutsch-slavische Kontakte und Kontaktzonen. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Veröffentlichungen über ältere und neuere deutsche Literatur, über deutsch-skandinavische Literaturbeziehungen in Mittelalter und Neuzeit, über literarische, sprachhistorische, namenkundliche und geschichtliche Themen vor allem aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem ostdeutsch-slawischen Durchdringungsbereich, auch über die Historizität literarischer überlieferungen. Er ist Vorsitzender des Adalbert Stifter Vereins und seit 2000 ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse. Derzeit ist er Stellvertretender Sekretar seiner Klasse.

Inhalt:
Der Vortrag des Germanisten, Skandinavien und Historikers, ehemals Goethe-Universität Frankfurt, Vorsitzender des Adalbert Stifter Vereins, entwirft vor dem Hintergrund einer älteren Arbeit von E. Hlawitschka und eigener Aufsätze, zum Teil in den Schriften der Akademie Band 17 und 29, ein neues, wesentlich modifiziertes Bild der frühen Wechselbezüge zwischen dem nicht ohne Rückschläge militärisch und missionarisch expandierenden östlichen Frankenreich beziehungsweise dem werdenden Deutschland und den benachbarten böhmisch-westslawischen und dänisch-nordgermanischen Räumen im 9. und 10. Jahrhundert. Dabei werden bisher sträflich vernachlässigte sagenhaftund dichterische Namen und Texte der frühen Geschichtsschreibung und späteren Geschichtsdichtung, die sich mit den schon bisher gesicherten Daten zu unerwarteten Ensemblebeweisen fügen, erneut oder zum ersten Mal ausgewertet. Vor allem die Gestalt Ottos des Großen, der in die Fußstapfen Karls des Großen und der folgenden Karolinger tritt, steht im Mittelpunkt, und die Frage nach der Herkunft und dem weiteren Schicksal beziehungsweise der Nachkommenschaft seiner bisher namenlosen slawischen (wie sich herausstellte: nordostböhmischen) vorehelichen Geliebten, von der Otto einen Sohn, den nachmaligen Erzbischof Wilhelm von Mainz, hatte. Die anonyme, bisher nur schattenhaft greifbare Slawin wird in Bezug gesetzt mit der nur aus Münzlegenden bekannten rätselhaften ,Königin Enma/Emma’ in Melnik und der rätselhaft herausgehobenen böhmischen ,Herzogin Hemma/Emma’ in Prag, Gattin Herzog Boleslaws II. im ausgehenden 10. Jahrhundert, die nach Cosmas ,genere fuit ceteris nobilior’ (,in der Abstammung adliger als alle übrigen’), Ahnfrau aller späteren P?emysliden. Die neuen Erkenntnisse, die zum Teil zur Annahme der Identität der beiden Emmas zurücklenken, zeigen neben anderen Perspektiven die Möglichkeit, wenn nicht die Wahrscheinlichkeit auf, dass die Königin beziehungsweise Herzogin Emma wie der Erzbischof Wilhelm schon der vorehelichen Beziehung Ottos entsprang, nicht erst aus einer erschlossenen und weiter erschließbaren anglo-dänischen Ehe der anzunehmenden vorehelichen Tochter Ottos, die eine andere Folge hatte. Wie Wilhelm wurde seine nunmehr erkennbare halb-böhmische Schwester im politischen Spiel um die Sicherung der (auch durch Bistumsgründungen einbezogenen) Randzonen des Reichs eingesetzt. Es ergibt sich damit ein überzeugendes, farbiges Szenarium des 10. Jahrhunderts , das ein nicht länger durch stammesgeschichtlich bedingte Gegensätze und kirchliche Rivalitäten gespaltenes Herzogtum Böhmen mit Prag als Hauptort und Bischofssitz zur Folge hatte, in dem gewissermaßen Ansätze des 9. Jahrhunderts unter einem anderen führenden Geschlecht vollendet wurden.
in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein
 
 
  Dienstag, 30. September 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Festkolloquium zum 75. Geburtstag des Präsidenten der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf Fritsch
Programm

Begrüßung und Moderation
Prof. Dr. Günter J. Krejs

Dietmar Gräf (* 1943): Ständchen (Uraufführung)

Rudolf Fritsch, Mathematiker, Didaktiker und politischer Brückenbauer
Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Strambach, Naturwissenschaftliche Klasse

William de Fesch (1687-1761): Canzona

Rudolf Fritsch und die Sudetendeutsche
Akademie der Wissenschaften und Künste

Prof. Dr. Günter J. Krejs

Edvard Grieg (1843-1907): Du mein erster Gedanke

Verleihung der Medaille „pro meritis“
Widmar Hader

Armin Rosin (*1939): Egerer Stadttürmerfanfare

Dank des Jubilars

Widmar Hader (* 1941): Festliche Intrade


Musik (Klasse der Künste und Kunstwissenschaften):
Prof. Armin Rosin, Posaune
Dr. Dietmar Gräf, Klavier

Anschließend Empfang im Otto-von-Habsburg-Foyer
 
 
 
  Freitag, 24. Oktober 2014, 14.00 Uhr c.t.  
nicht öffentlich
Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 
 
 
  Freitag, 24. Oktober 2014, 19.00 Uhr c.t.  
35 Jahre Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Öffentliche Festveranstaltung 2014

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie
mit Verleihung der Ritter-von-Gerstner-Medaille
an Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dr.h.c.mult. Heinz Brandl

Grußwort der Bayerischen Staatsregierung
Ministerialdirgent Eugen Turi
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Grußwort des Altpräsidenten der Slowakischen Akademie der Wissenschaften
Prof. DrSc.Dr. h.c. Ing. Štefan Luby

Festvortrag
Prof. Dr. Herbert Zeman, Wien
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse:
Goethes poetische Welt im Klangraum Prags und Wiens - die Vertonungen von Jan Wenzel Tomaschek und Franz Schubert

Lieder zum Festvortrag
Kammersängerin Ildikó Raimondi, Wien
am Klavier begleitet von Prof. Dr. Siegfried Mauser
Johann Wenzel Tomaschek (1774-1850) / Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832):
     Der Fischer
     Wanderers Nachtlied
     Das Veilchen
     Erlkönig

Hugo Wolf (1860-1903)/ Johann Wolfgang von Goethe:
     Gleich und gleich
     Blumengruß
     Anakreons Grab

Franz Schubert(1797-1828) / Johann Wolfgang von Goethe:
     An den Mond
     Der Fischer
     Ganymed
     Der Musensohn

Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2014 an den Historiker
Dr. Daniel Schönwald M.A.
Laudatio: Prof. Dr. phil. Ferdinand Kramer, Institut für Bayerische Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München

o. Univ-Prof. em. Dr. phil. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich. Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Kammersängerin Ildikó Raimondi wurde in der Kreishauptstadt Arad in Rumänien geboren. Nach Studien in ihrer Heimat und ersten Engagements ebenda und in Italien gewann sie 1988 beim 7. Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb den Ersten Preis in der Kategorie Operette. Seit 1991 gehört sie zum Ensemble der Wiener Staatsoper, wo sie in mehr als 40 Opernpartien von der Pamina (Die Zauberflöte) bis zur Mimi (La Bohème) und von der Susanna (Le nozze di Figaro) bis zur Rosalinde (Die Fledermaus) auftrat. Auch im Wiener Musikverein konzertiert sie regelmäßig, ebenso auf Gastspielreisen und auf Festspielbühnen. Bei den Bregenzer Festspielen trat sie als Micaela (Carmen) auf, beim Wiener Klangbogen und den Wiener Festwochen in großen Mozartpartien, beim Edinburgh Festival unter Sir Charles Mackerras als Marzelline im Fidelio und bei den Salzburger Festspielen mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Egon Wellesz.
Gastspiele führten die in Wien lebende Künstlerin unter anderem an die Deutsche Oper Berlin, die Semperoper Dresden, die Bayerische Staatsoper München und an das Opernhaus Zürich. Dazu kamen Konzerte, Rundfunk- und Fernseh-Auftritte in vielen Ländern Europas, in Japan und Israel. Auch Sakralmusik interpretiert sie, so im Rahmen der Schubertiade des Wiener Musikvereins oder in den großen Oratorien Johann Sebastian Bachs und Joseph Haydns, bei denen sie unter prominenten Dirigenten als Solistin mitwirkte.
Ildikó Raimondi interpretiert auch Musik des 20. Jahrhunderts, unter anderem Werke von Franz Schmidt, Arnold Schönberg, Alexander Zemlinsky, Egon Wellesz, Ernst Krenek, Gottfried von Einem, Paul Hindemith. Unter den Werken zeitgenössischer Musik gehören Friedrich Cerha und Thomas Daniel Schlee zum Repertoire der lyrischen Sopranistin.
Im Jahr 2003 gab Ildikó Raimondi im Rahmen eines größeren wissenschaftlich-künstlerischen Lied-Projekts eine Sammlung der 41 Goethe-Lieder des Komponisten Wenzel Johann Tomaschek heraus. 2011 hat sie die vorläufig neuen Textversionen der Österreichischen Bundeshymne in einer Einspielung vorgestellt.

Prof. Dr. phil. Siegfried Mauser wurde am 3. November 1954 in Straubing geboren. Er studierte Schulmusik und Klavier an der Hochschule für Musik und Theater München bei Rosl Schmid und Alfons Kontarsky, außerdem Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Salzburg. 1981 promovierte er an der Universität Salzburg im Fach Musikwissenschaft.
Von 1983 bis 1987 lehrte er als Professor für Klavier und Kammermusik an der Hochschule für Musik Würzburg. Danach wechselte er als Professor für Musikwissenschaft ans Mozarteum Salzburg; dort gründete er 1989 ein Forschungsinstitut für musikalische Hermeneutik. 2002 wurde er als Professor für Musikwissenschaft an die Hochschule für Musik und Theater München berufen, der er seit 2003 als Rektor vorsteht (ab 1. Oktober 2007 Amtsbezeichnung Präsident). Daneben leitet er dort eine Klasse für Liedgestaltung.
Seit 2002 leitet er die Musikabteilung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Am 21. Februar 2014 wurde Mauser zum neuen Rektor des Mozarteums gewählt. Er tritt sein Amt als Nachfolger von Reinhart von Gutzeit, der ebenfalls zur Wahl stand und als Favorit galt, am 1. Oktober 2014 an.
Die Liste seiner CD-Einspielungen umfasst unter anderen sämtliche Klavierwerke von Paul Hindemith, Alexander Zemlinsky und Karl Amadeus Hartmann sowie Klaviermusik von Claude Debussy, Wolfgang Rihm, Wilhelm Killmayer und Kammermusik von Günter Bialas und Paul Hindemith, darüber hinaus Lieder, zum Beispiel von Gustav Mahler (mit Siegfried Jerusalem).

in Verbindung mit dem Kulturreferenten für die Böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein und die Sudetendeutsche Stiftung fördern die Veranstaltung.
 
 
  Samstag, 25. Oktober 2014, 9.30 Uhr  
nicht öffentlich
Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 
 
 
  Dienstag, 25. November 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Günter J. Krejs
Die Iglauer Weihnachtskrippe der Buchdruckerfamilie Vorreiter
Prof. em. Dr. med. univ. Günter J. Krejs wurde am 14. März 1945 in Waidhofen an der Ybbs, Nieder-österreich, geboren. Er studierte an den Universitäten in Wien und Zürich und wurde 1969 zum Doktor der Medizin promoviert. Von 1969 bis 1971 absolvierte er die Turnusarztausbildung in Krems an der Donau und Wien, anschließend bis 1975 Facharztausbildung für Innere Medizin mit speziel-ler Berücksichtigung der Gastroenterologie am Stadtspital Triemli in Zürich. Von 1975 bis 1987 wirkte er am Health Science Center der University of Texas at Dallas (die einzige Medizinische Fa-kultät der Welt, die derzeit fünf lebende Nobel-preisträger hat), zuerst als Instructor, dann als Assistant Professor, und Associate Professor und ab 1984 als Full Professor für Innere Medizin. Im Jahr 1986 nahm er einen Ruf an die Karl-Franzens-Universität Graz an und dort wurde er zum Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin bestellt, ein Amt, das er bis 2005 innehat-te. Im Jahr 2004 wurde die Medizinische Fakultät aus der Karl-Franzens-Universität ausgegliedert und als selbständige Medizinische Universität Graz etabliert. Prof. Dr. Krejs lehrte, forschte und behandelte als Ordinarius für Innere Medizin und Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroentero-logie und Hepatologie bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013. Seine Forschungsinteressen sind intestinale Absorption und Sekretion, chronische Diarrhoe, gastrointestinale endokrine Tumore und therapeutische Endoskopie. Im Jahr 1991 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeut-schen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse berufen; seit 2012 ist er Sekretar seiner Klasse.

Zum Thema:
Die Vorfahren des Sprechers mütterlicherseits waren die Buchbinder Vorreiter in Iglau in Mähren (Wienergasse 13 unterhalb des Hauptplatzes, heute Znaimerstraße). Der Urgroßvater, Ignaz Vorreiter, ließ die Krippe zwischen 1884 und 1906 anfertigen. Die Krippe hat einen gemalten Hintergrund und umfasst 36 Gebäude und in der heutigen Form ca. 300 Figuren (einschließlich Kühe und Schafe). Die Gebäude sind mit den Namen H. Indra und J. Pokorny signiert. Durch übersiedlung kam die Krippe noch vor dem 2. Weltkrieg nach Österreich und blieb dadurch voll erhalten. Sie war zuerst in Wien, dann in Waidhofen an der Ybbs und Krems an der Donau. Von 1976 bis 1988 war die Krippe in den USA, wo der Bischof von Dallas, Texas sie regelmäßig besichtigte. Seit 1982 wurden durch den Passauer Schnitzmeister Ludwig Kieninger weitere Figuren hinzugefügt. Die Weihnachtskrippe ist jetzt wieder in Krems an der Donau und ist im Besitz des Sprechers.

Für weihnachtliche Stimmung sorgt die Iglauer Stubenmusi
Harald Höfer (Gitarre)
Traudi Höfer (Zither)
Ingrid Restle (Violine)
Manuel Restle (Kontrabass))
Die Iglauer Stubnmusi München wurde 1987 von Harald „Harry“ und Traudi Höfer gegründet als regionale Spielgruppe des Iglauer Musikantenkreises. Beide sind nach der Vertreibung in Bayern geboren, ihre Vorfahren stammen aus dem Gebiet der mähri-schen Stadt Iglau, bis zum 2. Weltkrieg Zentrum ei-ner altbairischen Sprachinsel und frühere Silberbergbau- und Tuchmacherstadt. Im Laufe der Zeit entstand ein ansehnliches Repertoire an Spielstü-cken, das von Bearbeitungen überlieferter Volksmelodien der Iglauer Sprachinsel bis zu selbst komponierten Stücken reicht. Harald Höfer hat mehrere Ig-lauer Notenbücher und ein Liederbuch mit Iglauer Volksliedern herausgegeben. Am Sudetendeutschen Tag 2013 erhielten Harald und Traudi Höfer den Sudetendeutschen Volksumspreis.
 
 
 
  Dienstag, 27. Januar 2015, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier.
Prof. Dr. Wynfrid Kriegleder
Europa und die Amerikas in den Romanen von Charles Sealsfield
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. phil. Wynfrid Kriegleder wurde am 12. April 1958 in Obernberg am Inn geboren. Nach der Reifeprüfung am Bundesgymnasium Ried im Innkreis 1976 studierte er von 1977 bis 1985 Germanistik an der Universität Wien. Im akademischen Jahr 1979/80 war er Fulbright Stipendiat und Language Assistant am College of Wooster, Ohio, USA. 1984 erfolgte seine Sponsion zum Mag. phil. (Lehramt für höhere Schulen) an der Universität Wien und 1985 wurde er dort zum Dr. phil. sub auspiciis praesidentis rei publicae promoviert. Von 1985 bis 1997 wirkte er als Universitätsassistent an der Universität Wien, unterbrochen im akademischen Jahr 1989/90 durch eine Tätigkeit als Visiting Assistant Professor of German am Berea College, Kentucky, USA. 1997 habilitierte er sich für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Seit 1997 lehrt und forscht er als außerordentlicher Professor an der Universität Wien. Gastdozenturen übte er an den Universitäten Szeged, Osijek, Antwerpen, Bern, La Sapienza (Rom) aus. Für die Monate Februar bis Mai 1997 erhielt er ein Fulbright-Forschungsstipendium an der Duke University, USA und für die Monate Februar bis Mai 2007 ein Forschungsstipendium (Beinecke Scholarship) in Yale; in den Monaten Februar bis Mai 2012 war er Max Kade Distinguished Visiting Professor in German an der University of Kansas. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, insbesondere mit Karl Anton Postl alias Charles Sealsfield aus Südmähren, mit dem Deutschen Amerikabild und der Komischen Versepik. 2014 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen.

Inhalt:
Charles Sealsfield (auch Charles Sidons, eigentlich Carl Anton Magnus Postl) wurde am 3. März 1793 in Poppitz bei Znaim (Südmähren) geboren. Er studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Znaim seit 1808 in Prag Philosophie, seit 1811 Theologie, unter anderem bei Bernhard Bolzano, und wurde 1814 zum Priester geweiht. Seit 1810 Mitglied des Kreuzherrenordens, verkehrte er als Sekretär des Großmeisters in den Kreisen der liberalen und vermutlich freimaurerischen Prager Aristokratie. 1823 verließ er Prag aus ungeklärten Gründen und emigrierte über Wien und Stuttgart in die USA, wo er sich eine neue Identität aufbaute, zuerst als Charles Sidons, dann seit 1826 als Charles Sealsfield. Er lebte, wahrscheinlich zunächst als protestantischer Geistlicher, in Kittaning (Pennsylvania) und in New Orleans. 1826/27 hielt er sich wieder in Europa, vor allem in London, auf, publizierte Reiseberichte und bot dem österreichischen Staatskanzler Metternich erfolglos seine Dienste als Geheimagent an. Nach seiner Rückkehr in die USA war Sealsfield unter anderem in New York City als Journalist tätig und hatte Kontakt mit Joseph Bonaparte. Ende 1830 ging er nach Europa, ließ sich in der Schweiz nieder und erlangte mit mehreren zunächst anonym veröffentlichten Romanen internationale Erfolge. Eine kurze USA-Reise 1837 diente der rechtlichen Absicherung seiner amerikanischen Identität; ein USA-Aufenthalt 1853–58 brachte ihm offiziell die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1858 kaufte er ein Haus in Solothurn, das er bis zu seinem Tod bewohnte. Seit 1843 hatte er nichts mehr veröffentlicht und war weitgehend vergessen; die Eröffnung seines Testaments und die Enthüllung seiner früheren Identität als Carl Postl erregte aber großes Aufsehen und führte zu intensiven biographischen Forschungen.
Sealsfields erste Publikation, von Zeitschriftenbeiträgen abgesehen, war der Reisebericht „Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, nach ihrem politischen, religiösen und gesellschaftlichen Verhältnisse betrachtet [...]“, der 1827 erschien (englisch, 2 Bände, 1828). Im selben Jahr folgte die anonyme Veröffentlichung „Austria as it is, or sketches of continental courts, by an eye-witness“ (kommentierte Edition, herausgegeben von Primus-Heinz Kucher, 1994), die scharfe Kritik am Metternich-System übte und eine Suche der österreichischen Geheimpolizei nach dem Verfasser auslöste. Der an James Fenimore Coopers „Last of the Mohicans“ (1826) erinnernde Indianerroman „Tokeah, or the White Rose“ (3 Bände, 1829) war zunächst kein Erfolg; erst nach einer grundlegenden Umarbeitung (Der Legitime und der Republikaner, Eine Geschichte aus dem letzten amerikanisch-englischen Krieg, 3 Bände, 1833) fand der Roman ein interessiertes Publikum.
Sealsfield verstand sich als politischer Autor. Er hielt sich später zugute, den „nazionalen oder höheren Volks-Roman“ erfunden zu haben, in dem an die Stelle eines Einzelhelden ein ganzes Volk gesetzt wird; als Zweck seines Schreibens gab er an, den amerikanischen „Civilisazionsproceß“ darstellen zu wollen. Tatsächlich behandeln Sealsfields Romane einerseits die funktionierende amerikanische Republik (Lebensbilder aus der westlichen Hemisphäre, 5 Bände, 1834–37), andererseits die nicht-funktionierende Republik in Mexiko (Der Virey und die Aristokraten oder Mexiko im Jahre 1812, 3 Bände, 1833; Süden und Norden, 3 Bände, 1842/43). Sealsfieds Versuche, das transatlantische Verhältnis zwischen Europa und den USA zu behandeln, scheiterten; beide Romane (Morton oder Die große Tour, 2 Bände, 1835; Die Deutsch-Amerikanischen Wahlverwandtschaften, 4 Bände, 1839/40) blieben unvollendet. Da ihn die politische und soziale Entwicklung in den USA zunehmend desillusionierte, erschloß er sich mit seinem bis heute bekanntesten Werk, „Das Cajütenbuch oder Nationale Charakteristiken“ (2 Bände, 1841), in dem eben erst unabhängig gewordenen Texas einen neuen utopischen Raum. Sealsfield erscheint in seinen Romanen als überzeugter Verfechter des politischen und sozialen Systems der USA, allerdings in dessen agrarisch-südstaatlicher Ausprägung, weshalb er die Institution der Sklaverei verteidigte. Von den Zeitgenossen, etwa den Jungdeutschen, wurden die Romane als Bilder der amerikanischen Demokratie geschätzt; auf manchen problematischen Zug von Sealsfields Ideologie hat erst die jüngere Forschung aufmerksam gemacht. Als sprachliche Kunstwerke sind die Bücher bis heute bemerkenswert; ihre Vitalität hebt sie aus der Masse der zeitgenössischen deutschsprachigen Romanproduktion heraus.
Charles Sealsfield starb am 26. Mai 1864 in Solothurn (Schweiz) und wurde auf dem dortigen Sankt-Nikolaus-Friedhof beerdigt.

Moderation:
Prof. Dr. Oliver Jahraus, Ludwig-Maximilians-Universität München,
o. Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse
in Zusammenarbeit mit dem Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Sonntag, 1. März 2015, 18.00 Uhr  
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier; weitere Berichte unter altonews und Christliches Forum.
Prof. Dr. Walter Gaudnek
Teutonis et Bohemis amabiles Johannes Welflin Nepomuk

Programm:

Widmar Hader: „Fünf Legenden über Heilige - I. der märtyrertod des st. laurentius – II. sankt katharinen-lied – III. johann von nepomuk – IV. o großer wundersmann, st. johannes – V. lazarus ist gestorben“
Interpretation: Dietmar Gräf, Klavier
Widmar Hader komponierte den Zyklus 1972 für Rose Marie Zartner. Die zugrundeliegenden Lieder stammen aus einer Sammlung geistlicher Lieder aus Südmähren, die der Komponist in freier Weise und mit modernen Ausdrucksmitteln vom Inhalt her deutet.

Begrüßung: Prof. Dr. Rudolf Fritsch
Einführung: Prof. Dr. Michael Petzet
Erläuterung: Prof. Walter Gaudnek, PhD


Dietmar Gräf: Heiliger Johann (von) Nepomuk (Uraufführung)
Interpretation: Dietmar Gräf, Sprecher, Gesang, Trompete und Klavier
Die Vorlage zu dieser Komposition entstammt der gleichen Sammlung mährischer Lieder wie bei Hader. Das Stück ist als eine Art Kombination von Variation, Metamorphose und auch Melodram geschrieben.

Ausstellungsdauer: 1. März bis 5. April 2015
zu besichtigen während der Öffnungszeiten des Sudetendeutschen Hauses
Mo – Fr 09:00 – 19:00 Uhr, feiertags geschlossen

Die Ausstellung stellt eine Bilderserie vor, die 2007 in der Library Special Collection der University of Central Florida, Orlando, mit dem Konzept „Homeland dedicated to St. Nepomuk” ihren Anfang nahm.
Leitmotiv der Ausstellung ist Nepomuk mit der brennenden Zunge.

„Meine Nepomuk Serie umrahmt Facetten der Angst vor Folter und Tod. Die Herstellung eines Bezugs auf die enorme Popularität von Johannes Welflin Jan Nepomucky, heute ein national gefeierter Heiliger der Tschechischen Republik, überlasse ich der Kritik.
St. Nepomuk wurde gemartet, bis er starb, weil er als Beichtvater die Geheimnisse der Königin nicht verraten wollte.
Im Gegensatz zu seinem Schweigen wurde mein Vater ermordet, weil er seine überzeugung nicht zurückhalten konnte, dass Lügen vom Teufel kommen – wie die Nazipropaganda – und er blieb dabei, die Nachrichten  der verbotenen Feindsender und die Nazi-Nachrichten – zum Beispiel über das Ende von Stalingrad – zu vergleichen. Noch als er in meiner Gegenwart festgenommen wurde schrie er „Lügner“.
Für mich ist die Botschaft klar: Sprich, wenn Du gezwungen wirst zu schweigen. Schweige, wenn Du reden sollst."

Prof. Walter Gaudnek PhD. wurde am 1. Juli 1931 in Fleyh (Bezirk Dux, Böhmen) geboren. Vor der Vertreibung aus dem Sudetenland besuchte er die Volksschule in Hrobschitz, die Hauptschule in Bilin und war als 14jähriger von Juli 1945 bis November 1946 Zwangsarbeiter in Hrobschitz, Laun und Kozojedy. Im November 1946 landete er im Durchgangslager Dachau. Anschließend kam er zunächst nach Schrobenhausen, wo er 1947 die Realschule besuchte, und  von 1948 bis 1951 absolvierte er die damalige Oberrealschule in Ingolstadt (heute Christoph-Scheiner-Gymnasium). 1951 studierte er an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München und ab 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit der Auszeichnung als Meisterschüler bei Prof. Ernst Geitlinger. 1953 gründete er zusammen mit H. E. Gabriel die Neue Galerie in Ingolstadt und die Zimmergalerie und Galerie 17 in München. Von 1957 bis 1959 setzte er sein Studium an der University of California mit einem Fulbright Stipendium und als Teilnehmer des International Educational Exchange Program fort. Er promovierte 1968 an der New York University mit dem Thema „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in der amerikanischen Malerei der Gegenwart“. Seit 1970 ist er Professor für Malerei, Design und Kunstgeschichte an der University of Central Florida in Orlando.
Er gehört seit den 1970er Jahren zu den Hauptvertretern der Pop-Art und greift als einziger Pop-Art-Künstler auch religiöse Themen auf (Kreuzweg in St. Michael in Schweinfurt). In Altomünster gründete er 1999 das Gaudnek Europa Museum und die Gaudnek Galerie. In drei Etagen sind dort rund 400 seiner Werke ausgestellt. Das Museum zeigt eine Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Collagen, Assemblagen, Objekten, Skulpturen, Druckgrafik und das „Theater aus dem Koffer“, ein Archiv mit Fotos und Dokumenten aus den Jahren 1949–2005. Auch in der Galerie im Treppenhaus der Volksschule Altomünster sind viele seiner Pop-Art-Werke zu bewundern.
1990 wurde er als „Distinguished Researcher of the Year“ der University of Central Florida ausgezeichnet. Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur erhielt er 1994.
1998 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen. Er kann auf mehr als 200 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien, Kolumbien, Brasilien England, Spanien und in der Vereinigten Staaten sowie anderen Ländern zurückblicken.

Prof. Dr. Michael Petzet wurde am 12. April 1933 in München geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten von München und Paris. 1961 promovierte er mit einer Arbeit über die Abteikirche Sainte-Geneviève - das jetzige Pariser Panthéon - von Jacques-Germain Soufflot. Von 1972 bis 1974 war er Direktor des Lenbachhauses in München, danach Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bis zum Eintritt in der Ruhestand im Jahr 1999. Im gleichen Jahr wurde er zum Präsidenten des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Rates für Denkmalpflege ICOMOS (= International Council on Monuments and Sites) berufen.

Der Interpret Dr. Dietmar Gräf M.A. hat an mehreren Musikhochschulen und an der LMU München unter anderem Schulmusik, Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Dirigieren und Klavier studiert. Er ist Träger des Sudetendeutschen Kulturpreises und Mitglied in der Klasse der Künste der Sudetendeutschen Akademie. Gräf schrieb über 500 Kompositionen und gab über 2000 Konzerte. Er war unter anderem Lehrer der Regensburger Domspatzen, Domkapellmeister in Eichstätt, Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Leiter des KneippMusikFestivals in Bad Wörishofen. Gräf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande und eine Goldmedaille von Papst Benedikt XVI sowie die Janacek-Medaille in Gold durch Präsident Havel.

 
 
 
  Dienstag, 31. März 2015, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht in der Zeitschrift UUNIVERSUM INNERE MEDIZIN, Jahrgang 2015, Heft 6, Seiten 8-9 hier.
Lehrer 90 - Schüler 70
Festkolloquium zum 90. Geburtstag des Anatomen Wolfgang Zenker und zum 70. Geburtstag des Gastroenterologen Günter J. Krejs
Programm

Kapriziöse Intermezzi für Klarinette und Klavier

Begrüßung und Moderation
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf Fritsch
Präsident

Kapriziöse Intermezzi für Klarinette und Klavier

Wolfgang Zenker - Laudatio aus Sicht des Schülers
Prof. Dr. Günter J. Krejs, Graz

Wolfgang Zenker - Laudatio aus Sicht des Kollegen
Prof. Dr. Reinhard Putz, München

Festvortrag:
o. Univ.-Prof. em. Dr. Helmut Gruber, Medizinische Universität Wien
Anatomie - einst und jetzt

Videopräsentation zum Curriculum von Günter J. Krejs

Die Geburtstagständchen spielt Klaus Hampl auf der Klarinette, am Klavier begleitet von Wolfgang Schüler.

o. Prof. em. Dr. med. Wolfgang Zenker wurde am 14. Februar 1925 in Brünn geboren. Nach Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft und Vertreibung der Familie begann er 1946 das Medizinstudium in Wien, danach war er Assistent am Anatomischen Institut der Universität Wien, wo er sich habilitierte. Im Jahr 1964 wurde er als ordentlicher Professor an die neu gegründete Ruhr-Universität Bochum berufen und baute das dortige Anatomische Institut auf. Er folgte 1969 einer Berufung zum Ordinarius für Anatomie in Wien und wechselte 1977 als Ordinarius für Anatomie an die Universität Zürich, wo er bis zu seiner Emeritierung wirkte. Professor Zenker hat an drei Universitäten in drei Ländern die Lehre und Forschung in der Anatomie wesentlich geprägt. 1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied (Naturwissenschaftliche Klasse) der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

o. Univ.-Prof. em. Dr. med. univ. Günter J. Krejs wurde am 14. März 1945 in Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich, geboren. Er studierte an den Universitäten in Wien und Zürich und wurde 1969 zum Doktor der Medizin promoviert. Von 1969 bis 1971 absolvierte er die Turnusarztausbildung in Krems an der Donau und Wien, anschließend bis 1975 Facharztausbildung für Innere Medizin mit spezieller Berücksichtigung der Gastroenterologie am Stadtspital Triemli in Zürich. Von 1975 bis 1987 wirkte er am Health Science Center der University of Texas at Dallas (die einzige Medizinische Fakultät der Welt, die derzeit fünf lebende Nobelpreisträger hat), zuerst als Instructor, dann als Assistant Professor und Associate Professor und ab 1984 als Full Professor für Innere Medizin. Im Jahr 1986 nahm er einen Ruf an die Karl-Franzens-Universität Graz an und dort wurde er zum Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin bestellt, ein Amt, das er bis 2005 innehatte. Im Jahr 2004 wurde die Medizinische Fakultät aus der Karl-Franzens-Universität ausgegliedert und als selbständige Medizinische Universität Graz etabliert. Prof. Dr. Krejs lehrte, forschte und behandelte als Ordinarius für Innere Medizin und Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013. Seine Forschungsinteressen sind intestinale Absorption und Sekretion, chronische Diarrhoe, gastrointestinale endokrine Tumore und therapeutische Endoskopie. Im Jahr 1991 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse berufen; seit 2012 ist er Sekretar seiner Klasse.

o. Univ.-Prof. em. Dr. med. univ. Helmut Gruber ist in Wien geboren, besuchte alle Schulstufen in Wien und begann 1961 das Medizinstudium an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Ab dem 5. Semester wirkte er bei Professor Zenker in anatomischen Praktika und im Forschungslabor mit. Mit der Berufung von Professor Zenker an die Ruhruniversität Bochum erhielt er eine Anstellung an dieser Universität. Mit dessen Berufung an die Wiener Anatomie trat er auch bei der Universität Wien ein. Er habilitierte sich 1979 und wurde 1983 als Universitätsprofessor für Anatomie berufen. Der berufliche Werdegang war besonders durch die Persönlichkeit von Professor Zenker geprägt. Seit der Bildung der eigenständigen Medizinischen Universität Wien war Prof. Dr.Gruber Leiter des Zentrums für Anatomie und Zellbiologie bis er im Jahr 2011 emeritiert wurde.

o. Prof. em. Dr. med. Reinhard Putz wurde am 5. August 1942 in Innsbruck geboren. besuchte die Lehrerbildungsanstalt und erwarb 1961 das Reifezeugnis für das Lehramt an Volksschulen. Nach dem Militärdienst studierte er Medizin an der Universität Innsbruck. 1968 erfolgte die Promotion und 1979 die Habilitation an der Universität Innsbruck. Nach Gastprofessuren an den Universitäten Freiburg und München übernahm er 1982 den Lehrstuhl für Anatomie an der Universität Freiburg. 1989 folgte er einem Ruf an die Universität München als Vorstand der Anatomischen Anstalt. Von 2003 bis 2010 war Prof. Dr. Putz Prorektor beziehungsweise erster Vizepräsident der LMU. Seine wissenschaftlichen Interessengebiete betreffen das muskuloskelettale System, insbesondere die Form-Funktions-Problematik der Gelenke. Ein besonderer Schwerpunkt befasste sich mit der Evolution der Wirbelsäule und ihre Anpassung an die Gegebenheiten des aufrechten Ganges. Großes Interesse schenkte er der klinischen Anatomie sowie der Hochschuldidaktik.

Klaus Hampl wurde am 12. April 1964 in Kaufbeuren geboren, ist seit 1999 Kulturbotschafter seiner Heimatstadt und zählt zu den international gefragtesten deutschen Klarinettenvirtuosen. Die Liste renommierter Musiker und Ensembles, mit denen er zusammenarbeitet, reicht vom russischen Rimsky-Korsakow-Quartett über das italienische Trio Michelangelo und das Quartetto di Roma bis hin zum Bamberger Streichquartett und zu Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 2005 erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Darstellende und ausübende Kunst. Im gleichen Jahr berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Wolfgang Schüler wurde am 24. September 1964 ebenfalls in Kaufbeuren geboren. Er hat Klavier und Schlagwerk am Leopold -Mozart-Konservatorium in Augsburg studiert. Seine besondere Liebe und Neugier gilt dem Rhythmus und der Harmonik. Er ist in allen Epochen und Richtungen zuhause - in E- und U-Musik, als Komponist, als Klaviersolist und Klavierbegleiter für Sänger, Quartette, Quintette und mit vielen weiteren Tätigkeiten, die ihn unter anderem mit Größen wie Klaus Hampl, Stefan Holstein, Wolfgang Lackerschmid uvm. zusammengeführt haben.
 
 
 
  Mittwoch, 29. April 2015, 18.00 Uhr  
B u c h p r ä s e n t a t i o n  i n  d e r  R e s i d e n z  d e s
ö s t e r r e i c h i s c h e n  G e n e r a l k o n s u l s
Herbert Zeman:
Literaturgeschichte Österreichs
von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart
Ort:
Residenz des österreichischen Generalkonsuls, Donaustraße 5, 81679 München

o. Univ-Prof. em. Dr. phil. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich. Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Zum Buch:
Die von ihm herausgegebene Literaturgeschichte Österreichs wurde vom Österreichischen Außenministerium allen auswärtigen Vertretungen Österreichs zur Anschaffung für ihre Bibliothek empfohlen.
Prof. Dr. Herbert Zeman übergibt unter den Augen der Kaiserin Maria Theresia die Literaturgeschichte Österreichs dem österreichischen Bundespräsidenten Prof. Dr. Heinz Fischer
in Zusammenarbeit mit dem

und dem
 
  Samstag, 23. Mai 2015, 17.00 Uhr  
S u d e t e n d e u t s c h e r   T a g   2 0 1 5
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Dr. h.c. Winfried Böhm
Kindheit und Schule in der Donaumonarchie
Messe Augsburg, Tagungscenter (TC) Ebene 2, Raum 2.11 A

Prof. Dr. phil. Dr. phil. h.c. Winfried Böhm wurde am 22. März 1937 in Schluckenau (Bezirk Tetschen, Nordböhmen) geboren und lebte bis 1949 in Reichenberg / Liberec. Nach der Mittleren Reife (in Königstein im Taunus) absolvierte er eine musikalische Ausbildung und eine Banklehre, holte danach das Abitur nach und studierte dann Philosophie, Pädagogik, Theologie, Geschichte und Musikwissenschaft in Bamberg, Würzburg und Padua. Dabei kam er in Kontakt mit Theodor W. Adorno, Giuseppe Flores d’Arcais, Romano Guardini und Albert Reble. Er wurde 1969 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf Grund der Dissertation Maria Montessori : Hintergrund und Prinzipien ihres pädagogischen Denkens promoviert und habilitierte sich dort 1973 mit der Schrift Kulturpolitik und Pädagogik Paul Oestreichs. Von 1974 bis März 2005 war er ordentlicher Professor für Pädagogik und Vorstand des Instituts für Pädagogik an der Universität Würzburg. Gastdozenturen führten ihn an renommierte Universitäten in Italien (Rom, Padua), Südamerika (Buenos Aires, Santiago de Chile) und in die USA (Provo, Harvard). 1987-1988 war er Research Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies in Social Sciences and Humanities. 1987 verlieh ihm die Universidad Católica de Córdoba / Universidad Jesuita (Argentinien) die Würde eines philosophischen Ehrendoktors. Er ist Mitglied der wissenschaftlichen Akademien in Padua, Messina und Córdoba. Von 1987 bis 2002 war er Präsident der Deutschen Montessori-Gesellschaft. Im Jahr 2004 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Silvesterordens. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Erziehungsphilosophie, Geschichte und Theorie der Erziehung und Bildung, Vergleichende Pädagogik und Geschichte und Theorie der Schule. Seine über 40 Bücher und rund 400 Aufsätze wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sein allerjüng­stes Buch (2012) befasst sich mit Jean-Jacques Rousseau als Pädagogen. Außerdem verfasste er das Libretto für die von Wilfried Hiller komponierten Kirchenoper "Augustinus - Ein klingendes Mosaik", die 2005 in München uraufgeführt wurde. 1989 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Inhalt:
Der Vortrag rekonstruiert die tiefgreifenden Veränderungen, die sich in den einhundertfünfzig Jahren zwischen 1770 und 1920 im Hinblick auf Kindheit und Schule ereignet haben. Diese standen zwar in den größeren kultur- und sozialgeschichtlichen Zusammenhängen Zentraleuropas, sie gewannen aber in den Ländern der Donaumonarchie ein bemerkenswert eigenständiges Profil. Insgesamt haben sie bis heute das Bild der modernen Schule geprägt und Kindheit in das unaufhebbare Dilemma zwischen Fremd- und Selbstbestimmung geführt.
 
 
 
  Dienstag, 26. Mai 2015, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Andreas Willscher
Die große Kunstaustellung 1918 im Kaiser Franz Joseph Museum zu Troppau
Der Komponist, Organist, Musikwissenschaftler und Autor Andreas Willscher wurde am 4. November 1955 in Hamburg geboren, studierte dort Komposition und Orgel bei Günter Friedrichs, Ernst-Ulrich von Kameke und anderen. Ergänzende Studien absolvierte er in Paris. Seit 1971 ist er Organist des Hamburger Konvents St. Franziskus, seit 2000 auch Kirchenmusiker an St. Joseph, Hamburg-Wandsbek. Er komponierte Werke aller Sparten, so Opern, Symphonien, Oratorien, Konzerte (unter anderem für Orgel, Streichorchester und Pauken; für Orgel, Akkordeonorchester und Pauken), Orgelmusik (unter anderem 15 Orgelsymphonien, 6 Sonatinen), Kantaten, Motetten, Kammermusik, Lieder, Werbespots, Kabarettmusiken, Werke für ungewöhnliche Instrumentalbesetzungen wie Koto und Orgel, Vierteltonharfe, Rock-Band und Symphonieorchester. Zahlreiche Preise bei Kompositionswettbewerben wurden ihm verliehen, so zum Beispiel 1995 der Sudetendeutscher Kulturpreis für Musik. 2012 erhielt er Ansgar-Medaille des Erzbistums Hamburg für seine Verdienste um die Kirchenmusik. Er verfasste zahlreiche Beiträge für Fachzeitschriften und Lexika (MGG) sowie eine Biographie über den böhmisch-hamburgischen Musikkritiker-Papst und Komponisten Ferdinand Pfohl (Prag: Bärenreiter 2001). 2011 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Zum Thema:
Der 1917 an der Südfront verwundete Wanderlehrer, Dichter, Komponist und Schriftsteller Gustav Willscher (1882-1937 Großvater des Vortragenden) wurde 1917 beauftragt, für das Schlesische Landesmuseum Troppau eine große Kunstausstellung zu organisieren. Diese wurde im Hause des Asienforschers Anton Karl Gebauer vorbereitet. Dank guter freundschaftlicher Beziehungen konnte Willscher hochkarätige Künstler wie Fritz Quidenus von der Münchner Akademie, den Bildhauer Engelbert Kaps, den Maler Carry Hauser sowie auch den Klaviervirtuosen August Göllner gewinnen. Andreas Willscher zeichnet die „Stunden der Erhebung und der Begeisterung“ der Künstler, denen eine überaus eindrucksvolle Austellung gelang, der aufgrund der politischen Vorkommnisse leider eine nur kurze Dauer beschieden war.

Moderation:
Hansjürgen Gartner, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften

Einige Bilder aus der Troppauer Ausstellung wurden im Adalbert-Stifter-Saal gezeigt.
 
 
 
  Freitag, 26. Juni 2015, 19.00 Uhr  
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier.
Prof. Dr. Walter Gaudnek
Vernissage in Blau „Mars Srolls“

Ort:

Gaudnek Europa Museum (GEM) Altomünster, Sandizeller Gasse 3

Programm:

Begrüßung

Siegfried Sureck
Direktor des GEM

Anton Kerle
1. Bürgermeister Markt Altomünster

Stefan Löwl
Landrat des Landkreises Dachau

Erläuterung

Prof. Walter Gaudnek PhD

Musik

Dr. Dietmar Gräf, Trompete, Schlagzeug, Gesang u.a.

Prof. Walter Gaudnek PhD. wurde am 1. Juli 1931 in Fleyh (Bezirk Dux, Böhmen) geboren. Vor der Vertreibung aus dem Sudetenland besuchte er die Volksschule in Hrobschitz, die Hauptschule in Bilin und war als 14jähriger von Juli 1945 bis November 1946 Zwangsarbeiter in Hrobschitz, Laun und Kozojedy. Im November 1946 landete er im Durchgangslager Dachau. Anschließend kam er zunächst nach Schrobenhausen, wo er 1947 die Realschule besuchte; von 1948 bis 1951 absolvierte er die damalige Oberrealschule in Ingolstadt (heute Christoph-Scheiner-Gymnasium). 1951 studierte er an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München und ab 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit der Auszeichnung als Meisterschüler bei Prof. Ernst Geitlinger. 1953 gründete er zusammen mit H. E. Gabriel die Neue Galerie in Ingolstadt und die Zimmergalerie und Galerie 17 in München. Von 1957 bis 1959 setzte er sein Studium an der University of California mit einem Fulbright Stipendium und als Teilnehmer des International Educational Exchange Program fort. Er promovierte 1968 an der New York University mit dem Thema „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in der amerikanischen Malerei der Gegenwart“. Seit 1970 ist er Professor für Malerei, Design und Kunstgeschichte an der University of Central Florida in Orlando.
Er gehört seit den 1970er Jahren zu den Hauptvertretern der Pop-Art und greift als einziger Pop-Art-Künstler auch religiöse Themen auf (Kreuzweg in St. Michael in Schweinfurt). In Altomünster gründete er 1999 das Gaudnek Europa Museum und die Gaudnek Galerie. In drei Etagen sind dort rund 400 seiner Werke ausgestellt. Das Museum zeigt eine Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Collagen, Assemblagen, Objekten, Skulpturen, Druckgrafik und das „Theater aus dem Koffer“, ein Archiv mit Fotos und Dokumenten aus den Jahren 1949–2005. Auch in der Galerie im Treppenhaus der Volksschule Altomünster sind viele seiner Pop-Art-Werke zu bewundern.
1990 wurde er als „Distinguished Researcher of the Year“ der University of Central Florida ausgezeichnet. Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur erhielt er 1994.
1998 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen. Er kann auf mehr als 200 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien, Kolumbien, Brasilien England, Spanien und in der Vereinigten Staaten sowie anderen Ländern zurückblicken.

Der Interpret Dr. Dietmar Gräf M.A. hat an mehreren Musikhochschulen und an der LMU München unter anderem Schulmusik, Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Dirigieren und Klavier studiert. Er ist Träger des Sudetendeutschen Kulturpreises und Mitglied in der Klasse der Künste der Sudetendeutschen Akademie. Gräf schrieb über 500 Kompositionen und gab über 2000 Konzerte. Er war unter anderem Lehrer der Regensburger Domspatzen, Domkapellmeister in Eichstätt, Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Leiter des KneippMusikFestivals in Bad Wörishofen. Gräf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande und eine Goldmedaille von Papst Benedikt XVI sowie die Janacek-Medaille in Gold durch Präsident Havel. 2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 
 
 
  Dienstag, 28. Juli 2015, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier.
Festkolloquium zum 75. Geburtstag des Altpräsidenten Prof. Dr. Herbert Zeman
Programm

Frédéric Chopin (1810-1849): Andante spianato (Es-Dur, op. 22)

Begrüßung
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf Fritsch
Präsident


Frédéric Chopin: Grande Polonaise brilliante (Es-Dur, op. 22)

Laudatio und Festvortrag
Prof. Dr. phil. Oliver Jahraus, München
Gibt es eine österreichische Literatur?


Franz Liszt (1811-1886): Widmung

Dank des Jubilars

Robert Schumann (1810-1856): Warum (aus: Fantasiestücke op.12)

Empfang im Foyer

Musik
Anna Antonia Sennefelder, Klavier


o. Univ-Prof. em. Dr. phil. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich. Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

o. Univ-Prof. Dr. phil. Oliver Jahraus wurde am 13. November 1964 in Kempten geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1984 bis 1990 Germanistik (Neuere deutsche Literaturwissenschaft und germanistische Linguistik) und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität Münchenmit dem Abschluss Magister Artium. 1992 wirde er dor aufgrund der Dissertation „Das monomanische Werk. Eine strukturale Werkanalyse des Oeuvres von Thomas Bernhard“ zum Dr. phil. promoviert. Im Sommersemester 2001 habilitierte er sich an der Otto-Friedrich-Universitä Bamberg mit einer Arbeit „Literatur als Medium. Sinnkonstitution und Subjekterfahrung zwischen Bewußtsein und Kommunikation“. Im Jahr 2005 wurde er als Nachfolger von Wolfgang Frühwald auf den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Medien an die Ludwig-Maximilians-Universität berufen und zum Mitglied des Leitungsgremiums des Departments I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache - der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften ernannt.Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 2014 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse.

Die Pianistin Anna Sennefelder, geborene Buchberger, wurde 2003 als jüngste Studentin seit Bestehen im Fach Klavier an der Hochschule für Musik und Theater München in die Klasse von Prof. Massinger aufgenommen. Seit 2007 studiert sie bei Prof. Margarita Höhenrieder (Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste). Nach sehr gutem Diplom setzt sie das Studium in Form des Master of Music bei Klavierlegende Prof. Léon Fleisher an der Johns Hopkins Peabody University in den USA fort. Zu ihren Wirkungsstätten zählen bereits weite Teile Europas sowie Südamerika und die USA. Bei zahlreichen Festivals, Konzerten sowie CD-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen begeistert sie und beflügelt die klassische Musik durch ihr Spiel. Sie wird nun als Pianistin bezeichnet, die „längst an der Weltspitze angekommen ist“ und „weder technisch noch gestalterisch irgendwelche Grenzen zu kennen scheint“.
in Zusammenarbeit mit dem Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Freitag, 4. September  2015, 18.30 Uhr  
 
Komponistenporträt Roland Leistner-Mayer (zum 70. Geburtstag)
Der Komponist Roland Leistner-Mayer wurde am 20. Februar 1945 in Graslitz / Böhmen geboren. Von 1968 bis 1973 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik München Komposition bei Harald Genzmer und Günter Bialas sowie Klavier bei Günter Louegk und Schlagzeug bei Karl Peinkofer. Ab 1983 war er Mitarbeiter im "Studio für Musik München" sowie seit 1986 Leiter der Fachgruppe Musik der Künstlergilde Sektion Bayern. Leistner-Mayers Schaffen umfasst Klavier- und Kammermusik sowie Chor- und Orchesterwerke. Zahlreiche Werke liegen in Einspielungen auf Tonträger vor. Seine Werke werden inzwischen weltweit gespielt.

Der Abend stellt zwei Kompositionen der letzten Jahren gegenüber, das 6. Streichquartett op. 148 "untapfere Bagatellen" (2014) und "Sieben tapfere Klavierstücke" op. 140 (2011). Bereits die Titel der Werke lassen Korrespondenzen vermuten, zu denen der Komponist sich in einführenden Worten und im Gespräch mit Andreas Wehrmeyer äußern wird.

Es spielen: Christoph Declara, Klavier, und das Sojka-Streichquartett Pilsen (Martin Kos und Martin Kaplan, Violinen; Josef Fiala, Viola; Hana Vitková, Violoncello).
in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut (Träger: Bezirk Oberpfalz)
in Verbindung mit dem Kulturreferenten für die Böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein fördert die Veranstaltung.
 
 
  Freitag, 18. September 2015, 11.00 Uhr  

Bericht von Markus Bauer in der Sudetendeutschen Zeitung hier
SE Bischof Prof. Dr.Rudolf Voderholzer
Führung durch das Papsthaus in Pentling bei Regensburg
Als Dank für das Grußwort der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste bei seiner Weihe zum Bischof von Regensburg am 26. Januar 2013 hat SE, der hochwürdigste Bischof der Diözese Regensburg, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, eine Delegation der Akademie zu einer Führung durch das Wohnhaus von Papst Benedikt XVI. eingeladen, das dieser während seiner Zeit als Professor an der Universität Regensburg bewohnt hat. Das Haus ist jetzt Eigentum der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung und wird vom Institut Papst Benedikt XVI. unter Leitung von Bischof Voderholzer verwaltet. Dieser wurde im Jahr 2010 zum ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.
 
 
 
  Dienstag, 29. September 2015, 18.30 Uhr .
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Kurt Franz
„… allerlei Spielereien für junge Herzen“ Zur Rezeption von Adalbert Stifter im 19. und 20. Jahrhundert
Prof. Dr. phil. Kurt Franz wurde am 10. Februar 1941 in Ossegg, Landkreis Dux (im Erzgebirge), geboren. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland kam seine Familie in den Landkreis Rosenheim. In Raubling besuchte er vier Jahre die Volksschule, anschließend das Humanistische Gymnasium in Rosenheim. Nach dem Abitur, gründete er bald eine Familie und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Germanistik, Geschichte, Geographie, Kunsterziehung, Pädagogik und Philosophie. Im Jahre 1964 legte er die Prüfung für das Lehramt an "Mittelschulen" (heute Realschule) ab. Drei Jahre später unterzog er sich der wissenschaftlichen Prüfung in den Fächern Deutsch, Geschichte und Geographie für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend unterrichtete er noch nebenamtlich an verschiedenen Schultypen unter anderem an der Fachschule für Augenoptiker sowie an der Beamtenschule der Polizei. Nebenbei studierte Franz noch an der Münchner Universität, wo er 1973 aufgrund der Dissertation "Studien zur Soziologie des Spruchdichters in Deutschland im späten 13. Jahrhundert" zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Folgend war er mehrere Jahre Dozent für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der LMU tätig. 1991 habilitierte sich Franz und erhielt zwei Jahre später einen Ruf auf den Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Regensburg, wo er 2006 in den Ruhestand trat. Während seiner Zeit an der Universität in Regensburg zeichnete Franz vorwiegend für Ausbildung von Studierenden für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien verantwortlich.
Er ist vor allem ein ausgewiesener Kenner der Kinderlyrik und der Märchen. Er hat auch Literatur für Kinder (Geschichten, Gedichte) verfasst. Sein "Buch Lesen macht stark. Alles über Bücher" erschien in vielen Auflagen und wurde ins Schwedische übersetzt. Von 1997 bis 2013 war er Präsident der "Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur"; jetzt ist er deren Ehrenpräsident. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Moderation: Prof. Dr. Ernst Erich Metzner, Vorsitzender des Adalbert Stifter Vereins


Musik: I. Stifter-Gesänge von Widmar Hader – Es ist ein Gesetz – Die Lerche und der Rabe – Die Liebe ist scheu – Nachgefühl – Der Mensch ist vergänglich – Zum neuen Jahr II. Johannes Brahms (1833-1887) – Mädchenlied (Heyse) Op. 95 Nr. 6 – Die Sonne scheint nicht mehr (Deutsches Volkslied) – Mädchenlied (Heyse) Op. 107 Nr.5 – Der Tod, das ist die kühle Nacht (Heine) Op.96 Nr.1 gesungen von der Sopranistin Regina Klepper, am Flügel begleitet von Iris Schmid.
in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein
 
 
  Freitag, 23. Oktober 2015, 14.00 Uhr c.t.  
nicht öffentlich
Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 
 
 
  Freitag, 23. Oktober 2015, 19.00 Uhr c.t.  
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Öffentliche Festveranstaltung 2015

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Festvortrag
Hw. Bischof Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, Regensburg
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Die Wurzeln Europas nach Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.


Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2015 an die Musikwissenschaftlerin Claudia Behn M.A.
Laudatio: Prof. Mag. art. Mag. et Dr. phil. Hartmut Krones, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien


Musikalische Begleitung
Prof. Armin Rosin, Posaune
Dr. Dietmar Gräf, Klavier

SE Bischof Prof. Dr. theol. Rudolf Voderholzer wurde am 9. Oktober 1959 in München geboren. Seine Mutter stammt aus Kladrau im Sudetenland; die dortige Kirche Mariä Himmelfahrt im Stile der Barockgotik ist ein der größten Kirchen in Böhmen. Er wuchs in München-Sendling (Pfarrei St. Margaret) auf. Bereits Anfang der 1970er Jahre veröffentlichte er gemeinsam mit seiner Mutter, der Lehrerin und Kinderbuchautorin Maria Voderholzer, autobiographisch geprägte Bücher. Nach dem Abitur am Münchner Dante-Gymnasium studierte er an der Ludwig-Maximimilians-Universität München Philosophie (M.A. 1985) und katholische Theologie (Dipl.-Theol. 1986). 1987 empfing er für das Erzbistum München und Freising durch Friedrich Kardinal Wetter im Freisinger Dom die Priesterweihe und war anschließend als Kaplan in Traunreut, Haar und Zorneding tätig. 1992 wurde er Wissenschaftlicher Assistent bei Gerhard Ludwig Müller am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität München. 1997 wurde er in München mit der Dissertation Die Einheit der Schrift und ihr geistiger Sinn. Der Beitrag Henri de Lubacs zur Erforschung von Geschichte und Systematik christlicher Bibelhermeneutik promoviert. 2004 habilitierte er sich an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximimilians-Universität. Im gleichen Jahr wechselte er an das Departement für Glaubens- und Religionswissenschaft und Philosophie an die Schweizer Universität Fribourg; er war von 2004 bis 2005 Präsident des Departements. Von 2005 bis zum Jahresbeginn 2013 war Rudolf Voderholzer ordentlicher Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Trier. In dieser Zeit lebte er in Kasel an der Ruwer, wo er sich zeitgleich als Seelsorger der Pfarrgemeinde St. Nikolaus engagierte und im Juni 2012 sein Silbernes Priesterjubiläum feierte. Er ist Gründungsdirektor des 2008 gegründeten „Institut Papst Benedikt XVI.“ in Regensburg und Herausgeber der gesammelten theologischen Schriften von Papst Benedikt XVI. Am 6. Dezember 2012 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum 78. Bischof von Regensburg. Die Bischofsweihe durch Reinhard Kardinal Marx fand am 26. Januar 2013 im Regensburger Dom statt; Mitkonsekratoren waren Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller und František Radkovský, Bischof von Pilsen. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet Christus in vobis spes gloriae („Christus ist unter Euch – die Hoffnung auf Herrlichkeit“) (Kol 1,27). Am 11. Januar 2013 hat er den nach Bayerischem Konkordat und Reichskonkordat zuvor abzulegenden Treueeid in Gegenwart von Ministerpräsident Horst Seehofer abgelegt. Papst Franziskus ernannte ihn am 28. Mai 2014 zum Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre. Im Jahr 2010 wurde er zum ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Professor Armin Rosin wurde am 22. Februar 1939 in Karlsbad geboren. Nach einem Musikstudium in München und einem Studium der Musikwissenschaft in Erlangen erhielt er den ersten Dirigierunterricht von Joseph Keilberth, dem ehemaligen Chefdirigenten der Prager Deutschen Philharmonie. Er setzte die Ausbildung am Mozarteum Salzburg fort. Neben Kursen bei Herbert von Karajan beeinflusste ihn vor allem der langjährige Unterricht von Sergiu Celibidache. Diverse deutsche Sinfonie- und Kammerorchester dirigierte Rosin, der auch leitender Dirigent der Stuttgarter Brass-Philharmonie war. Im Ausland wurde er zu Konzerten bis Asien (zum Beispiel: Nordkorea-Pyongyang-National-Symphony, Taiwan National-Orchestra, Westböhmische Philharmonie etc.) verpflichtet. Armin Rosin war Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und dirigierte jahrelang deren Kammerensemble. Er wurde außerdem international bekannt als 1. Solist der klassischen Posaune. Er wirkte und wirkt als Gastprofessor an der Kunsthochschule Jonquing, der National-Universität Kunming und Xian und am Zentralen Musik-Konservatorium Peking (alles China) sowie an der Musikschule Osaka (Japan). 2005 wurde er zum Ehrenbürger von Jeju (Korea) ernannt. 1970 erhielt er den Gaudeamus-Preis Amsterdam, 1978 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik, 2003 den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis, 2008 den Bayrischen Nordgau-Musikpreis und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen. 1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Dr. phil. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen (2010). 2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 
 
 
  Samstag, 24. Oktober 2015, 9.30 Uhr  
nicht öffentlich
Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 
 
 
  Dienstag, 24. November 2015, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Arnold Suppan
Hitler – Beneš – Tito. Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und Südosteuropa.
Buchpräsentation
Univ.-Prof. i. R. Dr. phil. Arnold Suppan wurde am 18. August 1945 in St. Veit an der Glan (Kärnten) geboren. Nach dem Abitur mit Auszeichnung am Bundesgymnasium Klagenfurt 1963 studierte er bis 1970 Geschichte und Germanistik an der Universität Wien. Er promovierte bei Richard G. Plaschka und Erich Zöllner und war anschließend Assistent am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität. Im Jahr 1984 habilitierte er sich für Osteuropäische Geschichte und wurde 1994 außerordentlicher, 2000 ordentlicher Universitätsprofessor am selben Institut. 2001 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Er war von 2002 bis 2008 Vorstand des Instituts für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Seit 1998 ist er Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; er wirkte von 2003 bis 2011 als Obmann der Historischen Kommission der Akademie, wurde 2009 zum Generalsekretär, 2011 zum Vizepräsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt.2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die Endphase Österreich-Ungarns, Kroatien im 19. Jahrhundert, die österreichischen Volksgruppen im 20. Jahrhundert, Jugoslawien in der Zwischenkriegszeit sowie die Beziehung zwischen Deutschen und Tschechen seit der frühen Neuzeit. Zur Zeit forscht er vor allem auf dem Gebiet der Geschichte der Tschechoslowakei und Jugoslawiens in der NS-Zeit.

Das Buch:

Wien 2014. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Drei Bände. ISBN13: 978-3-7001-7309-0. 2060 Seiten, 148 Euro
Das ist ein schreckliches, ein hervorragendes Werk. Schrecklich wegen seines Themas – Greuel des Krieges, des Terrors, der Vertreibungen – und hervorragend als ein genaues, reich dokumentiertes, engagiertes, aber stets sachliches Geschichtswerk. Der Wiener Historiker Suppan legt die Summe seiner langjährigen Beschäftigung mit der jüngsten Geschichte vor. Im Mittelpunkt steht die Besetzung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg und die Rache danach: Vertreibung, Verfolgung, Lagerhaft und Zwangsarbeit führten dazu, dass die deutschen Volksgruppen – über drei Millionen Menschen in der Tschechoslowakei, eine halbe Million in Jugoslawien – aufhörten zu bestehen. Suppans einzigartiges Mammutwerk – es hat 3600 Anmerkungen – stützt sich auf Spezialuntersuchungen aus allen betroffenen Ländern. Der tschechischen Öffentlichkeit, für die Eduard Beneš als einer der hochverdienten Gründer der Republik gilt, wird es nicht leicht fallen, dessen Namen neben denen von Hitler und Tito zu sehen. Suppan legt jedoch überzeugend dar, dass Beneš, der im Exil die Aussiedlung der Deutschen schon lange geplant hatte, 1945 der treibende Geist beim grausamen Verjagen der sudetendeutschen Volksgruppe war. Ähnlich wie der Kommunist Tito in Belgrad trug der Demokrat Beneš in Prag die Verantwortung dafür, dass gegenüber alteingesessenen nicht-slawischen Volksgruppen unter Berufung auf eine Kollektivschuld ähnliche Methoden angewendet wurden, wie sie die Nazis praktiziert hatten. Der Verfasser betont, dass die Kenntnis der Tatsachen und der Bereitschaft, Schuld auf der eigenen Seite ebenso wahrzunehmen wie aufseiten des einstigen Feindes, die Voraussetzungen für die Entstehung einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur bilden. Das Buch ist nicht der geringste Beitrag, damit dieses Ziel erreicht wird. Es gehört deshalb auch in die Hand aller Interessierter an der Thematik Flucht und Vertreibung. Und es kommt rechtzeitig zum Gedenkjahr 2015: Siebzig Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges.
Besprechung von Gerold Schmiedbach in:
Rezensionsdienst – Bücher, CDs, CD-ROMs, DVDs unter die Lupe genommen. 9. Jahrgang (2014), Heft 1 (Dez. 2014)

Moderation:
Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Ludwig-Maximilians-Universität München

Das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) erforscht Geschichte, Literatur und Sprache der ostmittel- und südosteuropäischen deutschen Siedlungs- und Herkunftsgebiete in ihren unterschiedlichen historischen und regionalen Kontexten.
in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Dienstag, 1. März 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Monika Glettler
Streiflichter aus Böhmen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert im Zeichen europäischer Migrationen
Prof. Dr. phil. Monika Glettler, geboren in Bad Schlag, Kreis Gablonz an der Neiße, studierte an den Universitäten München, Wien und Prag Geschichte, Slavistik und Germanistik und wurde 1971 aufgrund der Dissertation „Die Wiener Tschechen um 1900. Strukturanalyse einer nationalen Minderheit in der Großstadt" an der Universität des Saarlandes promoviert. Sie habilitierte sich 1978 mit der Schrift „Pittsburgh – Wien – Budapest. Programm und Praxis der Nationalitätenpolitik bei der Auswanderung der ungarischen Slowaken nach Amerika um 1900“ an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für die beiden Werke wurde ihr 1981 von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft der „Anton-Gindely-Preis für Geschichte der Donaumonarchie“ verliehen. Im akademischen Jahr 1980/81 nahm sie eine Gastprofessur am Institute on East Central Europe der Columbia University in New York wahr, 1987/88 vertrat sie die C4-Professur für Osteuropäische Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Anschließend übernahm sie die Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung des Sudetendeutschen Archivs in München. An der Münchner Universität war sie von 1978 bis 1994 als Privatdozentin und apl. Professorin am Lehrstuhl für Mittlere und Vergleichende Landesgeschichte tätig. 1984 erhielt sie den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft. Im August 1994 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, den sie bis zum Eintritt in den Ruhestand am Ende des Wintersemesters 2002/03 innehatte. 1996 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.
Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre verbinden historische Betrachtungsweisen mit Theorie und Methoden der Sozialwissenschaften. Dies gilt für die Neuere Ge-schichte im Allgemeinen, insbesondere jedoch für die Geschichte der Habsburgermonarchie und deren Nachfolgestaaten, das heißt, für ost-, südost- und mitteleuropäische Fragen im 19. und 20. Jahrhundert. Die Thematik umfasst Binnen- und übersee-Migration, Methodologie-Diskussionen und Nationalismus- sowie Totalitaris-mustheorien, Regional-, Stadt- und Landesgeschichte im Vergleich.

Inhalt:
In den vergangenen drei Jahrzehnten sind Migration und Integration europaweit zu Sorgenthemen geworden und werden in regionalen sowie lokalen Zusammenhängen – dank der Vielfalt der Medien – öffentlich diskutiert. Ein historischer Rückblick zeigt, dass Zuwanderung, interkulturelle Begegnungen und Konfrontationen zentrale Elemente der europäischen Kulturgeschichte sichtbar machen im Wechselverhältnis zwischen Konzepten und Realisierungen. Die Migrationsgeschichte der „böhmischen Länder“ (im historischen Sinn) weist beträchtliche Defizite auf: nicht nur für die angeblich stabile, immobile Gesellschaft des 17. / 18. Jahrhunderts. Im Fokus des Vortrages stehen daher Terminologien und Wanderungsformen der derzeitigen Migrationsforschung, erläutert an folgenden Beispie-len: Böhmische Exulanten in Sachsen (17. Jh.), böhmische Glashändler in Europa (17.-19. Jh.), tschechische Siedler in Wolhynien (1860-1940), tschechische Zuwanderer in den Sudetengebieten nach 1945, tschechische Flüchtlinge in West-, Mittel- und Osteuropa seit 1968. Das vielfältige Wanderungsgeschehen mit Vergleichsmöglichkeiten zur Gegenwart möge als Anregung für die Diskussion den Zuhörern überlassen bleiben.

Moderation:
Prof. Dr. Kurt Franz, Universität Regensburg
 
 
 
  Samstag, 19. März 2016, 17.00 Uhr  
V e r n i s s a g e
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 15 vom 15. 4. 2016 hier
Klang in Bildern --
Das graphische Werk von Klaus Fessmann

Ausstelung im Gasteig Glashalle 1. OG – Rosenheimer Str. 5, 81667 München
Dauer der Ausstellung: 20. März bis 15. April 2016

Programm der Vernissage
Begrüssung: Brigitte v. Welser, Geschäftsführerin der Gasteig München GmbH
Laudatio: Prof. Dr. Christian Trumpp
Musik: Klaus Fessmann – Klangstein, Andrea Fessmann – Stimme, KlangKunst Chor – Iffeldorf

Prof. Mag. Klaus Feßmann (* 03.07.1951 in Nürtingen am Neckar) hat mütterlicherseits sudetendeutsche Wurzeln (Troppau), ist Pianist, Komponist, KlangKünstler, Autor und Pädagoge.
Er studierte an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik (Klavier/ Komposition), schloss mit dem Staatsexamen in Schulmusik und Germanistik (Universität Stuttgart) ab, studierte Komposition bei E. Karkoschka (geboren in Mährisch Ostrau) und Musikwissenschaft bei H.-H. Eggebrecht. Nach dem Studium wurde er Dozent für Musiktheorie an der MUHO Stuttgart, und erhielt 1997 einen Ruf als o. Universitätsprofessor an die renommierte Musikuniversität Mozarteum Salzburg.
Seine künstlerische Entwicklung ist geprägt von einer Begabung, die in den Grenzbereichen zwischen Musik, Bildender Kunst, Literatur, Bildhauerei und multimedialem Denken angesiedelt ist. Seine musikalische Sozialisation beruht auf der Klaviermusik von W. A. Mozart, die er seit dem fünften Lebensjahr spielt. Neben der klassischen Musik konzertierte und komponierte er in den Bereichen experimenteller Musik, Avantgarde, Weltmusik. Seine Vorliebe gilt der indischen Kultur.
Der erste Schwerpunkt seines künstlerischen Arbeitens liegt in der Entwicklung neuer musikalischer Notationsformen. Seine Kompositionen notierte er nicht mehr im raditionellen Notensystem, sondern er arbeitete, um Musik komplex darstellen zu können, mit mehreren Schichten über Spezialpapier und Folien, nahm Glas, Spiegel und Plexiglas hinzu, entwickelte neue Zeichen, baute Objekte, die zum Teil als kybernetische Modelle funktionieren. Es liegen etwa 800 Musikalische Graphiken vor.
Vor etwa 20 Jahren stieß er auf das Material Stein als Klangmaterial. Diese Beschäftigung wurde zum Mittelpunkt seines künstlerischen Arbeitens. Feßmann erforschte an verschiedenen Steinarten die Klangtypen, führte umfangreiche Messungen durch, um die Entwicklung der Steinklänge begründen zu können. Er spielt alleine oder im Duo, gründete das Ensemble KlangStein, spielte mit dem Bratscher H. Voss klassische Musik mit KlangSteinen ein, vor 3 Jahren erfolgte dann die Gründung des Ensembles Laetare. Es liegen verschiedene CDs vor, das Buch KlangSteine wurde bei südwest veröffentlicht, eine eigenständige Therapieform entwickelte sich und wird erfolgreich angewandt.
Aus der Arbeit mit den KlangSteinen entstand das Konzept „Kieselschule“, veröffentlicht bei Kösel. Die Kieselschule ist die einzige elementare Musik- und Kompositionsschule. Sie arbeitet mit 2 Kieselsteinen und wird vielfältig angewandt. Im Jahr 2004/05 entwickelte Fessmann das Projekt „ReSonanz&AkzepTanz“, ein pädagogisches Projekt für Schulen mit einem hohen Migrationshintergrund. Er wurde dafür im Jahr 2009 mit dem Echo- Klassik-Preis ausgezeichnet.
Neben weiteren Tätigkeiten ist besonders die Transformation von Musik in Architektur zu nennen, welche in Heidelberg-Rohrbach umgesetzt wurde und wo inzwischen 2.500 Menschen leben.
Klaus Feßmann ist seit 2012 Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, und erhielt 2013 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik.

Eine Ausstellung des Forum Kunst  & Dialog mit Unterstützung der Gasteig München GmbH
 
 
  Dienstag, 26. April 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 19 vom 13. 5. 2016, Seite 17 hier
Jamina Gerl: Gegensätze
Klavierkonzert
Das ursprünglich geplante Liederrecital kann wegen Erkrankung von Susanna Frank nicht stattfinden. Es wird durch einen Klavierabend mit Jamina Gerl ersetzt.

Das Konzert beginnt mit der Anmut und Unbeschwertheit einer Sonate Wolfgang Amadeus Mozarts, deren finaler Satz mit seiner Virtuosität wahrlich der Feder des „besten Clavierspielers“ entstammen musste. Im Zeitalter der Aufklärung komponiert, trifft diese Musik ganz den Nerv der damals vorherrschenden Ästhetik, dass Musik vor allem gefallen und unterhalten sollte. Sie sollte den Zuhörer auf seiner Ebene treffen, natürlich sein und ausdrucksstark innerhalb der Grenzen des Anstandes.
Mit Ludwig van Beethoven folgt ein Komponist, der diese Grenzen bewusst sprengen wollte. Seine Musik bedeutet Rebellion gegen Konvention, Maß und Regel und war voll von persönlichem Ausdruck und dramatischer Energie. Seine letzte Klaviersonate fällt besonders durch die Gegensätzlichkeit ihrer beiden Sätze auf, die zwei völlig verschiedenen Welten anzugehören scheinen – von Wilhelm von Lenz mit den Worten „Widerstand und Ergebung” bezeichnet.
In der zweiten Hälfte erklingt eine Veranschaulichung des sogenannten „Krieges der Romantiker“: auf der einen Seite „absolute Musik“, die nicht im Zusammenhang mit Worten steht und keinem Programm folgt. Lyrische Klavierstücke, quasi Lieder ohne Worte von Johannes Brahms, die er selbst als Wiegenlieder seiner Schmerzen bezeichnete.
Auf der anderen Seite ein Werk von Franz Liszt, welches sich gemäß seiner Befürwortung für die Verbindung von Musik und Worten (Programmmusik) der Vertonung von Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“ (1307–1321) widmet. In dieser bedeutenden Dichtung der Weltliteratur befindet sich der Erzäler auf einer Reise durch die neun Kreise der Hölle, dem Läuterungsberg und dem Paradies; hört den Ruf des Höllenrichters, sieht die Qual der sich drängenden Seelen und begegnet vielen Persönlichkeiten, die den Lesern seiner Zeit bekannt gewesen sind.

Programm

PD Dr. Andreas Wehrmeyer: Einführung

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):
Sonate KV 332 in F dur
I. Allegro - II. Adagio III. Allegro assai

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sonate Op.111 in C moll
I. Maestoso - Allegro con brio ed appassionato
II. Arietta. Adagio molto semplice e cantabile

Pause

Johannes Brahms (1833-1897)
Drei Intermezzi Op.117
I. Andante moderato - II. Andante non troppo e con molto espressione -
III. Andante con moto

Franz Liszt (1811–1886):
Après une Lecture du Dante: Fantasia quasi Sonata

Die musikalische Begabung von Jamina Gerl, geboren in der Beethoven–Stadt Bonn, erregte früh Aufmerksamkeit: bereits mit 15 Jahren wurde sie als Vollstudentin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln angenommen. Nach Abschluss des Diplomstudiengangs „künstlerische Instrumentalausbildung“ unter Prof. Roswitha Gediga wurde sie Schülerin des russischstämmigen Pianisten und Dirigenten Eduard Zilberkant und setzte ihre akademische Ausbildung mit einem Vollstipendium der University of Alaska in den USA fort. Im Anschluss an den Master of Music in Piano Performance war Gerl bis Ende 2012 Assistentin der Catholic University of America, wo sie in der Klasse von Nikita Fitenko studierte (Doctor of Musical Arts). Weitere Anregungen erhielt sie bei Meisterkursen mit renommierten Künstlern wie Paul Badura-Skoda, Bernd Goetzke, Menahem Pressler, Jerome Rose, Peter Frankl und Rose Marie Zartner (Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften).
Von der Kritik oft für ihre künstlerische Tiefe, technische Souveränität und besonderes Gespür für Klangfarben gelobt, führten Gerls Konzerte sie neben vielen europäischen Ländern auch nach Japan, China und in die USA. Dort trat sie unter anderem mit Orchestern wie dem New York Concerti Sinfonietta Orchestra (Paul Hostetter), dem Arctic Chamber Orchestra, dem Fairbanks Youth Orchestra (George Rydlinsky) und dem Fairbanks Symphony Orchestra (Eduard Zilberkant) auf. über die Jahre wurden ihr Förderpreise und Stipendien der Gisela & Erich Andreas Stiftung Berlin, der Paul und Maria Kremer Stiftung, der Rieke Alten Stiftung Berlin, der WILL Foundation sowie der Kulturelle Förderpreis 2015, Sparte Darstellende und Ausübende Kunst, der Sudetendeutschen Landsmannschaft verliehen. Ihre jüngsten Wettbewerbserfolge sind der 1. Preis beim International Keyboard Institute & Festival 2014, der 1. Preis und Best Performance Award des 2014 American Protégé Concerto Competition sowie der 1. Preis des International Shining Stars Rachmaninoff Piano Concerto Competition 2013 in New York.
in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg (Träger Bezirk Oberpfalz).
 
 
  Pfingstsamstag, 14. Mai 2016, 17 Uhr  
S u d e t e n d e u t s c h e r   T a g   2 0 1 6   i n   N ü r n b e r g
Professor Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Gerhard Heimerl, der Egerländer Vater von Stuttgart 21:
Die Eisenbahn-Neubaustrecke Stuttgart - Ulm mit Stuttgart 21 im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz - Planungsanstoß und Projektentwicklung
Messezentrum, NCC West, Raum Tunis

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Gerhard Heimerl wurde am 16. Oktober 1933 in Neudorf bei Marienbad geboren. Nach dem Abitur in Kronach/Oberfranken 1953 studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule München, wo er 1958 das Diplom ablegte. Anschließend trat er in den Dienst der Deutschen Bundesbahn und schloss die Referendarzeit 1961 mit der großen Staatsprüfung im Eisenbahn- und Straßenbau ab. Danach wechselte er als Assistent von Professor Walther Lambert (1908-1987) an die Technische Hochschule Stuttgart, wo er 1964 mit der Dissertation „Auswirkungen von Raffinerien in bisher raffineriefernen Gebieten auf die Verkehrsstruktur und Einsatzmöglichkeiten von Produktenleitungen“ zum Dr.-Ing. promoviert wurde. Von 1964 bis 1973 übte er verschiedene Tätigkeiten bei der Deutschen Bundesbahn (DB) im Bereich der Direktionen Stuttgart, Augsburg und Nürnberg, in der Zentrale der DB in Frankfurt (M) sowie im Bundesverkehrsministerium in Bonn aus. 1973 wurde er zum Ordinarius für Eisenbahn- und Verkehrswesen und Direktor des Verkehrswissenschaftlichen Instituts an der Universität Stuttgart berufen, wo er 2001 emeritiert wurde. Er war Dekan der Fakultät Bauingenieur- und Vermessungswesen im akademischen Jahr 1979/80, Prorektor der Universität Stuttgart 1980 bis 1986, Mitglied des Akademischen Senats 1979 bis 1998 und Mitglied in etlichen Kommissionen und Ausschüssen, sowie Sprecher des fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkts Verkehr an der Universität Stuttgart FOVUS 1998 (Gründung) bis 2001. Nach der Wende wirkte er als Vorsitzender der „Integrationskommission Verkehrswissenschaften“ an der Technischen Universität Dresden und Mitglied der sächsischen Hochschulentwicklungskommission. Außerhalb der Universität engagierte er sich viele Jahre in internationalen Gremien bei der UIC (Internationaler Eisenbahnverband), bei der EG und der CEMT (Europäische Verkehrsministerkonferenz) ebenso wie in Fachgremien in Deutschland: so war er u. a. langjähriger Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesverkehrsminister, des Landesverkehrsbeirats, des Beirats des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, des Wissenschaftlichen Ausschusses für Bau- und Betriebstechnik der DB, des Flughafenbeirats, des Kuratoriums der Akademie für Technikfolgenabschätzung BW und schließlich Präsident der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft und Präsident der Europäischen Plattform der Verkehrswissenschaften EPTS. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil: Bundesverdienstkreuz am Bande 1986, Ehrendoktor TU Dresden 1995, Ehrenmitglied der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft 2000, Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg 2002, Goldene Ehrennadel der Industrie- und Handelskammer Stuttgart 2002, Goldene Umweltschiene 2003 der Vereinigung der höheren Führungskräfte der deutschen Bahnen, Public Award der European Platform of Transport Sciences EPTS 2004, Ehrenmedaille der Universität Stettin/Universytet Szczecinski 2004, Ehrenmitglied der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft 2004, Goldene Ehrennadel mit Diamanten der Vereinigung der polnischen Verkehrsingenieure 2005. Im Jahr 2009 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen.

Besondere Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft, Planung und Betrieb von Verkehrseinrichtungen des öffentlichen Verkehrs, Planungsmethodik und Planungsgrundlagen, betriebs- und gesamtwirtschaftliche Untersuchungen im Verkehrswesen, Investitionsrechnungen und Nutzen-Kosten-Untersuchungen, besonders zu Infrastrukturmaßnahmen im öffentlichen Verkehr, Umweltwirkungen des Verkehrs. Mit seinem Namen ist eine Vielzahl von Untersuchungen zu Projekten des öffentlichen Verkehrs verknüpft – um einige Beispiele herauszugreifen: von den Auseinandersetzungen um die Kapazitätsfragen der Flughäfen Frankfurt und München (Gutachter für Verwaltungsgerichtshof Hessen und OVG München) und die Entwicklung des Stuttgarter Flughafens, über die Grundlagenstudien zur Schallschutzverordnung (BlmSchG) und die Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des ÖPNV, über viele eisenbahn- und nahverkehrskonzeptionelle Planungen innerhalb und außerhalb Deutschlands bis zum Ausbau des ÖPNV-Netzes nicht zuletzt auch im Raum Stuttgart: so zum Beispiel die Anbindung des Universitätsgeländes Vaihingen an die S-Bahn und die weitgehend autobahnparallele Trassenführung der Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart – Ulm (Heimerl-Trasse) mit Unterfahrung des Stuttgarter Hauptbahnhofs, die schließlich zu dem Großprojekt „Stuttgart 21“ führte.
 
 
 
  Dienstag, 31. Mai 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 24 vom 17. 6 2016, Seite 9 hier
Festkolloquium zum 85. Geburtstag von Dipl. Ing. Karl Helmut Bayer und zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Kurt Franz
Programm:

Antonio Vivaldi (1671-1741): Largo - Allegro Nr. 5 aus der Sonate e-moll op. 16

Begrüßung durch den Präsidenten der Akademie

Roland Leistner-Mayer (* 1945, Akademie-Mitglied): Poem I op. 17

Dipl.-Ing. Karlheinz Beer: Karl Helmut Bayer - Architekt der Nachmoderne

Manuel de Falla (1876-1946): El Pano Moruno aus der Suite Populaire Espagnole (1914)

Verleihung der Medaille pro meritis an Dipl.-Ing. Karl Helmut Bayer

Dankesworte des Jubilars


Manuel de Falla (1876-1946): Cancion aus der Suite Populaire Espagnole (1914)

Prof. Dr. Bernhard Meier: Kurt Franz – Literaturvermittler, Leseförderer und Homme de lettres / Ein Streifzug durch 50 Jahre Bildungsgeschichte

Bedøich Smetana (1824-1884): Vzpominka Nr. 3 aus op. 4


Dankesworte des Jubilars

Aleksander Arutjunjan (1920-2012): Exprompt

Ausführende:
Christoph Probst (Violoncello)
Barbara Probst-Polášek (Gitarre)


Architekt Dipl.-Ing. Karl Helmut Bayer BDA VfA wurde am 3. März 1931 in Fischern, Stadtkreis Karlsbad, geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule München und eröffnete 1959 ein eigenes Architekturbüro in München. Von 1972 bis 1991 war er Vorsitzender des Vorstandes des Planzentrums freier Architekten und Ingenieure München und von 1974 bis 1983 Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Planungsgesellschaft Bonn. 1974 wurde er zum Präsidenten der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands gewählt und ist seit 1995 deren Ehrenmitglied. 1991 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und 1996 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen. Er war von 2000 bis 2015 Mitglied des Präsidiums der Akademie und von 2006 bis 2015 Sekretar der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften (vorher Stellvertretender Sekretar).

Laudator: Architekt und Städteplaner Dipl.-Ing. Karl Heinz Beer (Weiden und München)

Dipl.-Ing. Karl Heinz Beer wurde 1962 in Weiden in der Oberpfalz geboren. Er studierte von 1982 bis 1989 Architektur an der Technischen Universität München und eröffnete 1994 das Büro „Beer Architekten“ im Team mit Anne Beer, jetzt „Büro für Architektur und Stadtplanung“ mit Sitz in Weiden und München. Im Jahr 2000 wurde er in den Bund Deutscher Architekten berufen; seit 2012 ist er 1. Vorsitzender des Landesverbandes Bayern des BDA. Zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste wurde er 2014 gewählt.

Prof. Dr. phil. Kurt Franz wurde am 10. Februar 1941 in Ossegg, Landkreis Dux (im Erzgebirge), geboren. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland kam seine Familie in den Landkreis Rosenheim. Nach dem Abitur studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Germanistik, Geschichte, Geographie, Kunsterziehung, Pädagogik und Philosophie. Im Jahre 1964 legte er die Prüfung für das Lehramt an „Mittelschulen“ (heute Realschule) ab. Drei Jahre später unterzog er sich der wissenschaftlichen Prüfung in den Fächern Deutsch, Geschichte und Geographie für das Lehramt an Gymnasien. Während seines 10jährigen Schuldienstes wurde er 1973 mit der Dissertation „Studien zur Soziologie des Spruchdichters in Deutschland im späten 13. Jahrhundert“ zum Doktor der Philosophie promoviert. Anschließend war er mehrere Jahre als Dozent für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der LMU tätig. 1991 habilitierte sich Franz und erhielt zwei Jahre später einen Ruf auf den Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Regensburg, wo er 2006 in den Ruhestand trat. Während seiner Zeit an der Universität in Regensburg zeichnete er vorwiegend für die Ausbildung von Studierenden für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien verantwortlich.
Kurt Franz ist vor allem ein ausgewiesener Kenner der Kinderlyrik und der erzählenden Volksliteratur. Von 1997 bis 2013 war er Präsident der „Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur“; jetzt ist er deren Ehrenpräsident. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen. Seit 2012 ist er Sekretar der Geisteswissenschaftlichen Klasse. Für seine Verdienste hat er verschiedene Auszeichnungen erhalten, unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Laudator: Prof. i.R. Dr. phil. habil. Bernhard Meier (Leipzig und Eichstätt)

Prof. i.R. Dr. phil. habil. Bernhard Meier, geboren 1944 in Nürnberg, studierte Lehramt an Volksschulen in Regensburg und war 6 Jahre Volksschullehrer in Bayern, danach wissenschaftlicher Assistent (Didaktik der deutschen Sprache und Literatur) an den Universitäten Erlangen - Nürnberg und Bamberg. Von 1981 bis 1996 wirkte er als Dozent und Leiter des Praktikumsamtes für Lehrämter an der Universität Bamberg. 1980 wurde er an der Universität Erlangen - Nürnberg mit einer empirischen Studie zum Leseverhalten Jugendlicher zum Doktor der Philosophie promoviert; er habilitierte sich 1996 an der Technischen Universität Berlin mit einer Arbeit zur Geschichte des Literaturunterrichts der DDR. 1996 wurde er Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Kinder- und Jugendliteratur sowie Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der TU Chemnitz-Zwickau; von 1999 bis 2009 wirkte er an der Universität Leipzig. Nach dem Eintritt in den Ruhestand 2009 erhielt er Lehraufträge an verschiedenen Universitäten, zur Zeit an den Universitäten Bamberg und Rostock. Seit 2014 ist er auch Vertreter des Lehrstuhls der Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt - Ingolstadt. Von 2004 bis 2012 war er Präsident der Internationalen Erich Kästner Gesellschaft e.V. München. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur Literaturdidaktik.

Christoph Probst studierte Violoncello bei Jan Polášek am Richard-Strauss-Konservatorium in München und privat bei Franz Amann und Peter Wöpke. Außerdem nahm er an Meisterkursen für Kammermusik bei Flavio Varani (Detroit) und dem Laffayette String Quartet (Bloomington) teil. Auszeichnungen, darunter der Gasteig-Preis 1995 und der Förderpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dokumentieren die hohe Qualität seines Wirkens. Mit Jan Polášeks Ensemble „Cello x 12“, dem „E.T.A. Hoffmann-Trio“ sowie verschiedenen Kammerensembles entfaltete er in zahlreichen Konzerten im In- und Ausland eine rege kammermusikalische Tätigkeit. Im März 2003 folgte er einer Einladung des Bundespräsidenten, im Schloss Bellevue ein Konzert zu geben. Als freier Mitarbeiter ist er im Symphonieorchester des BR und im Philharmonia Orchestra London (bei den Salzburger Festspielen 1997) tätig. Er spielte unter den Dirigenten Michael Gielen, Raphael Frühbeck de Burgos und Esa-Pekka Salonen. Viele Jahre war er Continuocellist der „Camerata München“ und Mitglied im „orpheus ensemble münchen“. Es entstanden Rundfunk- und Fernsehaufnahmen beim NDR, BR, ZDF, Dänischen Rundfunk und dem RSC Luxembourg sowie CD-Einspielungen. Als Enkel von Christoph Probst liegt ihm das Gedenken an die WEISSE ROSE besonders am Herzen, und er setzt sich aktiv gegen das Vergessen der Nazidiktatur ein.

Seine Mutter, Prof. Barbara Probst-Polášek, ist in Reichenberg / Böhmen geboren und lehrte klassische Gitarre sowie Methodik und Didaktik an der Hochschule für Musik und Theater in München. Sie ist Trägerin des Sudetendeutschen Kulturpreises für darstellende und ausübende Kunst 1997. Im Jahr 2003 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.
 
 
 
  Dienstag, 21. Juni 2016, 18.30 Uhr  
B u c h p r ä s e n t a t i o n
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 26 vom 1. 7. 2016, Seite 8 hier
Rudolf Klinkhammer:
Die Kirchenmusikhandschriften der Abtei St. Wenzel in Braunau/Böhmen und ihre Schreiber
Im 18. Jahrhundert wurde Böhmen als die musikalischste Nation Europas gerühmt. Böhmische Komponisten und Musiker waren an vielen europäischen Höfen und Städten im Einsatz. Die Benediktinerklöster Böhmens pflegten gleichfalls eine ausgeprägte musikalische Kultur mit eigenen Orchestern, Komponisten und Hausmusikern.
In ihren Archiven haben sich umfangreiche Sammlungen zeitgenössischer Kompositionen erhalten, die vom Musikwissenschaftler Rudolf Klinkhammer umfassend aufgearbeitet und mit Notentranskriptionen der jeweiligen Manuskriptanfänge vorgestellt werden.
Dr. phil. Rudolf Klinkhammer wurde 1937 in Holzheim in der Eifel geboren. Er studierte zunächst Lehramt mit Schwerpunkt Musik an der Pädagogischen Akademie Aachen. Es folgten ein Studium an der Musikhochschuleist Köln mit künstlerischer Reifeprüfung im Fach Chorleitung und ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität zu Köln, wo er 1971 mit der Dissertation „Die langsame Einleitung in der Instrumentalmusik der Klassik und Romantik: ein Sonderproblem in der Entwicklung der Sonatenform“ zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Anschließend war er wissenschaftlicher und künstlerischer Mitarbeiter in den Fächern Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Chor- und Orchesterleitung im Seminar für „Musik und ihre Didaktik“ an der Pädagogischen Hochschule Rheinland (später Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln). Er arbeitet als freier Chorleiter und ist Autor von Veröffentlichungen zu Musikpädagogik und Musikwissenschaft.
 In Zusammenarbeit mit dem EOS Verlag St. Ottilien.
 
 
  Dienstag, 26. Juli 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 31 vom 5. 7. 2016, Seite 7, hier
 
Festkonzert zum 75. Geburtstag von Altvizepräsident Widmar Hader
Programm

Widmar Hader: Irisches Diptychon n. Angela Kreuz für Singstimme und Klaviertrio (2008)

Widmar Hader: Im Turm - On the way to Blackford

Widmar Hader: Trauertanz - Hommage an Käthe Kollwitz für Klaviertrio (2011)

Ludwig van Beethoven: Zwei Volkslieder mit Klaviertriobegleitung

Dietmar Gräf (* Marienbad 1943, lebt in Bad Wörishofen): Aprikosen (Uraufführung der Fassung für Singstimme mit Klaviertrio), ein freundschaftlicher Geburtstagsgruß für Widmar Hader

Widmar Hader: Passacaglia ex E für Klavier (1981)

Widmar Hader: Der heilige Franz nach Ingrid Riedel (Uraufführung) für Singstimme und Klavier

Widmar Hader: einsamer wolf (nach Dietmar Scholz in memoriam) für Singstimme und Klaviertrio

Pause

Widmar Hader: Vom menschlichen Dasein nach Rumi - 13. Jahrhundert (Uraufführung) für Singstimme und Klaviertrio

Widmar Hader: Das Gasthaus - Vergehen - Hier ist der Weg!

Xaver Scharwenka (* Samter bei Posen 1850, † Berlin 1924, deutscher Komponist mit polnischer und böhmischer Abstammung): Klaviertrio Fis-Dur op. 1
      Adagio sostenuto - Allegro con brio
      Andantino quasi Allegretto
      Scherzo: Vivace
      Finale: Allegro molto quasi presto

Es spielt das Malinconia-Ensemble Stuttgart:
      Helmut Scheunchen Leitung und Violoncello
      Chieko Schmidt-Mitsuhashi Sopran
      Ramin Trümpelmann Violine
      Günter Schmidt Klavier

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Nach der Vertreibung kam er 1946 nach Bad Reichenhall. Er studierte 1960/61 am Mozarteum in Salzburg und von 1961 bis 1965 an der Staatlichen Musikhochschule in Stuttgart. Danach wirkte er als Musikdozent an mehreren staatlichen Instituten. Sein Lebenswerk und eine ganz persönliche Leistung war die Planung, Vorbereitung und Durchsetzung eines Sudetendeutschen Musikinstituts, welches schließlich vom Bezirk Oberpfalz in Regensburg errichtet wurde. Hader war von 1990 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2006 dessen Direktor.
Als Komponist von Orchester-, Ballett-, Kammer-, Klavier-, Orgel- und Vokalmusik erwarb er sich einen international geachteten Namen durch Aufführungen in Europa, Israel und Amerika, was sich auch in der Verleihung des Großen Sudetendeutschen Kulturpreises 1996 niederschlug. 1978 begründete er die alljährlich in der Woche nach Ostern stattfindenden Sudetendeutschen Musiktage, die er bis 2006 leitete, und 1990 die Elbogener Orgelfeste, die er bis 2005 organisierte und bei denen er Kontakt mit tschechischen Künstlern pflegte.
Als Höhepunkt seines Wirkens ist die Herausgabe des zweibändigen „Lexikon zur Deutschen Musik-Kultur: Böhmen-Mähren-Sudetenschlesien“ zu nennen, das mittlerweile Eingang in viele Bibliotheken in Europa gefunden hat. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und war von 2000 bis 2015 Vizepräsident der Akademie.
In Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg (Träger Bezirk Oberpfalz).
 
 
  Dienstag, 27. September 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 40 vom 7. 10. 2016, Seite 7, hier
Hans-Micheal Körner
Museum und Ausstellung:
zwei Vermittlungsinstanzen im Spannungsfeld von Geschichte und Politik
Moderation
Dr. Michael Henker,
Leiter des Planungsstabs für das Sudetendeutsche Museum

Inhalt
In einem umgangssprachlichen Verständnis werden Museen und Ausstellungen oft in einen Topf geworfen. Bei näherem Hinsehen wird jedoch sehr schnell deutlich, daß man es dabei mit kategorial unterschiedlichen Präsentationsformen zu tun hat. Kritiker wenden mitunter ein, daß diese kategoriale Unterschiedlichkeit zur Beschreibung der Praxis des Museums- beziehungsweise Ausstellungsalltags nicht eigentlich tauge, weil es diverse Mischformen und fließende übergänge gebe. Doch gerade die idealtypische Isolierung der beiden Formate schärft den Blick für die zugrundeliegenden Probleme.
Die Verantwortlichen des in statu nascendi befindlichen Sudeten­deutschen Museums haben es mit diesem Spannungsfeld Museum / Ausstellung in besonderer Weise zu tun, geht es dabei doch um Fragen der Interpretation und der Deutungshoheit, deren historisch-politische Sensibilität unmittelbar einsichtig ist. Ob dieser Sensibilität eher Rechnung getragen werden kann, wenn man den Typ Ausstellung favorisiert oder ob potentielle Konfliktlinien minimalisiert werden können, wenn man einen traditionellen Museumstyp anvisiert, darf als offene Frage gelten.

Prof. em. Dr. phil. Hans-Michael Körner wurde am 10. Juni 1947 als Sohn sudetendeutscher Eltern in Eschlkam, Landkreis Cham, geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Cham 1966 studierte er Deutsche Philologie und Geschichte für das Gymnasiallehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Regensburg. Er schloss mit dem ersten Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Universität Regensburg. In Regensburg wurde Körner 1976 mit einer Arbeit zu Staat und Kirche in Bayern promoviert. Anschließend wechselte er als Akademischer Rat an die Ludwig-Maximilians-Universität, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die Universität zurück, wo er am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitationsschrift mit dem Titel „Staat und Geschichte im Königreich Bayern“ anfertigte. Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf an die Universität Würzburg und 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte, den er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2012 innehatte. Er ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Vorstand des Universitätsarchivs der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der „Großen bayerischen biographischen Enzyklopädie“. 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen. Seit kurzem ist er auch Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats zur Errichtung des Sudetendeutschen Museums in München.

Landeskonservator i.R. Dr. Michael Henker, geboren in Salzburg/Österreich, aufgewachsen im Werdenfelser Land, studierte Geschichte und Kunstgeschichte. Seit 1983 wirkte er als Abteilungsleiter am Haus der Bayerischen Geschichte, von 2000 bis 2008 als dessen stellvertretender Direktor. Von 2008 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Dezember 2013 war er als Landeskonservator Leiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. 2013 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Komitees des Internationalen Museumsrates ICOM gewählt.
Er hat die Volontärsakademie Bayern und die Bayerische Museumsakademie gegründet und auch damit einen wichtigen Impuls für die Fortentwicklung der Museumslandschaft und die Qualifizierung der pädagogischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Museen gegeben. Er war und ist Vorsitzender bzw. Mitglied zahlreicher Museumskuratorien bzw. Wissenschaftlicher Beiräte, Leitender Kurator und Organisator zahlreicher (Landes)-Ausstellungen, Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zur Museologie, Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte nicht nur Bayerns.
  in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Nationalmuseum
 
 
  Freitag, 21. Oktober 2016, 14.00 Uhr c.t.  
nicht öffentlich
Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften

Wegen des Umbaus des Sudetendeutschen Hauses und der Errichtung des Sudetendeutschen Museums finden die Klassensitzungen im Haus des Deutschen Ostens (Am Lilienberg 5, 81669 München-Au) statt.

 
 
 
  Freitag, 21. Oktober 2016, 19.00 Uhr c.t.  
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung, Folge 43 vom 28. 10. 2016, Seite 7, hier
Öffentliche Festveranstaltung 2016

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Johann Sebastian Bach (1675–1750): Italienisches Konzert BWV 971 in F–Dur, I. Ohne Tempobezeichnung

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Ferdinand Pfohl (1862-1949): Strandbilder Op. 8, III. Haide-Idyll & VI. Friesische Tanzscene

Festvortrag
Prof. Dr. Widmar Tanner, Universität Regensburg
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse
Kein intelligentes Leben im Weltall ohne Pflanzen

Franz Liszt (1811–1886): Petrarca-Sonett Nr. 47 „Benedetto sia il giorno”(Gesegnet sei der Tag)

Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2016 an die
Historikerin Alexandra Wedl M.A.
für die Masterarbeit „Remigration und die lokale Grenzlandgesellschaft. Ansiedlung und Integration von Tschechien und Slowakei aus Rumänien in der Region Cheb (Eger) 1945-1950“
Laudatio: Prof. Dr. phil. Hans-Michael Körner, Ludwig-Maximilians-Universität München,
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse

Franz Liszt (1811–1886): Waldesrauschen und Gnomenreigen

Musikalische Begleitung
Jamina Gerl, Klavier

Prof. em. Dr. rer. nat. Widmar Herwig Tanner wurde am 3. Mai 1938 in Wagstadt (Mähren) geboren. Von 1957 bis 1961 studierte er Biologie und Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Technischen Hochschule München. Von 1961 bis 1964 absolvierte er ein Promotionsstudium an der Purdue University, West-Lafayette (Indiana USA). Im Jahr 1964 wurde er von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität aufgrund der in USA angefertigten Dissertation  zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert. Ebenda habilitierte er sich 1969 für das Fach Botanik. Im folgenden Jahr wurde er zum ordentlichen Professor für Zellbiologie und Pflanzenphysiologie an der Universität Regensburg berufen, wo er im Jahr 2005 emeritiert wurde. Von 1976 bis 1979 war er Prorektor/Vizepräsident für Forschung an der Universität Regensburg, von 1987 bis 1989 Mitglied des Wissenschaftsrates und von 1993 bis 1997 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Bau und Funktion biologischer Membranen, die Aufnahme organischer Substanzen in einzellige Algen, pflanzliche Gewebe und Hefen, Protonen-Kotransport in Eukaryonten, Protein-Glykosilierung und dabei vor allem die Rolle von Dol-P-Man bei der Glykosilierung im ER, die zur Aufklärung menschlicher Erbkrankheiten beitrug. Von 1981 bis 1995 war er Sprecher des Sonderforschungsbereiches 43 „Biochemie von Zelloberflächen und Membrankomponenten“ und 1995 bis 2004 Sprecher des Sonderforschungsbereiches 521 „Modellhafte Leistungen Niederer Eukaryonten“.
Zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste wurde er noch im Gründungsjahr der Akademie 1979 berufen; es folgten Berufungen in die EMBO (= European Molecular Biology Organzation) 1988, in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina 1991, in die Bayerische Akademie der Wissenschaften 1994 und Academia Scientia et Artium Europaea London, ebenfalls 1994.

Zum Inhalt des Vortrags: Die biochemischen Prozesse der Pflanze sind Grundlage unserer gesamten Ernährung. So bildet die Photosynthese die Basis unserer organisch chemischen Nahrung und dies nicht nur für den Menschen, sondern auch für das gesamte Tierreich. Andererseits sorgt die „Bergwerksarbeit“ der pflanzlichen Wurzel für alle anderen Bestandteile unserer Nahrung (zum Beispiel für Stickstoff, Phosphat, Magnesium, Eisen, etc.), die anorganischen Nahrungsbestandteile. Im Vortrag sollen diese besonderen Leistungen der Pflanzen erläutert werden. Dabei wird vertreten, dass sich intelligentes Leben auf unserem Globus vor allem aufgrund der einmaligen Leistung der pflanzlichen Wurzel entwickeln konnte und schließlich die These aufgestellt, dass wo immer es im Universum weiteres intelligentes Leben geben mag, dieses nicht ohne die gleichzeitige Existenz bewurzelter Organismen entstehen konnte.

Die musikalische Begabung von Jamina Gerl, geboren in der Beethoven–Stadt Bonn, erregte früh Aufmerksamkeit: bereits mit 15 Jahren wurde sie als Vollstudentin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln angenommen. Nach Abschluss des Diplomstudiengangs „künstlerische Instrumentalausbildung“ unter Prof. Roswitha Gediga wurde sie Schülerin des russischstämmigen Pianisten und Dirigenten Eduard Zilberkant und setzte ihre akademische Ausbildung mit einem Vollstipendium der University of Alaska in den USA fort. Im Anschluss an den Master of Music in Piano Performance war Gerl bis Ende 2012 Assistentin der Catholic University of America, wo sie in der Klasse von Nikita Fitenko studierte (Doctor of Musical Arts). Weitere Anregungen erhielt sie bei Meisterkursen mit renommierten Künstlern wie Paul Badura-Skoda, Bernd Goetzke, Menahem Pressler, Jerome Rose, Peter Frankl und Rose Marie Zartner (Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften).
Von der Kritik oft für ihre künstlerische Tiefe, technische Souveränität und besonderes Gespür für Klangfarben gelobt, führten Gerls Konzerte sie neben vielen europäischen Ländern auch nach Japan, China und in die USA. Dort trat sie unter anderem mit Orchestern wie dem New York Concerti Sinfonietta Orchestra (Paul Hostetter), dem Arctic Chamber Orchestra, dem Fairbanks Youth Orchestra (George Rydlinsky) und dem Fairbanks Symphony Orchestra (Eduard Zilberkant) auf. über die Jahre wurden ihr Förderpreise und Stipendien der Gisela & Erich Andreas Stiftung Berlin, der Paul und Maria Kremer Stiftung, der Rieke Alten Stiftung Berlin, der WILL Foundation sowie der Kulturelle Förderpreis 2015, Sparte Darstellende und Ausübende Kunst, der Sudetendeutschen Landsmannschaft verliehen. Ihre jüngsten Wettbewerbserfolge sind der 1. Preis beim International Keyboard Institute & Festival 2014, der 1. Preis und Best Performance Award des 2014 American Protégé Concerto Competition sowie der 1. Preis des International Shining Stars Rachmaninoff Piano Concerto Competition 2013 in New York.

Ferdinand Maximilian Pfohl, geboren am 12. Oktober 1862 in Elbogen, verstorben am 16. Dezember 1949 in Hamburg-Bergedorf, war einer der angesehensten deutschen Musikkritiker und Musikschriftsteller; sein Urteil hatte großes Gewicht. Kompositionen von ihm sind zu seinen Lebzeiten recht häufig aufgeführt worden und wurden überaus positiv rezensiert. Er war seit 1913 Co-Direktor des Vogtschen Musikkonservatoriums in Hamburg, dem Vorläuferinstitut der heutigen Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Dort unterrichtete er unter anderem Musiktheorie und -geschichte, Vortrag und Stil. Im Jahre 1913 wurde ihm der Professortitel h.c. verliehen, 1923 erhielt er den Titel Dr. phil. h.c.. Seine überwiegend der Spätromantik zuzurechnenden Kompositionen sind vielfach und mit großem Erfolg, unter anderem von Felix Mottl, Max Reger und Arthur Nikisch aufgeführt worden, beispielsweise die Rhapsodie Twardowski, die symphonische Legende Savonarola, einzelne Sätze seiner Meersymphonie, der Liedzyklus Pierrot lunaire, seine Klavierwerke, sowie Vertonungen von Gedichten Goethes, Eichendorffs.

 
 
 
  Samstag, 22. Oktober 2016, 9.30 Uhr  
nicht öffentlich
Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.
Die Sitzung kann noch im Adalbert-Stifter-Saal stattfindeen.

 
 
 
  Dienstag, 22. November 2016, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Festkolloquium zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Hans Volker Rodt, Stellvertretender Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse
Programm:

Franz Schubert (1797-1826): Andante aus der Sonatine in D-Dur

Begrüßung durch den Präsidenten der Akademie

Anton Dvoøák (1841-1904): Zwei Humoresken

Laudatio
Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Rainer Rienmüller, Naturwissenschaftliche Klasse

Widmar Hader (* 1941): Aphorismen, Text von Rudolf Mayer-Freiwaldau

Festvortrag
Prof. Dr. Hans-Jochem Kolb, München
Knochenmarkstransplantation

Dietmar Gräf (* 1943): Hommage á César Franck (Urfassung)

Dankesworte des Jubilars

Andreas Willscher (* 1955): Pan

Interpreten:
Sonja Sanders, Querflöte
Dr. Dietmar Gräf M.A., Klavier


Prof. Dr. Hans Volker Rodt wurde am 10. November 1941 in Prag geboren. Nach dem Abitur 1961 an der Hermann Billung Schule in Celle und Ableistung des Wehrdienstes studierte er von 1963 bis 1969 Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Abschluss durch das Medizinische Staatsexamen. Anschließend durchlief er eine Ausbildung als Medizinalassistent und erhielt 1971 die Approbation als Arzt. Im gleichen Jahr wurde er an der Technischen Universität München zum Doktor der Medizin promoviert. Seit 1972 arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent und Arbeitsgruppenleiter in der Abteilung Immunologie des Instituts für Hämatologie der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) in München, bevor er ab 1977 die Weiterbildung zum Laborarzt am Max-von-Pettenkofer-Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität München aufnahm. Er setzte diese Facharztausbildung am Institut für Klinische Chemie, an der Chirurgischen Klinik der Universität München, an der Universitätskinderklinik München und an der III. Medizinischen Klinik des Klinikums Großhadern in München fort und erhielt 1982 seine Anerkennung als Facharzt für Laboratoriumsmedizin. 1983 erfolgte seine Niederlassung als Arzt für Laboratoriumsmedizin im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis in Rosenheim. Die in seiner Position als Arbeitsgruppenleiter an der Abteilung Immunologie des Instituts für Hämatologie der GSF durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen führten 1978 zur Habilitation in diesem Fachgebiet. In die Ausbildung von Medizinstudenten ist Prof. Dr. Rodt seit 1979 als Mitglied des Lehrkörpers der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München im Rahmen der Vorlesungen für Medizinische Mikrobiologie eingebunden. 1986 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich überwiegend mit der Differenzierung lymphatischer Zellen bei malignen Hämoblastosen mit Hilfe spezifischer Antikörper. Mit diesen in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchgeführten Arbeiten, die damals neue, heute auf breiter Basis eingesetzte Möglichkeiten der Diagnostik eröffneten, fand er mit seiner Arbeitsgruppe breite internationale Anerkennung. Die großen therapeutischen Erfolge, die heute bei verschiedenen malignen Hämoblastosen über eine Knochenmarktransplantation erzielt werden, beruhen ganz wesentlich auf diesen Arbeiten. Im Jahr 2003 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen; seit 2007 ist er Stellvertretender Sekretar seiner Klasse.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Rainer Rienmüller wurde am 27. Dezember 1942 in Prag geboren. Er studierte gleichzeitig mit Prof. Dr. Rodt Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und durchlief hier von 1970 bis 1979 eine Ausbildung zum Facharzt für Radiologie; 1972 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert. Die Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximimilians-Universität erfolgte 1984 mit dem Thema: Die Computertomographie in der klinischen Diagnostik kardialer Erkrankungen, wo er 1987 zum Universitätsprofessor ernannt wurde. Im Jahr 1992 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Radiologie an der Karl-Franzens-Universität Graz, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Seine breite wissenschaftliche Tätigkeit umfasst unter anderem Funktionelle Anatomie, Pathophysiologie, Physiologie, Röntgenanatomie, Radiologie, Forensische Psychiatrie, Computerunterstützte Diagnose und Therapie sowie Medizinische Kybernetik. Von den vielfachen Auszeichnungen seien nur die Ehrendoktorate der Medizinischen Akademie Breslau und der Weißrussischen Staatlichen Medizinischen Universität Minsk genannt. Im Jahr 2000 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Prof. Dr. Hans-Jochem Kolb wurde am 10. April 1944 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Er wurde 1970 mit der Arbeit Hämatopoetische Stammzelltransplantation bei der Maus nach Teilkörperbestrahlung (nicht-myeloablativ) und Antilymphozytenserum als Vorbehandlung zum Doktor der Medizin promoviert. Als Postdoktorand arbeitete er bei dem späteren Nobelpreisträger Edward Donnall Thomas und bei Rainer Storb an der University of Washington in Seattle. Ab 1973 begann er am Helmholtz-Zentrum München ein präklinisches Modell der Transplantation aufzubauen. 1975 führte er die erste erfolgreiche Knochenmarkstransplantation beim Menschen in Deutschland durch. Er habilitierte sich 1981 mit der Arbeit Experimentelle und klinische Knochenmarkstransplantation. Die Qualifikation zum Facharzt erwarb er für Innere Medizin und Hämatologie/Onkologie. Seit 1985 hatte er eine C2-Professur (für Knochenmarks- und Stammzelltransplantationen) an der Ludwig-Maximilians-Universität, 1996 ebendort eine C3-Professur (für hämatologische Onkologie). Seit 1999 war er am Klinikum Großhadern Leiter der „Klinischen Kooperationsgruppe und der Einheit für Hämatopoetische Zelltransplantation“. 2009 wurde er emeritiert, übernahm aber noch beratende Tätigkeiten im Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München und dem Klinikum Schwabing.

Die Komponisten Widmar Hader, Dietmar Gräf und Andreas Willscher sind Mitglieder der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.
Die Flötistin Sonja Sanders ist Dozentin an der Musikfachschule in Krumbach / Schwaben.
 
 
 
  Dienstag, 29. November 2016, 18.30 Uhr  
V o r t r a g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 49 vom 9. 12. 2016, Seite 9, hier
Peter Gengler, M.A.
„Mahnruf an das Gewissen der Welt”: Heimattreffen als Instrument der internationalen Aufklärungsarbeit der Heimatvertriebenen in der Bundesrepublik Deutschland, 1948-1960
Peter Norbert Gengler MA wurde am 24. Februar 1984 in Bonn geboren. Von 2002 bis 2007 sudierte er Geschichte an der University of Nebraska-Lincoln und erhielt mit der Arbeit ‘Ordinary Women’: Female Concentration Camp Guards and the Holocaust den akademischen Grad Bachelor of Arts. Anschließend absolvierte er ein einjähriges Graduiertenstudium an der Humboldt-Universität Berlin, von wo er in die Vereinigten Staaten von Amerika als Master-Student an die University of North Carolina at Chapel Hill zurückkehrte. Dort erhielt 2014 den akademischen Grad des Master of Arts mit der von Prof. Konrad H. Jarausch PhD betreuten Arbeit Exhibiting Antifascism: Ravensbrück and the Ambivalences of East German Commemoration, 1945-1989. Jetzt ist er im Lehrbetrieb der dortigen Universität tätig und mit einer Dissertation unter dem Arbeitstitel Flight and Expulsion from the “Lost German East”: The Creation, Instrumentalization, and Institutionalization of a Master Narrative, 1944-1975 beschäftigt.
Die Forschung für dieses Projekt, die 2014-2016 stattfand, wurde ermöglicht durch Förderung des DAAD und das Berlin Programm an der Freien Universität Berlin.

Inhalt
Die Bedeutung von „Flucht und Vertreibung“ in der deutschen Erinnerungskultur erlangte in den letzten zehn Jahren erhöhte Aufmerksamkeit. Dennoch bleiben so manche Fragen, insbesondere die der Erinnerungspolitik der Heimatvertriebenen, unbeantwortet. Die Gestaltung und Deutung von Flucht- und Vertreibungsnarrativen, die das Leiden der Vertriebenen betonten, waren nicht nur Folge einer „selektiven Erinnerungen“, die sich mit dem deutschen Opferdiskurs der Nachkriegsjahre deckte, sondern auch eine Argumentationsstrategie der Vertriebenenverbände, um soziale und politische Forderungen zu legitimieren. Ein wichtiges Forum für diese emotionalen Forderungen waren die Heimattreffen, wie zum Beispiel der Sudetendeutschen Tag, wo eine öffentliche Machtdemonstration die Vertriebenen sowie „Einheimischen“ mobilisieren sollte, für die heimatpolitischen Ansprüche der Verbände einzutreten. Jedoch weit weniger erforscht ist die internationale Bedeutung, die sich die Verbände von diesen Veranstaltungen versprachen. Die ausländische Lobbyarbeit der Landsmannschaften, die wesentlich von der bundesdeutschen Regierung gebilligt wurde, hatte die Aufklärung über die Vertreibungsverbrechen und das Leiden der Vertriebenen zum Ziel, um damit westliche Unterstützung für die Rückkehr der Ostgebiete zu gewinnen. Dabei spielten die öffentlichen Aufmärsche und Appelle an die Westmächte eine wichtige Rolle, weil sie deutlicher als Publikationen oder Besprechungen das Leiden und die Zukunftsvorstellungen demonstrierten. Die Präsentation beabsichtigt, die Kundgebungen der schlesischen und sudetendeutschen Landsmannschaften zu analysieren und deren außenpolitische Dimensionen zu definieren, insbesondere wie partikularistische Forderungen der Vertriebenen als Mahnrufe an das Ausland präsentiert und in die Deutschlandfrage und geopolitische Lage des Kalten Krieges eingebettet werden könnten. Mit einer Untersuchung der Auswirkung der Heimattreffen für die Verbreitung von Vertreibungsdiskursen wird nicht nur die Geschichtspolitik der Verbände und deren Instrumentalisierung von Leiderfahrungen deutlicher, es zeigt auch eine transatlantsiche Perspektive auf, die das Thema „Flucht und Vertreibung“ in einen breiteren transnationalen Kontext rückt und Einblicke in die internationale Tätigkeiten der Heimatvertriebenen erlaubt.
in Zusammenarbeit mit dem Collegium Carolinum - Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei
 
 
  Dienstag, 31. Januar 2017, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Dr. Kateřina Kovačková in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 6 vom 10. 2. 2017, Seite 7, hier
Prof. Dr. Stefan Samerski
Altbunzlau - zentraler Erinnerungsort der böhmischen Länder?
Moderation
Monsignore Karl Wuchterl, Vorsitzender des Sudetendeutschen Priesterwerkes

Prof. Dr. theol. habil. Stefan Samerski wurde am 9. Januar 1963 in Köln geboren. Von 1982 bis 1988 studierte er katholische Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte in Bonn und Rom; von 1984 bis 1991 war er am Institut für Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn angestellt. 1991 wurde er aufgrund der Dissertation Die katholische Kirche in der Freien Stadt Danzig 1920 - 1933: Katholizismus zwischen Libertas und Irredenta von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn zum Dr. theol. promoviert. Von 1991 bis 1997 war er mit der Edition der Akten der Kölner Nuntiatur am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft (Vatikan) beschäftigt; anschließend erhielt er bis zum Jahr 2000 ein Stipendium der Görres-Gesellschaft zur Vorbereitung der Habilitation im Fach Kirchengeschichte. Im Juli 2000 habilitierte er sich an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Schrift Wie im Himmel, so auf Erden? Selig- und Heiligsprechung in der Katholischen Kirche 1740 bis 1870 für das Fach Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Ab August 2000  bis 2008 war er wissenschaftlicher Angestellter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Ostmitteleuropa (GWZO), Leipzig. Im Jahr 2007 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Seit 2009 lehrt er Kirchengeschichte am Priesterseminar ‚Redemptoris Mater’/Berlin (Zweigstelle der Pontificia Università Gregoriana). Gastvorlesungen führten ihn an polnische, römische, österreichische, italienische, niederländische und deutsche Universitäten und Forschungsinstitute. Die Priesterweihe erhielt er 2009; sein priesterliches Amt übt er als Pfarrvikar an der Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Charlottenburg aus. 2015 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Monsignore Karl Wuchterl wurde am 22. Juni 1937 in Nedraschitz, Bezirk Mies, geboren und als Neunjähriger zusammen mit seinen Eltern und zwei Geschwistern aus der Heimat vertrieben. Er fand nach der Vertreibung Aufnahme in Wasserburg am Inn. Nach Studium in Königstein, München und Bamberg wurde er 1964 in Bamberg zum Priester geweiht. Nach der Kaplanszeit in Neustadt bei Coburg und Nürnberg wurde er 1972 zum Diözesanjugendseelsorger und Diözesanseelsorger des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) ernannt. 1973 erfolgte dann die Ernennung zum Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes, 1974 wurde er Domvikar und 1978 zum Bundespräses des BDKJ sowie stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge in Düsseldorf, deren Leitung er ab 1981 übernahm. 1984 kehrte er als Pfarrer von Nürnberg/Herz Jesu wieder ins Bistum Bamberg zurück. Zum Weihnachtsfest 1995 erfolgte auf Grund seiner Verdienste um die Seelsorge im Erzbistum Bamberg seine Ernennung zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat. Von 1997 bis zur Versetzung in den Ruhestand 2007 war er Pfarrer von St. Christophorus in Fürth, wo er von 1999 bis 2005 auch Dekan des Dekanates Fürth war. Als Ruhestandspriester ist er im Pfarrverband Edling bei Wasserburg / Inn tätig. 2010 erhielt er die Päpstliche Auszeichnung des Ehrenkaplans und damit die Anrede „Monsignore“.In den Jahren 2010 und 2011 wirkte er als Visitator für die Seelsorge an den Sudeten- und Karpatendeutschen.

Inhalt
Altbunzlau / Stará Boleslav unweit von Prag ist der älteste Wallfahrtsort Böhmens. Er ist im Laufe seiner etwa 1000-jährigen Geschichte mehrfach umgedeutet, für politische Zwecke gebraucht und reaktiviert worden - zuletzt 2003. Altbunzlau ist traditionell mit dem wichtigsten Landespatron Wenzel / Václav verknüpft, doch wurden dort bereits zu Beginn der Wallfahrt auch andere Heilige verehrt - eine Tradition, die bis heute fortgesetzt wird. Diese Vielfältigkeit erreichte in der Barockzeit ihren Höhepunkt, sodass der Ort an der Elbe der zentrale Wallfahrtsort Böhmens werden konnte. In den letzten Jahren ist dieses am Wenzelstag, dem 28. September, wieder öffentlich erkennbar, wenn die Spitzen von Kirche und Staat die dortigen Feierlichkeiten ausrichten.
Der Vortrag zeichnet die lange Geschichte des Ortes und seines vielfältigen Kultes nach, der ganz ein Spiegel seiner Zeit gewesen war und ist.

Literatur
Stefan Samerski: Altbunzlau. Stará Boleslav – Ein wiederentdeckter Wallfahrtsort. Ackermann-Gemeinde, München, 2014.
(kann im Anschluss an die Veranstaltung erworben werden)
in Zusammenarbeit mit dem Diözesanverband München der Ackermann-Gemeinde.
 
 
  Dienstag, 28. März 2017, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung Folge 14 vom 7. 4. 2017, Seite 8, hier
 
Susanna Frank - Liederrecital
„WEICH KüSST DIE ZWEIGE DER WEISSE MOND“ ‒
Deutsche Lieder tschechischer Komponisten
Susanna Frank (Mezzosopran) singt - begleitet von Hedayet Jonas Djeddikar (Klavier) - Lieder, komponiert von Vítìzslav Novák, Josef B. Foerster und Antonín Dvoøák.

Die Mezzosopranistin Susanna Frank, geboren in Würzburg, ist eine international gefragte Konzertsängerin und errang mehrere Auszeichnungen, darunter den 1. Preis des IX. Brahms-Wettbewerbs in Österreich. Sie schloss zunächst ein Pharmaziestudium ab. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie bei Melinda Paulsen, Ulf Bästlein, Stewart Emerson und Thomas Heyer. Meisterkurse unter anderem bei Charles Spencer, Nathalie Stutzmann, Brigitte Fassbaender und Dietrich Fischer-Dieskau vertieften ihr Studium.
Konzertverpflichtungen führten sie unter anderem nach Österreich, Italien, Polen, Frankreich und Russland; ebenso wurde sie für Opernproduktionen engagiert, zuletzt an der Oper Dortmund für das zeitgenössische Stück „Anna Nicole“ von Anthony Turnage. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief sie 2006 zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Der Pianist Hedayet Jonas Djeddikar, geboren in Basel, konzertiert bei Konzertreihen und Festivals wie der styriarte Graz, dem Eppaner Liedsommer und dem Yehudi Menuhin-Festival in Gstaad. Neben der Repertoirepflege gilt sein besonderes Interesse der Entdeckung selten gespielter Werke. Seine Ausbildung erhielt er bei der Bonner Pianistin Rose Marie Zartner (Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste), die ihn intensiv förderte, außerdem an den Musikhochschulen Frankfurt und Karlsruhe sowie in zahlreichen Meisterkursen, unter anderem bei Charles Spencer, Wolfram Rieger und Helmut Deutsch.
Rundfunkaufnahmen entstanden für den SWR, den BR, SR2 und den ORF. Eine Gesamtaufnahme der Lieder Clara Schumanns erschien für Naxos, bei OehmsClassics wurde eine CD mit Brahmsliedern veröffentlicht. Er arbeitet regelmäßig als offizieller Begleiter des ARD-Musikwettbewerbs und des Johannes Brahms-Wettbewerbs. Als Kursdozent wirkt er in Europa und Asien. Er unterrichtet an den Musikhochschulen in Frankfurt und Düsseldorf.

Der Musikpädagoge Vítìzslav Novák (* 5. Dezember 1870 Kamnitz an der Linde, † 18. Juli 1949 Skutsch) studierte Rechtswissenschaften an der tschechischen Karls-Universität Prag und erhielt gleichzeitig 1891 bis 1896 eine musikalische Ausbildung am Prager Konservatorium als Schüler von Josef Jiránek (1855–1940), Karel Stecker und Antonín Dvoøák, wurde dort 1909 bis 1939 Professor für Kompositionslehre und war 1920 bis 1922 und 1927/1928 dessen Rektor.
Josef Bohuslav Foerster(* 30. Dezember 1859 Prag, † 29. Mai 1951 Nový Vestec bei Prag) studierte als Sohn des Komponi­sten Josef Foerster am Prager Konservatorium. Er übersiedelte mit seiner Frau, der Opernsängerin Bertha Lauterer, nach Hamburg, wo er als Kritiker und seit 1901 als Lehrer am Konservatorium wirkte. Dort lernte er Gustav Mahler kennen, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband. Später war er Professor für Komposition am Prager Konservatorium. Von 1931 bis 1939 war er Leiter der Tschechischen Akademie. 1946 wurde er zum Nationalkünstler ernannt.
Novák und Foerster sind Vertreter einer feinsinnigen Stimmungskunst mit Neigung zu üppiger Klangentfaltung.
Die deutschen Texte stammen von Richard Dehmel (1863–1923), Hermann Lingg (1820 –1905) u. a.
Antonín Leopold Dvoøák (* 8. September 1841 Mühlhausen, † 1. Mai 1904 Prag). Johannes Brahms verhalf ihm 1877 zu seinem endgültigen Durchbruch als Komponist, indem er sich bei seinem Verleger Fritz Simrock (1838–1901) für die Veröffentlichung der Klänge aus Mähren, einer Sammlung von Duetten, einsetzte. Gleichzeitig war dies der Beginn einer lebenslangen Freundschaft zwischen den beiden Komponisten. Im September 1892 trat Dvoøák eine Stelle als Direktor des National Conservatory of Music in New York an. 1895 kehrte er nach Prag zurück und nahm eine Stelle am dortigen Konservatorium an.
Auf dem Programm stehen seine Zigeunerlieder in tschechischer Sprache.
in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg (Träger Bezirk Oberpfalz) und dem Tschechischen Zentrum München.