Barbara Probst-Polášek

entstammt einer Musikerfamilie aus Böhmen. Bereits als Kind trat sie mit Konzerten an die Öffentlichkeit. Nach dem Besuch der Fachgrundschule für Musik / Schloss Belvedere in Weimar studierte sie an der Franz-Liszt-Hochschule für Musik ebenfalls in Weimar bei Ursula Peter und am Prager Konservatorium bei Stephan Urban, wo sie mit Auszeichnung absolvierte. Ihre letzte künstlerische Reife erhielt Barbara Polasek als Meisterschülerin bei Andrés Segovia in Spanien.

Schon während ihres Studiums wurde sie zu zahlreichen Rundfunk- und Fernsehauftritten verpflichtet und entfaltete eine rege Konzerttätigkeit in Osteuropa. Ihren ersten internationalen Wettbewerb gewann Barbara Polášek 1959 in Wien. 1964 folgte dann der "Grand Prix" im internationalen Wettbewerb des französischen Rundfunks und Fernsehens ORTF in Paris. Seither war Barbara Polášek Gast bei vielen europäischen Rundfunk- und Fernsehanstalten. 1965 wurde ein Vertrag mit R.C.A. Viktor abgeschlossen.

Sie konzertierte auf internationaler Ebene als Solistin unter anderem mit dem Orchester Jean François Paillard, dem Münchner Kammerorchester unter Hans Stadlmaier und verschiedenen Streichquartetten wie dem Amadeus-Quartett und dem Sinnhoffer-Quartett. Ihre Kammermusikpartner waren unter anderen Jan Polášek, Aurele Nicolet, Leo Brouwer, Karl Leister. Sie begleitete auf Gitarre und Laute John van Kesteren, Kieth Engen, Edith Urbanczik und viele Andere mehr. Seit 1960 ist sie Solistin der internationalen Musiktage auf Schloss Elmau. Tourneen führten sie durch Europa, Afrika und in den fernen Osten. In ihrer Karriere konnte sie zahllose Erfolge feiern, ihr Name ist Legende geworden.

Barbara Probst-Polášek interpretierte über Jahre hinweg zeitgenössische Werke für den internationalen Kompositionswettbewerb des ORTF Paris und arbeitete als Jurorin bei vielen Wettbewerben (ORTF Paris, ARD München und andere). Seit 1962 ist sie Dozentin für Gitarre und Laute am Richard-Strauss-Konservatorium der Stadt München und 1997 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in München.

Zum Inhalt der Ringveranstaltung:

Die Gitarre ist in ihrer heutigen Form ein beliebtes Konzertinstrument geworden. Vor einiger Zeit nannte man sie historisierend noch „Laute“, weil die genaueren historischen Grundlagen fast unbekannt waren. Damit die verschiedenen Vor- und Nebenformen der Gitarre und ihr verwandter Instrumente verständlich werden, werden Originalkompositionen für die jeweiligen Instrumente zu  Gehör gebracht.

Die Stücke werden auf nach alten Vorlagen gebauten Instrumenten vorgetragen:

Vihuela, Renaissancelaute, Barockgitarre gebaut von Dieter Hense, Hohenstein-Breithardt

Barocklaute gebaut von Andreas von Holst, München

Historisierende Gitarre des 19. Jahrhunderts, gebaut von Johann Schweins, Darmstadt

Klassische Gitarre gebaut von Hans Herb, Erlangen

 

Die Komponisten und die vorgetragen Werke:

Vihuela    
  Luys Milan 1537   Zwei Pavanen
  Enriques de Valderrábano   1547 Soneto I und II
  Luys de Narváez 1538 Diferencias sobre
      „Guardame las vacas”
Tres diferencias por otra parte
  Alonso Mudarra  1546 Fantasie
       
Renaissancelaute    
  John Dowland  1563-1626 The Earl of Essex his Galliard
  Elias Mertel 1615 Präludium
  Joanés Aegidius Berner de Rettenwert 1603-1663 Passomezo
  Jacub Polák  um 1545-1605 Courante
       
Barockgitarre    
  Anonymus Prag um 1700 Suite
  Johann Anton Graf Losy um 1643-1721 Sarabande und Gigue
       
Barocklaute    
   Johann Anton Graf Losy um 1643-1721 Gigue
  Silvius Leopold Weiss 1687-1750  Menuett I, Sarabande
       
Gitarre von 1810    
  Mauro Giuliani 1781-1828 Rondoletto
  Fernando Sor 1778-1839 Etude aus Opus 25
       
Historisierende Gitarre des 19. Jahrhunderts    
  Carl Maria von Weber 1786-1826 "Abendsegen" Opus 64,5 aus "12 Lieder zur Gitarre"
      vom Blatt gesungen von Dr. Dietmar Gräf
       
Klassische Gitarre    
  Joaquin Turina 1882-1946 Fandanguillo, Ràfaga
  Rudolf Leberl 1884-1952 Im Mondschein

Quellenhinweis:
12 Lieder zur Gitarre (VV 1290), herausgegeben von Ursula Peter,  Weimar: Thüringer Volksverlag

Bilder zum Vortrag