Retrospektive
 
 

Freitag, 2. November 2007, 19.00 Uhr c.t.

 
 

Öffentliche Festveranstaltung 2007

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr
 
Begrüßung und Jahresbericht des Präsidenten der Akademie
 
Festvortrag von Prof. em. Dr. phil. Kurt Hübner,
ordentliches Mitglied der geisteswissenschaftlichen Klasse:

Meditation über die Präambel zu einer europäischen Verfassung

Verleihung des Adolf-Klima-Stipendiums an Dr. phil. Alexander Zäh
 
Musikalische Umrahmung durch die Komponisten Dr. Dietmar Gräf und Dr. Gernot Grohs mit eigenen Werken

Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung. Festvortrag, 1. Teil in derselben Ausgabe der Sudetendeutschen Zeitung, Seite 12; 2. Teil in Folge 47 vom 23. November 2007, Seite 12. Vollständig abgedruckt im Band 29 der Schriften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste

 
 
 

Montag, 14. Januar 2008, 19.30 Uhr

 
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g

Der Böhmerwald (Šumava) - Ein Leben mit Holz

Ausgeliehen aus den Sammlungen des Nationalen Landwirtschaftlichen Museums (NZM) in Prag wird aus der vom 1.3.2007 bis 25.11.2007 mit viel Erfolg in Prag auf 600 qm gezeigten großen Ausstellung im Sudetendeutschen Haus eine Auswahl von Objekten zur land- und forstwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Lebensweise der Böhmerwälder Tschechen und Deutschen, vor allem im 19. Jahrhundert, präsentiert.

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Finissage am 23. April 2008, 18 Uhr

Die Ausstellung wird von der Sudetendeutschen Stiftung unter Mitwirkung des Sudetendeutschen Archivs, des Adalbert Stifter Vereins, des Tschechischen Zentrums München, des Deutschen Böhmerwaldbundes und der Akademie veranstaltet.

 
 
 

Montag, 28. Januar 2008

 
Eine Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising

Festakademie zu Ehren von Dr. Pater Paulus Sladek OSA (1908-2002) anlässlich seines 100. Geburtstages

Dr. theol. habil. Pater Paulus Friedrich Sladek OSA ist am 28. Januar 1908 in Trebnitz, Bezirk Leitmeritz, geboren und starb am 2. November 2002 in Zwiesel. Zum Schluss lebte der Ordenspriester im Augustinerkonvent Zwiesel. Die Ackermann-Gemeinde nimmt seinen 100. Geburtstag zum Anlass, an diese zentrale Gestalt der religiösen Beheimatung und Integration der Sudetendeutschen und Wegbereiter der deutsch-tschechischen Verständigung zu erinnern.
Pater Paulus wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Geisteswissenschaften, berufen.

Programm:

18.00 Uhr Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Nikolai am Gasteig mit Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber, Monsignore Anton Otte und weiteren Priestern

19.00 Uhr Dr. Jaroslav Šebek, Akademie der Wissenschaften Prag:
Sudetendeutsche Katholiken in turbulenten Zeiten - zum 100. Geburtstag von Dr. Pater Paulus Sladek
Anschließend Gesprächsrunde mit Weggefährten von Pater Paulus.
Musikalische Umrahmung: Ullmann-Trio (Höchberg)

 

 
 
 

Dienstag, 15. April 2008

 
 

Streit der Liebe mit dem Tod -
Gertrud Fussenegger über Johannes von Tepl

Gertrud Fussenegger ist in Pilsen geboren und wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen.

Es handelt sich um eine Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

 
 
 

Dienstag, 29. April 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Herbert Schmidt-Kaspar liest aus seinem Buch Kaiser, König, Edelmann das Kapitel über Karl IV.

Diese erste Ringveranstaltung ist Kaiser Karl IV. gewidmet, dem Gründer der ersten Universität in Mitteleuropa, der Karls-Universität in Böhmens Hauptstadt Prag und aus diesem Grunde Patron unserer Akademie.
 
Herbert Schmidt Kaspar ist 1929 in Reichenberg / Böhmen geboren und lebt seit 1945 in Bayern. Nach dem Studium (Germanistik, Geschichte, Englisch) in Regensburg und München war er Lehrer in Niederbayern, München und Beirut / Libanon. Seit 1958 schreibt er Bücher: Romane, Erzählungen und Lyrik. Erzählungen, Lyrik und Essayistisches finden sich auch in verschiedenen Zeitschriften. Seine neuesten Buchveröffentlichungen sind die Sachbücher Kaiser, König, Edelmann (München 2006, Hörbuchfassung Grünwald 2006) und Altstadtgassen und Adelshöfe (München 2007). 1980 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen.

Bilder zum Vortrag

Als Musik erklingt der von der Welt Kaiser Karls IV. inspirierte „Cantus traductus“ für Posaune und großes Orchester von Widmar Hader (* 1941).

Es wird eine Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart mit Armin Rosin (Posaune) und den Stuttgarter Philharmonikern zugespielt.  Erstsendung am 27. 2. 1989 im II. Programm. Mehr ...

Moderation: Prof. Dr. Hans-Michael Körner

 

 
 
 

Samstag, 10. Mai 2008, 14.30 Uhr

 
Veranstaltung im Rahmen des 59. Sudetendeutschen Tages
Rudolf Fritsch:
Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste – was, wie, wer?
Prof. Dr. rer.nat. Dr. h.c.mult. Rudolf Fritsch, Präsident der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, stellte die Sudetendeutsche Akademie der Öffentlichkeit vor.

Ort: Messezentrum – CCN Messepark, Saal Genua

 
 
 

Dienstag, 27. Mai 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Gerhard E. Dorda:
Die Mondeinwirkung auf den Menschen und die Natur

Dr. rer.nat. Gerhard E. Dorda ist 1932 in Troppau, Sudetenschlesien, Tschechoslowakei, geboren.

Im Vortrag wird der wissenschaftlich erfasste Einfluss des Mondes auf die Flora, Fauna und den Menschen ausführlich besprochen. Die Möglichkeit des Mondeinflusses auf die menschliche Psyche wird kritisch beleuchtet. Die physikalische Analyse dieser Erscheinungen zeigt, dass diese Effekte auf einen spezifischen, gravitativ bedingten kollektiven Zustand von Wassermolekülen in den organischen Zellen zurückgeführt werden können. Die Entdeckung der Existenz der kollektiven, emergenten Zustände der Materie, auch Klitzing-Effekt genannt, wurde durch die Nobel-Preise für Physik 1985 und 1998 gewürdigt. Die Beteiligung des Vortragenden an dieser Entdeckung wurde durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und anderer internationaler Auszeichnungen anerkannt.

Gerhard Dorda, zurzeit wissenschaftlich tätig an der Universität der Bundeswehr München, befasst sich mit Fundamentalproblemen der Physik,
wie zum Beispiel mit der Quantisierung des Schalls, mit der Quantisierung von Zeit und Raum und mit Fragestellungen der kosmischen Evolution.
1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen.

Moderation und Laudatio: Prof. Dr. Rudolf Fritsch

Die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Physik der http://www.unibw.de/startseite/ ist dem Altpräsidenten der Sudetendeutschen Akademie, Prof. em. Dr. rer.nat. Erich Wünsch, zum 85. Geburtstag am 17. März 2008 gewidmet .

 
 
 

Dienstag, 24. Juni 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Barbara Probst-Polášek:
Die Gitarre und ihre Verwandten mit ihrer Musik

Barbara Probst-Polášek spielt auf Vihuela, Renaissance-Laute, Barock-Gitarre, Barock-Laute und der heutigen klassischen Gitarre Originalkompositionen. Dazu werden Bilder aus der jeweiligen Epoche gezeigt und erläutert.

Prof. Barbara Probst-Polášek ist 1939 in Reichenberg / Böhmen geboren und lehrt klassische Gitarre, sowie Methodik und Didaktik an der Hochschule für Musik und Theater in München. Sie ist Trägerin des Sudetendeutschen Kulturpreises für darstellende und ausübende Kunst 1997. Im Jahr 2003 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Schönen Künste, berufen. Mehr ...

Moderation: Widmar Hader

in Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes Múnich, dem Spanischen Kulturinstitut in München

 
 
 

Dienstag, 29. Juli 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Harald Hauptmann:
Ein neues Bild der "Jungsteinzeitlichen Revolution" in Vorderasien -
Frühe Tempel und Götter

Prof. Dr. Harald Hauptmann ist 1936 in Ratkau, Bezirk Troppau, geboren. Das Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte (Universität Tübingen, Saarbrücken und Heidelberg) beendete er 1964 mit der Promotion an der Universität Heidelberg. Mit einem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) bereiste er 1965/66 Südosteuropa und den Vorderen Orient. Nach seiner Zeit als Referent an der Abteilung Istanbul des DAI (1966-71) war er Assistenzprofessor an der Freien Universität Berlin, an der er 1978 habilitierte. 1980 wurde er an die Universität Heidelberg berufen, an der er bis 1994 das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie leitete. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2001 war er 1. Direktor der Abteilung Istanbul des DAI. In der Türkei war er 1966/67 an den Ausgrabungen in Bogazköy-Hattusa beteiligt und führte von 1968-2003 mehrere Unternehmungen am oberen und mittleren Euphrat durch. Seit 1989 betreut er die Forschungsstelle "Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway" an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, die archäologische Forschungen in den nördlichen Territorien Pakistans unternimmt. 2002 wurde ihm der Große Sudetendeutsche Kulturpreis verliehen, und 2005 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Der übergang von der jägerischen zur bäuerlichen Lebensweise wird mit dem Begriff "Neolithische Revolution" umschrieben, die sich in Westasien seit dem 10. Jahrtausend v. Chr. von der Levante über das Vorland des Taurus und Zagros herausgebildet hat. Die auf Ackerbau und Viehzucht beruhende Lebensform, die sich in einem Zeitraum von zwei Jahrtausenden entwickelt, ist durch technische Innovationen ebenso wie durch einen grundlegenden Wandel der Gesellschaftsstruktur und der religiösen Vorstellungen gekennzeichnet. Sie offenbaren sich nicht nur in monumentalen Kultbauten, sondern auch in der durch Relief und Skulptur überlieferten Bildkunst, in der sich die neue Symbolwelt widerspiegelt. Dieser Transformationsprozess lässt sich am besten in Obermesopotamien verfolgen. Dank günstiger Umweltbedingungen entstehen hier bereits um 9000 v. Chr. Großsiedlungen wie Göbekli Tepe mit ausgedehnten Kultanlagen.

Vom normalen Wohnbereich abgesonderte Ritualbauten mit zentralem Kultbild wie in Nevali
Çori nehmen die Idee des späteren sumerischen Tempels vorweg. Gegen Ende des 8. Jahrtausends v. Chr. zeichnet sich ein Niedergang dieser frühesten vorderasiatischen Hochkultur ab. über Kleinasien, wo mit Catal Höyük große neolithische Zentren entstehen, gelangen die bäuerlichen Lebensformen nach 6000 v. Chr. schließlich auch nach Südosteuropa.

Moderation: Prof. Dr. Stephan Kroll, Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 In Zusammenarbeit mit dem Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 26. August 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Heinrich F. K. Männl:
Sterbehilfe aus ärztlicher Sicht

Professor Dr. med. Heinrich F. K. Männl ist am 05. 07. 1938 in Podersam im Egerland geboren. Nach dem Studium der Medizin in Köln und Berlin arbeitete er zunächst in der medizinischen Grundlagenforschung mit radioaktiven Isotopen. Danach durchlief er eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik in Homburg/Saar. Nach der Habilitation 1978 war er von 1982 bis 2003 Chefarzt der I. Chirurgischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth in Straubing, einem Akademischen Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München, deren außerplanmäßiger Professor er ist. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen und klinischen Tätigkeit war die onkologische Viszeralchirurgie, hier speziell resezierende Verfahren der Bauchspeicheldrüse und Operationen beim Dick- und Mastdarmkrebs. 1993 berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste als ordentliches Mitglied in die Naturwissenschaftliche Klasse. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er Sprecher der Naturwissenschaftlichen Klasse und Präsidiumsmitglied dieser Akademie.
Prof. Männl ist Träger des Komturkreuzes des päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und anderer hoher Auszeichnungen. Er ist Mitglied namhafter chirurgischer und gastroenterologischer Gesellschaften. Im Ruhestand seit 2003 wandte er sich berufsethischen und medizinhistorischen Themen zu, wobei ihn die Geschichte der Viszeralchirurgie besonders interessiert.

Zum Thema:

Die Sterbehilfe findet großes Medieninteresse. Dabei fällt auf, dass die Diskussion oft sehr emotional erfolgt. Dies ist nicht erstaunlich, weil ethische, religiöse, juristische und nicht zuletzt ärztliche Aspekte aufeinander stoßen. Zunächst werden die Begriffe indirekte, passive und aktive Sterbehilfe definiert. Die Auffassungen der Ärzteschaft, vertreten durch die Bundesärztekammer, der Kirchen und der Legislative werden erläutert. Die Situation im benachbarten Ausland wird dargestellt. Die direkte Sterbehilfe, besser Euthanasie genannt, wird auch bei eindeutigem Patientenwunsch abgelehnt. Ein möglicher Ausweg, den Todeswunsch des unheilbar Kranken zu durchbrechen, ist die Etablierung einer kompetenten Palliativmedizin.

Den Text des Vortrages finden sie hier.

 

 
 
 

Dienstag, 30. September 2008, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Helga Unger:
Beginen gestern und heute - Ein Lebensmodell mittelalterlicher Frauen und Wohnformen heutiger Frauen

Dr. phil. Helga Unger wurde 1939 in Brünn (Mähren) geboren. Nach der Vertreibung 1945 verbrachte sie ein Jahr in Wien. Seit 1946 lebt sie in Bayern. Nach Kindheit und Jugend in Chieming am Chiemsee und in Traunstein, wo sie 1958 das Abitur ablegte, studierte sie Germanistik und Romanistik (Französisch) an der Universität München. 1963 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen ab. Mit einer Dissertation über mittelalterliche Franziskanermystik wurde sie 1966 zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1963 bis 1968 war sie als wissenschaftliche Assistentin, von 1966 bis 1971 als Lehrbeauftragte für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters am Seminar für Deutsche Philologie der Universität München tätig. 1968 bis 1970 absolvierte sie die Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Bayern. Von 1970 bis 2002 war sie in verschiedenen Funktionen im Bibliotheksdienst tätig, so von 1978 bis 1988 als stellvertretende Leiterin der Universitätsbibliothek Bamberg, von 1988 bis 1995 als Referentin für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern, von 1995 bis 2002 als Leitende Direktorin der Abteilung Bestandserhaltung der Bayerischen Staatsbibliothek. Helga Unger hat neben bibliothekarischen Fachpublikationen Editionen und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit, darunter zur mittelalterlichen Frauenmystik und zum Beginentum, vorgelegt. Als Schriftstellerin hat; sie neben Zeitschriftenbeiträgen fünf Lyrikbände und einen Erzählband veröffentlicht. Sie erhielt 2002 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur. 2005 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Beginen waren Frauen im Mittelalter, die im Rahmen einer religiösen und sozialen Aufbruchsbewegung seit dem Ende des 12. Jahrhunderts, ausgehend von  Flandern und Brabant, dann in viele Länder Europas ausgreifend, in eigenständigen Gemeinschaften ständeübergreifend ein neues Lebensmodell verwirklichten. In der Nachfolge des „armen, nackten Christus“ wollten sie Gott und dem Nächsten dienen. Sie wurden wegen ihrer freieren Lebensform und wegen des Verdachts der Häresie oft bedroht und verfolgt. Als Krankenschwestern und Sozialarbeiterinnen, aber auch als Handwerkerinnen, vor allem in der Tuchherstellung, trugen sie wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung und zur Linderung der Not, vor allem in den Städten, bei. Beginen wie Mechthild von Magdeburg, Hadewijch oder Marguerite Porete waren Mystikerinnen, die ihre Erfahrungen in herausragenden volkssprachlichen Werken niederschrieben.

In der Gegenwart gibt es, in Deutschland, aber auch in der Schweiz, Initiativen von Frauen, die das Beginenideal einer gegenseitigen Unterstützung von Frauen in zeitgemäßer Form wieder beleben wollen. Es geht  vor allem um Wohnprojekte von Frauen  verschiedener  Generationen und Lebensformen mit dem Ziel einer sozialen, wirtschaftlichen  und kulturellen Zusammenarbeit. Frauen suchen gemeinsam nach individuellen wie auch gesellschaftlichen Verbesserungen des Lebens und nach einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen dieser Welt.

Moderation: Prof. Dr. Monika Glettler

Den Text des Vortrages und die Bilder dazu finden sie hier.

 In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek.

 
 
 

Freitag, 24. Oktober 2008, 14.00 Uhr c.t.

 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 24. Oktober 2008, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2008

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Johannes Bammer (1888-1988)
Ich überlebte mein Verlangen (Text: Alexander Puschkin)
Elegie (Text: Alexander Puschkin)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Jubiläum
25 Jahre Amtskette für den Präsidenten der Akademie
Grußwort: Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Regensburg

Ein Lied vom Menschen (Solo-Ballett von Widmar Hader)

Festvortrag
Prof. em. Dr. rer.nat. Dr. h.c.mult. Herwig Schopper,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:

Wissenschaft und Völkerverständigung
- am Beispiel von CERN und SESAME -

Johannes Bammer (1888-1988)
An das Meer (Text: Alexander Puschkin)
Im Kloster (Text: Sergej Gorny)

Adolf-Klima-Stipendium
Verleihung an Dr. Jan Budòák, Olmütz (Mähren / Tschechische Republik)
Laudatio: Prof. Dr. Ernst Erich Metzner

Johannes Bammer (1888-1988)
Die Entsagung (Text: Sergej Gorny)
Ist es wahr? (Text: Sergej Gorny)
 
Künstlerische Umrahmung
         Elisabeth Herrmann (Tanz)
         Susanna Frank (Mezzosopran)
         Hedayet Djeddikar (Liedbegleitung)
mehr

 

 
 
 

Samstag, 25. Oktober 2008, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wurde satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 25. November 2008, 18.30 Uhr

 
 

Festkolloquium zum 90. Geburtstag
von Georg Knittel

Prof. Dr.-Ing. Georg Knittel wurde am 3. November 1918 in Prag geboren. An der Technischen Universität München war er bis zur Emeritierung ordentlicher Professor für Baustatik und Lehrstuhlinhaber. Er nahm an der Gründung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste am 20. Juli 1979 teil und amtierte viele Jahre als Vizepräsident. 1981 zeichnete ihn die Sudetendeutsche Landsmannschaft mit der Franz Josef Ritter von Gerstner-Medaille für Verdienste um Wissenschaft und Forschung aus. Jetzt lebt er in München.

Einladung und Programm hier.
Festvortrag:
Vom Pantheon zum Olympiadach - Statik im Wandel der Zeiten

 Gemeinsame Veranstaltung mit der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen der Technischen Universität München

 
 
 

Dienstag, 27. Januar  2009, 18.30 Uhr

 
 

Festkolloquium zum 80. Geburtstag
von Eduard Hlawitschka

Prof. Dr. Eduard Hlawitschka wurde 8. November 1928 auf einem Bauernhof in Dubkowitz, Bezirk Leitmeritz / Böhmen geboren. An der Ludwig-Maximilians-Universität München war er bis zur Emeritierung ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Geschichte. Er wurde 1979 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse Geisteswissenschaften berufen, und war 1987/88 Sprecher seiner Klasse, 1988-1991 Vizepräsident, 1991-1994 Präsident der Akademie. Jetzt lebt er in Herrsching.

Einladung und Programm hier.

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 31. März 2009, 18.30 Uhr

 
 

Karl Helmut Bayer:
Struktur und Zufall in der gegenwärtigen Architektur

Architekt Dipl.-Ing. Karl-Helmut Bayer wurde am 3. März 1931 in Fischern, Stadtkreis Karlsbad, geboren. Er ist Ehrenvorsitzender der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands. 1996 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen und ist derzeit Sprecher seiner Klasse sowie Mitglied des Präsidiums der Akademie. Jetzt lebt er in München.

Einladung hier

 

 
 
 

Donnerstag, 30. April 2009, 18.30 Uhr

 
 

Festveranstaltung zum 80. Geburtstag
der Schriftstellerin Ilse Tielsch

Dr. Ilse Tielsch wurde am 20. März 1929 in Auspitz (Südmähren) geboren. Die Schule besuchte sie in Znaim und Nikolsburg. Noch vor Kriegsende floh die Familie  nach Wien. Dort studierte Sie Zeitungswissenschaft und Germanistik bis zur Promotion im Jahr 1953. Sie ist Autorin von Lyrik, Romanen, Erzählungen, Hörspielen und Drehbüchern. 1981 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Einladung mit Programm hier

 In Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein

 
 
 

Dienstag, 26. Mai 2009, 18.30 Uhr

 
 

Kurt Schier:
Waren die Germanen Hitlers Ahnen?
Zur Verzerrung des populären Germanenbildes im 20. Jahrhundert

Prof. em. Dr. phil. Kurt Schier wurde am 27. Februar 1929 in Ober-Maxdorf, Bezirk Gablonz an der Neiße, geboren. Bis zu seiner Emeritierung war er Inhaber des Lehrstuhls für Nordische Philologie und Germanische Altertumskunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1985 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen und ist derzeit als Vertreter seiner Klasse Mitglied des Präsidiums der Akademie. Er lebt in Deisenhofen bei München.

Moderation: Prof. Dr. Wilhelm Heizmann

 In Zusammenarbeit mit dem Institut für nordische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

 
 
 

Dienstag, 28. Juli 2009, 18.30 Uhr

 
 

Das Licht der Lichter
Der Komponist Widmar Hader spricht über seine Erfahrungen mit seiner Musik zu Angelus Silesius

(mit Musik- und Bildbeispielen)

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Bis zum Eintritt in der Ruhestand war er Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist derzeit Vizepräsident der Akademie. Jetzt lebt er in Bad Abbach.

Johannes Scheffler - mit dem späteren Dichternamen Angelus Silesius - kam 1624 in Breslau zur Welt und starb 1677 in Grüssau (Schlesien). „[…] Er suchte mit seinen Schriften und Taten stets die in seinen Augen heilsame Provokation. […] auch seine Geistreichen Sinn- und Schlußreime wollen Anstoß erregen und zur Umkehr bewegen.[…]" (Louise Gnädinger)

Widmar Hader beschäftigte sich mehrfach intensiv mit dem bedeutenden barocken Mystiker Angelus Silesius und schuf daraufhin seine Mystischen Betrachtungen für Orgel / Klavier, den Zyklus Das Licht der Lichter für gemischten Chor a cappella sowie das Diptychon Des Schöpfers Ruh für gemischten Chor, Orgel, Pauken und Schlagzeug. Mit Aufführungen in Deutschland, der Tschechischen Republik und auch mit dem Gehörlosenchor „Canta signo" konnte er viele interessante Erfahrungen sammeln.

Musikalische Life-Beiträge durch Dr. Dietmar Gräf (Marienbad / Bad Wörishofen) an der elektronischen Orgel im Sudetendeutschen Haus und Dr. Gernot Grohs (Jägerndorf / Leipzig), Violoncello, beide ordentliche Mitglieder der Sudetendeutschen Akademie, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Moderation: Ursula Haas

 In Zusammenarbeit mit der
Ackermann Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising

 
 
 

Dienstag, 29. September 2009, 18.30 Uhr

 
 

Franz Gerstenbrand:
Life Science in Space – Raumfahrtmedizin
(Raumfahrtneurologie, Verwendung der Forschungsresultate in der Neurorehabilitation)

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Franz Gerstenbrand wurde am 6. September 1924 in Hof, Bezirk Bärn, geboren. Bis zu seiner Emeritierung war er  o. Univ.-Professor für Neurologie an der Universität Innsbruck und Vorstand der Neurologischen Universitätsklinik Innsbruck; jetzt ist er als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Wien tätig und Leiter des Instituts für Neurorehabilitation und Raumfahrt-Neurologie der Karl Landsteiner Gesellschaft. Er ist Ehrenpräsident des "International Danube Symposium for Neurological Siences and Continuing Education". 2003 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen.
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Zum Inhalt
Mit der Raumfahrt hat sich die Menschheit den Traum erfüllt, von der Schwerkraft befreit, fliegen zu können. Durch die Raumfahrt ist es der Menschheit gelungen, den Mond zu betreten und erste Erfahrungen für interplanetarische Expeditionen zu sammeln.
Die Entwicklung der Raketentechnik wurde durch den 2. Weltkrieg beschleunigt. Bei den Erben der deutschen Raketentechnik ist es zu einem Wettlauf gekommen, der schließlich zur Gemeinsamkeit in den Projekten und der Programmplanung eingeschwenkt ist. Der europäischen Weltraumforschung ist dazu der Anschluss gelungen. In letzter Zeit haben sich chinesische und japanische Weltraumforschungszentren zu Wort gemeldet. In den gemeinsam von NASA, ESA und der russischen Weltraumforschung entwickelten Weltraumprojekten wird derzeit die Mars-Mission vorbereitet, die möglicherweise zunächst von einer Mondstation aus zur Durchführung gebracht werden wird.
Bei der Eroberung des Weltalls durch den Menschen waren bemannte Weltraumflüge eine Notwendigkeit. Den Wettlauf hat das russische Weltraum-Programm mit Valerij Gagarin gewonnen. Die nur für einige Monate geplante Raumstation MIR ist erst nach 5 Jahren aufgegeben worden, ersetzt durch die gemeinsame Weltraumstation ISS (International Space Station).
Von der Medizin aus gesehen stehen neben dem Einfluss der Raumstrahlung auf Mensch und Material Untersuchungen über die Störungen des für die Schwerkraft verantwortlichen propriozeptiven Systems im Vordergrund. Das für die menschliche Bewegung entscheidende propriozeptive System vermittelt dem Gehirn die notwendigen Informationen über Haltung und Zustand von Extremitäten und Rumpf. Eine Veränderung in der Funktion des propriozeptiven Systems, wie dies in der Schwerelosigkeit der Fall ist, führt zu Bewegungsstörungen, aber auch zu einer Verminderung des Wachheitsgrades sowie der psychomotorischen Reaktionsfähigkeit. In der echten Schwerelosigkeit (Real Microgravity) sind Gegenmaßnahmen durch Verwendung neu entwickelter Geräte notwendig.
An der Erdoberfläche kommt es unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zu einer Verminderung des Schwerkrafteinflusses auf das Nervensystem und dadurch zu ähnlichen Störungen wie in der echten Schwerelosigkeit. Eine sogenannte simulierte Schwerelosigkeit (Simulated Microgravity) tritt im Koma sowie bei Bettlägrigkeit durch kardiale Insuffizienz, aber auch bei verminderter körperlicher Bewegung, wie dies unter anderem im Alter der Fall ist, in Erscheinung. Die in der Schwerelosigkeit der im Orbit kreisenden Raumstation gewonnenen Erfahrungen, können bei Patienten in der Neurorehabilitation, aber auch in der Geriatrie voll verwendet werden. Spezielle Geräte wurden entwickelt und sind bereits in Verwendung.
Die Auswirkungen einer Stimulation des propriozeptiven Systems können durch die funktionelle Magnetresonanz-Methode nachgewiesen werden. Der Stimulationseffekt auf das propriozeptiven Systems, ausgelöst durch eine Vibrostimulation der Fußsohle, lässt sich in einer prompten Aktivierung bestimmter Gehirnregionen des menschliche Gehirns exakt nachweisen. Die so gewonnenen Untersuchungsresultate sind die Grundlage für die Entwicklung verschiedener in der Medizin verwendeter neuer Behandlungssysteme.

Moderation: Priv.-Doz. Dr. Stefan Golaszewski
Der Neurologe lebt in Salzburg. Er ist Schüler von Professor Gerstenbrand. Wissenschaftlich arbeitet er an der Erforschung des propriozeptiven Systems mit der funktionellen Magnetresonanztomographie. Er ist Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

 

 
 
 

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Dienstag, 15. Dezember 2009

 
 

Waldemar Fritsch zum 100. Geburtstag -
Ausstellung in der Alfred Kubin Galerie
im Sudetendeutschen Haus

Der aus Altrohlau bei Karlsbad stammende Bildhauer und Porzellanplastiker Waldemar Fritsch (1909-1978) gehört zu den bedeutenden sudetendeutschen Künstlern des vorigen Jahrhunderts.

Nach dem Krieg wirkte er in Ansbach, der Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirkes Mittelfranken. Das dortige Markgrafenmuseum zeigt vom 11. Juli bis zum 27. September aus Anlass seines 100. Geburtstags eine Ausstellung seiner Werke.

Diese Ausstellung wurde anschließend in der Alfred Kubin Galerie im Sudetendeutschen Haus gezeigt.

Vernissage: Mittwoch, 14. Oktober 2009, 18.00 Uhr Einladung
Musikalische Umrahmung: Dr. Dietmar Gräf (Akademie-Mitglied) am Flügel mit Suiten von
Johann Caspar Ferdinand Fischer (geboren 1665 in Schönfeld bei Karlsbad im Egerland, gestorben 1764 in Rastatt/Baden)

Die Ausstellung wurde unterstützt von den Bayerischen Sparkassen, von der Sudetendeutschen Stiftung,  vom Haus des Deutschen Ostens als nachgeordneter Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen,  vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Versicherungskammer Bayern sowie von privaten Sponsoren der Sudetendeutschen Akademie.

 
 
 

Freitag, 23. Oktober 2009, 14.00 Uhr c.t.

 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Festakt zum 30jährigen Jubiläum der Akademie

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Thomas Hauschka aus „Pianophilia“ für Klavier (2000)
1) Étude Prélude, 2) Ostinato

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Uraufführung der epischen Ballade
Brennender Balsam
zur 600-Jahrfeier der von Prager Professoren gegründeten Universität Leipzig gedichtet von Ursula Haas, vertont von Widmar Hader
Susanna Frank (Mezzosopran, Akademiemitglied)
Dr. Dietmar Gräf (Klavier, Akademiemitglied)

Grußworte

Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, für die Bayerische Staatsregierung

Oskar Sigmund (* 1919 Karlsbad, † 2008 Regensburg, Akademiemitglied)
Lieder nach Texten von Ernst R. Hauschka (Akademiemitglied)
Drei Lieder aus „Umrisse in Weiß“ (1971):
1) Etruskisches Wandbild, 2) Zittergras und 3) Dlubac
André Schuen (Bassbariton)
Dr. Thomas Hauschka (Klavier)

Prof. Dr. Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Bernd Posselt, MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Oskar Sigmund (* 1919 Karlsbad, † 2008 Regensburg)
Lieder nach Texten von Ernst R. Hauschka
Vier Lieder aus „Ein Windfisch im August“ (1975):
1) Zum Tod Ingeborg Bachmanns, 2) Herbst, 3) Kumpfmühl,
4) Vor dem Einschlafen

Festvortrag

Prof. Dr. rer.nat. Dr. h.c. Peter A. Grünberg,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:

Einsteins spukhafte Fernwirkung:
ist das Rätsel jetzt gelöst?

Thomas Hauschka aus „Farbtropfen“ für Klavier (2004)
1) Aria, 2) Uzkarina aizjamia (lettisches Lied), 3) Bayreuth bei Nacht.

Verleihung des Adolf-Klima-Preises

Laudatio: Vizepräsident Widmar Hader
Preisträgerin: Geigerin Viktoria Kaunzner, Viechtach

Geigensolo der Preisträgerin
Eugène Ysaye (1858-1931) aus Solosonate Nr.5, op.27
L’aurore, I. Lento assai

Buffet
gestiftet von Akademiemitgliedern, die im gleichen Jahr wie die Akademie einen hohen runden oder auch halbrunden Geburtstag haben.

 

 mit Unterstützung der Sudetendeutschen Stiftung.

 
 
 

Samstag, 24. Oktober 2009, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wurde satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 1. Dezember 2009, 18.30 Uhr

 
 

Arnold Suppan:
Zwischen München und Potsdam.
Deutsch-tschechische Konfliktgeschichte im
20. Jahrhundert

Univ.-Prof. Dr. phil. Arnold Suppan wurde am 18. August 1945 in St. Veit an der Glan (Kärnten) geboren. Er ist Vorstand des Instituts für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse berufen und ist derzeit einer der Sprecher seiner Klasse.

Moderation: Prof. Dr. Monika Glettler

 

 
 
 

Samstag, 23. Januar 2010, 16.00 Uhr

 
 

Literarischer Nachmittag
mit Buchvorstellung

vorgestellt wird die Festschrift
Franz Peter Künzel - dreifach Diener der Literatur
als übersetzer, Lektor und Redakteur

herausgegeben von Manfred Jähnichen
Nürnberg : Preußler, 2009
ISBN 978-3-934679-36-8

Vortrag:
Dr. phil. Diether Krywalski
Bücher machen – beschwerliche Kunst

Musikalische Umrahmung: André Hartmann

Einladung hier

 In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Sudetendeutschen Landsmannschaft und dem Adalbert Stifter Verein.

 
 
 

Freitag, 29. Januar 2010, 19.00 Uhr

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Vasilopitta-Feier 2010

Wie die Deutschen so hatten auch die Griechen im 20. Jahrhundert ein Vertreibungsschicksal zur erleiden. Die jahrtausendealte griechische Kultur in Kleinasien ging zu Ende. Ein aus dem Vertreibungsgebiet stammender Brauch ist das Anschneiden der Vasilopitta zu Beginn eines neuen Jahres. Dieser Brauch wird heute von den Familien in Griechenland aber auch von griechischen Vereinigungen in aller Welt gepflegt.  In Erinnerung an das gemeinsame Schicksal feiert die Sudetendeutsche Akademie dieses neue Jahr gemeinsam mit Griechen.

Programm

Widmar Hader
nomoi
für Streichorchester und Schlagzeug
(Erläuterungen: Widmar Hader -
Einspielung: Süddeutscher Rundfunk Stuttgart -
Ausführende: Les Solistes de Marseille unter der Leitung von Klaus-Peter Hahn)

Mediterranes Buffet: 15,- € pro Person
                           (Kinder bis 12 Jahre 8,- €,
                           Getränke extra)
ausgerichtet vom Restaurant Kalypso
(Chef:  Dr. rer. nat. Manolis Manoussakis)

Prof. Dr. Konstantinos Nikolakopoulos,
Vorsitzender der Orthodoxen Theologie
der Ludwig-Maximilians-Universität München

Einführung in die Person des Hl. Basileios des Großen

Byzantinische Hymnen zum Neujahrsfest und zum heiligen Basileios

Erzpriester Apostolos Malamoussis,
Bischöflicher Vikar in Bayern der Griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland

Kirchliche Zeremonie
Segnen und Anschneiden der Vasilopitta

Griechische Volkslieder (Kalanda) zum Weihnachts- und Silvesterfest

Griechische Volkstänze

Einladung hier

 In Zusammenarbeit mit dem Club Griechischer Akademiker München

 
 
 

Dienstag, 30. März 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Ernst Schmutzer:
Leben wir in Wirklichkeit in einer 5-dimensionalen Welt (Kosmologie und Astrophysik) mit einer eigenen erweiterten Physik?

Univ.-Prof. em. Dr. rer. nat. habil. Ernst Schmutzer wurde am 26. Februar 1930 in Labant, Bezirk Tachau, Böhmen, geboren. Nach der Bürgerschule in Pfraumberg und dem Gymnasium in Mies (1940 bis 1945) musste er infolge der Vertreibung der Deutschen zwangsweise Böhmen verlassen. Dankenswerter Weise konnte er im Jahr 1946 die Oberrealschule in Weiden (Bayern) und wegen der Aussiedlung seiner Eltern nach Mecklenburg bis zum Abitur 1949 die Richard-Wossidlo-Oberschule in Waren-Müritz (Mecklenburg) besuchen. Von 1949 bis 1953 (Diplom) studierte er in Rostock Physik, wo er 1955 auf dem Gebiet der Elektrolyte promovierte. Im Jahr 1957 folgte er aus fachlichen Gründen einer Anstellung an der Universität Jena, wo er sich 1958 auf dem Gebiet der projektiven Feldtheorie habilitierte, 1959 Dozent und 1960 Professor mit Lehrauftrag sowie 1964 Professor mit Lehrstuhl für Theoretische Physik wurde. Seit 1957 vertrat er das Forschungsgebiet Relativistische Physik, das er (nach der Nazizeit mit ihrem Verbot der Relativitätstheorie) einmalig für Deutschland zu einem großen Wissenschaftsbereich in Jena aufbaute. Im Jahr 1980 richtete er im Zusammenhang mit Einsteins 100.Geburtstag in Jena den 9. Internationalen Weltkongress für Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation aus. Von 1990 bis 1993 war er 1. Nachwende-Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1995 wurde er als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen. Er ist außerdem Mitglied folgender Akademien: Leopoldina Halle (1969), Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt (1990), Sächsische Akademie Leipzig (1991). 1977 erhielt er die Carus-Medaille der Leopoldina. 1

Prof. Dr. Schmutzer befasst sich seit mehr als einem halben Jahrhundert mit der Entwicklung seiner "5-dimensionalen Physik" (im Jahr 1980 Erweiterung der 4-dimensionalen Raum-Zeit um die 5. Dimension "Skalarismus", die die hypothetische Eigenschaft "Skalarität" der Materie erfassen soll). Mit Hilfe seiner 5-dimensionalen "Projektiven Einheitlichen Feldtheorie" kommt er neben anderen Voraussagen zu folgenden Resultaten: Geschlossenes Weltmodell ohne Urknall, erst kürzlich entdeckte akzelerierte Expansion ohne Benutzung von Dunkelenergie, skalarische Kraftwirkung (neu), zeitlich veränderlicher Gravitationsparameter statt der Newtonschen Gravitationskonstanten, und so weiter. Die numerischen Werte physikalischer Größen liegen sehr nahe bei den experimentell ermittelten Messwerten.

Inhalt des Vortrags
Am Ende des 19. Jahrhunderts harrten unüberwindliche Diskrepanzen zwischen gewissen Experimenten in Mechanik und Optik einerseits und der Newtonschen Physik (Axiome der Bewegung im absoluten Raum bei absoluter Zeit) andererseits einer prinzipiellen theoretischen Klärung. Dieser Schritt wurde mittels der 4-dimensionalen Begriffsbildungen erreicht: Ungekrümmte Raum-Zeit (Spezielle Relativitätstheorie, vor allem Einstein 1905) und gekrümmte Raum-Zeit zur Erfassung der Gravitation (Allgemeine Relativitätstheorie Einstein 1915). In den nächsten Jahren setzte nun nach dieser mittels der Riemann-Geometrie geglückten Geometrisierung der Gravitation die international stark ausgeweitete Suche nach einer noch tiefgründigeren Geometrie ein, mittels der auch der (damals schon bekannte und feldtheoretisch fassbare) Elektromagnetismus geometrisiert werden sollte (Einsteins Programm einer "einheitlichen Feldtheorie der Physik"). Auf diesem Weg bot sich folgende Alternative an: Erhöhung der Dimensionszahl 4 (jetzt 11 bei Stringtheorien) oder bei Beibehaltung der Dimensionszahl 4 die von Einstein in der Emigration in den USA erfolglos begonnene Erweiterung der Affinitäten der Geometrie (über die Christoffel-Symbole hinaus). Diese beiden Stoßrichtungen zielen schließlich gedanklich auf Quantenfeldtheorie der Elementarteilchen.

Moderation
Prof. Dr. Dieter Lüst, Arnold-Sommerfeld-Zentrum für Theoretische Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

 
 
 

Dienstag, 20. April 2010, 18.30 Uhr

 
V o r t r a g

Hellmut Bornemann:
Erhaltung des Kulturerbes -
Anspruch und Realisierung

Dr. Hellmut Bornemann wurde in Znaim / Südmähren geboren, wo er die Volksschule und das Gymnasium besuchte. Im zweiten Weltkrieg wurde er in Russland und Italien eingesetzt und führte als junger Leutnant eine Kompanie. Das wirtschaftswissenschaftliche und juristische Studium in Mannheim und Heidelberg schloss er als Diplom-Kaufmann ab. Nach wenigen Jahren in einem mittelständischen Unternehmen ergab sich für ihn als Direktionsassistent in bedeutenden Unternehmen eine Erweiterung seines Aufgabenbereiches zu Fragen der Unternehmensführung. In dieser Zeit promovierte er parallel zu seinem beruflichen Engagement. In deutschen und internationalen Konzernen wurden ihm in den folgenden Jahren Führungsaufgaben übertragen. Nach der Pensionierung übernahm er einen Lehrauftrag an der Universität zu Themen der Unternehmensführung und Controlling. Mehrere Veröffentlichungen im Gabler-Verlag ergaben sich aus dieser Tätigkeit. Als Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender in mehreren Unternehmen konnte er seine beruflichen Erfahrungen einbringen.
Sein berufliches Leben begleitet stets seine starke Bindung zu seiner Heimat Sodmähren. Eine Sammlung Südmährischer Kunst wurde systematisch aufgebaut in der überzeugung, dass die Erhaltung des kulturellen Erbes die wesentliche Grundlage für den Bestand des deutschen Erbes der Vertreibungsgebiete darstellt. Schon früh gründete er einen eigenen Verlag, um Schallplatten mit der Südmährischen Sing- und Spielschar aufzunehmen. Im Laufe der Jahre entstanden einige Bücher zur Geschichte und zur Kulturgeschichte Südmährens.
Als Präsident der Charles-Sealsfield-Gesellschaft bemüht er sich seit Jahren um das Vermächtnis des Südmährers Carl Postl, der als Charles Sealsfield in die Literaturgeschichte Eingang gefunden hat.
Im Jahr 2004 gelang es Dr. Bornemann, die Stadt Retz und die Niederösterreichische Landesregierung von der Idee einer Südmährischen Galerie in Retz zu überzeugen. Seine Sammlung geht als Stiftung in diese Galerie ein.
Dr. Bornemann erhielt das Bundesverdienstkreuz, das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, den Ehrenring der Stadt Retz und das Ehrenzeichen in Gold des Südmährischen Landschaftsrates. Er ist Förderndes Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Inhalt:
- Allgemeine Ausführungen zum Thema „Kulturerbe"
- Problemstellung: Kulturerbe der Vertreibungsgebiete
- Sicherung des Kulturerbes
- Südmährisches Kulturgut - Die Südmährische Galerie in Retz
- Sammlung, Leihgaben, Schenkungen
- Kunst und Geschichte
- Problemstellung: Museen müssen leben
- Problemstellung: Erhaltung auf Dauer

in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Stiftung und dem Südmährischen Landschaftsrat.

 
 
 

Dienstag, 25. Mai 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Manfred Mörl:
Alkohol und Alkoholismus

Prof. Dr. med. habil. Manfred Mörl wurde am 8. Mai 1941 in Saaz (Egerland) geboren. Nach der Vertreibung 1945 ist er in Leipzig aufgewachsen; das Abitur legte er in Halle / Saale ab, wo er anschließend Medizin studierte, mit dem Abschluss durch Staatsexamen und Promotion 1965 in Halle. Es folgte eine internistische und gastroenterologische Ausbildung an den Medizinischen Universitätskliniken in Halle und Erlangen. 1975 wurde er Leitender Oberarzt, 1978 Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung an der Stoffwechselklinik Bad Mergentheim. 1979 erfolgte die Habilitation an der Universität Erlangen-Nürnberg, 1988 ebendort die Ernennung zum apl. Professor. Von 1984 bis 2004 war er Chefarzt der neu gegründeten II. Medizinischen Klinik (Schwerpunkte Gastroenterologie, Hepatologie, Stoffwechselkrankheiten) an den DRK- Krankenanstalten Wesermünde in Bremerhaven. Von 1988 bis 1991 stand er dem Krankenhaus als Ärztlicher Direktor vor. Seit 1984 hat er einen Lehrauftrag der Georg-August-Universität Göttingen im Rahmen des Lehrkrankenhauses Am Bürgerpark.
Er ist Mitglied der New York Academy of Sciences (1995) und der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse (2004).
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind: Pfortaderhochdruck, chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Endoskopie, besonders internistische Laparoskopie, Therapie der chronischen Hepatitis, Organschäden der Alkoholkrankheit.
Er verfasste 160 Publikationen und ein Buch ("Die endoskopisch-bioptische Untersuchung") sowie mehrere Handbuchartikel. Von 1988 bis 1990 war er Vorsitzender der niedersächsisch-bremischen Gastroenterologen, 1990 Gründer und später Ehrenmitglied der Norddeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie.

Inhalt
Der Vortrag beginnt mit der aktuellen Verbreitung des Alkoholabusus, dem Ursachengefüge der krankmachenden Faktoren (individuelle Eigenschaften des Betroffenen, soziales Umfeld, pharmakologische Eigenschaften der Droge), den Trinksitten und Besonderheiten bei Frauen und Jugendlichen. Die "Trinkerkarriere" wird an typischen Beispielen geschildert. Es folgt die Beschreibung der verschiedenen Organschäden vom Scheitel bis zur Sohle, außerdem wird auf die schwerwiegenden psychischen Veränderungen eingegangen. Abschließend geht es um verschiedene Therapieansätze sowie um die Frage "Wie viel Alkohol verträgt eigentlich ein Mensch ohne Schaden?"

Moderation
Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Ludwigshafen am Rhein

in Zusammenarbeit mit der Gastro-Liga e.V. (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e.V.)

Von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt als ärztliche Fortbildungsveranstaltung zum Erwerb des freiwilligen Fortbildungszertifikats (Kategorie A, 1 Punkt).

 
 
 

Dienstag, 27. Juli 2010, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Ernst Erich Metzner:
Neue überlegungen zum Namen und zur Herkunft der ,Baiernۥ und ,Mährerۥ

Prof. Dr. phil. Ernst Erich Metzner, o. Universitätsprofessor a. D. für deutsche Sprache und Literatur, wurde am 23. Februar 1938 in Hillersdorf, Bezirk Jägerndorf, geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Skandinavistik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1965 war er von 1966 bis 1969 Lektor in Aarhus (Dänemark). 1969 wurde er an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität promoviert. Danach war er Assistent und Akademischer Rat; ab 1972 Professor am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität (Schwerpunkte: Mittelalterliche Literatur und Historische Sprachwissenschaft); seit 2001 ist er im Ruhestand. Er nahm Gastprofessuren in Florenz, Lublin und Lyon wahr und inaugurierte die Internationale Tagung »1846-1996. Vor 150 Jahren Erste Germanistenversammlung in Frankfurt am Main«. Seine Forschungsgebiete sind Sprachgeschichte und germanistische Wissenschaftsgeschichte, Namen- und Mundartkunde, Helden- und Spielmannsdichtung, Volksdichtungs-, Germanen- und Mittelalterrezeption, deutsch-skandinavische und deutsch-slavische Kontakte und Kontaktzonen. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Veröffentlichungen über ältere und neuere deutsche Literatur, über deutsch-skandinavische Literaturbeziehungen in Mittelalter und Neuzeit, über literarische, sprachhistorische, namenkundliche und geschichtliche Themen vor allem aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem ostdeutsch-slawischen Durchdringungsbereich, auch über die Historizität literarischer überlieferungen. Er ist Vorsitzender des Adalbert Stifter Vereins und seit 2000 ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse.

Inhalt:
Das Thema des interdisziplinären, sprach- und geschichtswissenschaftlichen Vortrags steht im Zusammenhang mit einem umfassenderen Forschungsvorhaben über die germanisch-deutschen und germanisch-slawischen ostmitteleuropäischen Völkerschaftsnamen nördlich der Donau in der sogenannten ‚Ostfränkischen Völkertafel’ (des ‚Geographus Bavarus’) im 9. Jahrhundert, deren Handschrift in München liegt. Dabei erfährt am Ende auch die Sicht der bisher unverstandenen rückbezüglichen Schlussglossensätze besondere Beachtung. Die einleitende neue Gesamtinterpretation des karolingerzeitlichen Texts (für den Gebrauch König Ludwigs des Deutschen) wird dabei illustriert beziehungsweise bestätigt durch die Analyse der aufgeführten germanisch-deutschen Namen ‚Marharii’ (= ‚Mährer’) und ‚Wizunbeire’ (= ‚die weißen Baiern’) beziehungsweise ‚Beire’ im Text und in der Glosse und den Rekurs auf ihren geschichtlichen Hintergrund, was alles auf einen unvermuteten engen Zusammenhang der frühen Stammesbildung und der Namengebung von ‚Mährern’ und ‚Baiern’ in unmittelbarer Nachbarschaft nördlich und südlich der Donau führt. Mit Hilfe des neu erkannten Welt- und Buchwissens hinter dem Gesamttext wird so die einstige sprachliche, politische und religiöse Brückenfunktion der exemplarisch herausgestellten zwei frühmittelalterlichen donauländischen germanischen beziehungsweise slawischen Völkerschaften seit ihrer Entstehung in der Spätantike beleuchtet; sie kam in der Karolin-gerzeit aus politischen Gründen zeitweilig wieder in den Blick, ist aber von da an bis heute in aufzuhellende Vergessenheit geraten.

in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein und dem Bavaristischen Arbeitskreis an der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 

Dienstag, 28. September 2010, 18.00 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Gernot M. Grohs
Die merkwürdigen Abenteuer des kleinen Fis

Lesung mit Klaviermusik für kleine und große Kinder ab sieben Jahren

Dr. phil. Gernot Maria Grohs wurde am 1. März 1960 in Leipzig geboren. An der Hochschule für Musik zu Leipzig studierte er von 1979  bis 1984 die Fächer Violoncello, Viola da gamba und Musikpädagogik mit Diplomabschluss. Von 1984 bis 1987 war er Fachberater für Violoncello im Bezirk Gera, ab 1985 auch Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Weimar, Außenstelle Gera. Von 1987 bis 1988 leitete er ein Ensemble an der Universität Leipzig, wo er 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Musikwissenschaften angestellt wurde und 1989 ein Rigorosum bestand. Er leitete die Kunstschule in Leipzig-Grünau von 1990 bis 1992 und absolvierte gleichzeitig ein Fernstudium im Fach Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater zu Leipzig. Von 1993 bis 2008 war der Leiter der Kreismusikschule "Johann Sebastian Bach" in Köthen (Sachsen-Anhalt), von 2008 bis 2010 dort Fachbereichsleiter für die Fächer Violoncello und Musiktheorie.  Im Jahr 2000 wurde er vom Fachbereich Musikwissenschaften der Freien Universität Berlin zum Dr. phil. promoviert. Seit 2010 ist er Direktor des Zweckverbandes Musikschule "Ottmar Gerster" in Weimar.
Er konzertiert als Violoncellist im In- und Ausland mit bekannten Pianisten wie Professor Ulrich Urban (Deutschland), Dr. Dietmar Gräf (Deutschland) und Bertrand Gireaud (Frankreich). Dabei stehen auch immer eigene Kompositionen für Violoncello und Klavier auf dem Programm.
Neben dieser künstlerischen Tätigkeit legte er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen zu musikwissenschaftlichen Themen mit Schwerpunkt anhaltische Musikgeschichte vor. Grohs ist Mitautor eines Bachlexikons, eines Orgellexikons und der Neuausgabe der Enzyklopädie „Musik in Geschichte und Gegenwart“.
Auch seine überwiegend kammermusikalischen Kompositionen, unter anderem zwei Sonaten für Violoncello und Klavier, zahlreiche Klavierwerke, eine Violinsonate, zwei Streichquartette, werden immer wieder von renommierten Ensembles und Solisten wie dem Philharmonischen Streichquartett Magdeburg, KMD Martina Apitz (Orgel) oder Professor Ulrich Urban (Klavier) zu Gehör gebracht.
Er wurde 2005 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste,  Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und erhielt 2010 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik. Er ist auch Mitglied der Görres-Gesellschaft (Köln), der GEMA und des Vereins für Anhaltische Landeskunde (Dessau).

Inhalt
„Simone war ein kleines Mädchen von 7 Jahren. Sie lebte in einer beschaulichen und netten Kleinstadt irgendwo in Deutschland und ging in die zweite Klasse einer Grundschule. überall war sie beliebt, weil sie ein freundliches und fröhliches Kind war. Ihre langen, rotblonden Haare baumelten immer in zwei geflochtenen Zöpfen links und rechts neben den etwas abstehenden Ohren auf ihren Schultern und wippten lustig, wenn Simone den Kopf schnell bewegte.
Eines Tages, Simone war wieder auf dem Weg zum Geigenunterricht, traf sie Frau Tonschewski mit ihrem kleinen, weißen Wuschelhund schon auf der Straße. Zusammen gingen sie die drei Treppen zur Wohnung der alten Dame hoch und Frau Tonschewski schloss die Tür auf.
Simone fing an, ihre kleine Melodie zu spielen. Ganz leicht und luftig erhoben sich die Töne und sangen eine bunte Tonreihe in das Zimmer. Doch als Simone gerade mit dem dritten Finger den Ton Fis greifen wollte und dieses sich schon auf seinen Einsatz freute, bellte der kleine Hund unter dem Schrank. Simone erschrak. Auch das Fis erschrak, fiel von der Geige und rollte unter den Teppich."

So entwickelt sich diese lesenswerte und kurzweilige Geschichte. Das kleine Fis und seine Freunde müssen eine Menge Abenteuer erleben, bis es am Schluss der Erzählung wieder auf die Geige von Simone gelangt und dort seinen Platz einnehmen kann, um seine Melodie vollständig bis zum guten Ende zu spielen.

Zwischen den einzelnen Kapiteln der Erzählung werden kurzweilige Klavierstücke vorgetragen.
Am Ende des Events wird der Autor zwei Bücher an die kleinen und größeren Zuhörer verlosen, welche Fragen zur Erzählung beantworten sollen.

Am Klavier
Dr. Dietmar Gräf, Bad Wörishofen

 

 
 
 

Donnerstag, 7. Oktober 2010, 18.30 Uhr

 
 

Buchvorstellung: Graf Georg von Buquoy -
Die Reise eines böhmischen Grundherren und Naturforschers nach Paris (1815)

Es stellen vor:
Prof. Dr. phil. Menso Folkerts, München
Prof. Gleb Konstantinowitsch Michajlov D.F.M.N., Moskau

Margarete Gräfin von Buquoy, Feldkirchen-Westerham

Inhalt:
• Herausgabe des Reisetagebuchs des Grafen Georg von Buquoy von seiner Parisreise 1815.
Im Mittelpunkt des Werkes steht die Herausgabe des Reisetagebuchs des Grafen Georg von Buquoy von seiner Parisreise 1815, das heute im Oblastní archiv in Tøeboò / Wittingau liegt. Es umfasst im Druck 61 Seiten. Es ist insofern von Interesse, als Graf Buquoy diese Reise unternahm, um seine Gleichungen zu Systemen mit veränderlichen Massen an der Pariser Akademie der Wissenschaften vor der dortigen wissenschaftlichen Elite zu präsentieren. Es enthält weiter Beschreibungen seines Besuches bei Alexander von Humboldt und seiner Kontakte zu einzelnen Mitgliedern der Akademie wie Gay-Lussac, Arago, Ampère und Laplace. Besonders die Besuche bei letzterem und die Gespräche mit ihm sind gut dokumentiert. Das Tagebuch zeigt weiter das Interesse eines böhmischen Herren an Naturwissenschaft und Technik, etwa durch die fachkundigen Beschreibungen seiner Besuche von Institutionen wie dem Conservatoire des Arts et Métiers, dem Observatoire und dem physikalischen Kabinett der École Polytechnique oder von Anlagen wie dem Ourcq-Kanal, der Dampfmaschine von Chaillot und dem Pumpwerk von Marly. Eine Reihe kleiner Zeichnungen Buquoys ergänzen und verdeutlichen seine technischen Erklärungen. Auch die Pariser Gesellschaft und das dortige Theaterleben finden im Tagebuch ihren Niederschlag. Der Text ist erfrischend und lebendig geschrieben. Amüsant zu lesen ist Buquoys Kritik an den Scheuklappen der französischen Wissenschaftler und am Wissenschaftsbetrieb überhaupt. Das Tagebuch enthält eine Fülle von Namen von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Technik und dem böhmischen Umfeld des Grafen. Sie sind mit Lebensdaten und weiteren Angaben zur Person im Personenverzeichnis erfasst.
• Buquoys Gleichungen im wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang.
Der Mitherausgeber, Prof. Gleb K. Michailov, Moskauer Wissenschaftshistoriker und Generalsekretär des Nationalkomitees für Theoretische und Angewandte Mechanik der Russischen Akademie der Wissenschaften, entdeckte, dass Buquoy als erster die Gleichungen zu Systemen mit veränderlichen Massen entwickelt hat. Sie wurden wissenschaftsgeschichtlich ganz wichtig und sehr interessant, da sie Grundlagenforschung bis hin zur Raketendynamik darstellen. In dem vorzustellenden Buch stellt Michailov in einem eigenen Kapitel Buquoys Leistung in einen wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang – von Gedanken Daniel Bernoullis bis zu der Petersburger Dissertation des Russen Ivan Mešèersky (1897) und den Forschungsergebnissen des Italieners Tullio Levi-Civita (1928), die beide unabhängig von Buquoy zu denselben Ergebnissen erst etwa ein Jahrhundert später kamen. Im 20. Jahrhundert wurde die Mechanik der Systeme mit veränderlichen Massen von einigen Gelehrten und Raketen-Ingenieuren als ein selbstständiger Teil der Mechanik betrachtet.
• überblick über Georg Buquoys wissenschaftliches Werk.
Der Schwerpunkt liegt auf Buquoys Untersuchungen auf dem Gebiet der theoretischen und angewandten Mechanik. Auf seine Publikationen zur Infinitesimalrechnung, zur Astronomie und Wärmelehre kann dagegen nur verwiesen werden. Buquoy als Wirtschaftswissenschaftler, der zu den frühen Vertretern der mathematischen Nationalökonomie zählt und eine Theorie der Nationalwirtschaft geschrieben hat, die im Programm der Fritz Thyssen Stiftung 2005 als Reprint erschienen ist, wird kurz mit seinen innovativen Leistungen vorgestellt: speziell im Bereich der Preistheorie, in der Produktionstheorie, in der er als erster die Frage nach dem Optimum gestellt und mathematisch gelöst hat, sowie mit einer Social-Accounting-Konzeption. Hierfür wurden die jüngsten Forschungen von Bertram Schefold (Universität Frankfurt), von seinem Schüler Christos Baloglou und von Christian Gehrke (Universität Graz) herangezogen. Buquoys Veröffentlichungen zur Chemie, zur Biologie, zur Homöopathie und sonstigen naturwissenschaftlichen Themen konnten dagegen nicht behandelt werden, da hier noch entsprechende Forschungen fehlen. Auch Buquoy als philosophischer Schriftsteller, als Verfasser von Artikeln zu staatswissenschaftlichen Themen und als Dichter wird nur kurz gestreift. Für viele Bereiche, in denen Buquoy Vordenker war, gilt, dass seine Vorliebe, Zusammenhänge durch mathematische Formeln auszudrücken, die zeitgenössischen Rezensenten abschreckte und ihm zum Vorwurf gemacht wurde, speziell in den Wirtschaftswissenschaften. Dies war mit ein Grund dafür, dass er als Wissenschaftler zunächst vielfach verkannt und dann vergessen wurde.
Biographie Georg Buquoys.
Den Ausführungen Gleb K. Michailovs wird eine Biographie Georg Buquoys (1781-1851), verfasst von Margarete Buquoy, vorangestellt. Es ist ein Puzzlebild, das sich auf zahlreiche, sehr unterschiedliche, fast durchwegs gedruckte Quellen stützt. Aus dieser Biographie geht die ungewöhnliche Vielseitigkeit des böhmischen Adeligen hervor, der als Grundherr, Industriepionier und Forscher wirkte und – wohl noch mehr als sein Zeitgenosse Kaspar Sternberg – das Ideal eines Polyhistors verkörperte. Der Bau der ersten Dampfmaschine in Böhmen (1812), die Produktion des ersten Dampfkesselblechs nach englischem Muster in Böhmen, die Erfindung des Hyaliths (eines schwarzen, roten und bunten Steinglases) in seinen Glashütten waren sein Werk. Weiter wird auf seine weitblickende Pionierleistung bei der Idee des Naturschutzes verwiesen: Er schuf auf seinem südböhmischen Herrschaftsgebiet den ersten geschützten Urwald Europas (1838). Weitere Themen sind: Buquoy als Mäzen des tschechischen Komponisten Václav Jan Tomašek, Buquoys Freundschaft mit Goethe, Buquoys Rolle in der Gesellschaft des vaterländischen Museums und des Vereins zur Ermunterung des Gewerbsgeistes. Erstmalig wird auch die politische Rolle des Altliberalen Buquoy im Vormärz und der Revolution von 1848 untersucht.
Werksverzeichnis:
Es werden die 25 Bücher und Schriften Georg Buquoys samt ihren zeitgenössischen Rezensionen und erstmalig die über 100 Zeitschriftenartikel im Anhang aufgelistet.
Quellenanhang:
Im Anhang werden auch einige Dokumente zu sehr unterschiedlichen Bereichen publiziert: ein Brief von Gauß an Buquoy, Buquoys Aufnahme in die Bayerische Akademie der Wissenschaften, ein Flugblatt Buquoys vom 20. März 1848 und eine Quelle aus einer etwas fragwürdigen Feder: Buquoy in den Erinnerungen Karel Sabinas, die freilich lange Zitate aus Buquoys autobiographischen Vorbemerkungen zu einem seiner Werke enthalten.
Bildmaterial:
Porträts Buquoys und seiner Frau, ein Stich seines Prager Palais, Titelseiten von Erstausgaben Buquoys, die Abbildung eines Briefes von Goethe an Buquoy und anderes mehr sind ebenfalls als Anhang beigefügt.

Bibliographische Angaben:
Graf Georg von Buquoy und die Dynamik der Systeme mit veränderlichen Massen -
Die Reise eines böhmischen Grundherrn und Naturforschers nach Paris (1815),
Algorismus. Studien zur Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften, Heft 74
herausgegeben von Menso Folkerts und Gleb K. Michajlov
unter Mitwirkung von Margarete Buquoy
Augsburg: 2010 Dr. Erwin Rauner Verlag
ISBN 978-3-936905-37-3, ISSN 1863-4982

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Naturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
 

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 18.30 Uhr

 
 

Impressionen aus Pilsen
Konzert mit dem Radio-Symphonie-Orchester Pilsen
Dirigent: Armin Rosin

Die Philharmonie Pilsen (im Ausland tritt sie unter dem Namen Radio-Symphonie-Orchester Pilsen auf) wurde 1946 gegründet, damals unter dem Namen Plzeòský rozhlasový orchestr (Rundfunkorchester Pilsen). Sie zählt nicht nur zu den anerkannten Musikensembles in der Tschechischen Republik, sondern auch zu viel gefragten Orchestern im Ausland. Ihr professionelles Antlitz wurde im Laufe vieler Jahre von einer Anzahl der Dirigenten geformt, wie zum Beispiel von G. Vágner, J. Blacký und B. Liška. Das Orchester hatte Gelegenheit, mit Persönlichkeiten der Musikwelt zusammenzuarbeiten, wie  L. Kogan, G. Kremer, I. Oistrach, M. Rostropoviè sowie mit weltberühmten Dirigenten:  V. Talich, L. Pešek, A. Katz, O. Dohnányi, Ch. Mackerras und S. Baudo. Die Pilsner Philharmonie führt einen Zyklus von 3 Abonnement-Konzertreihen in Pilsen auf, sie bereitet auch Konzerte für Jugendliche sowie außerordentliche Konzerte zu feierlichen Anlässen vor. Außer ihrer Konzerttätigkeit in Pilsen widmet sich die Pilsner Philharmonie schon traditionell den Musikaufnahmen für den Tschechischen Rundfunk und der Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern.

Armin Rosin wurde am 22. Februar 1939 in Karlsbad geboren. Nach einem Musikstudium in München und einem Studium der Musikwissenschaft in Erlangen erhielt er den ersten Dirigierunterricht von Joseph Keilberth, dem ehemaligen Chefdirigenten der Prager Deutschen Philharmonie. Er setzte die Ausbildung am Mozarteum Salzburg fort. Neben Kursen bei Herbert von Karajan beeinflusste ihn vor allem der langjährige Unterricht von Sergiu Celibidache. Diverse deutsche Sinfonie- und Kammerorchester dirigierte Rosin, der seit 15 Jahren leitender Dirigent der Stuttgarter Brass-Philharmonie ist. Auch im Ausland wurde er zu Konzerten bis Asien (zum Beispiel: Nordkorea-Pyongyang-National-Symphony, Taiwan National-Orchestra, Westböhmische Philharmonie etc.) verpflichtet. Armin Rosin war Professor an der Musikhochschule Stuttgart und dirigierte jahrelang deren Kammerensemble. Er wurde außerdem international bekannt als 1. Solist der klassischen Posaune. Er wirkte und wirkt als Gastprofessor an der Kunsthochschule Jonquing, der National-Universität Kunming und Xian und am Zentralen Musik-Konservatorium Peking (alles China) sowie an der Musikschule Osaka (Japan). 2005 wurde er zum Ehrenbürger von Jeju (Korea) ernannt.
1970 erhielt er den Gaudeamus-Preis Amsterdam, 1978 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik,  2003 den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis, 2008 den Bayrischen Nordgau-Musikpreis und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen.  1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse Künste und Kunstwissenschaften, berufen.
 

Programm:

Joseph WOLFRAM (1789-1839): Ouvertüre zur Oper "Diamant"
Joseph WOLFRAM (1789-1839): Vorspiel 3. Akt und Ballettmusik aus der Oper "Schloß Candra"
Antonín DVOØÁK (1841-1904): Tschechische Suite D-Dur op. 39
Anton Enders (* 1923): Böhmischer Tanz No. 5
Felix MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809-1847): Sinfonie No. 4 in A-Dur op. 90 ("Italienische")

in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Sudetendeutschen Landsmannschaft und dem Tschechischen Zentrum München

 
 
 

Freitag, 29. Oktober 2010, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2010

Programm
 
Empfang ab 18.30 Uhr

19 hct

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Festvortrag

Prof. Dr. theol. Hubert Irsigler, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse

Exilserfahrung. Existenzielle Herausforderung und
Wege ihrer Bewältigung im biblischen Israel

Adolf-Klima-Preis

Verleihung an Kateøina Eva Kovaèková, M.A., Pilsen - München
Laudatio: Prof. Dr. Heinrich Pleticha
, Würzburg

 

 
 
 

Donnerstag, 11. November 2010, 18.30 Uhr

 
Vernissage

Proportion G G -
Gartner & Gartner (Hansjürgen Joachim-Lothar)
Jubiläumsausstellung zum 65. & 65. Geburtstag der Zwillingsbrüder

Die Zwillinge Hansjürgen und Joachim-Lothar Gartner wurden am 16. April 1945 in Steinschönau, Landkreis Tetschen-Bodenbach geboren. Sie studierten Design und Kunst in Wien, von wo aus sie 1965 zusammen nach Augsburg übersiedelten und 1969 ein Atelier im Holbeinhaus bezogen. 1978 wurden beide Mitglied der Künstlergilde Esslingen und wurden 1984 mit dem Lovis-Corinth-Förderpreis ausgezeichnet. Zusammen statteten sie die Ballettaufführung „Gesche Gottfried“ (Musik: R. Wittinger) und „Erlkönig“ an den Städt. Bühnen, Augsburg aus. 1989 trennten sich ihre Wege. Während Hansjürgen als freischaffender Künstler in Augsburg blieb, zog Joachim-Lothar nach Wien.
Hansjürgen erhielt zahlreiche Aufträge zur künstlerischen Ausstattung öffentlicher Gebäude und ist seit 1999 Mitglied des Bayerischen Kulturrats.
Joachim-Lothar unterrichtet Design an der höheren Bundeslehranstalt für Textilindustrie / Abteilung Kunst & Design, Wien, wo er 2005 zum Professor ernannt wurde. 2004 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Burgenland ausgezeichnet.
Beide sind Mitglied im Künstlerhaus Wien, der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs. Seit 2006 ist Joachim-Lothar deren Präsident.
2008 wurde Hansjürgen, 2009 Joachim-Lothar zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Ein einleitendes Gespräch mit den Brüdern Gartner führt Dr. Ruprecht Volz.

Druckvorlage der Einladung für den Papierversand. Sie ist mit Klappflügeln gestaltet, die bei der Innenseite nach vorne, bei der Außenseite nach hinten zu falten sind.

Die Ausstellung in der Alfred-Kubin-Galerie des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, München-Haidhausen, wird vom 12. November bis zu 23. Dezember 2010 gezeigt.

mit Unterstützung der Sudetendeutschen Stiftung und des Hauses des Deutschen Ostens

 
 
 

Dienstag, 25. Januar 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Ludwig J.  Weigert
Der Karlsbader Sprudelstein

Prof. Dr. rer. nat. Ludwig J. Weigert wurde am 2. Mai 1930 in Karlsbad geboren. Ab 1949 studierte er Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, wobei er das Studienjahr 1950/51 als Fulbright-Stipendiat in Oklahoma verbrachte. 1959 erfolgte die Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften in Erlangen, im gleichen Jahr wurde er Assistent am Institut für Theoretische Physik der (damals) Technischen Hochschule Braunschweig. Von 1961 bis 1963 war er Research Associate an der University of Virginia. Er habilitierte sich 1966 für das Fach Theoretische Physik und wurde 1968 in Braunschweig zum Professor für Theoretische Physik ernannt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich mit Problemen der Kernphysik und der Teilchenphysik, mit der Struktur und dem Verhalten von Solitonen, mit gruppentheoretischen Methoden (insbesondere Eichtheorien) und anderen methodischen Fragen der theoretischen Physik. Sein besonderes Interesse galt der Struktur der Atomkerne. Einladungen zu wissenschaftlichen Kongressen führten ihn in viele europäische Länder, in die USA und nach Japan. Er war Mitglied des Konzils und insgesamt 10 Jahre Mitglied des Senats der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 1983/85 Dekan des Fachbereichs Physik und Geowissenschaften und 1986/88 Vizepräsident; von 1972 bis 1976 war er Mitglied des Präsidiums des Deutschen Hochschulverbandes. Im Jahre 1979 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen. In den letzten Jahren widmete er sich der heimatkundlichen Forschung und gibt seit 2002, gemeinsam mit dem Direktor des Staatlichen Bezirksarchivs Karlsbad, die Reihe Karlsbader historische Schriften heraus. In Würdigung seiner Tätigkeit verlieh ihm der Heimatverband der Karlsbader 1990 die Kaiser-Karl-IV.-Plakette und 2003 die Josef-Hofmann-Medaille.

Moderation:
Dr. Peter Küffner, 1. Vorsitzender des Heimatverbandes der Karlsbader e.V.

Zum Thema:

Unter den Heilquellen des westböhmischen Bäderdreiecks zeichnen sich die Karlsbader Thermen durch hohe Temperatur und hohe Ergiebigkeit aus. Die geologischen und mineralogischen Gegebenheiten des Karlsbader Quellenbezirks werden erläutert, Thermal¬linie, Sprudelschale, Mineralisation und CO2-Gehalt besprochen. Zu den Besonderheiten der Karlsbader Quellen gehört die Bildung von Sprudelstein, eine Form des Aragonit, der durch die Ablagerung von Calciumkarbonat beim Austritt des Thermalwassers entsteht und durch die Beimengung von Eisenoxiden häufig rötlich bis bräunlich gebändert ist. Dieser farbige Stein wird schon von den frühesten Schriftstellern über Karlsbad erwähnt, ebenso vom großen böhmischen Humanisten Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein, der um 1500 eine Ode an die Karlsbader Quellen verfasste. Erste Hinweise auf die Verwendung von Sprudelstein für Gebrauchs- und Zier-gegenstände oder als Andenken findet man um das Jahr 1700, die ersten Abbildungen um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Das wohl bedeutendste Kapitel in der Geschichte des Sprudelsteins schrieb Goethe zusammen mit dem Karlsbader Steinschneider Joseph Müller. Müllers Sammlung und Klassifizierung von Sprudelsteinen stieß bei Goethe auf reges Interesse, das sich in mehreren Aufsätzen zur Geologie Karlsbads niederschlug, darunter eine Begleitschrift für die Sammlungen von Karlsbader Gesteinsarten, die Müller den Kurgästen zum Kauf anbot. Nach Müllers Tod 1817 erwarb der Karlsbader Kaufmann David Knoll Müllers Nachlass und setzte, von Goethe unterstützt, den Verkauf der Gesteinssammlungen fort. Um 1825 begann Knoll mit der Erzeugung von Sprudelsteinwaren, die bald zu den beliebtesten Souvenirs zählten. Im Laufe der Zeit wurden die zu-nächst bossierten oder einfach geschliffenen Erzeugnisse mit gearbeiteten Mosaiken verziert, die Karlsbader Sprudelsteinschleiferei entwickelte sich zum Kunsthandwerk. Nach dem Ersten Weltkrieg starb dieses Handwerk aus.

in Zusammenarbeit mit dem Heimatverband der Karlsbader e.V.
 
 
 

Dienstag, 29.  März 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, gewidmet dem 80. Geburtstag des Präsidiumsmitglieds und Sekretars der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, Architekt Dipl. Ing. Karl Helmut Bayer.

Gottfried Boehm
"Ich lerne sehen". Rilkes Zugänge zur bildenden Kunst.

Architekt Dipl.-Ing. Karl Helmut Bayer BDA VfA wurde am 3. März 1931 in Fischern, Stadtkreis Karlsbad, geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule München und eröffnete 1959 ein eigenes Architekturbüro in München. Von 1972 bis 1991 war er Vorsitzender des Vorstandes des Planzentrums freier Architekten und Ingenieure München und von 1974 bis 1983 Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Planungsgesellschaft Bonn. 1974 wurde er zum Präsidenten der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands gewählt und ist seit 1995 deren Ehrenmitglied. 1991 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und 1996 zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.
Er ist seit 2000 Mitglied des Präsidiums der Akademie und seit 2006 Sekretar der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

Prof. Dr. phil. Gottfried Boehm wurde am 19. September 1942 in Kreisstadt Braunau in Böhmen geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg; von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wurde er 1968 zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1974 für Kunstgeschichte. Von 1975 bis 1979 war er Dozent und außerplanmäßiger Professor für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. 1979 erfolgte der Ruf auf eine ordentliche Professur für Kunstgeschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. In dieser Zeit initiierte er den Gießener Kunstweg, der 1982 als Skulpturenweg auf dem Gelände der Universität begonnen wurde. 1986 wechselte Boehm in die Schweiz an die Universität Basel, wo er neben seinem Ordinariat seit 2005 als Direktor den schweizerischen nationalen Forschungsschwerpunkt "Bildkritik / Eikones" leitet.

Gottfried Boehm war 1993/1994 Fellow des Wiener Institutes für die Wissenschaften vom Menschen (Institute for Advanced Studies) und 2001/2002 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit 1992 ist er ordentliches Mitglied der  Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, sowie seit 2006 korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse.

Zum Thema:

Rilke gehörte zu jenen seltenen Dichtern, die auf Werke der frühen Moderne hellsichtig reagiert haben - seine Cézanne-Briefe, seine Beiträge zu Rodin (dessen Sekretär er jahrelang war) gehören zu den Inkunabeln des Kunstdenkens der Moderne. Es geht also um das Beziehungsgeflecht zwischen modernen Werken und dem Auge und der schreibenden Hand Rilkes.

Als Geburtstagsständchen spielt
Prof. Armin Rosin (Posaune), begleitet von Dr. Dietmar Gräf (Klavier):

Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656-1746):
Ouvertüre und Menuett aus der Suite Nr. 4
Willibald Görl (1909-1987):
Für Armin

Moderation:
Prof. Dr. Kurt Franz

Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung vom 8. April 2011 hier.

 

 
 
 

Dienstag, 31.  Mai 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, literarisch-musikalisch
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Marliese Zeiner
"Wo bist du, mein geliebtes Land"
Gedanken, Empfindungen und Assoziationen zu dem Thema des heimatlosen Wanderns

Prof. Marliese Zeiner ist 1944 in Znaim (Südmähren) geboren. Sie absolvierte ihr Musikstudium an der Rheinischen Musikschule (Konservatorium der Stadt Köln) und an der Musikhochschule Köln mit den Hauptfächern Klavier, Tonsatz sowie Komposition bei Prof. Jürg Baur. überdies wurde ihr Klavierspiel durch Privatunterricht bei Prof. Else Schmitz-Gohr weiter ausgebildet. Nach Lehrtätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule Bonn und der Musikschule Meckenheim Rheinbach Swisttal leitete sie 1979/80 die Kreismusikschule Südliche Weinstraße in Landau/Pfalz. 1980 wurde sie Dozentin für Musiktheorie an der Kölner Musikhochschule, und 1988 wurde sie als Professorin für Musiktheorie (Tonsatz, Gehörbildung, Generalbass, Partiturspiel und Improvisation) an die Hochschule für Musik und Theater Hannover berufen. Als Komponistin hat sie vorwiegend Kammer- und Vokalmusik insbesondere auch Werke für Kinder- und Jugendchöre geschrieben. Wiederholt wurde sie als Beobachterin, Ehrengast und Jurymitglied zu internationalen Musikfestivals für Kinder und Jugendliche eingeladen. Sie hat mehrere Kompositionsaufträge erhalten, unter anderem 1996 vom "Arbeitskreis Musik in der Jugend" (Wolfenbüttel) im Rahmen des bundesweiten Projektes "Komponisten schreiben für Kinder- und Jugendchöre" und 1997 vom Förderverein "Internationales Kinderchorfestival Halle/Saale" für ein Werk, das 1998 beim Internationalen Kinderchorfestival in Halle von den Teilnehmerchören (aus Bulgarien, Deutschland, Israel, Litauen, Moldawien, Österreich, Polen, Russland, der Tschechischen Republik und Ungarn) uraufgeführt wurde. 2004 wurde sie vom "Internationalen Arbeitskreis Frau und Musik" (Frankfurt) anlässlich seines 25jährigen Bestehens um ein Werk für Klavier gebeten, das beim Jubiläumskonzert in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, bei dem Werke von Komponistinnen aus 14 Ländern erklangen, uraufgeführt wurde.
Im Jahr 2003 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Inhalt
Bei den Worten "Wo bist du, mein geliebtes Land" handelt es sich um ein Zitat aus dem Gedicht "Der Wanderer" von Georg Philipp Schmidt "von Lübeck" (1766-1849), das der gleichnamigen Liedkomposition von Franz Schubert (D 489) als Text zugrunde liegt. Ausgehend von diesem Lied werden einige weitere - von Schubert für Gesang und Klavier vertonte - Texte besprochen, die das Wandern zum Gegenstand haben. Es werden die besondere Bedeutung des Liedes "Der Wanderer" D 489 und dessen Zusammenhang mit der Fantasie in C für Klavier ("Wanderer-Fantasie") von Franz Schubert (D 760 - op.15) aufgezeigt. Die zur Aufführung gelangenden Werke zeitgenössischer Komponisten werden ebenfalls analytisch kommentiert und erläutert. überdies werden insbesondere literarische Texte aus dem 20. Jahrhundert (unter anderem auch von Akademiemitgliedern) einbezogen und reflektiert, in denen Gedanken, Empfindungen und Assoziationen zum Ausdruck kommen, die zu dem Thema des heimatlosen Wanderns in engerem oder weiterem Sinne einen Bezug haben.


Musikalisches Programm

Franz Schubert (1797-1828):
Der Wandererer (Georg Philipp Schmidt "von Lübeck")
 für Gesang und Klavier D 489

Fantasie in C  für Klavier ("Wanderer-Fantasie")
D 760 - op. 15

Widmar Hader (* Elbogen 1941):
"Passacaglia ex E" für Klavier

Marliese Zeiner:
Hommage für Klavier - Uraufführung

Gerhard E. Dorda (* Troppau 1932):
Eine Heimat nicht gefunden (Ute Zydek) für Vokalquartett

Mitwirkende

Klavier: Anna Buchberger, Maria Roters
(Schülerinnen von Akademie-Mitglied Prof. Margarita Höhenrieder)

Gesang: Samira Misimovic

Vokalquartett:
Sopran Nathalie Hauenstein, Karin Stegemann
Alt Kerstin Butge, Veronique Krämer
Tenor Josef Bruchmeier, Fritz Völkl
Bass Ulrich Lukas, Jürgen Löffler
LeitungMaryte Löffler

Maryte Löffler ist 1971 in Marijampole (Litauen) geboren. Sie hat ihre musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium "Juozas Gruodis" in Kaunas (Litauen) mit einem Diplom für Chorleitung, Gesang und Musiklehrer und an der Fachakademie für Katholische Kirchenmusik Regensburg mit der Staatlichen Kirchenmusik-B-Prüfung sowie ihr Gesangstudium am Konservatorium "Giuseppe Tartini" (Musikhochschule) in Trient bei Prof. Rita Susovsky mit dem Akademischen Diplom II. Grades abgeschlossen. Sie ist seit 1993 vielseitig tätig (zunächst als Musiklehrerin und Chorsängerin, später als Kirchenmusikerin, Chordirigentin, Leiterin von Stimmbildungsseminaren und Solistin im In- und Ausland). Seit 2000 ist sie hauptamtliche Kirchenmusikerin der Pfarrei Königin des Friedens, München-Obergiesing.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Samstag, 11. Juni 2011, 16.30 Uhr

 
Vortrag im Rahmen des 62. Sudetendeutschen Tages

Hans Michael Körner:
Schirmherrschaft und Vierter Stamm -
Der Freistaat Bayern und die Sudetendeutschen

Prof. Dr. Hans-Michael Körner, wurde am 10. Juni 1947 als Sohn sudetendeutscher Eltern in Eschlkam, Landkreis Cham geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Cham 1966 studierte er Deutsche Philologie und Geschichte für das Gymnasiallehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er schloss mit dem ersten Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Universität Regensburg. In Regensburg wurde Körner 1976 mit einer Arbeit zu Staat und Kirche in Bayern promoviert. Anschließend wechselte er als Akademischer Rat an die Ludwig-Maximilians-Universität, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die Universität zurück, wo er am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitationsschrift mit dem Titel "Staat und Geschichte im Königreich Bayern" anfertigte. Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf an die Universität Würzburg und 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte. Er ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Herausgeber des Historischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft und Leiter des Bavaristischen Arbeitskreises der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Landesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der "Großen bayerischen biographischen Enzyklopädie", einer Geschichte des Königreichs Bayern und der Bände zu Altbayern, Schwaben und Franken des "Handbuchs der historischen Stätten". 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Ort:
Messezentrum Augsburg – TC Ebene 2, Raum 2.11 A

Inhalt:
Die Integration der Sudetendeutschen in das Nachkriegs-Bayern von den 40er- bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts mag – bei allen Lücken im Detail – als vergleichsweise ausführlich erkundet gelten. Dabei neigte man in Forschung und Publizistik häufig dazu diesen Integrationsprozeß primär in seiner Singularität zu registrieren, ihn aber gleichzeitig einzubinden in die Dynamik eines – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelten – Strukturwandels vom weithin agrarisch geprägten hin zum industrialisierten Bayern.
Eine solche Perspektive ist sicherlich wichtig und zeitigt zentrale Einsichten in strukturelle Bedingungen und Wandlungsprozeße der Bayerischen Geschichte. Und doch verweisen gerade die Artikulation vom „vierten Stamm“ und die politische Geste der „Schirmherrschaft“ auch noch auf andere Zusammenhänge: auf die Traditionen bayerischer Integrationspolitik, die zurückreichen zumindest bis an den Beginn des 19. Jahrhunderts, auf ein staatspolitisches Kalkül, um nicht zu sagen auf eine Staatsräson, die die Binnenlage des bayerischen Staates immer wieder durch die Intensivierung und Anspannung der inneren Staatsarbeit zu kompensieren trachtete.
Beim Sudetendeutschen Tag 2011 in Augsburg soll in diesem Vortrag versucht werden, die Schirmherrschaft des Freistaats Bayern über die Sudetendeutschen aus ihrer Isolierung herauszuholen und diese vielmehr in die Kontinuitäten der bayerischen Geschichte einzufügen.

Der 62. Sudetendeutsche Tag fand am 11. und 12. Juni 2011 statt.

 
 
 

Dienstag, 7.  Juni 2011, 18.30 Uhr
7. Juni 2011 - 30. Juni 2011
Donnerstag, 30. Juni 2011, 18.30 Uhr

 
Vernissage - Ausstellung - Finissage

CODES - Bilder und Objekte
Retrospektive und Jubiläumsausstellung zum
80. Geburtstag von Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau

Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau wurde am 29. 8. 1931 in Freiwaldau/ÈSR geboren, wo er Volks- und Oberschule bis 1945 besuchte. Schon früh fing er an zu zeichnen, fertigte Scherenschnitte an und erlernte das Geigenspiel. 1946 musste er mit Eltern und seinen drei Geschwistern aussiedeln und kam über Merkendorf/Franken nach Eichstätt, wo er 1950 das Abitur machte und ein Philosophie-Studium begann. 1951 schlossen sich dann Volkswirtschaft und Rechte in München an, später dann in Bielefeld Soziologie und Kommunikationswissenschaft. In München und Salzburg nahm er an Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung Lehraufträge in Theater- und Jugendsoziologie beziehungsweise Kreativem Schreiben wahr. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Seit 1951 nahm er an Kunstausstellungen insbesondere bei regionalen Kunstvereinen, ab1966 auch in überregionalen Kunstausstellungen teil.

Seine bildnerischen Arbeiten umfassten
1966-1970 Steinhochdrucke
1970-1978 Kopfbilder und keramische Kopfskulpturen
1978-1984 Xerographien und Sequenz-Collagen
ab 1980Raum- und Tafelbilder (Acryl), Holzskulpturen
ab 1989Metalltafeln und -Skulpturen
ab 1991Kalligramme
ab 1993 Wiederentdeckung der Figur
seit 2000 Installationen, Schriftbilder, Kopf- und andere Strukturen, Poesiebilder

Einzelausstellungen:
1972-1990 Köln, München, Bielefeld, Kiel, Eichstätt, Wasserburg/Inn, Kirchheim/Teck
1991-2000 Eichstätt, München, Pilsen/CZ, Waldkraiburg, Esslingen, Kravarn/CZ, Mittersil/A, Umbertide/I, München, Città di Castello/I, Spoleto/I
2001-2011 München, Modena/I, Spoleto/I, Perugia/I, Zitna/CZ, Wien/A, Baden/A, Jesenik/Freiwaldau/CZ, München

Dauerleihgaben:
1996Museum Modern Art, Hünfeld; Museum Konkrete Kunst, Ingolstadt
2002Diözesanmuseum Foligno/I

Weitere Mitgliedschaften:
Künstlergilde Bayern
Berufsverband Bildender Künstler München
Münchner Kunstverein
Arbeitskreis 68 Wasserburg/Inn
Adalbert-Stifter-Verein

Vernissage am 7. Juni 2011, 18.30 Uhr
(Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Haidhausen)

Begrüßung:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf Fritsch,
Präsident der Sudetendeutschen Akademie

Zur Einführung sprechen:
Hansjürgen Gartner, Gernot Sorgner und Prof. Dr. Claus Bärsch

Ausstellung vom 7. bis zum 30. Juni in der Alfred-Kubin-Galerie
des Sudetendeutschen Hauses
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9.00-19.00 Uhr und bei Veranstaltungen im Sudetendeutschen Haus – feiertags geschlossen

Die Codes zu entschlüsseln ist das Ziel dieser Ausstellung: Figuren, Zeichen, Schriften, Körper, Gesten – Zeichen geben und verstehen. Diese Ausstellung will einen Beitrag dazu leisten, auch durch Dialog, Poesie und Musik.

Brief an die Ausstellungsbesucher

CODES UND ZEICHEN

Wir sind umgeben von Zeichen.
Wir sind selbst Zeichen.
Wir geben Zeichen, wir setzen sie.

Die Zeichen der anderen lesen wir,
versuchen wir zu entschlüsseln
oder erfreuen uns an der Ästhetik
der Zeichen und des Zeichengebens.

Bild und Schrift haben eine Gestalt,
sind optische Zeichensysteme,
sind eindeutig oder mehrdeutig.

Die Zeichensysteme
dieser Ausstellung sind vieldeutig.
Ihre Entschlüsselung sollte weniger
am Bild oder in den Schriftzeichen
gesucht werden.

Vielmehr wird sie sich dann
im Auge, im Kopf und im Herzen,
des Betrachters ereignen.

Das wünsche ich Ihnen und mir.

Rudolf Mayer-Freiwaldau

München, im Juni 2011

Finissage am 30. Juni 2011, 18.30 Uhr
(Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München-Haidhausen)

Dr. Rudolf Mayer- als vertonter Lyriker und Librettist („Ackermann und Tod“ von Gerhard Dorda, „ Jan Hus“ von Widmar Hader sowie 3. Sinfonie „Das weiße Requiem“ von Roland Leistner-Mayer)

Zwischen den Musikstücken lesen aus ihren Gedichten Josef Hrubý, Ernst-Josef Krzywon und Rudolf Mayer-Freiwaldau.

Musikalisches Programm:

Widmar Hader: Aphorismen von Rudolf Mayer-Freiwaldau für Flöte und Sprecher, interpretiert von Eberhard Wächter (Flöte) und Widmar Hader (Sprecher)

Roland Leistner-Mayer: Aus: Beziehungen op. 64 (1991); Liederzyklus nach Texten von Rudolf Mayer-Freiwaldau: von der CD „Beziehungen“ mit Anette Joanna Niemeier (Sopran) und Robert F. Schneider (Klavier)

Widmar Hader: Erwarte die Zeit (Zyklus nach Haikus von Rudolf Mayer-Freiwaldau) für gemischten Chor a cappella (CD-Aufnahme des Chorensembles Vokaletta Regensburg)

Widmar Hader: Chor „Buoh všemohúci“ und „Lebt wohl für heute“, Monolog des Jan Hus aus dem 1. Akt der Oper JAN HUS oder: Die gewendete Zeit (Libretto: Rudolf Mayer-Freiwaldau), (CD-Konzertmitschnitt mit Thomas E. Bauer, Bariton, und Chor und Orchester unter Leitung von Widmar Hader)

in Zusammenarbeit mit der Ackermann Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising, dem Adalbert Stifter Verein und der Künstlergilde Esslingen, Landesgruppe Bayern.
Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Dienstag, 5. Juli 2011, 18.30 Uhr

 
Buchpräsentation zum 80. Geburtstag des Autors

Walter Gaudnek:
Im Schatten der Ikone - Das Heilige im Bild

Einführung: Michael Petzet

Prof. Walter Gaudnek PhD. wurde am 1. Juli 1931 in Fleyh (Bezirk Dux, Böhmen) geboren. Vor der Vertreibung aus dem Sudetenland besuchte er die Volksschule in Hrobschitz, die Hauptschule in Bilin und war als 14jähriger von Juli 1945 bis November 1946 Zwangsarbeiter in Hrobschitz, Laun und Kozojedy. Im November 1946 landete er im Durchgangslager Dachau mit folgenden Stationen in Schrobenhausen - 1947 besuchte er die Realschule in Schrobenhausen - Ingolstadt - von 1948 bis 1951 die damalige Oberrealschule in Ingolstadt (heute Christoph-Scheiner-Gymnasium) - und München. 1951 studierte er an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München und ab 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit der Auszeichnung als Meisterschüler bei Prof. Ernst Geitlinger. 1953 gründete er zusammen mit H. E. Gabriel die Neue Galerie in Ingolstadt und folgend die Zimmergalerie und Galerie 17 in München. Von 1957 bis 1959 setze er sein Studium an der University of California mit einem Fulbright Stipendium und als Teilnehmer des International Educational Exchange Program fort. Er promovierte 1968 an der New York University mit dem Thema „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in der amerikanischen Malerei der Gegenwart“. Seit 1970 ist er Professor für Malerei, Design und Kunstgeschichte an der University of Central Florida in Orlando.
Er gehört seit den 1970er Jahren zu den Hauptvertretern der Pop-Art und griff als einziger Pop-Art-Künstler auch religiöse Themen (zum Beispiel Kreuzweg in St. Michael in Schweinfurt) auf. So wird er oft als einziger Pop-Art-Künstler mit religiösen Themen bezeichnet, sein Werk ist aber viel reicher und enthält überraschungen. In Altomünster gründete er 1999 das Gaudnek Europa Museum und die Gaudnek Galerie. In drei Etagen sind dort rund 400 seiner Bilder und Skulpturen ausgestellt. Das Museum zeigt eine Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Collagen, Assemblagen, Objekten, Skulpturen, Druckgrafik, das „Theater aus dem Koffer“, ein Archiv mit Fotos und Dokumenten aus den Jahren 1949–2005. Auch in der Galerie im Treppenhaus der Volksschule Altomünster sind viele seiner Pop-Art-Werke zu bewundern.
1990 wurde er als „Distinguished Researcher of the Year“ der University of Central Florida ausgezeichnet. Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur erhielt er 1994.
1998 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen. Er kann auf mehr als 200 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien, Kolumbien, Brasilien England, Spanien und in der Vereinigten Staatem sowie anderen Ländern zurückblicken.

Prof. Dr. Michael Petzet wurde am 12. April 1933 in München geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten von München und Paris. 1961 dissertierte er über die Abteikirche Sainte-Geneviève - das jetzige Pariser Panthéon - von Jacques-Germain Soufflot. Von 1972 bis 1974 arbeitete er als Direktor des Lenbachhauses in München; danach war er Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bis zum Eintritt in der Ruhestand im Jahr 1999. Im gleichen Jahr wurde er zum Präsidenten des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Rates für Denkmalpflege ICOMOS (= International Council on Monuments and Sites) berufen.

Der Jubiläumsband "Im Schatten der Ikone - Das Heilige im Bild" wird vom Bistum Eichstätt und dem Kulturreferat der Stadt Ingolstadt gemeinsam herausgegeben. ISBN 978-3-932113-550

 

 
 
 

Dienstag, 26.  Juli 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g, gewidmet dem 70. Geburtstag des Vizepräsidenten der Akademie, Widmar Hader
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Konzert des Karlsbader Sinfonieorchesters
unter Leitung von Armin Rosin und Dietmar Gräf

Der Komponist Widmar Hader wurde am 22. Juni 1941 in Elbogen an der Eger geboren. Nach der Vertreibung kam er 1946 nach Bad Reichenhall. Er studierte 1960/61 am Mozarteum in Salzburg und von 1961 bis 1965 an der Staatlichen Musikhochschule in Stuttgart.  Danach wirkte er als Musikdozent an mehreren staatlichen Instituten.
Sein Lebenswerk und eine ganz persönliche Leistung war die Planung, Vorbereitung und schließlich Durchsetzung eines Sudetendeutschen Musikinstituts, welches schließlich vom Bezirk Oberpfalz in Regensburg errichtet wurde. Hader war von 1990 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2006 dessen Direktor.
Als Komponist von Orchester-, Ballett-, Kammer-, Klavier-, Orgel- und Vokalmusik erwarb er sich einen international geachteten Namen durch Aufführungen in Europa, Israel und Amerika, was sich auch in der
Verleihung des Großen Sudetendeutschen Kulturpreises 1996 niederschlug. 1978 begründete er die alljährlich in der Woche nach Ostern stattfindenden Sudetendeutschen Musiktage, die er bis 2006 leitete, und 1990 die Elbogener Orgelfeste, die er bis 2005 organisierte und bei denen er Kontakt mit tschechischen Künstlern pflegte.
Als Höhepunkt seines Wirkens ist die Herausgabe des zweibändigen "Lexikon zur Deutschen Musik-Kultur" (Böhmen-Mähren-Sudeten-
schlesien) zu nennen, das mittlerweile Eingang in viele Bibliotheken in Europa gefunden hat. 1987 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist seit dem Jahr 2000 Vizepräsident der Akademie.

Das Karlsbader Sinfonieorchester führt die Tradition des 1835 von Josef Labitzky in Karlsbad gegründeten "Saison-Kur-Klangkörpers" fort. In den Jahren 1911-1941 leitete Robert Manzer das Orchester. Er führte das Orchester zu einem beachtlichen Niveau und knüpfte Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Musik. Unter anderen leitete der Komponist und Dirigent Richard Strauss eine Aufführung seiner Oper "Salome". Von der Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Otto Sylvester Rosin, der Vater von Armin Rosin, dem Orchester als Soloposaunist an. Seit Juni 2005 sind Prof. Jiøí Stárek Chefdirigent und MgA. Šimon Kaòka Direktor des Orchesters.

Prof. Armin Rosin wurde am 25. Februar 1939 in Karlsbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst in Ansbach und dann im Bamberg eine neue Heimat. Nach dem Abitur in Bamberg studierte er Musik (Posaune, Gesang und Dirigieren) an der Staatlichen Hochschule für Musik München und am Konservatorium in Nürnberg sowie Musikwissenschaft an der Universität Erlangen. Als 21-jähriger wurde er bereits Solo-Posaunist der Bamberger Symphoniker (1960-1966) und 1968 des Radiosinfonieorchesters Stuttgart. 1980 erhielt er an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart eine Professur für Posaune und Bläserkammermusik. Armin Rosin beherrscht alle Stile von der Alten Musik bis hin zur Avantgarde und spielte zahlreiche Uraufführungen ihm gewidmeter Kompositionen. Auch als Dirigent, darunter der Marienbader Sinfoniker, des Radio-Symphonieorchesters Pilsen oder des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim, tritt Rosin immer wieder in Erscheinung. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des Großen Sudetendeutschen Kulturpreises (2003), der Ehrenbürgerwürde der koreanischen Millionenstadt Jeju (2005) und des Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2008). 1990 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen und ist derzeit Stellvertretender Sekretar dieser Klasse.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Programm:

Widmar Hader: "Cantus traductus" für Posaune und großes Orchester, Dirigent Dietmar Gräf, Solist Armin Rosin
(Der "Cantus traductus" beruht auf einer Melodie aus der Zeit des Kaisers und böhmischen Königs Karl IV. und ist Armin Rosin gewidmet)

Verleihung des Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der KünstlerGilde an Widmar Hader durch den 1. Vorsitzenden Dr. Wolfgang Schulz, Berlin

Laudatio Dr. Dietmar Gräf

Grußworte:
Dr. Andreas Wehrmeyer für das Sudetendeutsche Musikinstitut Regensburg
Dipl.-Ing. Oswald J. Haberhauer für den Verein der Freunde und Förderer der Sudetendeutschen Musikkultur e.V.

Widmar Hader: Prozessionstheater aus der Oper "Jan Hus" (konzertante Version), Dirigent Armin Rosin
(Das Prozessionstheater schließt den 1. Akt der Oper.)

In Zusammenarbeit mit "Die KünstlerGilde". Das Konzert wurde gefördert durch die Sudetendeutsche Stiftung, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (vertreten durch den Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein), den Verein der Freunde und Förderer der Sudetendeutschen Musikkultur e.V. und das Sudetendeutsche Musikinstitut.

 
 
 
Freitag, 28. Oktober 2011, 14.00 Uhr c.t.
 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 28. Oktober 2011, 19.00 Uhr c.t.

 
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Öffentliche Festveranstaltung 2011

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Thomas Schubert: Ein kleiner Herbstzyklus
Septembermorgen (Eduard Mörike) - Manches Mal (Ilse Brem) - Komm in den totgesagten park und schau (Stefan George) - Lebenskunst (Goethe zugeschrieben)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Grußworte
Jörg Rohde, MdL, Vizepräsident des Bayerischen Landtages,
Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Thomas Schubert: Schläft ein Lied in allen Dingen
Ergebung - Waffenstillstand der Nacht - Wünschelrute

Drei Gedichte von Joseph von Eichendorff für mittlere Stimme und Klavier

Festvortrag
Prof. PhDr. František Mezihorák, CSc., Dr. h.c., Senator em. Palacký-Universität Olmütz,
ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse:

Aversionen, Vorurteile und Mythen
im Bewusstsein der mitteleuropäischen Nationen

Franz Schubert: Klavierstück (1815/16?)
aus Sonatenfragmenten rekonstruiert von Thomas Schubert

Verleihung des Adolf-Klima-Stipendiums
an Katharina Anna Aubele MA
Laudatio: Prof. Dr. Hans-Michael Körner

Thomas Schubert: Hölderlin-Portrait
An die jungen Dichter - Sokrates und Alkibiades - An Zimmern - An die Parzen - Lebenslauf

Gedichte von Friedrich Hölderlin für mittlere Stimme und Klavier

Musikalische Umrahmung
         Maria Soulis (Mezzosopran)
         Thomas Schubert (Klavier)

 

 
 
 

Samstag, 29. Oktober 2011, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Dienstag, 29. November 2011, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Andrej Šumbera
Die böhmischen Krönungskleinodien

Andrej Šumbera wurde am 29. August 1955 in Prag geboren. Er studierte Metallgravierung an der Fachschule für Kunstgewerbe in Jablonec nad Nisou / Gablonz sowie an der Hochschule für Kunstgewerbe in Prag, Atelier Metall – Schmuck. Nach dem Studienabschluss widmete er sich der Gestaltung eigener Schmuckstücke, ab dem Jahr 1985 führte er zusammen mit der akademischen Bildhauerin Alena Nováková Restaurierungsarbeiten durch. Seit 1987 ist er selbständiger Restaurateur im Bereich Goldschmiedekunst und künstlerisch-handwerkliche Verarbeitung von Metallen. In den Jahren 1987-1991 beteiligte er sich an der Restaurierung und Erforschung des Bestandes der Schatzkammer der Prager Burg.

Zu den Objekten, die er restauriert hat, gehören unter anderem das romanische Reliquiar des Heiligen Maur, die Bronzestatuen im Lapidarium des Nationalmuseums in Prag, die Statuengruppe des Heiligen Wenzels am Wenzelsplatz in Prag und ein Teil des silbernen Grabmonuments des Heiligen Johannes von Nepomuk im St. Veits-Dom. An Universitäten und Institutionen in der Tschechischen Republik wie auch im Ausland hält er Vorlesungen zu den historischen künstlerisch-handwerklichen Verfahren im Bereich Metall-Schmuck und zur Problematik der Metallrestaurierung. Zurzeit ist er Projektleiter von „Prag – einzigartiges Kunstmosaik“, er nimmt an dem internationalen Projekt „Authentico“ teil, das sich mit der Dokumentierung von Goldschmiedetechniken beschäftigt.

Andrej Šumbera fungiert vor allem als Sachverständiger und Berater im Bereich Restaurierung, Konservierung, Installierung oder Archivierung von Sehenswürdigkeiten. In der letzten Zeit hat er sich hauptsächlich der Restaurierung der böhmischen Kronjuwelen gewidmet. Bei der detaillierten Untersuchung der Juwelen, insbesondere der angewandten Techniken der Goldschmiedearbeit, in den Jahren 1998 und 2003 fertigte er eine umfangreiche Fotodokumentation an.
„Schön an meiner Arbeit ist, dass die Welt der modernen Technik es ermöglicht, eine uralte Kunstfertigkeit zu entdecken und kennen zu lernen, vor der wir uns oftmals sehr tief verbeugen müssen. Die Krone ist mit einer gewissen Aureole, mit einem Hauch von Kostbarkeit und Unantastbarkeit umgeben, vielleicht auch deshalb, weil sie der Öffentlichkeit nur auf begrenzte Zeit in bestimmten Zeitfenstern zugänglich ist. Es geht nicht nur um die Tradition und den Wunsch Karls IV., sondern darum, dass die Krone dem Heiligen Wenzel geweiht ist und in der Nähe seines Grabes aufbewahrt werden soll (...) In der Schatzkammer des St. Veits-Doms gibt es viele Kleinodien, die noch nicht ausreichend mittels moderner Methoden erforscht worden sind und die einen restauratorischen Eingriff verdienen würden. Mit Sicherheit verbergen sich hier weitere überraschungen wie beispielsweise das gut durchdachte, harmonisch ausgewogene Reliquienkreuz. Es hat eine eindeutige Ästhetik und klare Philosophie. Das ist aber eine Eigenschaft aller Aktivitäten Karls IV., an denen sich heutige Politiker ein Vorbild nehmen könnten.“
Der Restaurationsprozess erfordert nicht nur Kenntnisse im Bereich der Goldschmiedetechniken und chemischen Vorgänge bei der Konservierung, sondern auch Wissen auf dem Gebiet der Kunstgeschichte. Die Krone des Heiligen Apfels, das königliche Zepter und der königliche Apfel sind mittlerweile sehr gründlich erforscht worden, jedoch kann jede neue Forschung neue Erkenntnisse bringen. Es würde sich daher lohnen, die Forschungsergebnisse mit Forschungsarbeiten zu Kleinodien im Ausland zu vergleichen.

Inhalt
Die böhmischen Kronjuwelen bilden einen Komplex historisch wie auch künstlerisch außerordentlich wertvoller Gegenstände, die Teil der Krönungszeremonie der böhmischen Könige waren. Obwohl sie seit der Entstehung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 nicht mehr diesem Zweck dienen, bleibt ihre außerordentliche Bedeutung bestehen – sie sind unanfechtbare Symbole der tschechischen Staatlichkeit. Die Kronjuwelen setzen sich aus der Krone des Heiligen Wenzels, dem königlichen Apfel, Zepter und Gewand (ein Mantel verziert mit Hermelin, Gürtel, Stola) zusammen. Die Einzigartigkeit der böhmischen Kronjuwelen wird durch die Tatsache unterstrichen, dass die Kronjuwelen traditionell, gemäß der Bestimmungen von Kaiser Karl IV., nur zu besonderen Anlässen und ausschließlich auf der Prager Burg ausgestellt werden. Bei der Restaurierung wurden die Kronjuwelen modernen Untersuchungsmethoden unterzogen. Die Forscher gelangten zu einigen überraschenden Feststellungen, insbesondere hinsichtlich der Herkunft und Art einiger der Edelsteine. Genauere Untersuchungen ermöglichten zudem eine bessere Datierung der Entstehung des Zepters, des Reichsapfels und weiterer Bestandteile.

in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens gefördert.
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Dienstag, 31. Januar 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Hans Michael Körner:
König Ludwig II. von Bayern:
historisch-politische Dimensionen eines bayerischen Dauerthemas

Prof. Dr. Hans-Michael Körner wurde am 10. Juni 1947 als Sohn sudetendeutscher Eltern in Eschlkam, Landkreis Cham, geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Cham 1966 studierte er Deutsche Philologie und Geschichte für das Gymnasiallehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er schloss mit dem Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Universität Regensburg. In Regensburg wurde Körner 1976 mit einer Arbeit zu Staat und Kirche in Bayern promoviert. Anschließend wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die Universität zurück, wo er am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitationsschrift mit dem Titel "Staat und Geschichte im Königreich Bayern" einreichte. Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte. Er ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Herausgeber des Historischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft und Vorstand des Archivs der Ludwig-Maximilians-Universität. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Landesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der "Großen Bayerischen Biographischen Enzyklopädie", einer Geschichte des Königreichs Bayern und der Bände zu Altbayern, Schwaben und Franken des "Handbuchs der historischen Stätten". 2002 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Inhalt
Das Geheimnis um den Tod im Starnberger See, die nächtlichen Schlittenfahrten im Gebirge, die Separatvorstellungen im Nationaltheater, eine phantastische Züge annehmende Bautätigkeit, absolutistische Herrschafts-Visionen, das Gerücht um die Homosexualität, die Diskussion um Geisteskrankheit und Regierungsunfähigkeit: Von Käutner bis Visconti, von den König-Ludwig-II.-Vereinen im Oberland bis zur Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte auf Herrenchiemsee, vom Münchner Boulevard-Journalismus bis zur spezialisierten Doktorarbeit fächert sich die Beschäftigung mit dem so bezeichneten Märchenkönig vielfältig auf, fällt es schwer, eine stimmige Deutung zu formulieren, die jenseits des Klischees und vordergründiger Rehabilitierungsversuche wissenschaftlicher Seriosität verpflichtet ist und gleichzeitig die Faszination der Figur Ludwigs ernst nimmt. – Demgemäß muss man beides zum Thema machen: die Frage nach der Genese des Ludwig-II.-Mythos' und seinen Erscheinungsformen seit den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts einerseits und die Positionierung des Königs in der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit des Königreichs Bayern als einer konstitutionellen Monarchie und einem Gliedstaat des deutschen Kaiserreichs nach 1871 andererseits.

Moderation
Prof. Dr. Walter Ziegler

Zweck der Karl Graf Spreti Stiftung sind die Förderung von wissenschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Vorhaben zur Erinnerung an den 1970 in Guatemala ermordeten deutschen Botschafter Karl Graf von Spreti einerseits und die wissenschaftliche Durchdringung der Außenbeziehungen Bayerns in deren ganzer Bandbreite andererseits.

in Zusammenarbeit mit der Karl Graf Spreti Stiftung

 
 
 

Dienstag, 20. März 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Heinrich Rubner:
Die Sudetenlärche seit der Renaissance –
ein Beitrag zur Böhmischen Forstgeschichte

Prof. Dr. phil. Heinrich Rubner wurde am 2. November 1925 in Grafrath, Oberbayern, als Sohn des Forstwissenschaftlers und späteren Ministerialdirektors Konrad Rubner (1886-1974) geboren. 1955 wurde er mit der Dissertation  Die Wälder der Inn-Salzach-Platte an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. 1962 habilitierte er sich mit der Schrift Untersuchungen zur Forstverfassung des mittelalterlichen Frankreichs an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war dort anschließend von 1963 bis 1969 Dozent für Forstgeschichte. In dieser Zeit entstand eines seiner Hauptwerke, die Forstgeschichte im Zeitalter der industriellen Revolution (1967). Dann wechselte Rubner an das Institut für Geschichte der Universität Regensburg, wo er ab 1969 bis zu seiner Emeritierung eine Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte innehatte. Einer seiner Schwerpunkte blieb die Erforschung der europäischen Forst- und Jagdgeschichte. Diese Untersuchungen mündeten 1985 in sein wohl wichtigstes Buch: Deutsche Forstgeschichte 1933 – 1945. Forstwirtschaft, Jagd und Umwelt im NS-Staat. Die umfassende Darstellung der Entwicklung der deutschen Forstwirtschaft während der Zeit des „Dritten Reiches“ schloss eine große Lücke in der bisherigen Aufarbeitung dieser Zeit aus forstlicher Sicht. Von 1979 bis 1992 war Rubner Deputy Leader der Arbeitsgruppe "Wald- und Forstgeschichte“ der International Union of Forestry Research Organizations (IUFRO). Auch nach seiner Emeritierung leitete Rubner mehrere Forschungsprojekte und veröffentlichte die Ergebnisse seiner Untersuchungen in verschiedenen Fachzeitschriften. So unterstand ihm das Forschungsvorhaben "Forstgeschichte Sachsens in Mittelalter und Neuzeit“. Rubners persönliches Interesse gilt besonders dem Böhmerwald als ostbayerisch-böhmischem Grenzgebirge und dessen Sozialgeschichte. Hierzu leitete er das 1995 abgeschlossene Forschungsprojekt "Juden im böhmisch-bayerischen Grenzbereich“. Mit der 1994 veröffentlichten Biographien-Sammlung Hundert bedeutende Forstleute Bayerns (1875 - 1970) schloss Rubner zudem eine weitere Lücke der forstlichen Forschung.

Moderation
Ministerialdirigent a. D. Reinhold Erlbeck

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Institut

 
 
 

Samstag, 26. Mai 2012

 
Vortrag im Rahmen des 63. Sudetendeutschen Tages

Peter Ernst Huber:
Fortschritte bei der Krebsbehandlung aus der Sicht des Radioonkologen

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Peter Ernst Huber wurde am 23.01.1965 in Mosbach (Baden) geboren. Seine Mutter ist Sudetendeutsche und stammt aus Schönau bei Neutitschein (Ostsudetenland). Er studierte ab 1984 an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Physik und nahm parallel ab Oktober 1985 ein Medizinstudium gleichfalls in Heidelberg auf. 1989 bestand er das Medizinische Staatsexamen, 1990 die Diplom-Prüfung in Physik. Im Februar 1995 erfolgt die Promotion zum Dr. med. mit magna cum laude, 1996 die Promotion zum Dr. rer. nat. mit summa cum laude. Von 1998 bis 2000 forschte er als Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Harvard Universität in Boston. Im Jahr 2000 erhielt die Anerkennung als Facharzt für Strahlentherapie. Ab 2001 ist er Oberarzt der Abteilung Strahlentherapie der Universitätsklinik Heidelberg und gleichzeitig Oberarzt der Abteilung Strahlentherapie am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Im Juli 2002 habilitierte er sich im Fach Strahlentherapie in Heidelberg. 2003 legte er das medizinische Staatsexamen USA ab (United States Licensing Medical Examination). Im gleichen Jahr wurde er stellvertretender Leiter der Abteilung Strahlentherapie am DKFZ. 2004 erfolgte die Berufung zum Direktor dieser Abteilung. 2005 wurde er zum Adjunct-Professor an der Tufts University, School of Medicine, in Boston (Massachusetts) und zum außerplanmäßigen Professor an der Ruprecht-Karls-Universität ernannt. Seine Forschungsgebiete umfassen die Arbeitsfelder Strahlentherapie mit Photonen und mit schweren Ionen (Teilchentherapie). In der präklinischen radiobiologischen Forschung untersucht er die Interaktion von Strahlen beziehungsweise Teilchen mit dem Blutgefäßsystem und den Prozess der Tumorangiogenese. Er entwickelte biologische Prädiktoren für die Wirkung der Strahlentherapie, um die genetische, epigenetische, proteinchemische und andere Strahlenantworten zu verstehen. Daneben benutzte er fokussierte Ultraschallwellen zur MRT-gestützten Tumortherapie. 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Naturwissenschaftliche Klasse, berufen. 

in Zusammenarbeit mit dem Bundeskulturreferenten der Sudetendeutschen Landmannschaft

 
 
 

Dienstag, 29. Mai 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

Winfried Böhm:
Jean-Jacques Rousseau - Wasserscheide der abendländischen Pädagogik
Podiumsdiskussion mit Staatsminister a. D.
Hans Maier

Prof. Dr. phil. Dr. phil. h.c. Winfried Böhm wurde am 22. März 1937 in Schluckenau (Bezirk Tetschen, Nordböhmen) geboren und lebte bis 1949 in Reichenberg / Liberec. Nach der Mittleren Reife (in Königstein im Taunus) absolvierte er eine musikalische Ausbildung und eine Banklehre, holte danach das Abitur nach und studierte dann Philosophie, Pädagogik, Theologie, Geschichte und Musikwissenschaft in Bamberg, Würzburg und Padua. Dabei kam er in Kontakt mit Theodor W. Adorno, Giuseppe Flores d’Arcais, Romano Guardini und Albert Reble. Er wurde 1969 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf Grund der Dissertation Maria Montessori : Hintergrund und Prinzipien ihres pädagogischen Denkens promoviert und habilitierte sich dort 1973 mit der Schrift Kulturpolitik und Pädagogik Paul Oestreichs. Von 1974 bis März 2005 war er ordentlicher Professor für Pädagogik und Vorstand des Instituts für Pädagogik an der Universität Würzburg. Gastdozenturen führten ihn an renommierte Universitäten in Italien (Rom, Padua), Südamerika (Buenos Aires, Santiago de Chile) und in die USA (Provo, Harvard). 1987-1988 war er Research Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies in Social Sciences and Humanities. 1987 verlieh ihm die Universidad Católica de Córdoba / Universidad Jesuita (Argentinien) die Würde eines philosophischen Ehrendoktors. Er ist Mitglied der wissenschaftlichen Akademien in Padua, Messina und Córdoba. Von 1987 bis 2002 war er Präsident der Deutschen Montessori-Gesellschaft. Im Jahr 2004 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Silvesterordens. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Erziehungsphilosophie, Geschichte und Theorie der Erziehung und Bildung, Vergleichende Pädagogik und Geschichte und Theorie der Schule. Seine über 40 Bücher und rund 400 Aufsätze wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sein allerjüng­stes Buch (2012) befasst sich mit Jean-Jacques Rousseau als Pädagogen. Außerdem verfasste er das Libretto für die von Wilfried Hiller komponierten Kirchenoper "Augustinus - Ein klingendes Mosaik", die 2005 in München uraufgeführt wurde. 1989 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, berufen.

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Hans Maier wurde am 18. Juni 1931 in Freiburg im Breisgau geboren. Von 1970 bis 1986 war er Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus (einschließlich Wissenschaft, Forschung und Kunst). Von 1988 bis zur Emeritierung 1999 besetzte er den Romano-Guardini-Lehrstuhl der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1976 bis 1988 war er außerdem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Zum Thema:

Wenn der britische Mathematiker und Philosoph Alfred North Whitehead gesagt hat, man könne die abendländische Philosophie insgesamt als Fußnoten zu Platon charakterisieren, dann könnte man im Hinblick auf die abendländische Pädagogik Ähnliches über Rousseau sagen (dessen Geburtstag sich am 28. Juni zum 300. Male jährt) und eine Pädagogik vor Rousseau und eine nach ihm unterscheiden. Rousseau wird als der „Entdecker“ des Kindes und als der Vater der modernen Erziehung bezeichnet, und sein genau vor 250 Jahren geschriebener „Émile“ ist bis heute das meistgelesene Erziehungsbuch der Weltliteratur. Der Autodidakt Rousseau hat aber nicht nur die Erziehung neu denken und sehen gelehrt, sondern mit seinem Gesellschaftsvertrag auch die moderne Demokratie grundgelegt, mit seiner "Julie oder Die neue Heloise" einen der ergreifendsten Liebesromane geschrieben und mit seinen Kompositionen und musikphilosophischen Schriften Bedeutendes geleistet. Rousseau war von Grund auf ein Denker in Paradoxien. Und so, wie es für ihn keinen perfekten Staat und keine vollkommene Liebe geben kann, hält er auch eine gelingende Erziehung nur für einen schönen Traum und für ein unbeendbares Projekt – zum Scheitern verurteilt.

 

 
 
 

Donnerstag, 28. Juni 2012, 18.30 Uhr

 
B u c h p r ä s e n t a t i o n

Isa Engelmann:
Reichenberg und seine jüdischen Bürger - Zur Geschichte einer einst deutschen Stadt in Böhmen

Isa Engelmann wurde als tschechoslowakische Staats-bürgerin mit deutschsprachigen Eltern am 12. Juni 1936 in Bombay / Britisch Indien geboren. Der Vater war während des Zweiten Weltkrieges Zivilinternierter in Indien, weil die Familie in Folge des Anschlusses des Sudetenlandes an das Deutsche Reich zu deutschen Staatsbürgern geworden war.
Im Dezember 1939 kam die Restfamilie nach Reichenberg und wohnte in dem von den Großeltern und den Eltern 1935 erbauten Einfamilienhaus. Isa Engelmann besuchte von 1942 bis 1945 die deutsche Volksschule in Reichenberg-Altharzdorf. Nach der Vertreibung und der Rückkehr des Vaters aus der Internierung lebte die ganze Familie 1948 in Frankfurt-Höchst, wo Isa Engelmann 1956 das Abitur an der Helene-Lange-Oberschule für Mädchen ablegte. Im Jahr 1959 erhielt sie ein Diplom am übersetzer- und Dolmetscherinstitut der Universität Mainz in Germersheim und sie war anschließend zwei Jahre als übersetzerin und Dolmetscherin beim Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft in Frankfurt am Main tätig. Sie heiratete 1962 einen Italiener und übersiedelte nach Verona. Im kunsthandwerklichen Familienbetrieb war sie verantwortlich für Produktentwicklung und Export. Zum ersten Mal nach dem Krieg besuchte sie 1990 Reichenberg.
Im Jahr 2000 trat sie in den Ruhestand und veröffentlichte ihr erstes Buch „Blauer Flieder – Wiedersehen in Böhmen“ (Langen Müller Verlag München, 2004 tschechisch unter dem Titel „Návrat pod zelenou støechu“ – Rückkehr unter das grüne Dach) mit der Absicht, die Identitätsprägung durch die Heimat verständlich zu machen. Das Buch gab der tschechischen Regisseurin Blanka Závitkovská die Anregung zu dem Dokumentarfilm „Dùm se zelenou støechou“. Für die Holocaust-Gedenkhalle auf dem jüdischen Friedhof in Reichenberg, die am 9. November 2008 unter der Schirmherrschaft des tschechischen Senatspräsidenten Dr. Pøemysl Sobotka eröffnet wurde, erstellte sie die Liste der Opfer.

Das Buch „Reichenberg und seine jüdischen Bürger“ (LIT-Verlag Münster, ISBN 978-3-643-11737-3) beruht auf einer jahrelangen Recherche über die Bürger jüdischer Abstammung, die in Reichenberg gelebt haben. Es beschreibt die Geschichte ihrer Ansiedlung und die Rolle bedeutender Bürger, sowie die historischen Gebäude, die heute an sie erinnern. Mit einer Liste mit fast 800 Holocaustopfern und einer Aufstellung von enteigneten gewerblichen Betrieben ist diese Publikation ein wichtiger Beitrag zur sudetendeutschen Geschichte.
Es handelt sich um Band 10 der Reihe Erträge Böhmisch-Mährischer Forschungen, der in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Reichenberg herausgegeben wird. Unterstützt wurde der Druck vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Eine tschechische übersetzung des Buches erschien bereits 2007 unter dem Titel „Židé v Liberci – K dìjinám obyvatel mìsta pod Ještìdem“ (ISBN 978-80-239-9169-7), finanziert von der Jüdischen Gemeinde Reichenberg und herausgebracht vom Kruh autorù Liberecka (Kreis Reichenberger Autoren).Der übersetzer Luboš Pøíhoda, Präsident des Kreises Reichenberger Autoren, und RNDr. Michal Hron, Präsident der Jüdischen Gemeinde Reichenberg, werden bei der Präsentation anwesend sein.

in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Reichenberg

 
 
 

Dienstag, 31. Juli 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Helga Unger:
Lesung aus dem Roman "Die Ketzer von Rocailles" sowie ausgewählter Lyrik mit Klavier-Phantasien von Dr. Dietmar Gräf

Dr. phil. Helga Unger wurde 1939 in Brünn (Mähren) geboren. Nach der Vertreibung 1945 verbrachte sie ein Jahr in Wien. Seit 1946 lebt sie in Bayern. Nach Kindheit und Jugend in Chieming am Chiemsee und in Traunstein, wo sie 1958 das Abitur ablegte, studierte sie Germanistik und Romanistik (Französisch) an der Universität München. 1963 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen ab. Mit einer Dissertation über mittelalterliche Franziskanermystik wurde sie 1966 zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1963 bis 1968 war sie als wissenschaftliche Assistentin, von 1966 bis 1971 als Lehrbeauftragte für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters am Seminar für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. 1968 bis 1970 absolvierte sie die Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Bayern. Von 1970 bis 2002 war sie in verschiedenen Funktionen im Bibliotheksdienst tätig, so von 1978 bis 1988 als stellvertretende Leiterin der Universitätsbibliothek Bamberg, von 1988 bis 1995 als Referentin für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern, von 1995 bis 2002 als Leitende Direktorin der Abteilung Bestandserhaltung der Bayerischen Staatsbibliothek. Helga Unger hat neben bibliothekarischen Fachpublikationen Editionen und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit, darunter zur mittelalterlichen Frauenmystik und zum Beginentum, vorgelegt. Als Schriftstellerin hat; sie neben Zeitschriftenbeiträgen fünf Lyrikbände und einen Erzählband veröffentlicht. Sie erhielt 2002 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur. 2005 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

in Zusammenarbeit mit dem Bundeskulturreferenten der Sudetendeutschen Landmannschaft

 
 
 

Dienstag, 25. September 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Ukrainische Freie Universität: Die Prager Periode -
Deutsche Elemente in ihrem akademischen Wirken

Vorträge:
Prof. Dr. Nicolas Szafowal: Die Ukrainische Freie Universität in der Prager Periode
Dr. Roman Yaremko: Der deutsch-ukrainische akademische Dialog in Prag: 1921 – 1945
Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Rudolf Fritsch

Prof. Dr. phil. Nicolas Szafowal ist ein in Buenos Aires im Jahre 1955 geborener Politologe. Sein Studium der Fächer Politik sowie Wirtschaft, Recht und Geschichte in Argentinien schloss er mit zwei Magistergraden ab. Anschließend wurde er Lehrbeauftragter an der Pontificia Universidad Católica Argentina „Santa María de los Buenos Aires“. Ab 1986 konnte er mit Hilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung seine Studien in Deutschland fortsetzen. Nach seiner Promotion an der Universität Passau aufgrund der Dissertation „Die Instabilität des politischen Systems in Argentinien 1930-1983“ erhielt er eine Stelle an der Ukrainischen Freien Universi-tät, wo er bis Ende Juli 2012 tätig war, zuletzt als Kanzler und Direktor des Universitätsinstituts zur Erforschung der Deutsch-Ukrainischen Beziehungen. Im Juli 2012 wurde er mit der Medaille "Mérite Européen" der Fondation du Mérite Européen , Luxembourg, ausgezeichnet.
Dr. phil. Roman Yaremko, geboren 1976 in Lemberg (L’viv), ist Germanist und Literaturwissenschaftler. Nach seiner Promotion über Max Frisch (2007) arbeitet er seit 2009 am Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm und ist seit 2006 Lehrbeauftragter für vergleichende Literaturwissenschaft an der Ukrainischen Freien Universität.

Die Ukrainische Freie Universität (UFU) wurde am 17. Januar 1921 in Wien gegründet und zog noch im Herbst gleichen Jahres nach Prag um. Die tschechoslowakische Gastlandregierung gewährte der UFU die volle akademische Anerkennung und unterstützte sie auch finanziell.
Zu den Gründungsinitiatoren einer freien privaten Universität außerhalb der Ukraine gehörten damals Professoren, die an den österreichischen und russischen Universitäten lehrten, sowie Schriftsteller, Journalisten und Studenten, die sich nach dem Ersten Weltkrieg und den erfolgslosen ukrainischen Befreiungsbestrebungen im Exil befanden. In Prag lebte zu dieser Zeit eine bedeutende Anzahl von ukrainischen Wissenschaftlern, Professoren sowie Studenten. Das begünstigte die Entwicklung der Universität.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges ist die UFU nach München (Bayern) verlegt worden. Die Regierung des Freistaates Bayern hat am 16. September 1950 die UFU als eine Private Universität mit Promotions- und Habilitationsrecht anerkannt (s. die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Nr. XI 60710 vom 16.09.1950).

 

 
 
 
Freitag, 19. Oktober 2012, 14.00 Uhr c.t.
 
nicht öffentlich

Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 

 
 
 

Freitag, 19. Oktober 2012, 19.00 Uhr c.t.

 
 

Öffentliche Festveranstaltung 2012

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Michail Glinka (* 1804 Nowospasskoje bei Smolensk, † 1857 Berlin):
1. Satz (Allegro moderato) aus dem Trio Pathétique

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Peter Brömse (* 1912 Prag, † 2004 Burg auf Fehmarn,):
2. Satz (Sehr ruhig) aus der Klaviersonate 1987
(zum 100. Geburtstag des Komponisten, der Akademie-Mitglied war)

Festvortrag
Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Friedrich Stelzner,
ordentliches Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse:
Die Macht und Ohnmacht des Schweigens

Conradin Kreutzer (* 1780 Thalmühle, † 1849 Riga):
2. Satz (Andantino grazioso) aus dem Trio in Es-Dur op.43 für Klarinette, Cello und Klavier

Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2012
an die Saxophonistin Claudia Seidl
Laudatio: Vizepräsident Widmar Hader

Hermann Seidl (* 1958 Würzburg, stammt väterlicherseits aus dem Böhmerwald):
Drei kleine Stücke für Klarinette und Klavier.
I. Humoreske, II. Romanze, III. Burleske

Schlussworte

Felix Mendelssohn-Bartholdy (* 1809 Hamburg, † 1847 Leipzig):
Konzertstück Nr. 2 op. 114
für Klarinette, Violoncello und Klavier

Ausführende:
Prof. Elisabeth Ganter, Klarinette
Dr. Dietmar Gräf, Klavier (Akademiemitglied)
Dr. Gernot Grohs, Violoncello (Akademiemitglied)
Claudia Seidl, Sopransaxophon
Hermann Seidl, Klavier

Prof. Elisabeth Ganter erhielt ihre erste klarinettistische Ausbildung bei Emil Fanghänel, dem damaligen Soloklarinettisten des Tonhalle Orchesters Zürich. Nach ihrem Diplom in Winterthur studierte sie in den USA, in der Meisterklasse von Rosario Mazzeo in Boston, bei Mitchell Lurie in Los Angeles und in der Schweiz bei Hans Rudolf Stalder weiter. Konzertreisen, Musikfestivals und Rundfunkaufnahmen führten sie durch ganz Europa, China, Taiwan, Japan, die USA und Südamerika. Daneben lehrt sie am Konservatorium in Zürich und leitet internationale Meisterkurse für Klarinette und Kammermusikkurse.

Dr. phil. Dietmar Gräf besuchte die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik und Musikpädagogik; außerdem erlangte er das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, nebenher absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München. Er verfasste über 500 Kompositionen, spielte über 2000 Konzerte (auch international) und ist Intendant sowie Musikalischer Leiter des KneippMusikFestivals Bad Wörishofen.

Dr. phil. Gernot Maria Grohs studierte an der Hochschule für Musik zu Leipzig die Fächer Violoncello, Viola da gamba und Musikpädagogik mit Diplomabschluss; später wurde er vom Fachbereich Musikwissenschaften der Freien Universität Berlin promoviert. Er konzertiert als Violoncellist im In- und Ausland mit bekannten Pianisten; dabei stehen auch immer eigene Kompositionen für Violoncello und Klavier auf dem Pro¬gramm. Neben dieser künstlerischen Tätigkeit legte er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen zu musikwissenschaftlichen The¬men mit Schwerpunkt anhaltische Musikgeschichte vor. Er ist Direktor und Geschäftsleiter des Zweckverbandes Musikschule „Ottmar Gerster“ in Weimar.

Claudia Seidl wird in der Laudatio zur Verleihung des Adolf-Klima-Preises gewürdigt.

Ihr Vater Hermann Seidl studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik und Musikwissenschaft an der Universität in Würzburg. Er hat für fast alle Musikgattungen geschrieben, Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke, Elektronik, Jazz und Rock und Bühnenmusik für experimentelles Musiktheater. Seine Kompositionen wurden in vielen Län¬dern Europas und in übersee aufgeführt, so unter anderem in den USA, in Israel und auf den Philippinen. 1993 wurde er mit dem Förderpreis Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet. Im Sieburger Kompositionswettbewerb 2005 erhielt er einen 1. Preis. Bisher liegen zwei CDs mit seinen Werken vor, seine Kompositionen erscheinen in den Verlagen „Edition Music Contact“ (Pohlheim) und dem „Lau¬rentius-Verlag“ Frankfurt.

Zum Inhalt des Festvortrages:
Redet man vom Schweigen, muss von der Entstehung der Sprache im Verlauf der Evolution gesprochen werden. Die morphologischen Voraussetzungen waren erst vor 38.000 Jahren für eine einzige Hominidenart gegeben. An vielen Beispielen wird gezeigt, dass dem Fortschritt, der durch Sprache und Schrift zum Ausdruck kommt, durch planmässiges Schweigen neben dem Widerspruch hinderlich begegnet wird.
Irrtümer haben, weil sie meist einfach und verständlich sind, ein langes Leben. Der Verfügbarkeitsirrtum (availability bias) ist ein Signum unserer Zeit.
Heute erst wissen wir, warum die fundamentalen Erbgesetze Mendels erst nach über 30 Jahren ihre Anerkennung erfahren konnten und warum Darwin erst durch Schweigen andere zum Reden bringend sofort mit großem Erfolg seine Entstehung der Arten in die gerade heute noch anhaltende Diskussion bringen konnte. Heute wissen wir warum Runge, der das keimwidrige Karbol schon 1834 entdeckte und anwendete, bis 2010 fast vergessen war, obwohl Lister die Anwendung des, wie er immer sagte, "German Kreosol" zu einer Zeitwende in der Aseptik der keimwidrigen Chirurgie 1867 geführt hatte.
Neben dem heimlichen Wunsch der Anerkennung spielen die Gefühle, auch Neid und Bosheit, eine manchmal kaum durchschaubare Rolle.
Die Linguistik lehrt uns, dass es heute über die Erde verstreut nur diese artikulierte Sprache neben dem Schweigen gibt, die gerade bei noch urtümlichen Völkern mit besonders komplizierter Grammatik verbunden ist.

 

 
 
 

Samstag, 20. Oktober 2012, 9.30 Uhr

 
nicht öffentlich

Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 

 
 
 

Samstag, 20. Oktober 2012, 16.00 Uhr

 
öffentliches Konzert

Zitherorchester München-Pasing
Konzert mit Uraufführung

Uraufgeführt wird der Zyklus "Der dir bestimmte Pfad", komponiert vom Vizepräsidenten Widmar Hader, Text des Akademiemitglieds Dr. Rudolf Mayer-Freiwaldau.

Musikalische Leitung: Elizaveta Zarayskaya
Solistin: Adelheid Maria Thanner, Sopran

in Zusammenarbeit mit dem Zitherorchester München-Pasing e.V.

 
 
 

Dienstag, 27. November 2012, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier

Christof Schuppler:
Die Winterreise
am Klavier begleitet von Dr. Dietmar Gräf

Der Bariton Christof. Schuppler wurde am 13. März 1939 in Mährisch Schönberg geboren. Er war Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München. 2009 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

Dr. Dietmar Gräf wurde am 1. Juni 1943 in Marienbad geboren. Nach der Vertreibung fand er zunächst eine neue Heimat in Bayreuth. Er absolvierte 1966 die Kirchenmusikschule in Regensburg, wo er bis 1968 Musiklehrer der Domspatzen war. Nach einem Jahr als Domkapellmeister in Eichstätt studierte er an der Musikhochschule München Kirchenmusik (1972 A-Prüfung) und Musikpädagogik (1973 Staatsexamen). 1972 erlangte er außerdem das Dirigiermeisterdiplom bei Hans Swarowsky in Wien. Seit 1969 wirkt er als Chordirektor und Musikpädagoge in Bad Wörishofen, gleichzeitig absolvierte er ein Klavier-Konzertstudium bei Hellmut Hidegheti in München und ein Orgel-Konzertstudium bei Günther Kaunzinger in Würzburg sowie ein Universitätsstudium in München, das er 1981 mit dem Magister Artium und der Prüfung für das Höhere Lehramt abschloß. Seit 1981 hat er an der Universität München einen Lehrauftrag für Klavier und Orgel inne. 1985 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Für seine zahlreichen Kompositionen, Buchveröffentlichungen und seine rege Konzerttätigkeit wurde er 2001 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet. Dietmar Gräf erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande (2004) und den Johann-Wenzel-Stamitz-Preises der Künstlergilde Esslingen (2010).  2004 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 

 
 
 

Dienstag, 29. Januar 2013, 18.30 Uhr

 
R i n g v e r a n s t a l t u n g

PhDr. Ivan P. Muchka:
Kaiser Rudolf II. (1576-1612) –
seine Kunst und Architektur und ihre Vorläufer

PhDr. Ivan P. Muchka wurde am 21. Mai 1946 in Prag geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1963 bis 1969 Kunstgeschichte an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Seine erste Berufstätigkeit übte er ab 1969 am Staatsinstitut für Denkmalerhaltung und Naturschutz aus. Im Jahr 1975 wurde er dort Leiter der Abteilung für die öffentlich zugänglichen Denkmäler. Seit 1986 arbeitet er im Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Wissenschaften in Prag (Ústav dìjin umìní, Akademie vìd Èeské Republiky, www.udu.cas.cz). Er publizierte zahlreiche Bücher und Aufsätze zum Thema der frühneuzeitlichen Architektur in Böhmen.

Inhalt
Die Erforschung der Kunst in der Regierungszeit Rudolfs II. hat in Prag bereits eine lange Tradition. Abgesehen von einigen interessanten kunsthistorischen Studien aus der Zeit um 1900 (von O. Pollak, K. Chytil, F. X. Harlas und anderen) entfaltete sich die Erforschung der rudolfinischen Malerei vor allem in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals wurden auf der Prager Burg viele Kunstwerke wieder entdeckt beziehungsweise neu identifiziert, und es wurde eine Dauerausstellung in der Gemäldegalerie der Prager Burg eröffnet (J. Neumann). In den folgenden Jahrzehnten fanden zwei sehr erfolgreiche Ausstellungen zum Thema statt, durch internationale Teams vorbereitet: „Prag um 1600“ (Essen 1988, Wien 1989) und „Rudolf II und Prag, Kaiserlicher Hof und Residenzstadt als kulturelles und geistiges Zentrum Mitteleuropas“ (Prag 1997). Seit dem Jahre 2000 gibt es in Prag eine spezialisierte Forschungsstelle an der Akademie der Wissenschaften – „Forschungszentrum für Bildende Kunst und Kultur im Zeitalter Rudolfs II.“ (Centrum pro výzkum umìní a kultury doby Rudolfa II.) - die unter anderem auch die Reihe „Bulletin Studia Rudolphina“ mit Beiträgen in englischer und deutscher Sprache herausgibt (www.udu.cas.cz/en/studia-rudolphina-1/). Der Vortrag widmet sich einem eher vernachlässigten Thema, und zwar der Architektur unter Rudolf II (1576-1612). Das Ziel ist, das künstlerische Schaffen kurz vor dem Herrschaftsantritt Rudolfs II zu charakterisieren und vor allem den "Genius loci" Prags als einen Schlüssel zur Interpretation einer der interessantesten Epochen der europäischen Kunstgeschichte in den Vordergrund zu rücken.

in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München.

 
  Dienstag, 26. März 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Herbert Zeman:
August Sauer – ein altösterreichisches Gelehrtenleben im Dienste der Kultur Böhmens

em. o. Univ-Prof. Dr. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich.
Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Moderation: Prof. Dr. Oliver Jahraus, Ludwig-Maximilians-Universität München

Inhalt
August Sauer (* 12. Oktober 1855 Wiener Neustadt / Niederösterreich, † 17. September 1926 Prag) besuchte das Schottengymnasium in Wien und legte 1873 die Matura-Prüfung ab. Danach studierte er Deutsche Philologie, Anglistik und Geschichte an der Universität Wien. 1877 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Nach einem Studienaufenthalt in Berlin habilitierte er sich 1879 in Wien. Es folgten akademische Zwischenstationen an der Universität Lemberg und der Karl-Franzens-Universität Graz.
1892 folgte er dem Ruf der Karl-Ferdinands-Universität, der Deutschen Universität in Prag, auf den Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur. 1907/08 war er Rektor der Universität.
Einen Großteil seiner Arbeit widmete er der Herausgabe von Werken Johann Wilhelm Ludwig Gleims, Johann Peter Uz', Ferdinand Raimunds und Franz Grillparzers.

in Zusammenarbeit mit dem Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München
 
 
  Samstag, 18. Mai 2013, 17.00 Uhr  
S u d e t e n d e u t s c h e r   T a g   2 0 1 3
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Herbert Zeman:
„Wer die Dichter so versteht, ist selbst ein Dichter“ – Franz Schuberts poetisches Weltverständnis
mit Liedbegleitung

Messezentrum Augsburg, TC Ebene 2, Raum 2.11 B

em. o. Univ-Prof. Dr. Herbert Zeman wurde am 4. Juni 1940 in Pernitz / Niederösterreich geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1958 bis 1966 Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, dort auch Gesang. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1972. Im Jahr 1976 wurde er zum o. ö. Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Literatur an der Universität Wien berufen. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste mit seinen zahlreichen Publikationen die Entwicklung der von ihm vertretenen Lehre und Forschung richtungweisend. Sein besonderes Interesse gilt der Deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, ins besondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn, der Österreichischen Literatur in ihrer Gesamtentwicklung und dem Zusammenwirken von Dichtung und Musik (Begründer der literaturwissenschaftlichen Libretto- und Liedforschung).
Als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft und in anderen öffentlichen Funktionen hat er nicht unwesentlichen Anteil am allgemeinen kulturellen Leben in Österreich.
Er führt im bewussten Anschluss an den Literarhistoriker August Sauer die österreichische Literaturforschung fort, ohne – wie dieser – die gesamtdeutsche Literaturentwicklung außer Acht zu lassen.
2011 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1987 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse; von 1994 bis 1997 war er Präsident der Akademie.

Musikalische Ergänzung:
Teresa Puhrer (Sopran)
Julius Zeman (Klavier)

 
 
 
  Dienstag, 28. Mai 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Prof. Dr. Wolfdieter Bihl:
Die armenische Frage im Ersten Weltkrieg

em. o. Univ-Prof. Dr. Wolfdieter Bihl wurde am 11. Mai 1937 in Linz geboren. Er studierte 1955 bis 1962 Geschichte, Latein und Anglistik an der Universität Wien und erwarb anschließend das Doktorat der Philosophie. Er promovierte 1962 mit der Arbeit "Österreich-Ungarn und der Friede von Brest-Litowsk" bei Hugo Hantsch. 1975 wurde Bihl Universitätsdozent für Geschichte der Neuzeit. Er habilitierte sich mit der Arbeit "Die Kaukasus-Politik der Mittelmächte 1914–1918" und wurde 1977 außerordentlicher Professor der Universität Wien. Er war 1988–92 und 1996–99 Vorstand des Instituts für Geschichte an der Universität. Seine Forschungsschwerpunkte waren die politischen Beziehungen Mitteleuropas zu Ost- und Südeuropa und zum Orient, insbesondere die Geschichte der Ukraine und des Osmanischen Reiches sowie der Erste Weltkrieg. 2002 wurde er in den Ruhestand versetzt. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 2004 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse.

Musikalische Ergänzung:
Varvara Manukyan, Klavier, spielt armenische Musik.
Robert Andreasian (1913-1986): Klavierbearbeitungen armenischer Lieder von Komitas -
  Garun a – Es ist Frühling
  Tzirani tzar - Der Aprikosenbaum
Komitas Vardapet (1869-1935): Fünf Tänze
Yerangi-Unabi-Marali-Shushiki-Yet u araj
Arno Babadganyan (1921-1983): Elegie in memoriam Aram Khachaturian

Varvara Manukyan wurde in Yerevan, Armenien, geboren.Nach Ihrem Umzug nach Moskau studierte sie Klavier am Moskauer Gnessin-Konservatorium. Ihr zunehmendes Interesse an historischer Aufführungspraxis und historischen Musikinstrumenten führte sie an das Moskauer Tschaikovsky- Konservatorium, wo sie das Konzertfach Cembalo und Hammerklavier studierte und "mit Auszeichnung" abschloss.
Anschließend begann Varvara Manukyan ein Aufbaustudium am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium, das sie als DAAD Stipendiatin an der Hochschule für Musik und Theater München bei Christine Schornsheim fortsetzte und mit dem Meisterklassendiplom Cembalo beendete. Zusätzlich erweiterte sie ihre Studien durch Meisterklassen unter anderem bei Davitt Moroney, Ton Koopman und Andreas Staier. Ihre Konzertätigkeit als Solistin am Cembalo und Hammerflügel sowie auch als Mitglied des Cuvilliés-Trios führte Varvara Manukyan durch Europa und Asien. Im Januar 2010 hatte die Musikerin ihr Debüt im Wiener Konzerthaus. Zurzeit lebt sie in München, wo sie unter anderem bei der Bayerischen Philharmonie und der MusikAkademie Schwabing tätig ist.

Empfang mit armenischen Speisen und Weinen.

in Zusammenarbeit mit der Armenischen Landsmannschaft in Bayern e.V.
 
 
  Montag, 15. Juli 2013, 18.30 Uhr  
K o n z e r t
Das Malinconia-Ensemble spielt
Werke verstorbener und lebender böhmischer und sudetendeutscher Komponisten

Das Malinconia-Ensemble besteht aus Helmut Scheunchen (Leitung und Violoncello), Chieko Schmidt-Mitsuhashi (Sopran), Ramin Trümpelmann (Violine), Günter Schmidt (Klavier).

Programm:
Franz Benda "Sonate Es-Dur für Violine und Generalbaß - Allegro, Adagio, Andante con variazioni
Karl Michael Komma in memoriam zum 100. Geburtsjahr - Aus: Les Ponts. "Sechs Impromptus für Klavier nach Arthur Rimbaud (Nr. 5)"

Priv.-Doz. Dr. Andreas Wehrmeyer "Glückwunsch zum 70. Geburtstag von Dr. Dietmar Gräf"

Dietmar Gräf 
"De melanconia a gioa (2009) für Klaviertrio", "Studie für Cello solo" (Erstaufführung), Drei Lieder, 1. Satz aus der Violinsonate „Der Mythos des Sisyphos", "Helle Sterne für Singstimme und Klaviertrio" (Text: Monika Taubitz)

Pause

Widmar Hader
"einsamer wolf für Singstimme und Klaviertrio"
Edmund Nick "Drei ausgewählte Lieder"
Ignaz Moscheles "Introduction et Variations concertantes für Klaviertrio"

Franz Benda (* 1709 Benatek an der Iser, † 1786 bei Potsdam) wirkte als 1. Violinist und Kapellmeister in der Kapelle des Starosten Suchaquewsky in Warschau, als Königlicher Musicus in Dresden und ab 1733 in der Kapelle des damaligen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich II., dessen Berater in musikalischen Angelegenheiten er zum Schluss war.

Karl Michael Komma (* 1913 Asch, † 2011 Memmingen) war von 1940 bis 1945 Leiter der Musikschule in Reichenberg und lehrte von 1954 bis 1989 Musikgeschichte, Tonsatz und Komposition an der Musikhochschule Stuttgart. Bis zu seinem Tod prägte er das Musikleben seines Wohnortes Reutlingen.

Dietmar Gräf (*1943 Marienbad) wirkte und wirkt als Organist, Chorleiter, Dirigent, Domkapellmeister, Komponist sowie als Intendant und Künstlerischer Leiter des KneippMusikFestivals in Bad Wörishofen, wo er seit 1969 lebt. 2004 wurde er zum Mitglied der Akademie berufen.

Widmar Hader (*1941 Elbogen) studierte unter anderem bei Karl Michael Komma. Von 1972 bis 1992 war er Chorleiter der Südmährischen Sing- und Spielschar, von 1990 bis 2006 Direktor des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. 1987 wurde er zum Mitglied der Akademie berufen und ist zurzeit deren Vizepräsident.

Edmund Nick (*1891 Reichenberg, † 1974 Geretsried), promovierter Jurist und Komponist, wirkte in Breslau, unter anderem am Schlesischen Rundfunk. 1952 bis 1956 war er Leiter der Musikabteilung des Westdeutschen Rundfunks. Er vertonte zahlreiche Gedichte seines Freundes Erich Kästner.

Ignaz Moscheles (* 1794 Prag, † 1870 Leipzig) war mit Ludwig van Beethoven befreundet und galt als einer der hervorragendsten Klaviervirtuosen in Europa. Ab 1846 unterrichtete er am Konservatorium in Leipzig, wohin ihn sein Freund Felix Mendelssohn-Bartholdy geholt hatte.

Das Malinconia-Ensemble wurde zur Erinnerung an unbekannte Musikwerke und vergessene Komponisten Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts gegründet. Das Repertoire reicht vom Klavierwerk und Lied bis zu großen Kammermusikwerken und Kirchenmusik vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das Ensemble hat zahlreiche CD-Aufnahmen eingespielt und bei Konzerten in Estland, Lettland, Finnland, Polen, Österreich und Tschechien Werke von etwa 200 unbekannten Komponisten aufgeführt. Dadurch hat es wesentliche Beiträge zur Rezeptionsgeschichte geleistet.

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg; gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
 
 
  Dienstag, 30. Juli 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gundolf Keil:
Der Chirurg Johann von Mikulicz-Radecki – zweifacher kaiserlich-königlicher Generalarzt

zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. med. Heinrich F. K. Männl, geboren am 5. Juli 1938 in Podersam. Nach dem Studium der Medizin in Köln und Berlin arbeitete er zunächst in der medizinischen Grundlagenforschung mit radioaktiven Isotopen. Dabei beanspruchte der Initialschritt der Katecholaminbiosynthese sein besonderes Interesse. Danach durchlief er eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik in Homburg/Saar. Seine Habilitation erfolgte 1978 mit dem Thema: „Verminderung der Magendurchblutung durch Somatostatin“. Von 1982 bis 2003 war er Chefarzt der I. Chirurgischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth in Straubing, einem Akademischen Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München, deren außerplanmäßiger Professor er ist.
Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen und klinischen Tätigkeit war die onkologische Viszeralchirurgie, hier speziell resezierende Verfahren der Bauchspeicheldrüse und Operationen beim Dick- und Mastdarmkrebs. 1993 berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste als ordentliches Mitglied in die Naturwissenschaftliche Klasse. Insgesamt 17 Jahre war er Sprecher beziehungsweise Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse und Mitglied des Präsidiums der Akademie.
Professor Männl ist Träger des Komturkreuzes des päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und anderer hoher Auszeichnungen. Um seine Tätigkeit als Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse und als Präsidiumsmitglied zu würdigen, verlieh ihm die Akademie die Medaille „Pro Meritis“. Er ist Mitglied namhafter chirurgischer und gastroenterologischer Gesellschaften. Im Ruhestand seit 2003 wandte er sich berufsethischen und medizinhistorischen Themen zu, wobei ihn die Geschichte der Viszeralchirurgie besonders interessiert.
Mehrere heimatkundliche Publikationen dokumentieren seine besondere Verbundenheit mit seiner sudetendeutschen Heimat.

Prof. em. Dr. phil. Dr. med. Dr. h. c. Gundolf Keil wurde am 17. Juli 1934 in Wartha am Tor zur Grafschaft Glatz geboren. Nach dem Abitur am Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim an der Brenz studierte er in Heidelberg Klassische Philologie, Germanistik, Geographie und Volkskunde. Dort wurde er 1960 mit der Dissertation "Die Cirurgia Peters von Ulm: Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes" zum Dr. phil. promoviert, und er legte die Staatsexamina für das Höhere Lehramt ab. Anschließend studierte er Humanmedizin mit dem Abschlüssen Staatsexamen 1968 und Promotion zum Dr. med. 1969. Noch im selben Jahr folgt er einem Ruf auf den zweiten germanistischen Lehrstuhl der Universität Stockholm. 1971 habilitierte er sich mit der Schrift "Die urognostische Praxis in vor- und frühsalernitanischer Zeit" für Geschichte der Medizin in Freiburg. Nach kurzer Tätigkeit am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Marburg nahm er 1973 den Ruf auf den medizinhistorischen Lehrstuhl an der Universität Würzburg an, wo er bis zu seiner Emeritierung im 2004 in Lehre und Forschung tätig war. Zahlreiche Auslandsaufenthalte mit Lehrverpflichtungen führten Keil nach Nijmegen, Wien, Salzburg, Washington, Nagasaki und Warschau. In Mährisch Ostrau führte er Handschriftenstudien in mährisch-schlesischen Archiven durch. In die Studien wurden tschechische Historiker aus Budweis, Ostrau und Prag einbezogen. Die Tschechische Forschungsgemeinschaft stellte Projektmittel bereit. 2003 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Schlesischen Universität Troppau (Tschechische Republik); 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Inhalt:
Johann Freiherr von Mikulicz-Radecki (* 16. Mai 1850 in Czernowitz; † 14. Juni 1905 in Breslau), war ein deutsch-polnisch-österreichischer Chirurg. Auf vielen heute eigenständigen Gebieten der Chirurgie leistete er Pionierarbeit. Wie viele Menschen aus der Bukowina beherrschte er fünf Sprachen und veröffentlichte später nicht nur in Deutsch, sondern auch in Polnisch, Russisch und Englisch. Die Frage nach seiner Nationalität ist müßig; Mikulicz war ein "Buchenland-Europäer". Mikulicz begründete eine deutsche Medizinerdynastie, aus der auch der Jubilar stammt. Den Rang eines Generalarztes bekleidete er sowohl in Deutschland / Preußen als auch in Österreich-Ungarn.

Das Geburtstagsständchen spielt Klaus Gerhard Hampl auf der Klarinette. Er wurde am 12. April 1964 in Kaufbeuren geboren, ist seit 1999 Kulturbotschafter seiner Heimatstadt und zählt zu den international gefragtesten deutschen Klarinettenvirtuosen. Die Liste renommierter Musiker und Ensembles, mit denen er zusammenarbeitet, reicht vom russischen Rimsky-Korsakow-Quartett über das italienische Trio Michelangelo und das Quartetto di Roma bis hin zum Bamberger Streichquartett und zu Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.  2005 erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Darstellende und ausübende Kunst. Im gleichen Jahr berief ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste zum ordentlichen Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften.

 
 
 
  Freitag, 25. Oktober 2013, 14.00 Uhr c.t.  
nicht öffentlich
Klassensitzungen

Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Schönen Künste.

 
 
 
  Freitag, 25. Oktober 2013, 19.00 Uhr c.t.  
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Öffentliche Festveranstaltung 2013

Programm
 
Empfang ab 18:30 Uhr

19 hct

Klaus Feßmann: Da Pacem Domine (2010)

Begrüßung und Jahresbericht
des Präsidenten der Akademie

Klaus Feßmann: Salve Regina (2010)

Festvortrag
Dr. Diether Krywalski,
ordentliches Mitglied der Klasse der Küste und Kunstwissenschaften:
Gedanken zur Geschichte der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters in den böhmischen Ländern. Problematik - Konzeption - Realisation

Klaus Feßmann: Abwûn d´baschmâja (2010)

Verleihung der Franz Joseph Ritter von Gerstner-Medaille
an Dr. med. vet. h. c. Norbert F. Heske

Laudatio: Dr. Wolf-Dieter Hamperl,
Bundeskulturreferent der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Klaus Feßmann: Ave Maria (2010)

Ausführende
Ensemble Laetare:
Andrea Letzing, Alt
Georg Baum, keltische Harfe
Klaus Feßmann, KlangStein

Die gebürtige Tölzerin Andrea Letzing studierte Gesang an der Hochschule für Musik in München, Italienischen „Bel Canto" Stil bei Johannes R. Libal, Wien und Dirigieren bei Prof. Michael Gläser. Ihre Schwerpunkte als Gesangssolistin liegen in den Bereichen Oratorium und Lied. Sie ist Mitglied im Konzertchor des Bayerischen Rundfunks und leitet als Dirigentin zwei renommierte Vokalensembles. Daneben ist Andrea Letzing als diplomierte Gesangspädagogin, Stimmbildnerin und Lehrbeauftragte für F.M. Alexander Technik an der Hochschule für Musik und Theater, München, tätig.

Mag. Georg Baum, Konzertharfenist, Komponist und Pädagoge lebt und arbeitet in Wien und Basel. Er schloss seine Studien am „Franz Schubert Konservatorium Wien" 1997 mit Auszeichnung ab. Konzerte, Rundfunk-, Film- und Fernsehaufzeichnungen führen ihn seit seiner Studienzeit als gefragten Solisten und Begleiter renommierte Kolleginnen und Kollegen durchs In- und Ausland. Klassisch ausgebildet an der Konzertharfe, schlägt sein Herz auch für den ältesten der europäischen Harfentypen, die keltische Harfe. Mit ihrem sphärischen Klang fasziniert, durchdringt und bewegt sie jeden.

Prof. Mag. Klaus Feßmann (* 03.07.1951 in Nürtingen am Neckar) hat mütterlicherseits sudetendeutsche Wurzeln (Troppau), ist Pianist, Komponist, KlangKünstler, Autor und Pädagoge.
Er studierte an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik (Klavier/ Komposition), schloss mit dem Staatsexamen in Schulmusik und Germanistik (Universität Stuttgart) ab, studierte Komposition bei E. Karkoschka (geboren in Mährisch Ostrau) und Musikwissenschaft bei H.-H. Eggebrecht. Nach dem Studium wurde er Dozent für Musiktheorie an der MUHO Stuttgart, und erhielt 1997 einen Ruf als o. Universitätsprofessor an die renommierte Musikuniversität Mozarteum Salzburg.
Seine künstlerische Entwicklung ist geprägt von einer Begabung, die in den Grenzbereichen zwischen Musik, Bildender Kunst, Literatur, Bildhauerei und multimedialem Denken angesiedelt ist. Seine musikalische Sozialisation beruht auf der Klaviermusik von W. A. Mozart, die er seit dem fünften Lebensjahr spielt. Neben der klassischen Musik konzertierte und komponierte er in den Bereichen experimenteller Musik, Avantgarde, Weltmusik. Seine Vorliebe gilt der indischen Kultur.
Der erste Schwerpunkt seines künstlerischen Arbeitens liegt in der Entwicklung neuer musikalischer Notationsformen. Seine Kompositionen notierte er nicht mehr im raditionellen Notensystem, sondern er arbeitete, um Musik komplex darstellen zu können, mit mehreren Schichten über Spezialpapier und Folien, nahm Glas, Spiegel und Plexiglas hinzu, entwickelte neue Zeichen, baute Objekte, die zum Teil als kybernetische Modelle funktionieren. Es liegen etwa 800 Musikalische Graphiken vor.
Vor etwa 20 Jahren stieß er auf das Material Stein als Klangmaterial. Diese Beschäftigung wurde zum Mittelpunkt seines künstlerischen Arbeitens. Feßmann erforschte an verschiedenen Steinarten die Klangtypen, führte umfangreiche Messungen durch, um die Entwicklung der Steinklänge begründen zu können. Er spielt alleine oder im Duo, gründete das Ensemble KlangStein, spielte mit dem Bratscher H. Voss klassische Musik mit KlangSteinen ein, vor 3 Jahren erfolgte dann die Gründung des Ensembles Laetare. Es liegen verschiedene CDs vor, das Buch KlangSteine wurde bei südwest veröffentlicht, eine eigenständige Therapieform entwickelte sich und wird erfolgreich angewandt.
Aus der Arbeit mit den KlangSteinen entstand das Konzept „Kieselschule“, veröffentlicht bei Kösel. Die Kieselschule ist die einzige elementare Musik- und Kompositionsschule. Sie arbeitet mit 2 Kieselsteinen und wird vielfältig angewandt. Im Jahr 2004/05 entwickelte Fessmann das Projekt „ReSonanz&AkzepTanz“, ein pädagogisches Projekt für Schulen mit einem hohen Migrationshintergrund. Er wurde dafür im Jahr 2009 mit dem Echo- Klassik-Preis ausgezeichnet.
Neben weiteren Tätigkeiten ist besonders die Transformation von Musik in Architektur zu nennen, welche in Heidelberg-Rohrbach umgesetzt wurde und wo inzwischen 2.500 Menschen leben.
Klaus Feßmann ist seit 2012 Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, und erhielt 2013 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik.

Dr. phil. Diether Krywalski, Oberstudiendirektor a.D., wurde am 13. Oktober 1935 in Brünn/Mähren geboren. Aus der mährischen Heimat vertrieben kam er nach Starnberg, wo er in der Sudetendeutschen Jugend sowie der Deutschen Jugend des Ostens aktiv war und 1954 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Deutsche Philologie, Philosophie, Geographie, Geschichte und Nordistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Technischen Hochschule München und war Mitglied des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten in München. Er legte 1961 legte er das Staatsexamen für das Höhere Lehramt „mit Auszeichnung" ab und wurde 1966 aufgrund der Dissertation „Untersuchungen zu Leben und literaturgeschichtlicher Stellung des Minnesängers Steinmar" an der Ludwig-Maximilians-Universität zum Dr. phil. promoviert.
Von 1961 bis 1970 unterrichtete er am Wittelsbacher Gymnasium in München, von 1970 bis 1976 war er Leiter der Projektgruppe zur wissenschaftlichen Begleitung von Schulversuchen am Staatsinstitut für Bildungsforschung und -planung in München.
1976 wurde er zum Leiter des Klenze-Gymnasiums in München bestellt, war gleichzeitig Seminarvorstand und ständiger Vertreter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-West und Fachmitarbeiter für Deutsch, Geschichte und Erdkunde. Von 1982 bis
1999 wirkte er als Oberstudiendirektor des Gymnasiums Icking und als Prüfer beim wissenschaftlichen Staatsexamen an der der Ludwig-Maximilians-Universität für Mittelalterliche deutsche Literatur und Allgemeine Sprachwissenschaft. In dieser Zeit begründete er Partnerschaften mit Gymnasien in Brünn und Pécs und leitete trilaterale Literaturseminaren.
Er gehört dem P.E.N.-Zentrums der Exilschriftsteller, der Künstlergilde Esslingen, dem Adalbert-Stifter-Verein München sowie der Ackermann-Gemeinde München an und ist zweiter Vorsitzender des Starnberger Kunstkreises Buzentaur. Am Lexikon deutschmährischer Autoren der Palacký-Universität Olmütz (Loseblattsammlung) arbeitet er mit und hält dort sowie an der Universität Brünn Vorträge über deutsche Literatur.
2012 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften, berufen.

 
 
 
  Samstag, 26. Oktober 2013, 9.30 Uhr  
nicht öffentlich
Plenum

Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt.

 
 
 
  Donnerstag, 21. November 2013, 17.00 Uhr  
A u s s t e l l u n g s e r ö f f n u n g
Waldemar Fritsch und seine Zeit
Porzellanplastik (1925-1945)

Ausstellung in der Kunstgalerie Karlsbad
 21. November 2013 - 26. Januar 2014
Galerie umìní Karlovy Vary, Goethova stezka 6

Es sprechen

Mgr. Jan Samec, Direktor der Kunstgalerie
Begrüßung

Prof. Dr. Rudolf Fritsch, Präsident der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, als Schirmherr
Einleitende Worte

Dr. Wolfgang Reddig, Leiter des Markgrafenmuseums Ansbach, als Hauptleihgeber
Grußwort

Prof. Mgr. Jaroslav Vlasák, Støední prùmyslové školy keramické v Karlových Varech, als Autor
Einführung

Es musiziert das Pitra-Familientrio

Mgr. Petr Pitra (Vater) - Violoncello
Daniel Pitra (Sohn) - Blockflöte, Fiedel
Magdalena Pitrová (Tochter) - Blockflöte

Musikalisches Programm
Alte englische Tänze zu W. Shakespeares Drama Heinrich VIII
Georg Friedrich Händel: Trio Sonate F-Dur (1. Satz)
Henry Purcell: Chaconne
Euphrat und Tigris - eigene Improvisation

 
 
 
  Dienstag, 26. November 2013, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Altpräsident Prof. em. Dr. phil. Eduard Hlawitschka 85 Jahre
Altvizepräsident Prof. em. Dr.-Ing. Georg Knittel
95 Jahre

Programm

Johann Adolph Hasse (1699-1783): Passepied

Prof. Dr. Hans Michael Körner,
o. Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Eduard Hlawitschka – ein Historiograph der Karolinger, Ottonen und Salier

Johann Adolph Hasse (1699-1783): Arietta

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Wunderlich,
o. Mitglied der Naturwissenschaftlichen Klasse
Georg Knittel – Stationen eines Tragwerksplaners und Hochschullehrers

Willibald Görl (1909-1987, geboren in Falkenau): Allegro für Armin

Ausführende
Professor Armin Rosin, Posaune,
begleitet von
Dr. Dietmar Gräf am Flügel
beide o. Mitglieder der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften

Prof. em. Dr. phil. Eduard Hlawitschka wurde am 8. November 1928 in Dubkowitz, Bezirk Leitmeritz, geboren. Von der Schule weg wurde er als Luftwaffenhelfer eingesetzt und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er in sein Heimatdorf floh. Nach der Vertreibung legte er in Rostock 1948 das Abitur ab und studierte anschließend in Rostock, Leipzig sowie nach der Flucht aus der DDR in Freiburg im Breisgau, wo er 1956 aufgrund der Dissertation „Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)“ zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. 1966 habilitierte er sich an der Universität des Saarlandes. Von 1969 bis1975 lehrte er als Professor Mittelalterliche Geschichte an der Universität Düsseldorf. Dann folgte er einem Ruf auf einen Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Als einer der ersten wurde er im November 1979 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse der Sudentendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen, deren Präsident er von 1991 bis 1994 war. 1987 erhielt er den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft.

Prof. em. Dr.-Ing. Georg Knittel wurde am 3. November 1918 in Prag geboren. Dort besuchte er ein Humanistisches Gymnasium und die Technische Hochschule, an der er das Studium des Bauingenieurwesens 1941 abschloss. Nach dem Krieg (Einsatz im Russlandfeldzug) wurde er 1946 Assistent und Oberingenieur am Lehrstuhl für Massivbau der Technischen Hochschule München. Diese promovierte ihn 1949 aufgrund der Dissertation „über die Berechnung freitragender kontinuierlicher Zylinderschalen“ zum Doktor der Ingenieurwissenschaften. Danach war er bei der Baufirma Dyckerhoff & Widman in der Tragwerksplanung tätig und er wurde 1957 als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Statik und Baukonstruktionen der Technischen Hochschule als Nachfolger seines Prager Lehrmeisters Richard Guldan (1901-1955) berufen. 1965 wechselte er auf den Lehrstuhl für Baustatik der Technischen Hochschule München, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Er gehörte 1979 zu den Gründungsmitgliedern der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste und war viele Jahre deren Vizepräsident. 1981 erhielt er die Ritter-von-Gerstner-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft.  Auf dem Lehrstuhl folgte ihm Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Wunderlich.

 
 
 
  Dienstag, 10. Dezember 2013, 19.00 Uhr  
  G e s p r ä c h s k o n z e r t
Karl Michael Komma (1913-2012) zum 100. Geburtstag

Prof. Dr. phil. Karl Michael Komma wurde am 24. Dezember 1913 geboren und starb am 23. September 2012 in Memmingen. Schon während seiner Schulzeit in Eger und Asch spielte die Musik eine zentrale Rolle in seinem Leben. Nach dem Abitur 1932 studierte er an der Deutschen Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Prag Komposition bei Fidelio F. Finke, Klavier bei Franz Langer und Dirigieren bei Georg Szell, sowie an der Deutschen Universität Prag Musikwissen­schaft bei Gustav Becking und Anglistik. Auf Anregung seines Onkels Hans Adler wechselte er 1934 an die Universität Heidelberg, wo er bei Heinrich Besseler Musikwissenschaft studierte und bei Wolfgang Fortner Kompositionsunterricht nahm. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1936 mit der Dissertation "Johann Zach und die tschechischen Musiker im deutschen Umbruch des 18. Jahrhunderts" blieb er noch bis 1939 als Assistent von Besseler am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg. Im Jahr 1940 übernahm er die Leitung der Franz-Schubert-Musikschule (spätere Landesmusikschule) Reichenberg. Eine Einberufung in die Wehrmacht blieb ihm aufgrund gesundheitlicher Probleme erspart. Nach der Vertreibung gelangten er mit seiner Familie 1945 über mehrere Stationen zu Onkel Hans Adler nach Wallerstein bei Nördlingen. Er entfaltete eine rege Vortrags- und Konzerttätigkeit bevor er einen Lehrauftrag für Musik am Progymnasium in Bopfingen annahm. 1954 wurde er als Lehrbeauftragter für Musikgeschichte an die Staat­liche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart berufen und übersiedelte nach Reutlingen. Ab 1960 wirkte er an diesem Institut zudem als Professor für Komposition, Musiktheorie und Musikgeschichte. Nach seiner Emeritierung 1978 blieb er der Hochschule noch bis 1988 als Lehrbeauftragter für Kirchenmusikgeschichte verbunden. Es folgte wiederum eine rege Tätigkeit als Komponist, Organist, Kammermusik- und Liedbegleiter, sowie als Vortragender, die bis heute anhält. In Reutlingen hat er sich um das ehemalige "Schwäbische Symphonieorchester" beziehungsweise die heutige "Württembergische Philharmonie" und die Musikschule sehr verdient gemacht. Er regte die Gründung der "Gesellschaft der Musikfreunde" und der Reihe "Musica nova", die er auch über zwei Jahrzehnte hinweg leitete, an. Bereits im Jahr 1981 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Programm:
Dr. Andreas Wehrmeyer im Gespräch mit Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die Böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein (statt des vorgesehenen, leider erkrankten Prof. Dr. Heinrich Deppert)
Kolja Lessing (Violine)
Iris Marie Kotzian (Sopran)
Stephanie Knauer (Klavier)

Dr. phil. Andreas Wehrmeyer, geboren 1959, ist der Leiter des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg. Er studierte in Münster und Berlin Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte. Magister und Promotion an der Technischen Universität Berlin, Habilitation an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Tätigkeiten als Lektor, Rundfunkautor und Lehrbeauftragter an verschiedenen Musikhochschulen und Universitäten. Hauptarbeitsgebiete: Musik des 18. bis 20. Jahrhunderts, Musiktheorie und -ästhetik, russische und osteuropäische Musik.

Prof. Dr. phil. Heinrich Deppert wurde 1935 in Liegnitz/Schlesien geboren, dem Ausgangspunkt seiner schulischen Laufbahn, die ihn unter anderem nach Danzig und Schleswig-Holstein führte. Nach dem Abitur in Plön begann 1956 an der Universität Kiel mit dem Studium der Musikwissenschaften und Mathematik. Ein Jahr später führten ihn seine Studien an die Musikhochschule Stuttgart, wo er sich zunächst beim Komponisten Karl Marx für Komposition einschrieb und wenige Jahre darauf mit der Künstlerischen Prüfung für das Höhere Lehramt abschloss. Am Ende seines achtjährigen Studiums an der Universität Tübingen in den Fächern Musikwissenschaft, Mathematik und Philosophie stand dann die Promotion zum Dr. phil. im Jahr 1971. An der Musikhochschule Stuttgart hatte er zu dieser Zeit schon einen Lehrauftrag für Musik-Theorie, das heißt Komposition, inne. Außerdem war er für Orchestererziehung als Assistent und Vertreter Hans Müller-Krays tätig, insbesondere in der Leitung des Hochschulorchesters, und war für musikalische Fragen beim Rundfunksinfonieorchester zuständig. über 17 Jahre hinweg arbeitete er als freier Mitarbeiter beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart, verfasste Musiksendungen und wirkte als Autor der Sendung "Die Musikalische Morgengesellschaft" mit. Seit 1971 ist er Dozent für "Musiktheorie" an der Musikhochschule Stuttgart, ein Fach, in dem er inzwischen in Fachkreisen allgemeine Anerkennung erlangte und das ihm 1980 den Professoren-Titel eingebracht hat. Dabei hat er engen Kontakt mit Karl Michael Komma. Er ist Ehrendirigent der Stadtkapelle Marbach.

 

in Zusammenarbeit mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut Regensburg
 
 
  Dienstag, 28. Januar 2014, 18.30 Uhr  
R i n g v e r a n s t a l t u n g
Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung hier
Prof. Dr. phil. Kurt Franz
Wie Dornröschen seine Unschuld gewann und wieder verlor  
200 Jahre "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

Prof. Dr. phil. Kurt Franz wurde am 10. Februar 1941 in Ossegg, Landkreis Dux (im Erzgebirge), geboren. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland kam seine Familie in den Landkreis Rosenheim. In Raubling besuchte er vier Jahre die Volksschule, anschließend das Humanistische Gymnasium in Rosenheim. Nach dem Abitur, gründete er bald eine Familie und studiert